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Männer besteh

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genden Hiemen

um die Knie,

Armbänder und Sandalen. Die Frauen tragen

ein Leibchen von

30-50 Retten

aus Straußen

cieritüdchen, ein

monddurchleuchtete Sommernacht war heraufgestiegen, te sich der Bann, der über ihm gelegen, und er sagte mir, ne mich nur bis Hamburg begleiten, es sei ihm unmög­ach Berlin zu kommen, ja, er gedenke, solange er noch en habe, seinen Wohnsiz in Hamburg zu nehmen und aupt niemals Berlin zu betreten. Auf mein betroffenes um?" gab er mit gesenktem Blick die Erklärung ab, sein Wunsch, sein Sohn möge, wenn er ihn sehen und en wolle, nach Hamburg herüberkommen, seiner Gattin fein Wort über Zweck und Ziel seiner Reise sagen. Denn ernisse und fühle es genau: sie könne er niemals wieder sehen, und keine Macht der Welt werde ihn zwingen, je mit ihr zusammenzutreffen.

ԱՆ

Wie Sie Ihrer Gattin die Ankunft Ihres Vaters und Ihrer Reise zu ihm verbergen wollen, das überlasse ich Ihnen! Wie ich Sie kenne, wird es Ihnen sehr schwer fallen, Ihrer Frau eine Lüge zu sagen, aber Sie sehen es wohl selbst ein, es geht nicht anders, ist überdies zu Hildas Beſtem; die Wahr­heit würde sie ja namenlos aufregen!

,, Kommen Sie also herüber, sobald Sie können, und tele­graphieren Sie zuvor mir, wie Ihrem Vater. Letzterer hat einstweilen in dem Ihnen ja bekannten Hotel International Quartier genommen. Ich adressiere diesen meinen Brief aus Vorsicht an Ihr Kontor, damit Ihre Gattin nichts von dem­selben erfährt. Auf Wiedersehen denn, und bringen Sie ein festes Herz und guten Mut mit, mein lieber Freund! Immer der Ihrige

William Hendrichs.

Bleich und schön lag Hilda Norden in ihrem blau und silbernen Boudoir auf der Cauſeuſe. Draußen brütete die dumpfe Schwüle eines hereinbrechenden Augustabends, un­stät schossen die Schwalben durch die schwere Luft, und der Wind, der zuweilen sich aufmachte, um mit den Blättern der Bäume, welche die Villa im Tiergarten umstanden, raunende Zwiesprach zu halten, trug Blei an seinen Flügeln... er fonnte nicht weiter, wie gelähmt verstummte er, und durch die schlanken Zweige ging ein leises, sehnsüchtiges Bittern... wenn er doch wieder käme! Das Laub verschmachtete in dieser Glut!

Draußen herrschte eine eigentümliche fahle Beleuchtung, ohne Zweifel lag ein Gewitter in der Luft, aber wann kam es dazu, sich zu entladen? Hilda öffnete die Lippen, als ob sie ersticken müsse. Es ist wie in Japan," murmelte sie vor sich hin, ganz wie in Japan ist es! Wo Hellmut bleibt?" Sie schellte, schon zum drittenmal innerhalb einer kurzen Frist. Der Herr immer noch nicht zurück?"

,, Nein, gnädige Frau!"

,, Sie können gehen!"

Sie soll nicht viele Besuche empfangen jetzt und hat auch keine Lust dazu. Darum ist sie so sehr viel allein mit ihren Gedanken, die sich beständig um dasselbe drehen, und sie hat es sich angewöhnt, furze, abgerissene Sätze vor sich hinzu­flüstern. So auch jetzt.

Was er nur mit dem kleinen Kinde anfangen wird, so ganz allein?" Und nach einer Weile: Er wird doch sehr unglücklich sein, obgleich ich so Schweres über ihn brachte, aber er muß sich sagen: mehr, wie ich, kann kein Weib auf der Welt ihn lieben. Ich richte mich zu Grunde aus Liebe für ihn!"

Diskret pocht es an der Tür. Gnädige Frau, soeben fährt Herr Norden im Einspänner vor!"

,, Es ist gut, ich danke Ihnen."

