dagegen in Frankreich. Die weiterblickenden französischen Poli tiker sehen in dem Abkommen die Fußangeln, die es für Frankreich birgt. Die amtlichen Stellen dagegen, wenigstens diejenigen, die bei dem Zustandekommen des Vertrages mittätig gewesen sind, loben ihn über das Bohnenlied. Sie sind hypnotisiert durch die Aussicht, daß Frankreich die Vormacht in Marokko werde. Indessen diese Aussicht steht auf schwachen Füßen: Die Vormachtstellung in Marokko wird den Fran30sen ein Heidengeld kosten und ihnen viele Schwierigkeiten machen. Der französische Minister des Auswärtigen, Herr Delcassé, hat das vielleicht wider Willen in einer Unterredung mit einem Journaliſten zugegeben, in der er u. a. sagte: Frankreich werde dem Sultan von Marokko in der Verwaltung, bei Auffindung finanzieller Hilfsquellen, bei Ausbildung der Armee Beistand leisten, den Bau einer Bahnlinie sichern, welche die Verlängerung der Linie OranTunis bilde, und die letzten Seime des Aufstandes ersticken. Das alles werde 3 eit erfordern. Aber habe nicht die militärische Eroberung von Algerien 60 Jahre gedauert? Ein anderes als friedliches System wäre Wahnsinn und würde den Wünschen Frankreichs zuwiderlaufen. Nicht nur Zeit, auch, wie gesagt, große Opfer an Geld und Blut wird die Ausführung dieses Programms kosten. Und vielleicht kommt bald der Tag, wo man in Frankreich das Abkommen ebenso verwünscht, wie Herr Delcassé es heute Yobt.
Spanien.
Zu den Annehmlichkeiten seines Lebens wird König Alfons die Tage, die er gegenwärtig in Barcelona erlebt, nicht rechnen können. Zwar das Petardenlegen haben sich die Barceloneser vor der Hand abgewöhnt. dafür begrüßen sie ihren jungen König überall, wo er sich sehen läßt, mit Johlen und Pfeifen. So ertönte, als der König bei der Rückkehr vom Kloster Monserrat, das er eingehend besichtigt hatte, in BarceIona wieder eintraf, aus der Menge Pfiffe. Die Polizei verhaftete 13 Personen. Man weiß wirklich nicht, welchen Zwed es haben soll, den jungen König den Insulten der Menge auszusetzen.
Balkan- Staaten.
Seit langer Zeit ist auf dem Balkan kein so wichtiges Ereignis vorgekommen, wie es die Unterzeichnung des bulgarisch- türkischen Vertrages ist. In diplomatischen Kreisen ist man, so schreibt uns unser Berliner CB- Mitarbeiter, überzeugt, daß dieses Uebereinkommen jede Gefahr eines türkischbulgarischen Krieges auf absehbare Zeit aus dem Wege räumt. Auch der mazedonische Aufstand bricht in diesem Frühjahr nicht wieder aus, hauptsächlich, weil er von Seiten des Fürstentums feine Unterstützung fand. In Sofia 30g man mildere Seiten auf, feit man die Gewißheit gewann, daß Bulgarien im Falle eines mißglückten Krieges gegen die Türkei von Rußland, das in Ostasien auf lange Beit engagiert erscheint, gänzlich im Stiche gelassen werden würde.
Alien.
Die Meldung, zwischen den Kabinetten von London und Petersburg sei ein Abkommen wegen Tibets geschlossen, flang vor vornherein unwahrscheinlich. Jetzt läßt das Londoner Auswärtige Amt erklären, daß diese Meldung völlig aus der Ruft aegriffen ist.
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Hof und Gesellschaft.
