Ausgabe 
11.3.1904 Erstes Blatt
 
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Monal

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Schwarz.

Schach- Aufg

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8

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461

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Weiß.

Ficht an und segt mit d

Rebu

Kopf- Rät

Mit Kopf zerreiß

Dhne Kopf verbin

,, Gottlob, nein; augenbliclie befindet Doktor Spangen­berg sich bei ihm, ich ließ ihn sofort rufen, wir werden sogleich hören, was er sagt."

Sabine war im Wohnzimmer in einen Sessel niederge­funken, ihr Blick ruhte noch immer voll banger Erwartung auf dem hagern Gesicht des Hofrats, der seine Perrücke, die sich etwas verschoben hatte, zurecht rückte und die goldene Dose aus der Tasche holte.

,, Sagen Sie mir die Wahrheit," bat sie, ist wirklich kein Grund zu ernſter Besorgnis vorhanden?"

,, Der Arzt, der meinen Sohn hierher brachte, verneint diese Frage," erwiderte er, ich glaube zuversichtlich, daß Doktor Spangenberg diesen Ausspruch bestätigen wird." Sabine atmete erleichtert auf, nun die Angst von ihr ge­nommen war, fand sie ihre Ruhe und Fassung wieder. ,, Und Herr v. Bodenlauben?" fragte sie.

,, Blieb unversehrt," antwortete der Hofrat, der verstohlen eine Prise genommen hatte. Ich hatte keine Ahnung von diesem unseligen Duell, sonst würde ich es verhütet haben. Als ich heute Morgen ins Frühstücszimmer trat, vermißte ich Ottokar, der mich hier sonst stets zu erwarten pflegt, die Magd sagte mir, er sei schon sehr früh ausgegangen. Ich dachte noch immer nichts schlimmes, erst als ich oben in seinem Atelier einen an mich adressierten Brief fand, ging mir plötzlich eine Ahnung auf, die seine Zeilen leider be­stätigten. In Ihrem Hause hat Ottokar den Adjutanten be­leidigt, die Beleidigung an und für sich bereute er, nicht aber die Herausforderung, denn"

Der alte Herr brach plötzlich ab, als ob er fürchte, etwas verraten zu können, was er geheim halten wollte. ,, Denn?" fragte Sabine.

" Es ist ein Geheimnis meines Sohnes, gnädiges Fräu­lein," sagte er ausweichend. In dem Schreiben an mich lag ein Brief für Sie, natürlich versiegelt, er sollte Ihnen übergeben werden, wenn Ottokar im Duell fiel. Und dieser Brief wird das Geheimnis enthalten, das ich Ihnen nicht enthüllen darf."

Glauben Sie, daß ich persönlich hierher gekommen wäre, wenn ich nicht dieses Geheimnis bereits erraten hätte?" erwiderte Sabine lächelnd. Wo ist der Brief? Sie dürfen ihn getroſt mir geben, Ihr Sohn wird Ihnen keinen Vorwurf

deshalb machen."

Ein pfiffiges Lächeln umzuckte flüchtig die schmalen Lippen des alten Herrn, der ablehnend das Haupt wiegte.

,, Nur für den Todesfall sollte Ihnen der Brief überreicht werden," sagte er.

Und was hätte in diesem Falle mir die Kenntnis des Geheimnisses noch nüßen können? Ich nehme jede Verant­wortung auf mich, Herr Hofrat, händigen Sie mir den Brief getrost aus, ich will ihn als Angebinde zu meinem heutigen Geburtsfeste betrachten."

Der Hofrat erhob sich, über sein hageres Gesicht glitt ein Lächeln wie Sonnenschein.

" O, verzeihen Sie mir, daß ich das vergessen konnte," sagte er, indem er ihre Hand an seine Lippen zog ,,, mögen Sie diesen Tag noch oft in ungetrübter Freude feiern!" ,, Und das Angebinde?" fragte Sabine leise.

Wer könnte an solchem Tage Ihrer Bitte widerstehen?" erwiderte er, indem er in seine Bruſttaſche griff und den Brief hervorholte. Aber eine Bedingung knüpfe ich daran, gnädiges Fräulein!"

