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A Nach dem Beispiel der polnischen Wahlausschüsse für die Provinz Bosen haben auch die Vorstände der westdeutschen polnischen Wahlkomitees eine engere Organisation der in dem rheinisch- westfälischen Industriereviere ansässigen polnischen Elemente vollzogen und einen polnischen Zentralver­ein für Westfalen, die Rheinprovinz und die angrenzenden Provinzen" gegründet. Man sieht, die polnische Propaganda wird immer herausfordernder. Jetzt betrachten die Herren schon den reingermanischen Westen als ihre Domäne.

Türkei.

Nach langer Sorge, Müh' und Not ist das türkisch­bulgarische Abkommen nun endlich unterzeichnet worden. Nach dem Abkommen verpflichtet sich Bulgarien, die Bildung von revolutionären Komitees und bewaffneten Banden gegen das türkische Reich zu verhindern und feine Untertanen, die in den benachbarten Provinzen revolu tionäre Handlungen vorgenommen haben, zu bestrafen. Bul­garien wird außerdem die Einfuhr von Explosivstof­fen u. f. w. nach den drei mazedonischen Provinzen ver­hindern. Der Sultan seinerseits wird alle wegen revo­lutionärer Afte Verurteilten, Verhafteten oder Verbannten amnestieren, in Freiheit setzen und ihnen die Rückkehr in die Heimat gestatten, mit Ausnahme der wegen Dynamit­attentaten Verurteilten. Die mazedonischen Flüchtlinge wer­den bei ihrer Heimkehr von der Pforte behufs Wiederauf­baues ihrer Wohnungen unterstützt werden. Nun steht nur noch zu hoffen, daß diese Vereinbarungen nicht auf dem Pa­pier stehen bleiben.

Afrika.

Recht angenehme Aussichten eröffnet ein im östlichen Transvaal lebender Engländer seinen Landsleuten, insbe= sondere dem Londoner Kabinett, über einen neuen Burenauf­stand. Er schildert in einem an die Londoner Morning Post gerichteten Briefe die politische Lage in Südafrika als sehr ernst. Er behauptet, daß nicht nur die Burenbevölkerung disloyal sei, sondern daß auch 75 Prozent der sogenannten Kolonialen" im Falle eines A u f st an des sich den Buren anschließen würden. Es sei ein offenes Geheimnis, daß nicht nur eine organisierte Verschwörung bestehe, sondern daß man sogar heute schon über Geldmittel, sowie über Waffen in genügender Weise verfüge. Der Waffenhandel blühe, und außerdem sei nicht die Hälfte der Waffen nach dem Feldzuge abgegeben worden. Die Buren betrachteten sich feineswegs als besiegt, sondern legten die Friedens­bedingungen ihrerseits so aus, daß ein Sieg der Burensache dabei herauskomme. Außerdem sei es ihnen gelungen, die Eingeborenen, die während des Feldzuges auf seiten der Eng­länder ſtanden, gegen England aufzuheben. Diese Ein­geborenen beklagten sich nicht nur über ihre Entwaffnung nach dem Feldzug, sondern auch darüber, daß man die ihnen ge­machten Versprechungen nicht eingelöst habe. Viele von ihnen seien im Besit von Requisitionsscheinen, deren Einlösung ver­weigert worden wäre. Wir wollen die Bedeutung dieser pessimistischen Darstellung nicht überschätzen. Aber daran halten wir, was Südafrika angeht, auch fest, daß dort das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Amerika.

+ Eine politische Schießaffäre, bei der beide Revolver­helden tot auf dem Plaze blieben, fand in North Fork( West­Virginien) zwischen dem Polizeidirektor Mc Far= land und einem reichen Kaufmann Ballard statt. Beide trafen vor dem Hause, in dem die Ortsabteilung der republikanischen Konvention ihre Sibung hielt, zusammen, feuerten mehrere Schüsse auf einander ab und trafen so gut, daß beide getötet wurden. Ein Polizeidirektor, der den Schießprügel handhabt, wirklich, echt amerikanisch!