Der Kaiser besichtigte gestern vormittag in Malta die Schiffe des englischen Geschwaders und nahm dann auf dem Flaggschiff beim Admiral Compton Domville den Lunch ein. Sonntag morgen hielt der Kaiser Gottesdienst auf der Hohenzollern" ab und verlas dabei die Predigt über 1. Petri 4, 10:„ Dienet einander." Nach dem Gottesdienst empfing der Kaiser an Bord der Hohenzollern" die Admirale und Kommandeure der englischen Flotte. Später begab Gouver er sich in die Stadt zum Palast des die Waffen. neurs, besichtigte den Palast und sammlung und frühstückte. Danach begab sich der Kaiser in die Saint Johns-Kirche, die er nach dem Empfange durch den Erzbischof und die gesamte Geistlichkeit besichtigte. Der Kaiser fuhr dann im Wagen mit dem Gouverneur nach dessen Sommerfit San Antonio Gardens, wo der Tee genommen wurde. Gegen 7 Uhr kehrte der Kaiser nach La Valetta zurück und begab sich an Bord der „ Hohenzollern", wo um 8 Uhr Tafel stattfand. Bei derselben saß der Kaiser zwischen dem Gouverneur und dem Admiral Domville. Geladen waren außerdem die Admirale und Kommandeure der Flotte, die Obersten der Garnison und die Spitzen der Behörden. Bei der Tafel trank der Kaiser auf das Wohl des Königs Eduard und verweilte nach Aufhebung der Tafel längere Zeit im lebhaften Gespräch mit seinen Gästen auf Deck.
Die Kaiserin reist heute( Dienstag) von Plön, wo sie sich mehrere Tage zu Besuch bei ihren auf der Kabettenanstalt weilenden Söhnen aufhielt, nach Grünholz ab.
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Der Großherzog von Hessen trifft am 18. April in Konstantinopel ein. Trotz des Inkognitos wird der Sultan voraussichtlich den Großherzog glänzend empfangen.
Kleine Märtyrer.
Aus Asch in Desterreich kommt die Kunde von dem quatvollen Martyrium eines Kindes, das unter den verruchten Händen seiner gesezmäßigen Pflegerin und Schützerin sein junges Leben aushauchte. In dem Orte Mittenteich bei Asch fand man auf dem Bahngleis den Leichnam eines neunjährigen Knaben, der fürchterliche Verletzungen aufwies. Die Schädeldecke war eingeschlagen, am ganzen Körper fanden sich blutige Striemen und offene Wunden. Der kleine Tote wurde als der Sohn des Porzellanmalers Hartel rekognosziert und war, wie die Untersuchung ergab, von seiner Stiefmutter erschlagen und auf das Gleis gelegt worden, damit er vom Zuge überfahren werden sollte, um die Spur des Verbrechens zu verwischen. Der arme Junge hatte unter den Händen der entmenschten Megäre furchtbare Qualen erdulden müssen. Sie sperrte ihn oft tagelang in eine dunkle Kammer und ließ ihn frieren und hungern. Von Zeit zu Zeit fam sie in die Stammer und prügelte den Knaben mit einem Riemen oder einem Stock. Eine mitleidige Nachbarin reichte dem Aermsten wiederholt mit einer Stange durch das Kammerfenster Brot. Als die Hartel das bemerkte, sperrte sie den Knaben in einen Schweinestall. Der Knabe siechte langsam dahin. Die entmenschte Stiefmutter konnte jedoch seinen Tod nicht erwarten. Sie schleppte ihn ins Zimmer, verschloß die Tür und schlug mit einem Holzscheit so lange auf den Kopf des Knaben, bis er tot liegen blieb.
Auch in Deutschland bringen von Zeit zu Zeit die Gerichtsverhandlungen solche entsetzliche Quälereien an den Taa.
aber die Martern, die ungefühnt bleiben, sind doch die zahlreicheren. Allerdings haben die Gesetze vom 2. Juli 1900 über die Fürsorgeerziehung und vom 30. März 1903 betreffend die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben bereits eine große Linderung der Not gebracht. Die Ausführung des Fürsorgeerziehungsgesetzes hat indes an sich noch große Mängel, weil die Pfleglinge vielfach in Korrigendenanstalten untergebracht werden, wo sie nicht selten der Gefahr einer größeren Verwahrlosung ausgesetzt sind als vorher. In dieser Hinsicht müßte von privater Seite und durch die Ortsbehörden vielleicht mehr geschehen, um die Unterbringung der Fürsorgepfleglinge in geeigneten Familien zu ermöglichen.