Welche?"

" Daß Sie den Brief nicht hier öffnen."

" Bugestanden," sagte Sabine und im nächsten Augenblick war der Brief in ihrer Tasche verschwunden.

In diesem Moment trat Adolph Spangenberg ein; er stuzte, als sein Blick auf Sabine fiel, dann aber glitt ein verständnisvolles Lächeln verstohlen über sein Antlitz.

,, Sie bringen gute Nachricht, Herr Doktor," sagte der Hofrat, indem er dem Arzte entgegenging, ich sehe es Ihnen an. Gefahr ist nicht vorhanden?"

" Durchaus nicht," erwiderte Adolph, ein Streifschuß an der Hüfte, gefährlich ist die Wunde nicht, aber schmerzhaft und ein kleines Wundfieber wird sich auch einfinden. Vor allen Dingen Ruhe, ich werde Ihnen, wenn Sie erlauben, einen zuverlässigen Krankenwärter schicken, da Sie selbst ja unmöglich die Pflege übernehmen können. Sie hatten wohl schon gestern Kenntnis von der Herausforderung, gnä­diges Fräulein?" wandte er sich dann zu Sabine.

Keineswegs, Herr Doktor," erwiderte sie ruhig, ich wollte den Maler meines Poträts nicht zu mir bemühen, weil

ich ihm heute nicht sitzen kann, dadurch allein erfuhr ich das Vorgefallene." So, so, der Verwundete wünscht, daß die Sache geheim bleibe, ich fühle mich verpflichtet, Ihnen von diesem Wunsche Kenntnis zu geben. Gegen Abend werde ich noch einmal vorsprechen, Herr Hofrat, bis dahin wird der Wärter sein Amt hier angetreten haben."

Ich danke Ihnen nochmals," sagte der alte Herr, ihm die Hand reichend, und da auch Sabine nun Abschied nahm, sah er sich bald wieder in seinem Wohnzimmer allein.

Er stieg hinauf zum Schlafzimmer seines Sohnes und fand den Verwundeten in feſtem Schlaf; beruhigt kehrte er in die Wohnstube zurück.

Die Verhältnisse haben sich anders gestaltet, wie ich es wollte," dachte er bei sich, während er mit der Dose in der Hand auf und nieder wanderte, doch ich darf mich nicht darüber beklagen. Spangenberg hat zuerst den Rückzug an­getreten, aus seinen Worten ging deutlich hervor, daß seine Tochter sich seinem Willen nicht fügen will. Nach dieser Seite hin wäre ich also gedeckt, ich kann mich darauf berufen, daß er sein Wort zurückgenommen hat. Und wenn Ottokar sich nun mit Fräulein v. Derendorf verlobt, so kann Spangen­berg mir auch daraus keinen Vorwurf machen, denn ich habe in dieser Angelegenheit nichts getan, was einen solchen Vor­wurf rechtfertigte. Ueberhaupt ist Spangenberg nun ein verlorener Mann, es würde mir nicht viele Worte koſten, ihn in Ungnade fallen zu lassen, seine eigenen Intereſſen zwingen ihn, mit mir auf freundschaftlichem Fuße zu bleiben. Ottokar aber hat einen guten Tausch gemacht. Doch wollte nicht Spangenberg heute schriftlich um die Hand Sabinens werben? Ob er es wirklich getan hat? Wahrscheinlich nicht, er hat gestern keinesfalls daran gedacht. Es wäre ratsam, ihn zu warnen, ich erzeige ihm einen Gefallen damit, ihm und auch meiner zufünftigen Schwiegertochter; wenn er seinen Gewohnheiten nicht untreu geworden ist, so weiß ich, wo ich ihn finde!"

Er sah auf die Uhr und zog an der Glockenschnur, um dem eintretenden Dienstmädchen zu erklären, daß er einen notwendigen Ausgang machen müsse, von dem er indeſſen bald zurückkehren werde, auch traf er einige Anordnungen, für den Fall, daß ſein Sohn in der Zwischenzeit erwachte,

dann verließ er das Haus.