Hof und Gesellschaft

*** Zu Ehren Kaiser Wilhelms, der sich, wie ge­meldet, von Palermo nach Malta begeben hat, ist dieser Mon­tag dort zum öffentlichen Feiertag erklärt worden.

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Der Kronprinz hat seinen Besuch beim König von Dänemark beendet und ist nach Berlin zurückgereist. Am Morgen vor seiner Abreise besuchte er mit dem Prinzen von Dänemark das Schloß Rosenborg. Der Kronprinz über­reichte im Namen seines kaiserlichen Vaters dem König von Dänemark zwei prächtige Porzellanvasen. Viel besprochen wird in Kopenhagen eine kleine Szene, die sich beim Empfang des Kronprinzen durch den greisen König ereignete. An der linken Seite des Königs schritt der Kronprinz die Ehren­fompagnie ab und versuchte beim Wenden wieder die linke Seite Sänia Christians zu gewinnen. Der König stand in

Der Wildhirt.

Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.)

Hangcurt setzte sich hinter den Tisch, auf dem zwei große irdene Schüsseln mit Kartoffelsalat standen, da­zwischen befanden sich fleinere Schüsseln mit Bratwurst, Sauce, Leberwurst, Schinken und Speck; auf dem hinteren Teil des Tisches, nämlich da, wo er mit der Schmalsette an die Wand stieß, standen Körbchen mit Messern und Gabeln, während wohl ein Dutzend irdene Teller, zwischen denen flache runde Holztellerchen lagen, die Längskanten des Tisches entlang in Reihen standen. Auf einem Nebentische lagen Kirmeßkuchen, während uf einem Teller schmale lange Stücke eines solchen hoch aufgeschichtet waren, furz, man konnte sagen: es war Alles da- Herz, was beachrfte."

Dem Hangcurt wollte das Essen jedoch gar nicht munden, er a nur, weil es so der Gewohnheit um biese Zeit entsprach. Seine Gedanken wurden beherrscht bon der quälenden Einbildung, daß jezt der fremde Bursche vielleicht schon das Jawort vom Elschen erhalten, daß er also auf das Mädchen für immer Verzicht leisten müsse und wenn dies, was gab es dann noch für ihn auf der Welt? Nichts mehr, garnichts mehr!

Er legte, nachdem er etwas gegessen, Messer und Babel zur Seite und sann darüber nach, was er tun sollte: wenn er zu Hause blieb, so fiel das auf und man hätte ihn mit Fragen bestürmt, wa um er denn nicht zur Kirmeß gehe; aber wenn er ins Kirmeßhaus ging, dann war er dazu verurteilt, mit ansehen müssen, wie der Burkhennersch und das Elschen vielleicht schon

Begriffe, ein paar Worte an seinen Gast zu richten, und be­merkte dessen Bemühen, seine rechte Seite zu verlassen, was aber der alte König mit einem liebenswürdigen Ruck am Aermel zu verhindern wußte, so daß der Kronprinz zum zweiten Male die Front der Ehrenwache an der rechten Seite seines Gastgebers passierte.

*** Zu der am 27. Juni in Gmunden stattfindenden Ver­mählung des Großherzogs von Mecklen burg Schwerin mit der Prinzessin Alexandra, der Tochter des Herzogs von Cumberland, werden aus der Pro­vinz Hannover mehrere Abordnungen entsandt werden, die der Braut prachtvolle Hochzeitsgeschenke, gewidmet von Frauen und Jungfrauen, überbringen. Nach einer Meldung aus Gmunden bestätigt es sich ferner, daß die Königin Alexandra von Großbritannien und Irland mit dem Prinzen von Wales der Hochzeit in Gmunden beiwohnen wird.

Zur Wiederaufnahme der

Reichstagsverhandlungen.

( Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.) Die Arbeitszeit und die Arbeitsmenge stehen für den deutschen Reichstag bei seinem Wiederzusammentritt im um­gefehrten Verhältnis. Zunächst ist noch eine Reihe von Etats­titiln zu erledigen, bei denen wohl noch einmal die alten Fragen furz aufgerollt werden dürften; insbesondere läßt sich eine Auseinandersetzung über die Kündigung der Handels­verträge nochmals erwarten. Der übrige Teil des Etats wird dann allerdings glatt von statten gehen. Es steht aber außer­dem noch ein reicher Beratungsstoff zur Verfügung an sonsti­gen Vorlagen. So vor allem das Münzgesetz, die Kranken­fürsorge für Seeleute, die Erschließung Zentralafrikas, die fleine Finanzreform, das Militärpensionsgesetz. Außerdem steht noch aus die zweite und dritte Lesung des Geseßentwurfs über die Entschädigung unschuldig Verhafteter und über die Kaufmannsgerichte und schließlich noch das Börsenreform­

geset.

Es läßt sich kaum annehmen, daß der Reichstag über Pfingsten hinaus tagen wird. Selbst wenn der Präsident den guten Willen hätte, während des Sommers in Berlin zu sitzen und zu schwitzen, so würde es ihm außerordentlich schwer werden, ein beschlußfähiges Haus zusammen zu bringen. Die Hauptarbeit wird ohnehin schon von den so­genannten Berufsparlamentariern, den in Berlin ansässigen Mitgliedern des Reichstags und von den Trägern, von Doppelmandaten bestritten werden müssen. Selbst bei dem besten Willen und größten Arbeitseifer des Parlaments ist eine Erledigung aller noch schwebenden Vorlagen vollständig ausgeschlossen. Es wird daher darauf ankommen, unter dem Material eine weise Auswahl zu treffen.

Unter den dringlichen Vorlagen steht an erster Stelle die Eleine Finanzreform. Ihr Schicksal ist aber auch politisch hoch interessant, weil sich hierbei zeigen muß, ob die Aufhebung des§ 2 des Jesuitengeseges, wie von den liberalen Parteien behauptet wird, ein kleines Tauschgeschäft gewesen ist. Große Wichtigkeit wird dem Umstande beigelegt, daß der Haupt­redner der Zentrumspartei in der Generaldebatte zum Gtat feine allzu schroffe Stellung gegen die Vorlage des Freiherrn b. Stengel eingenommen hat. Auch in der Presse ist der Widerstand viel tonloser als in sonstigen Jahren. Weiterhin ist mit dem Dringlichkeitsvermerk das Militärpensionsgesetz und die Krankenfürsorge für die Seeleute versehen. Der letzt­genannte Entwurf sollte bereits am 1. April in Kraft treten. Er enthält lediglich die Anpassung an das Krankenkassengesetz, bei dem durch eine Novelle bekanntlich die Unterstützungs­dauer verlängert worden ist. Diese Wohltaten sollen auch den Seeleuten zu teil werden. Wenn das Gesetz noch zur Ver­abschiedung kommt, wird es wahrscheinlich schon zum 1. Juli in Kraft treten. Das Schicksal der Kaufmannsgerichte und des Gesetzentwurfs betreffend Entschädigung unschuldig Verhaf­teter, wenn diese überhaupt zur Verhandlung kommen, wird sehr wesentlich von der zufälligen Besetzung des Hauses ab­hängen. In beiden Vorlagen hat die Kommission derartige Aenderungen vorgenommen, daß die Zustimmung der Regie­rung zweifelhaft geworden ist. Es wird nun davon ab­hängen, ob die zu erwartende Zufallsmehrheit mehr nach der Seite der Regierung oder der Kommission neigt. Bei der Unsicherheit des Sizungsbesuches lassen sich Mutmaßungen über das Schicksal der Vorlage nicht anstellen. Eine Vorlage aber wird im Orkus verschwinden die Börsengesetreform, an deren Durchberatung selbst die optimistischsten Anhänger nicht mehr glauben.

Alles in allem also der Reichstag muß fleißig sein und die Arbeit muß ihm munter fließen, wenn er noch einen respektablen Teil seines Pensums erledigen will.

als Schaleut"

miteinander verkehrten; das aber wollte er um jeden Preis vermeiden.