Die Hauptnotwendigkeit zum Schutz der gepeinigten Kinder ist die Ermittelung solcher Fälle, die nicht immer leicht ist. Der Notschrei, den solch ein armes Kind unter den Qualen und Leiden der Mißhandlungen oder der Ueberanstrengungen ausstößt, verhallt gar zu leicht an den Wänden, und die Nachbarn schweigen nicht selten um des lieben Friedens willen, much wenn sie von den Verhältnissen Kenntnis erhalten. Hier muß die erste Besserung einsetzen. Wer eine rohe Behandlung von Kindern durch die Eltern beobachtet; wer sieht, wie sich ein Kind unter der Ueberarbeit windet, sollte unverzüglich der Ortspolizeibehörde oder dem Waisenrate, dem Schulrektor oder dem Ortsgeistlichen davon Mitteilung machen, damit zunächst auf dem Wege von Vorstellungen und Zureden Abhilfe geschaffen wird. Aber auch die Lehrer können sehr viel zur Feststellung etwa schuldiger Personen beitragen, denn die Leiden, die ein unschuldiges Kind erdulden muß, prägen seinem Gesicht ihre tiefen Spuren auf. Wo immer ein Lehrer ein Kind von schlechtem Aussehen beobachtet, möge er durch Umfragen in der Nachbarschaft sich über die Sachlage informieren und dann die geeigneten Schritte tun.
Wenn die Gesellschaft den gequälten Kindern ihre Für. forge angedeihen läßt, so schüßt sie sich gegen eine heranwachsende Verbrecherkategorie, denn es ist eine traurige Wahrheit, daß diese Opfer.roher Gewalttätigkeiten und gewissen loser Ausbeuter ihrer Kräfte schon in ihrer Jugend den Haf gegen die Gesellschaft in sich aufnehmen, die ihnen keinen Schutz gegen solche unsagbaren Leiden gewährt bat.
Nab und Fern.
Zum deutschen Automobilrennen. Im Interesse der allgemeinen Sicherheit und des Zustandekommens des Gordon- Bennett- Rennens weist der deutsche Automobilklub schon jetzt darauf hin, daß die allgemein gültigen Polizeiverordnungen mit Ausnahme des Renntages auf der Rennstrecke mit aller Strenge beobachtet werden müssen. Die Fahrer, die gegen die Polizeiverordnungen verstoßen, setzen sich sonst dem aus, daß ihnen seitens der Polizeibehörde die Fahrerlaubnis und Nummer entzogen wird.
Verwüstungen durch Erdbeben auf der Balkanhalbinsel. Aus Saloniki wird gemeldet, daß durch die letzten Erdbeben im Wilajet Saloniki 1500 Häuser unbewohnbar geworden sind. 25 Personen wurden dort getötet, 40 schwer verletzt. Im Wilajet Kossowo wurden 1000 Häuser beschädigt oder völlig zerstört; hier zählte man 16 Tote und 26 Verwundete, in den übrigen Bezirken 9 Tote und 18 Verwundete.
* Der jugendliche Liebhaber. In Ober- Ursel schoß sich der 17 Jahre alte Sohn eines Theaterdirektors wegen verschmähter Liebe in der Wohnung einer Schauspielerin eine Kugel durch den Kopf; er wurde schwer verwundet in das Krankenhaus gebracht.
Dynamitanschlag auf ein Gefängnis. Aus dem Staatsgefängnis in Jefferson City, Missouri, brachen dieser Tage bier Sträflinge aus, die bald darauf, mit Revolvern und Dynamit bewaffnet, einen förmlichen Angriff auf die Strafanstalt machten. Die Gefängniswärter zogen sich zurück, doch es gelang schließlich der Gefängniswache, die Angreifer zu umzingeln und zur Uebergabe zu zwingen. Eine Suche in ihren Zellen ergab das Vorhandensein eines vollständigen Waffenlagers, sowie einer Quantität Dynamit im Gewicht von 20 Pfund. Außerdem wurde Nitroglycerin gefunden. Einer der überwältigten Sträflinge gestand, daß man unter den übrigen Sträflingen Mitverschorene habe. Die Absicht sei gewesen, die Wärter sämtlich zu töten, die 300 Insassen des Gefängnisses zu befreien und sodann das Gefängnis selbst in die Luft zu sprengen.
* Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten betrug nach den Resultaten der amtlichen Volkszählung im Jahre 1903 mit Ausnahme Alaskas und der Inseln 79 900 000 Seelen, was eine Zunahme um 3906 000 seit 1900 bedeutet. Die Einwohnerzahl belief sich in Newyork auf 3716 000, in Chicago auf 1874 000, in Philadelphia auf 1 368 000, in St. Louis auf 600 000.
Hus dem Gerichtsfaal.