Hastig steht sie auf, geht zu dem großen, silbereinge­rahmten Spiegel, ordnet ihren Anzug, ihr Haar, er soll sie nicht so leidend und verstört finden! Armer Hellmut! Müde und abgespannt von allem Rechnen und Zählen kommt er heim, und immer findet er ein mühsam erzwungenes Lächeln, eine fünstlich angenommene Haltung, die er auf den ersten Blick durchschaut. Aber wie soll sie anders sein?

Da ist er! Mit von innerem Herzensweh etwas ge­schärften und verfeinerten Zügen, die Augen nicht so glänzend mehr als früher, aber immer der gewinnende, anziehende Hellmut, den alle lieb haben müssen, tritt er über die Schwelle und nimmt Hilda in seine Arme.

Mein liebes Herz, warum bist du nicht still liegen ge­blieben? Es ist ein solch' drückende Hize draußen, jede Be­

wegung macht müde, so, komm, leg dich wieder hin. Recht

so! Das ist ein artiges Kind! Hat man dir die Pfirsiche und Aprikosen gebracht, die ich für dich bestellte, und hat mein Liebling auch ein paar davon gegessen? War der Doktor heute da?"

Beim ersten Blick hat sie es gesehen, daß eine innere Auf­regung in ihm arbeitet, sie kennt ihn gar zu gut. Aber sie fragt ihn nicht, was es ist, wie dürfte sie das? Wenn er es ihr mitteilen will, wird er es tun, wenn nicht, dann hat sie kein Recht, es von ihm zu fordern; in ihrer Ehe fehlt ja das Vertrauen des einen zum andern.

Sie beantwortet ihm seine Fragen, und er streichelt mit sanfter Hand das dunkle Köpfchen, das an seiner Brust liegt. Mitleidig und liebevoll blickt er darauf nieder und ist zufrieden, wie gut er sich beherrschen kann! Sie merkt ihm doch sicher nichts an! Aber endlich, erfahren muß sie es,- er will ja noch an diesem späten Abend fort!

( Schluß.)

Das Amulet.

( Schluß folgt.)

Erzählung von B. Rittweger.

( Nachdruck verboten.) Die Geschichte seiner Gefangennahme, die in allen Einzel­heiten besprochen wurde, hatte wieder einen ganz roman­tischen Anstrich. Der Hoßbach hatte sich mit größter Keckheit auf dem Jahrmarckt eines Markfleckens gezeigt, diesmal als Mausefallenhändler verkleidet, und hatte eine Menge Ein­käufe gemacht, lauter Sachen für ein ganz kleines Kind. Da­durch war man aufmerksam geworden, und ein früherer Soldat, der öfters Zuchthauswache gehabt, hatte ihn an der Stimme und an einem kleinen Mal hinter dem Ohr erkannt. Wie ein Wütender hatte der Räuber um sich geschlagen. Ich muß zu meinem Weib, zu meinem Kind" hatte er ge­schrieen, und erst nach langer Gegenwehr hatte man ihn über­wältigt.

Der Gedanke an das Weib, an das kleine Kind verfolgte Franzi unaufhörlich. Immer sah sie das Bild vor sich die arme Verlassene mit dem Säugling, frierend und hungernd in der Höhle des Waldes! Daß die junge Frau des Räubers gleich nach dessen Gefangennahme aus ihrem Schlupfwinkel zu ihrer Mutter, einer berüchtigten Spitzbübin und Kartenschlägerin, zurückgekehrt war, und da behaglich von dem Raub des Hoßbach lebte, das wußte Franzi nicht, das wurde erst später bekannt.