Elftes Kapitel.

Joachim Spangenberg hatte alle Vorwürfe des Fürsten ruhig über sich ergehen lassen, wohl infolge dessen war das Gefürchtete nicht eingetreten, die Entlassung noch nicht aus­gesprochen.

Aber er verhehlte sich nicht, daß über seinem Haupte noch immer gewitterschwangere Wolken hingen, aus denen plöß­lich der vernichtende Blitzstrahl ihn treffen konnte, und daß die Klugheit ihm jetzt ernster als zuvor gebot, sich nach Hilfs mitteln umzusehen, die seine Zukunft sicher stellen konnten.

Auf die Gunst des Fürsten durfte er nicht mehr rechnen, selbst die Freundschaft des Hofrats konnte die gelockerten Bande nicht wieder befestigen, dadurch erschien ihm auch die Verbindung Irmas mit dem Maler nicht mehr wünschens­wert. Ihre Verlobung mit dem reichen Juwelier dagegen sicherte auch ihm Vorteile, die zu verschmähen unter den ob­waltenden Verhältnissen Torheit gewesen wäre.

Aber auch auf das Projekt seiner eigenen Vermählung mit Fräulein v. Derendorf wollte er nicht verzichten, er war entschlossen, um ihre Hand zu werben, ohne langes Bedenken sandte er den Brief mit dem duftenden Rosenbouquet ab und sah mit einiger Zuversicht der Antwort entgegen, die der Hof­rat ihm auf seine Werbung überbringen sollte. Er gedachte letzteren in der Weinstube zu erwarten, in der er jeden Mittag mit ihm zusammentraf, wenn Amtsgeschäfte ihn nicht hinderten, sie zu besuchen.

Mit stolz erhobenem Haupte wanderte er durch die Straßen; seinem scharf beobachtenden Blick entging es nicht, daß die bekannten Personen, die ihm begegneten, ihn heute nicht mehr so unterwürfig grüßten, wie früher; sie schienen ihn bereits als eine gefallene Größe zu betrachten.

Das ärgerte den eitlen Mann, er beschloß schon jetzt, später Rache dafür zu nehmen, wenn er als Gatte Sabinens der reiche vornehme Herr geworden war, der wieder offene Tafel halten und glänzende Feste geben konnte. ( Fortsetzung folgt.))

Anmut ist mehr als Schönheit, und es gibt keine Anmut ohne Güte und Wohlwollen. Darum überlebt auch Anmut die Schönheit und gefällt überall, und wenn diese bewundert wird, so wird jene geliebt.

Unseliger ist nichts, als wenn's dir immer ist, Du seiest nicht zu Haus, wo du zu Hause bist.

Die Elster.

Historische Erzählung von Georg Buß. ( Nachdruck verboten.) An einem hellen Oktobertage des Jahres 1788 verſam­melten sich in dem wildreichen Forste des Fürsten Ponia­towsky, in der Nähe des Schlosses Sirac, die vornehmsten Glieder des polnischen Adels zu einem Jagdfeste. Eine glänzende Pürſch- und Streifjagd war angeordnet; mehr als hundert ritterliche Jäger auf prächtigen Rossen nahmen da­ran Anteil und fünfhundert Bedienten und Leibschüßen in Livreen und mehr als tausend Bauern waren befohlen, das Wild zu treiben und zu stellen.

Die Jagd war beendet und zum schmetternden Halali der Hüft- und Flügelhörner ertönte das Geheul der Fang­Rüden und Doggen durch die Jagdgründe. Die Beute war groß: Bären und Wölfe lagen neben erlegten Hirschen und einem mächtigen Eber. Alle Jäger umſtanden die reiche Strecke, nur der Sohn des fürstlichen Jagdherrn, der junge Fürst Poniatowsky, der mit eigener Hand den Eber erlegt hatte, fehlte noch; denn er wechselte im nahen Gezelt sein Gewand, das von dem Schweiß des Ebers befleckt worden war. Die jugendlichen Kavaliere trieben unterdessen allerlei Kurzweil; einige probierten die Gewehre, die bei der Jagd wenig zum Schusse gekommen waren, und andere lagerten sich auf der Waldblöße und ließen die Würfel rollen. Da raschelte es im Gebüsch, die Zweige teilten sich und ein aschgraues, listig dreinschauendes Zigeunerweib, deſſen Stamm in jener Gegend heimisch war, trat hervor. Sofort stellten die Kavaliere das Schießen und Würfeln ein und machten die Alte zur Zielscheibe ihres Wizes; diese aber blieb den Herren nichts schuldig, sie antwortete keď und scharf, ja oft recht pikant.