§ Ein Geständnis wider Willen und in der Erregung hat für den Unteroffizier Post vom Artillerieregiment Nr. 49 böse Folgen gehabt. Er war angeklagt, gegen seinen Wachtmeister mehrere Drohungen ausgestoßen zu haben, bestritt dies aber sehr energisch und gab an, die Drohungen seien gegen einen ihm im Range gleichgestellten Kameraden gerichtet gewesen. Die Zeugenaussagen waren für den Angeflagten insofern günstig, als sich nicht mit Sicherheit feststellen ließ, ob die Anklage begründet sei. Deshalb wurde auf ein früheres Geständnis des Angeklagten zurückgegriffen. Post erklärte, zu diesem Geständnis sei er durch das Verhalten des untersuchenden Kriegsgerichtsrats geradezu gezwungen worden. Dieser habe ihn derartig angefahren, daß er schließlich in der Erregung angegeben habe, die Drohungen hätten dem Wachtmeister gegolten. Der dann als Zeuge vernommene Kriegsgerichtsrat mußte bestätigen, daß er den Angeklagten öfter sehr energisch zurechtgewiesen" habe, weil er zuviel dreingesprochen habe. Aus den weiteren Aussagen des Seriegsgerichtsrats ging hervor, daß Post schließlich sogar in ein heftiges Weinen ausgebrochen sei. Sein Geständnis" wirkte für ihn sehr ungünstig, da es nach den Ausführungen des Anklagevertreters das Hauptbeweismaterial bildete. Das Urteil lautete auf 10 Wochen Gefängnis und Degradation.
§ Drei Wochen Arrest für einen Kus. Vor dem Petersburger Friedensrichter stand dieser Tage der achtzehnjährige Straßenfehrer Michael Trifin unter der Anklage, eine hübsche junge Dame der hohen Gesellschaft, welche an dem Arme ihres Mannes am Newsfiprospekt promenierte, gewaltsam gefüßt zu haben. Er stieß den Mann zur Seite und füßte die Frau. Der Angeklagte beteuerte, daß er berauscht gewesen und bat weinend um Verzeihung. Der Richter ließ jedoch die Entschuldigung nicht gelten und verurteilte den Angeklagten zu drei Wochen Arrest.
batt. Es wird
§ Graf Pückler- Klein- Tschirne sollte sich gestern wegent Tschirne vor der Strafkammer des Landgerichts Glogau ber antworten. Der Termin mußte jedoch vertagt werden. da der Angeklagte nicht erschienen war.
öffentlicher Beleidigung des Stationsvorstehers von Klein irtschafts
§ Mit dem Trakehner Schulprozeß hatten sich die Berline Gerichte gestern nochmals zu beschäftigen. Der Lehrer Nickel auf dessen Veranlassung in dem Pferdefreund" ein Ar
Curünberg; 2. eelle; 3. üb Dar unteren Ho ** In d ginnt am 25
tifel gegen den Landstallmeister v. Dettingen erschien, wurd Speziell für Freu
seinerzeit zu 200 Mark Geldstrafe wegen Beleidigung de Landstallmeisters verurteilt. Gegen dieses Urteil legte Nide Berufung ein. Auf diese Revision des Lehrers Nickel ha das Reichsgericht das Urteil der Strafkammer aufgehoben. es nicht für genügend dargetan erachtete, durch welche Tai sachen der Lehrer Nickel die Straftat des Dr. Paaltow, de den Artikel für den Pferdefreund" schrieb, ehe sie vollende mar, gefördert habe, da die in dem Urteil festgestellten Mi teilungen Nickels an Dr. Paalzow Tatsachen beträfen, wege deren Dr. Paalzom nicht verurteilt worden war. Der Ge
flagten zu 200 Mark Geldstrafe eventuell 20 Tagen Gefäng
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richtshof kam gestern wieder zur Verurteilung des Angebung per Attlo nis. Daß dem Angeklagten die Form des Artikels befann ekonomierat G gewesen, ergebe sich aus dem bei ihm vorgefundenen Korrel werständige für turbogen und aus einem an ihn gerichteten Schreiben von Böthe- Dar
19. Februar 1900.
Lokales.