Es war ein paar Tage nach des Hoßbach Gefangen­nahme. Anton Moor war, wie gewöhnlich um diese Stunde, zwischen fünf und sieben Uhr nachmittags, zum Schoppen ins Wirtshaus gegangen. Die Magd besorgte Einkäufe Sie stand am Fenster und schaute auf die stille Straße in der Stadt, und Franzi war allein in der Wohnung. stritt mit dem letzten Tageslicht um die Herrschaft. hinaus. Der Mond stand bereits fast voll am Himmel und

Aus dem Schatten der Bäume an der dem Gefängnis entgegengesetzten Seite der Straße löste sich eine Gestalt, chenden Schritten kam der schlanke Bursch als einen vorsichtig den Kopf nach allen Seiten wendend. Mit schlei­solchen erkannte Franzi die Gestalt näher und näher, immer nach dem erhellten geöffneten Fenster spähend. Erst wich der Bursch nochmals zurück, dann trat er wieder näher, zögernd, ängstlich, und jetzt schien's der jungen Frau, als erhöbe er bittend die Hände zu ihr. Mit raschem Entschluß verließ sie das Zimmer und trat auf die Haustreppe. Da stand der Bursch vor ihr im Licht des Mondes, hell glänz­ten seine Augen und blondes Lockengeringel drängte sich unter seiner Mütze hervor. Was wollen Sie?" fragte sie den jungen Menschen mitleidig.

haben gewiß ein menschliches Herz- Sie sehen ja so gut Ach, gute Frau, ich hab' eine so große Bitt'. Sie aus- ich bin der Hoßbach ist ein naher Verwandter von mir. Ich weiß, sehen kann ich ihn nicht aber es hört uns doch niemand?" Nein, nein, ich bin ganz allein, sprecht nur."-- ,, Ach, wenn Sie ein Herz in der Brust haben, gute Frau, hier in dem Bäckelchen habe ich ein Amulet und ein Gebetbüchlein"- dabei brach die Stimme des Burschen in Schluchzen möchtet Ihr's nicht dem Armen geben? Es wird ihm ein Trost sein in seinem Unglück, gewiß, und

das Sterben auf

dem"

vor Angst tritt Franzi in die Küchentür- da stürmt jemand die Treppe herab in langen Säßen- um Gott der Hoß­Schein der Flurlampe. Einen Augenblick stuzzt der Ver­brecher, in seiner Hand blizt ein offenes Messer, stoßzbereit

erneutes Schluchzen auf dem Blutgerüst wird ihm leichter werden, wenn das Amulet ihn stärkt mit seiner Kraft. Es ist ein altes Familienerbstückbach! Franzi steht wie angewurzelt, hell beleuchtet vom ich weiß Ihr dürft's wohl eigentlich nicht, aber ein Amulet! es wär' ein gutes Werk, für welches Euch Gott und alle Heiligen segnen würden!" Franzi überlegte einen Augenblick und sah um sich kein Mensch weit und breit! Kein Zweifel hier war die junge Frau des Unglücklichen

o Gott, wie romantisch, das war ja ganz wie in der schönen Oper, die sie im letzten Winter gesehen, im Fidelio". Da sucht auch die junge Gattin des armen in Ketten schmachtenden Gefangenen in Männerkleidung das Gefäng­nis auf, um dem Geliebten nah zu sein, ihn womöglich zu befreien! Die rührende Gestalt des" Fidelio", wie die liebende Gattin sich nennt, hatte damals tiefen Eindruck auf sie gemacht. Kein Zweifel, hier war ein ähnlicher Fall. Nun von Befreiung fonnte keine Rede sein, aber ein Amulet wollte dieser neue Fidelio dem Gatten bringen, damit es ihn trösten solle in seiner letzten Todesnot! Wie unendlich traurig, wie ergreifend! Franzi bedachte nicht, daß wegen Einbruchs und Raubes heutzutage kein Mensch mehr zum Tode verurteilt wird. Ihre lebhafte Einbildungskraft war aufs äußerste erregt und Geben Sie her, ich will's ihm bringen", so flüsterte sie hastig, dem Burschen der un glücklichen Frau vielmehr das Päckelchen aus der Hand nehmend. Dank, tausend Dank, gute Frau- Gott und alle Heiligen mögen Euch segnen!" Damit war die Gestalt auch schon im Dunkel der Bäume verschwunden. Nun galt's. Hastig suchte Franzi den Schlüssel zur Zelle des Einbrechers -es kam ihr kein Gedanke an Furcht, nur, daß sie etwas tat, was in Antons Augen einem schweren Verbrechen gleich fam. Das fühlte sie, aber sei's drum, es galt einen Liebes­dienst, den sie ihrem Empfinden nach nicht weigern durfte. Sie war ja feine Kerfermeisterin. Also schnell. Der Schlüssel knirschte im Schloß, dort, kaum noch zu erkennen in der düstern Zelle, in die nur die Lampe vom Flur einen Schein wirft, liegt der Unglückliche. Nur einen Schritt wagt sie sich hineiner fährt in die Höh', daß die Ketten schaurig flirren. Sie flüstert: Packt auf, das Päckelchen ein junger Bursch hat's gebracht ein Amulet und ein Gebet­büchlein, mög's Euch trösten, armer Mann! Verratet mich um Gottes willen nicht, mein Mann darf's nicht wissen, ver­bergt's im Bettſtroh" Damit warf sie ihm das Päckelchen zu und eilte, nachdem sie sorglich wieder zugeschlossen, von dannen, den Schlüssel wieder an seinen Platz hängend. Es war geschehen! Die gute Tat war vollbracht! Wie ihr nun aber das Herz klopfte! Und eine sonderbare Angst fühlte sie. Merkwürdig, nach einer guten Tat.