" Machen wir doch nicht so viel Umstände mit der Here," rief Ladislaw, ein Vetter des Fürsten, dem die Alte tüchtig heimgeleuchtet hatte; laßt uns das ägyptische Leder prellen wie einen Fuchs, das gibt einen Hauptspaß!"

" Ja, ja!" riefen alle; es gilt, es gilt!" Sofort wurden die Diener und Leibschützen herbeigerufen. Diese ergriffen wollene Decken an den Ecken und Zipfeln, andere erfaßten das kreischende, wie ein Raubvogel kragende und beißende Zigeunerweib, warfen sie auf die Decke, und dann machte sie einen Luftsprung um den andern, worüber sich die Junker faſt ſchief lachten. Da trat der junge Fürst Poniatowsky vor sein Zelt. Kaum sah er, was geschah, so glühten ſeine gebräunten Wangen im Zorn und er rief blizenden Auges: Laßt das Weib im Frieden! Ihre Bande ist im Schuße meines Vaters und in dem meinigen! Hier, Alte, nimm die vier Dukaten für deinen Schrecken und trolle dich. Wer dich von meinen Leuten noch weiter beleidigt, erhält hundert Hiebe und wird in den Bock gespannt. Man muß auch in der Zigeunerin den Menschen achten!"

,, Warum verdirbst du uns den Spaß," rief ihm sein Vetter Ladislaw zu; wir hätten sie auch bezahlt. Für Geld duldet dieſes Volk alles. Jezt wäre das Prellen vorbei und sie nähme von jedem ein Geschenk." Sofort griff er in die Tasche und gab der Alten einen Dukaten, auch die anderen Ravaliere spendeten reichlich, und bald strahlte das lederne Angesicht des Weibes vor Lust; sie lobte nun lachend die Wohltäter und küßte ihrem Retter die Hände.

Unterdessen sich die Zigeunerin noch in schwülstigen Lob­reden erging, rief Ladislaw dem Fürſten zu: Bruder, wir haben soeben unsere neuen Gewehre erprobt! Erprobe auch deins; nachher mag uns die alte Here eine Kurzweil machen und wahrsagen!"

Der junge Fürst ging auf den Vorschlag ein. Sein Leibschüße brachte ein prächtiges Jagdgewehr; Poniatowsky spannte es und schaute nach einem geeigneten Schußziele aus. Da entflog eine Elster schreiend ihrem Neste und der Fürst rief:" Seht dort die Diebin der Nachtigallenbrut! Ihr

foll mein Schuß jetzt gelten! Kugel trifft den Kopf!" Topp, es gilt!" riefen die Jagdgenossen. Wir halten die Wette!"

Poniatowsky erhob das Gewehr, zielte, drückte ab, und mit zerschmettertem Kopfe sank die Elster nieder und fiel auf den Schüßen und benette sein Gewand mit ihrem Blute. Brav getroffen!" riefen die Zuschauer. Du hast die Wette gewonnen! Hier, nimm die zehn Dukaten!"

Der junge Fürst steckt das Geld ein, wie er sagte, in der Absicht, dasselbe an Arme zu verschenken, dann bringe es allen Jagdgenossen Segen.

Nun aber soll uns die Alte noch wahrsagen!" sprach Ladislaw. Hier, Alte, hier ist meine Hand! Sprich, was wird aus mir?"

Die Zigeunerin besah einige Zeit die Hand und ant­wortete dann: Der Abend sieht dich du nicht ihn!"

