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Amtliche Bekanntmachungen.
Bekanntmachung.
Die noch nicht ausgelosten Stücke des 4proz. Anlehens der Stadt Gießen vom Jahre 1899 werden hiermit zur Rückzahlung auf den 15. Mai ds. Js. gekündigt. Den Besitzern solcher Stücke wird jedoch freigestellt, deren Zinsfuß auf 3 Proz. herabseßen zu lassen; auf derart umgewandelte Stücke zahlt die Stadt Gießen eine einmalige Vergütung von 1 Proz. Die umzuwandelnden Stücke sind im Lauf des Monats März mit den nach dem 15. Mai fällig werdenden Zinsscheinen nebst Erneuerungsschein unter Beifügung eines doppelten Nummerverzeichnisses bei einer der nach benannten Einlösungsstellen vorzulegen. Das eine Nummerverzeichnis wird mit Empfangsbescheinigung sofort zurückgegeben. Die abgestempelten Stücke mit neuen Zinsscheinbogen, und der Herauszahlung mit 1 Proz. können in dr Zeit vom 1. bis 14. Mai bei der Hinterlegungsstelle gegen Rück gabe der Empfangsbescheinigung entgegen genommen Die Verzinsung der nicht umgewandelten Stücke hört mit dem 14. Mai ds. Is. auf.
werden.
Die Umwandlung und die Einlösung der nicht umgewandelten Stücke erfolgt:
bei der Stadtkasse Gießen,
bei dem Bankhause Aron Heichelheim in Gießen. bei dem Bankhause Gebr. Neustadt in Frankfurt a. M. Gießen, den 8. Februar 1904.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Mecum.
Bekanntmachung.
Die Brotlieferung für die hiesigen Stadtarmen für die Zeit vom 1. April 1904 bis 31. März 1905 soll neu vergeben werden.
Angebote sind bis zum 5. März d. Js. an das städt. Armenamt, Neuenbäue 25 schriftlich einzureichen, wo auch die Lieferungsbedingungen eingesehen werden können. Gießen, den 11. Februar 1904.
Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Curschmann.
Bekanntmachung.
Mittwoch, 17. Februar, vormittags 11 Uhr, wird auf der Bürgermeisterei Zimmer Nr. 15
-
das Grundstück Flur X Nr. 76 und 77= 5753 qm Acker am Barresgraben, links des Schüßgesborner Weges, früher den Karl Plank II. Erben gehörig, auf 6 Jahre in Pacht versteigert.
Gießen, 12. Februar 1904.
Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum.
Die Pläne und Bedingungen liegen im Bureau des Unterzeichneten Brandplatz 9, Zimmer Nr. 23- zur Ginſicht offen und können Angebotsformulare dort gegen Erstattung der Selbstkosten in Empfang genommen werden.
Gießen, den 8. Februar 1904.
Der Gr. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. Diehm, Baurot.
Bau- und Nukholz- Versteigerung der Stadt Gießen.
Aus den Waldungen der Stadt Gießen, 3-5 Km. von der Bahnstation entfernt, und an chaussierte Abfuhrwege angrenzend, follen
Montag, den 29. Februar 1904, vormittags 10% Uhr beginnend, im Saale des Lenz'schen Felsenkellers zu Gießen in der Nähe des Bahnhofes, versteigert werden. 76 E chen- Stämme, Schnittholz, mit 66,99 Festm. 70,69 144 Bauholz, Schwellenholz," 145,42 216,69
"
"
262
"
"
773
Grubenholz,
"
11
1159 Fichten- Stämme mit
"
"
"
"
442,63
11
577 Riefern
237,72
"
"
"
60 Erlen=
28,64
M
"
"
1 Birken- Stamm
0,59
"
"
1 Elsbeer- Stamm
0,15
"
"
1 Weißtanne- Stamm
1,72
"
"
20,43
H
39 Eschen
2,47
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334 Fichten- Derbstangen,
10 Rm. Eichen Nutzscheitholz. Gegen Sicherheit wird Zahlungsfrist bis 1. Oktober 1904 gewährt.
Gedruckte Verzeichnisse über die Dimensionen der zur Versteigerung kommenden Hölzer sind von der unterzeichneten Stelle vom 20. d. Mts. ab gegen Erstattung der Druckkoſten erhältlich.
Wegen vorheriger Besichtigung des Holzes wende man sich an die Forstwarte Geisel- Gießen, Arft Hochwarte bei Gießen, C. Brück- Rödgen bei Gießen und Lotz Wieseck. Gießen, 12. Februar 1904.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Mecum.
Jagd- Verpachtung.