Da ging die Türe auf und sein Vater trat herein. Er sah diesem sofort am gerötheten Gesicht und dem breitgezogenen Munde an, daß irgend etwas bei ihm nicht harmonirte", dazu däuchte es ihm auch, als habe er wohl bei der Kirmeß ein wenig zu tief ins Glas geguckt", und wenn dies der Fall, dann war seine Stimmung nicht die beste er war leicht zum Schimpfen aufgelegt und die geringste Kleinigkeit fonnte seinen Zorn reizen. Jetzt aber sah es gar so aus, als habe er schon im Vorhinein seinen erger; deshalb dachte der junge Bursche, daß es am geratensten sei, wenn er sich aus dem Staube mache und seinem Vater das Terrain nämlich die geräumige Wohnstube, allein über­ließ. Man hielt das immer so: wenn der Pierer Einen" mit nach Hause brachte was ja selten vor­fam, dann gingen die Familienglieder in die Küche, das Gesinde auf den Hof oder ins Dorf und man überließ dem Alten" die Wohnstube allein. Wenn Niemand nm ihn war, der durch irgend eine Kleinigkeit oder seine bloße Gegenwart Bierers üble Laune zum Zorn entflammte, dann sette er sich, indem er die Beine ihrer ganzen Länge nach von sich streckte, in den Herrenstuhl"

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einen hölzernen Stuhl mit halbkreisförmiger Lehne -, steckte die Hände zusammen, als ob er beten wollte, drehte eine Zeitlang beide Daumen umeinander, spuckte in die Stube und schlief ein. Hatte er eine Zeitlang geschlafen und erwachte nachher, dann kleidete er sich in der Regel rasch aus und legte sich zu Bette. Auf diese Weise überstand man den Kaufch des Alten", ohne in Mißhelligkeiten mit ihm zu kommen.

Also wollte es auch heute Abend Hangcurt machen. Jedoch sein Vater schien mit ihm ein Hühnchen cupfen

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Lokales.

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11. April 1904.

** Der Großherzog hat den Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen Professor Dr. Julius Stahl auf sein Nachsuchen bis zur Wiederher= stellung seiner Gesundheit mit Wirkung vom 1. April 1904 in den Ruhestand versetzt. Ernannt wurde der Lehr­amtsaspirant Dr. Adam Rißert zu Gießen zum Ober­lehrer an dem Realgymnasium und der Reaschule zu Gießen. ** In der lßten Vorstands- und Aufsichtsratssitzung der Buzzbach Licher Bahn wurde Herr Jouz gebeten, alsbald sein Amt als Direktor niederzulegen woraufhin derselbe bat, ihn in dieser Stellung zu belassen, bis er sich bei Herru Finanzminister Erz. nauth rehabili­tiert habe. Man ging auf seinen Wunsch nicht ein und nun scheidet Herr Jouß am 31. Mai 1904 doch aus seiner Stellung aus. Ob mit oder ohne Rehabili­tierung?!

* Wir machen die Bewohner der Bismarckstraße darauf aufmerksam, daß infolge Verlegung des Klingel­baches die Bismarckstraße, von der Stephanstraße bis zur Löberstraße, vom 18. d. Mts. ab auf längere Zeit für den Fuhrwerksverkehr gesperrt wird.

** Der hessische Landeslehrer- Verein tagte am 7. April in der Turnhalle zu Bad Nauheim. Um 10 Uhr begann dortselbst unter Leitung des Vorsitzenden Kaẞlick­Darmstadt eine außerordentliche Generalversammlung der Ludwig- und Alicestiftung. Dieselbe genehmigte die vom Vorstand dieser Stiftung ausgearbeiteten Menderungen der Sagungen. Die Versammlung bestimmt Lehrer Hoz­Nidda zum Nachfolger des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Ruppel und erhebt sich zum Andenken an denselben von den Sigen. Punft 2 betraf die Gründung einer Militär­darlehnskasse, zu welcher 15 000 Mark als Darlehnsfonds bestimmt und der Vorstand zur Aufstellung des Statuts ermächtigt wurde.- Der Landeslehrerverein trat nachdem in seine Beratungen ein. Da der seitherige Redakteur des Schulboten", Lehrer Ruppel, plößlich starb, so fand unter starter Beteiligung die Neuwahl statt. Im ersten Wahl­gang erhielten: Mint- Bensheim 75, Schmeel- Darmstadt 70, Baumann- Worms 19 und Meister- Bingen 2 Stimmen. Bei der Stichwahl wurde Mint- Bensheim mit 92 Stimmen zum Rebatteur gewählt. Am Nachmittag gegen 42 Uhr tagte unter dem Vorsitz des Hauptlehrers nauß- Gießen der Feuerversicherungs- Verband hessischer Lehrer. Die auch hier erforderlich gewesenen Aenderungen der Satzungen wurden angenommen. Der Mitgliederbestand dieses Verbandes ist auf rund 1400 angewachsen, das Versicherungskapital beträgt rund 5 Millionen Mark, der Reingewinn in 1903 beläuft sich auf 2595 Mark und 192 Mark wurden an Brand­schäden ausbezahlt. Der von Herrn Lenz gestellte An­trag, wonach auch Lehrer und Nichtlehrer, die nicht Mit­glieder des Landeslehrervereins sind, in den Verband auf­genommen werden können, wurde abgelehnt.