Danach ergriff sie die Hand des jungen Fürsten Ponia­towsky, betrachtete dieselbe lange und genau und sprach end­lich mit zitternder Stimme: Gott hat große Dinge mit dir vor. Che ein Jahrhundert in seinem vierten Teile vorüber eilt, wird die Welt sich anders gestalten. Ungeheures wird geschehen! Gott wird erhöhen und erniedrigen; er wird Throne stürzen und neue Throne aufrichten. Du wirst groß werden und gefeiert sein, aber der gewaltige Mann der Zeit wird dir nicht nach Verdienst lohnen, und doch wirst du, um ihn zu retten, fallen. Siehe dieſen Vogel, den du erlegt hast, ſein Name heißt Elſter. Fürſt, ich sage dir, an dem Tage, der über ein Jahrtausend entscheidet, wird eine Elster dein Grab ſein!"

Die Alte schwieg. Die ganze glänzende Jagdgesellschaft umſtand betroffen den jungen Fürsten. Doch nur einen Augenblick! Dann rief der übermütige Graf Ladislaw: Here, du biſt ein Unglücksrabe! Hebe dich weg von uns! Eine Elster des Fürsten Grab? Lächerlich!"

Die Zigeunerin verschwand im Gebüsch. Die Gesell­schaft aber war mißgestimmt, und selbst während des nun be­ginnenden Frühstücks wollte die frühere Rust nicht wieder­kehren.

Nach dem Frühstück begann die Jagd von neuem. Im lezten Treiben aber stürzte Graf Ladislaw mit seinem Rosse, und die letzten Strahlen der scheidenden Sonne beschienen seine Leiche. Die Zigeunerin behielt recht!

Dieser Ausgang machte einen gewaltigen Eindruck auf den jungen Fürſten. Er hob sofort die Jagd auf und alle 30gen stille heim, beunruhigt von dunklen Ahnungen.

Seit dieſem Vorgange sind 25 Jahre dahingezogen, in deren Tagen Europa ein Jahrtausend der Schicksale erlebte. Derselbe Oktobertag, der 19. dieses Monats, zog herauf und seine Sonne beleuchtete mit ihren matten Strahler das blutige Schlachtfeld bei Leipzig. Bonaparte und seine Mar­schälle kämpften in jenen Tagen um Sein oder Nichtsein. Die Verbündeten erſtürmten die Stadt. Poniatowsky deckte mit seinen Polen, Franzosen, Italienern und Rheinbün­dischen den Rückzug des fliehenden franzöſiſchen Heeres. Die Elsterbrücke, über die Napoleon selbst noch gekommen, war borzeitig gesprengt und dadurch der Polenheld mit ſeinen Scharen von dem rettenden jenseitigen Ufer abgeſchnitten worden. Mitten im Fluchtgetümmel, mit gezogenem Türken­säbel, den linken verwundeten Arm in der Binde und die blutende Stirn mit einem Tuche umbunden, erblickte man Joseph Poniatowsky, damals fünfzig Jahre alt; er will sich nicht in Gefangenschaft begeben, er will lieber sterben. In die Flut der Flucht hineingerissen, geriet er in den Richter­schen Garten und versuchte hier über einen die Pleiße- und Elster- Arme verbindenden Graben zu sezen; ſein Pferd ſprang zu kurz und blieb im Graben ſtecken. Der Fürst sprang ins Wasser und hilfreiche Kameraden zogen ihn ans Ufer. Er beſtieg ein anderes Pferd und gelangte auf demselben an der westlichen Seite des Richterschen Gartens an das rechte Ufer der Elster. Der Fürst gab dem Pferde die Sporen und zwang es in den Fluß, in der Hoffnung, denselben durchschwimmen zu können. Preußische Jäger erkannten in ihm einen General, ſie legten auf ihn an, und als ihn sein Noß noch einmal aus dem Wasser emporhob, empfing er eine Kugel in die Bruſt; er verſank mit ſeinem Pferd und fand in den Fluten der Elſter einen schnellen Tod.

Die Zigeunerin hatte wahr gesprochen; auch hier behielt ſie recht!

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