Die Jagdnuzung auf den Grundstücken der Gemarkang Odenhausen in der Größe von 415 ha, darunter 115 ha Wald soll am
Vergebung von Wasserleitungsarbeiten. Montag, den 15. Februar cr. vormittags 10 Uhr
Die Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung einer Quellwasserleitung für die
Gemeinde Wieseck, bestehend in der Herstellung von 7300 Meter Guß- oder Mannesmannrohrleitung, deren Lieferung und dem Einbauen von 120 Schiebern und Hydranten, der Herstellung von 500 Hausanschlüssen und der Herstellung eines Hochbehälters von 200 kbm. Inhalt sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden.
Angebote, die sich sowohl auf sämtliche Arbeiten und Lieferungen, als auch auf einzelne Titel des Voranschlags beziehen können, sind bis Donnerstag, den 25. Februar, vormittags 9 Uhr bei der Großh. Bürgermeisterei Weseck, wo alsdann die Eröffnung derselben stattfindet, abzugeben.
in der Wirtschaft von Kreiling zu Odenhausen und die Jagdnüßung auf den Grundstücken der Gemarkung Launsbach in der Größe von 366 ha, darunter 69 ha Wald an demselben Tage Nachmittags 3 Uhr in der Wirtschaft von Wörner zu Launsbach auf 6 bezw. 9 Jahre öffentlich verpachtet werden. Beide Jagden sind gut, insbesondere ist ein guter Rehwildbestand vorhanden, auch kommt in der ersteren Jago Rotwild vor.
Von Station Friedelhausen der Str. de Gießen- Kassel ist die Odenhäusener Jagd und von Station Launsbach der Strecke Weglar- Lollar die Launsbacher Jagd sehr leicht zu erreichen.
Krofdorf, den 1. Februar 1904. Der Bürgermeister. J. V. der Beigeordnete Leib.
Nr. 53.
Samstag, den 13. Februar
1904.
Familienzeitung.
Oberhessische Famil
Cägliche Unterhaltungs- Beilage
Gießener Neueste Nachrichten.
Bred and String be One: Gerlagerst, vorm. Dilb. Roller'ice Budbrudersi( gigs. 1788); bea: Ibis Aleir
( 82. Forfschung.)
Der Zeuge.
Roman von Marie Bernhard.
Auf seiner Wanderung blieb Friß Norden vor Hendrichs ſtehen, und es kam wieder wie ein Selbstgespräch von seinen Lippen.
Ich hatte doch gehofft, sterben zu können! Oft fühlte ich mich todeselend, und er Arzt hatte ja auch gemeint, ich hätte das japanische Klimafieber, das schließlich der Men schen hinrafft. Freilich ist's ein anderes Fieber, das mich verzehrt, eines, das die Aerzte nicht kennen, aber gleichviel, ein Fieber nimmt doch allmählich die Lebenskraft fort, es macht das Blut in den Adern kochend, und wenn es unablässig steigt und steigt, und nichts geschicht, ihm Einhalt zu gebieten, dann stirbt man daran! Aber ich nicht! Ich werde also hier hob er plötzlich den Kopf hoch und sah seinen Gast mit einem seltsam glänzenden Blick an, ich werde also meinen Arzt bitten, mich genau zu untersuchen und mir nach seinem besten Wissen zu sagen, wie lange ich noch zu leben habe. Lautet seine Antwort so, wie ich sie erwarte, dann komme ich mit Ihnen nach Europa herüber!"-
Seine Kraft schien plötzlich erschöpft. Er geriet ins Laumeln und tastete mit der Hand nach einem Stützpunkt. Bestürzt sprang William Hendrichs ihm bei und ließ ihn in den Sessel nieder, doch als er seine Hand nach dem Glocken zug ausstreckte, winkte ihm der Kranke ab, er wollte das nicht! Sein mühseliges Atmen und die Bewegung, mut welcher er die Hand auf seine linke Seite preßte, verriet dem Gast, daß hier ein allem Anschein nach schon weit vorgeschrittenes Herzleiden vorliege, und er sah es voraus, daß der Tod als Erlöser nicht mehr allzu fern sein könne. Eine kleine Weile blieb Hendrichs noch neben dem Leidenden, der regungslos, die Augen geschlossen, dalag, dann berührte er sanft dessen Hand und fragte leise:" Nicht wahr, ich soll jetzt gehen?" Da öffnete Frizz Norden die Augen und nickte und versuchte zu lächeln, und sein Gaſt drückte ihm die fieber glühende Rechte und schlich sacht auf den Fußspitzen davon.
Elftes Kapitel.
Hamburg, den 5. August 1879. ,, Mein lieber Hellmut! „ Gestern gegen Abend ist unser wackeres Schiff, die Swallow, von London kommend, hier eingetroffen, Ihren Vater und mich an Bord. Ich habe mir gerade nur Zeit genommen, meine Familie zu begrüßen und mich zu über zeugen, daß zum Glück alles wohlauf ist... jetzt treibt es mich sehr, Ihnen zu schreiben!