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Profeffor Dr. gewählt. Der 1905 wird in genehmigt. Er Maßregeln zur Joeft wird zur Regierung die bezüglichen Ant febentwurf bett den im Auss geäußerten Bed hauptsächlich a Der Heranziehu Grund und panftaltung ein jeine solche im
12. April 1904. Es wird uns aus **( Konfirmation.) unserem Leserkreis folgendes geschrieben: Feierlicher als sonst ertönten am Sonntag die Kirchenglocken und riefen die Gläubigen in die Gotteshäuser, in welchen die Einsegnung der Konfirmanden aus der Matthäus. und Johannesgemeinde stattfanden. Es ist dies der erste bedeutungsvolle Schritt im Leben der jungen Christen, mit ihm finden die sorglose Schulzeit, die Kinderjahre, ihr Ende und der Anfang zu einem ernsteren Leben beginnt, freilich nicht für alle. Viele halten diese ernste Feier, die Aufnahme in den Kreis der erwachsenen Christen, nur für den Beginn einer Zeit, in der man sich nicht mehr um die lästigen Schularbeiten zu kümmern braucht. Arme Kinder! Bald genug wird der Ernst des Lebens an Euch herantreten, wild wird der Sturm über euren Häuptern hinweg, brausen und der Kampf ums Dasein will ausgefochten sein. Früh genug wird manche der stolzen Hoffnungen zu Grabe getragen werden und die Berhältnisse und Enttäuschungen werden den Leichenstein dazu bilden. Hier muß sich dann bewähren, was der Konfirmanden Unterricht lehrte, hter findet die Religion ihren wahren Stützpunft im Gottvertrauen. Wenn auch des Lebens Güter ungleich verteilt sind, so muß doch ein jeder bestrebt sein, hoch oder niedrig, ein brauchbares Glied der Menschheit zu bilden und den Plaz gewissenhaft ausfüllen, auf den er gestellt ist. Es sei darum jedem Konfirmanden und jeder Konfirmandin warm ans Herz gelegt: Schließt euch, wenn es möglich ist, einem Jünglings- oder Jungfrauen- Verein an denn dort lernt der junge Christ den vielen An fechtungen, welche an ihn in den Jahren nach der Kon firmation herantreten, widerstehen. Besonders ernste Aufgaben liegen diesen Vereinigungen dann ob, wenn die Konfirmierten fern von dem Elternhause den Kampf des Lebens aufnehmen müssen. Da gilt es für viele Männer und Frauen, dafür zu sorgen, daß den jungen Seelen eine edle Geselligkeit, eine neue Gemeinschaft, ein fester Halt geboten werde.
[!] Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 7, ausgegeben am 9. April d. I., enthält u. A. Ordensver verleihungen, wonach dem Schullehrer Karl Mergott zu Lollar aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz, des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen worden ist. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weitershain. Mit der Stelle ist Dr ganistendienst verbunden.
Das Amtsblatt Großh. Ministeriums der Justiz Nr. 8 vom 30. März enthält ein Ausschreiben an die Großh. Standesbeamten betreffend die Führung des Meistertitels( betrifft die Beobachtung der gesetzlich Vorschriften über die Führung des Meistertitels u. 1. D. bei Einträgen in die standesamtlichen Register). Den Meistertitel in Verbindung mit der Bezeichnung eine Handwerkes dürfen nach§ 133 der Gewerbeordnung Hand werker nur dann führen, wenn sie in ihrem Gewerbe die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen erworben und die Meister prüfung bestanden haben. Es ist nu mehrfach die Beobachtung gemacht worden, daß Personen die diesen Anforderungen nicht genügt haben, sich gleichwohl zur Führung des Meistertitels dann für befugt halten nachdem sie an einem der sogenannten„ Meisterkurse" teig nommen haben, wie solche von Handwerkskammern uf vielfach veranstaltet werden. Die Führung des Meister titels bleibt auch in diesem Falle eine unbefugte und zieht die Bestrafung aus§ 148 Nr. 9c der Gewerbeordnung ( mit Geldstrafe bis zu einhundertundfünfzig Mark und im Unvermögensfalle mit Haft bis zu vier Wochen) nach sic
* Schulverwalter Otterbein von Lauterba wurde mit Versehung einer Lehrerſtelle zu Grebenhain beauftragt.
** In den Ruhestand versetzt wurde der Bahnwörter in der Hessisch- Preußischen Eisenbahngemeinschaft Balthasar Knöß zu Göbelnrod mit Wirkung vom 1. Juli 1904
an.
** Wie wir erfahren, beginnt am 19. April d. J in der Gewerbeschule Gießen ein Vorbereitungs kursus für die Meisterprüfungen im Handwerk, und wollen wir nicht unterlassen, noch besonders darau aufmerksam zu machen, damit den Interessenten unseres Leserkreises diese günstige Gelegenheit nicht entgeht. Heute Dienstag Abend 8 Uhr findet in Grünberg eine Sihung des Gemeinderat
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