Der Anton kam zurück. Wie gewöhnlich war seine erste Frage: Nichts vorgefallen?" Auf ihr gepreßtes Nein" erwiderte er munter: Was sollt' auch vorfallen? Undere Holzdiebe und Stromer, die sind sicher, und der Hoßbach, der liegt in seinen Retten, dem soll's Ein- und Ausbrechen in Zukunft vergehen! Aber froh will ich doch sein wenn er erst glücklich weiter transportiert ist. Wo steckt die Marie?" " Ich hab' sie in die Stadt geschikt."" Aber, Franzi, wie oft hab' ich dich schon gebeten, sie nicht fortzuschicken, wenn ich nicht hier bin, es ist mir nicht recht, wenn du ganz allein bist." Ach, was soll mir denn geschehen? Ich fürchte mich nicht", sagte Franzi in möglichst leichtem Ton, aber innerlich war's ihr recht beklommen zu Mute. Am liebsten wäre sie dem Anton um den Hals gefallen und hätte ihm alles ge­beichtet. Aber das durfte sie nicht, er würde ihr heftig zürnen und dann sicher hätte er dem armen Mann das Amulet wieder abgenommen!

Es war am Abend des zweitfolgenden Tages. Franzi war in der Küche beschäftigt, die Magd war ausgegangen, etwas zu holen, und Anton machte eben die Runde. Franzi war immer noch in gedrückter Stimmung. Ihr mitleidiges Gefühl war befriedigt von ihrem Tun, hatte sie doch sicher dem Hoßbach reichen Trost gebracht, gewiß hatte ihm sein Weib doch auch ein Brieflein zu der Gabe geschrieben, und wenn das Familienerbstück, das Amulet, ihm eine Wohltat war, mun, das war dem Armen wohl zu gönnen. Franzi seufzte in Gedanken daran, was für ein schreckliches Amt es sei, Ge­fängnisvertoalter zu sein, und versuchte sich immer aufs nene die quälenden Eindrücke zu versüßen durch die Erinne rung an das Gute, was sie dem Hoßbach getan, in dessen Person ihr alle die idealen Räubergestalten der Neuzeit ver­förpert erschienen. Da-- welch' ein entsetzlicher Schrei! Von oben kam er, und gleich darauf ein dumpfer Fall- zitternd

dann ruft er höhnisch: Schön Dank für das Amulet, Frau Verwalterin es hat Wunder getan, hat die Ketten gebrochen!" Ein lautes rohes Gelächter, dann fällt die Haus­tür hinter der wüsten Gestalt zu der edle" Räuber ist entflohen! Franzi zittert und bebt, die Zähne schlagen ihr aufeinander, Anton", ruft sie und mit zitternden Knieen steigt sie die Treppe hinan, der Fall, der dumpfe Fall- ihre Ahnung ist Wahrheit. Halb im Flur, halb in der Zelle des Hoßbach liegt ihr Mann, ihr braver guter Anton, in seinem Blute; aus tiefer Stirnwunde fließt es, und regungslos, mit geschlossenen Augen gleicht er einem Toten. Mit wildem Schrei wirst sie sich über ihn: Anton, wach' auf, Anton, komm' zu dir, hab' Erbarmen, Gott im Himmel, ich hab' ihn gemordet!"