Und warum das?" höre ich Sie in Ihrer lebhaften Art Weshalb kommen Sie nicht sofort, wie ich Sie ausrufen. schriftlich und mündlich so dringend bat, mit meinem Vater nach um das ersehnte Wiedersehen, die heiß begehrte Aussprache herbeizuführen?" Ist er so bedenklich Perlin herüber, frank, oder hat ihn die weite Reise über das Meer so angegriffen, daß er die kurze Fahrt von Hamburg bis Berlin nicht wagen kann?" Und ich lege meine Hand auf Ihrem
( Nachdruck verboten.)
Arm, wie ich es oft zu tun pflegte, um Ihre jugendliche Ungeduld zu zügeln, und rufe Ihnen zu:„ Gemach, lieber junger Freund! Sie sollen alles hören, alles erfahren, aber es hilft Ihnen nichts, Sie müssen mir schon still halten und alles in sich aufnehmen, was ich Ihnen zu sagen habe! Das ist durchaus notwendig! Ich werde versuchen, nicht abzuschweifen, aber in zehn Zeilen ist die Sache nicht abzutun, eben darum schicke ich Ihnen keine Depesche, so sehr ich sonst fürs Telegraphieren bin, sondern schreibe einen Brief. Intime Dinge fann man ja feinem Telegramm anvertrauen! Ihren Brief, vom 30. Juli datiert, fand ich hier vor, Sie glaubten, wir würden schon früher hier eintreffen, aber wir hatten, kurz, nachdem wir Japan verließen, mit widrigen Winden zu kämpfen, und das hielt uns auf. Ihr Schreiben, mein liebster Hellmut, atmet eine bedrückte, unzufriedene Stimmung, und es betrübt mich aufrichtig, zu hören, daß der Gesundheitszustand Ihrer lieben Frau ein so wenig erfreulicher ist. Sie schreiben, daß Sie oft der Verzweiflung nahe sind, wenn Sie Ihre Gattin, die Sie zärtlich lieben, so melancholisch sehen, daß diese tiefe, anhaltende Schwermut selbst die Aerzte besorgt macht und daß sich mögerlicherweise ein ernstliches Gemütsleiden daraus entwickeln könnte. Allerdings ein schrecklicher Gedanke! Aber glauben Sie nicht auch, daß vieles, ja das meiste dieser traurigen Veränderung auf körperliches Leiden zurückzuführen ist? Ich meinerseits bin fest davon überzeugt, man hört dergleichen zu oft, und kommt nun noch, wie bei unserer lieben Hilda, ein seelischer Konflikt dazu, so gewinnt das Ganze gleich ein ernsteres Aussehen!
Ob ich ihr und Ihnen die gewünschte und, wie ich sehr wohl einsehe, äußerst notwendige Lösung des schweren Rätsels, das einen so trüben Schatten in das Glück ihrer jungen Che geworfen hat, in der Person ihres Vaters bringe, ich weiß es nicht, mein lieber Freund! Daß Ihr Vater, der allgemein für sehr verschlossen gilt, den Sie selbst mir so schilderten, mir, dem ihm persönlich fremden Mann, nicht seine tiefsten Geheimnisse mitteilt, mir nicht sein volles Vertrauen schenkt, darf und wird Sie nicht befremden.
Berhehlen kann ich's Ihnen nicht, Hellmut! Ihr Vater ist ein sehr franker Mann! Für ein schweres Herzleiden halte ich seine Krankheit, und die Medikamente, die ihm Ihr verständiger deutscher Arzt, Doktor Hortmann, verschrieben hat, bestätigen meine Ansicht! Während der stellenweise recht beschwerlichen Ueberfahrt befürchtete ich mehr als einmal, Norden senior würde nicht lebend mehr nach dem Kontinent gelangen, und je näher wir nach Europa kamen, um so mehr wuchs seine innere Erregung, die er vergebens vor mir zu verbergen und durch doppelte Dosen von Digitalis niederzuhalten strebte. Es trieb ihn rastlos um, es raubte ihm den Schlaf, selbst die Fähigkeit, sich auszuruhen oder ein gutes Buch zu lesen. Mehrmals bemerkte ich, daß er mir ein Geständnis machen, mir einen Wunsch aussprechen wollte: die Unruhe, die fieberhafte Spannung brannte ihm in die Augen, zuckte ihm um die Lippen, aber zur Aussprache kani es nicht, und ich mochte nicht in ihn dringen! Endlich, wir waren eben von London fort, und eine herrlich stern
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euzeit.
n oder UmSig. Hölzer
egliche Naht,
en.
durch eine
zing.
Paris 1900.
stilgerechten