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Orientfahrten deutscher Lehrer. diesjährigen vier Studienreisen nach dem Orient beginnen am 7. Juni, 5. Juli und 2. und 30. August in Triest. Jede Reise dauert ab Triest bis wieder Triest 36 Tage, die Kosten belaufen sich auf ungefähr 900 Mt., auch Nicht­lehrer und Damen fönnen sich beteiligen. Außerdem finden noch zwei Sonderfahrten von je dreiwöchiger Dauer statt, die am 29. September bezw. 20. Oktober in Triest beginnen, sich auf Aegypten- Palästina beschränken und mit etwa 500 Mt. bestritten werden fönnen. Auskunft erteilt Jul. Bolt­hausen in Solingen.

** Ez werden mit Einführung des Sommer­fahrplans 1904, abgesehen von den regelmäßig im Sommer stattfindenden Zugvermehrungen und Zugverschieb­ungen folgende wichtige Aenderungen in Oberhessen und den angrenzenden Linien in Kraft treten.

Schnellzug 59 Gießen ab 140, Marburg ab 212, Sangerhausen an 657; in Sangerhausen ist Anschluß mit Wagendurchgang nach Halle und Leipzig. Der Schnellzug 59 befördert ab Gießen die bisher im Schnellzug 45 ge­zu wollen.

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Was eilste?" fuhr er ihn mit rauher und barscher Stimme an. Du hast kein gut Gewissen."

" Ich hab' nichts gemacht, Vater." " Nichts gemacht? Du verdorbener Jung! Mit dem Nichtsnuh, dem Gänsetophel, hast Du's wieder gehabt! Du hast bei ihm g'standen im Gahrn( Hausflur) bei Wirth's und hast ihm noch beigehalten, als ihm der Lange das Fell verkamisolen wollt! Wennse ihn nur tødtschlügen, den Vagabund, und Dich- Dig mit!"

Hangcurt wußte zwar, daß, wenn sein Vater Ginen getrunken" hatte, man ihm die Worte nicht so übel nehmen und ohne beleidigt zu sein, zu manchem schweigen konnte, das unter andern Umständen gesagt sehr empfindlich berührt haben würde- heute Abend aber war Hangcurt selbst nicht in bester Laune und was er sonst stillschweigend hingenommen haben würde, das fachte jetzt auch seinen Zorn an.

Wenn Ihr nichts anderes wißt, wenn Ihr' rein fommt, als Spektakel zu machen," sagte er mit nachdrück licher Betonung, dann geh' ich eben' naus und dann mögt Ihr hier machen, was Ihr wollt! Ich will mic aber keine Grobheiten mehr von Euch machen lassen, habt Ihr mich verstanden?"

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Der alte Bierer sah seinen Sohn einen Augenblick start Er war ganz betroffen über die unerhörte Kühn­heit, mit der ihm dieser entgegentrat, es war thm das noch gar nicht vorgekommen. Seine Augenbrauen zogen sich dicht zusammen, so daß die zornfunkelnden Augen in tiefem Schatten ruhten, und indem er mit der Faust auf den Tisch schlug, daß die Teller hüpften und flirrten, schrie er überlaut: ( Forts. folgt.)

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