In später Nacht sitzt Franzi am Bett des bewußtlosen Gatten. Nur undeutlich kann sie sich erinnern, was weiter geschehen, nachdem sie ihn in seinem Blut gefunden. Wie die Magd gekommen, die Gerichtsherren, die Aerzte, wie sie immer wieder hat Fragen beantworten müssen, wie die Aerzte den Anton untersucht und die Achseln gezuckt haben, wie in der Zelle eine Feile gefunden worden ist. Mit der Kette hat der Verbrecher den Anton zu Boden geschlagen, das Messer hat er nicht gebraucht. Die Feile! Ha, wie Schuppen ist ihr's von den Augen gefallen, schon bei den Worten, die der Räuber ihr zugerufen. Die Feile, das war das Amulet- sie, sie allein ist schuld an dem Schrecklichen, und wenn der Anton stirbt, dann ist sie die Mörderin des Gatten! O, es ist um den Verstand zu verlieren, o, könnte sie das Leben von sich werfen! Aber sie darf nicht, sie muß gut zu machen suchen, sie muß den Gatten pflegen, den Gatten, den sie nie inniger geliebt zu haben meint, als nun, da er blaß und ohne Be­wußtsein vor ihr liegt. Furchtbare Tage verbringt die junge Frau. Zu der marternden Todesangst um den Ge­liebten gesellt sich die quälende Sorge: Was wird der Hoß­bach verüben in der Freiheit, zu der sie ihm verholfen? Gott, wenn er noch mehr Blut vergießt, so ist sie schuld, sie allein! Und er hat gezeigt, der Räuber, daß er im Notfall nicht vor einem Mord zurückschreckt.

Nur das nicht, nur das nicht! Doch Gott ist ihr gnädig. Nach drei Tagen kommt die Nachricht, daß der Hoßbach, den grimmige Kälte in ein Wirtshaus getrieben, in einem ent­fernten Teil des Ländchens aufs neue festgenommen worden ist. Eine Sorge ist gehoben, er hat kein Blut vergossen. Nach weitern drei Tagen erklären die Aerzte den Anton für ge­rettet. Wenn auch die Kopfwunde noch einige Zeit zur völ­ligen Heilung brauchen wird, so ist doch keine Gefahr für sein Leben mehr vorhanden.

Dankerfüllten Herzens kniet die junge Frau am Lager des Gatten und beichtet ihm alles und fleht ihn um Ver­zeihung an. Er gewährt dieselbe aus vollem Herzen, aus der weichen Stimmung des Genesenden heraus und ergriffen von der tiefen Neue seiner Franzi.

Von der Zeit an hat kein törichtes Mitleid mit dem Ver­brechertum mehr Raum im Herzen der Franzi, ihr Blick hat sich geschärft und sie ist fürder stolz auf ihren braven Gatten, der treu seine Pflicht tut, und sie steht ihm unentwegt darin bei. Und wenn sie einmal zurückfallen will in ihren alten Fehler, dann genügt ein Blick auf die Narbe, die sich über Antons Stirn zieht, um sie aus dem Land weichherziger Schwärmerei ins wirkliche Leben zurückzuführen.

Als nach ein paar Jahren zwei kleine Moor's, ein Bub ein Mädchen, sie umspielen, da ist aus dem zarten, poetisch angehauchten Wesen eine frische, willenskräftige Frau und Mutter geworden.

Das Amulet" hat also doch Segen gebracht.

Daß der Fidelio" nicht des Räubers Weib gewesen, hat Franzi erfahren, als ungefähr ein Jahr nach seiner Flucht die schwarz' Hoßbachn", wie diese im Volksmund hieß, wegen verschiedner Diebereien eine Strafe in der Fronfeste zu ver büßen hatte. Nicht die mindeste Aehnlichkeit hatte das Weib mit dem hübschen jungen Burschen, der jedenfalls zu ihrem Anhang gehörte. Der Hoßbach muß jedoch in der Tat etwas ritterliches" Räuberblut in seinen Adern haben, denn er hat niemals gestanden, auf welche Art er damals in den Besitz der Feile gekommen ist.