Ausgabe 
9.1.1904 Zweites Blatt
 
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erwarten wären, erst in Jahresfrist endgültig geworden wäre. Die Geschiedene und Foster waren jedoch ihrer Sache sicher und ließen sich nach ein paar Monaten trauen. Und wieder einige Monate später ging Foster nach Südafrika, um dort fein Glück zu versuchen. Er geriet indessen erst in die un­ruhige Zeit und dann in den Krieg hinein, fehrte im Jahre 1901 nach England zurück und fand, daß seine Frau als Haushälterin eines gewissen Barrett in Suffolk lebte. Als er sie dort aufsuchte, erfuhr er, daß seine ehelichen Verhält­nisse eine ganz andere Gestalt angenommen hatten. Der Pro­kurator des Ehescheidungshofes hatte gegen die Scheidung der Frau Redhead Einspruch erhoben, und die Folge weiterer Verhandlung war die Aufhebung des Urteils gewesen, so daß die spätere Trauung mit Foster nichtig und Foster Frau wiederum Frau Redhead wurde. Dann traf die Nach­richt vom Tode Redheads ein, und als Witwe heiratete nun die Frau jenen Barrett, dem sie schon seit längerer Zeit die Haushaltung führte. Doch ihre ehelichen Mißgeschicke waren noch nicht zu Ende. Es dauerte nicht lange, so stellte sich heraus, daß Redhead noch unter den Lebenden wandelte, daß auch ihre dritte Ehe null und nichtig war und daß sie nach wie vor Frau Redhead blieb. Mittlerweile aber hatte, wäh­rend Redhead verschollen war und tot geglaubt wurde, die Mutter der Frau seinen Vater geheiratet, und als er nun auf einmal wieder auf der Bildfläche erschien, machte er die verwirrende Entdeckung, daß sein Vater auch sein Schwieger­vater oder doch wenigstens sein Stiefschwiegervater, seine Schwiegermutter seine Stiefmutter geworden war und daß seine Frau gleichzeitig seine Stiefschwester geworden war und nebenbei zwei andere Männer geheiratet hatte, aber doch seine Frau geblieben war. Wie der Mann alle diese Dinge überlebt hat, ist dem gewöhnlichen Sterblichen schwer ver­ständlich. Es scheint aber, daß er sich darein gefunden hat, das Unabänderliche mit Würde zu tragen.

Viel weniger Gleichmut bewies Foster. Er scheint sich darüber, daß Frau Redhead nach dem angeblichen Tode ihres Mannes ihrem Dienstherrn Barrett gegen ihn selbst als Nachfolger den Vorzug gegeben hatte, so sehr aufgeregt zu haben, daß er Anzeige, wegen Doppelehe anhängig machte. Die Klage gründete sich auf die mit ihm selbst 1897 ein­gegangene Ehe, und Foster erschien selbst als Zeuge, er­fannte aber in seinen Aussagen an, daß die Angeklagte so­wohl wie er selbst bei der Trauung fest überzeugt gewesen seien, daß die Scheidung endgültig sei. Der Richter er­klärte, nach seiner Ansicht hätte die Anklage gar nicht er­hoben werden sollen. Es bleibe ihm aber nichts übrig, als die Sache vor das Schwurgericht zu verweisen. Die viel­geprüfte Frau Redhead wurde dann auf das Versprechen, sich rechtzeitig zur Verhandlung zu stellen, ohne fremde Bürgschaft vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Die Geschwo­renen werden dem Polizeirichter für die Ueberweisung dieser verwickelten Angelegenheit recht wenig dankbar sein.

Hus dem Gerichtsfaal.

§ Ein Riesensteuerprozeß hat vor dem Bezirksausschuß zu Oppeln mit der Verurteilung der beklagten Gemeinde Zabrze geendet. Mit der 12 000 Einwohner zählenden Induſtrie- und Kreisstadt Zabrze bilden die unmittelbar be­nachbarten Induſtriegemeinden Klein- Zabrze und Dorotheen­dorf eine Schulgemeinschaft. Es hatte sich nun herausge­stellt, daß diese beiden Gemeinden im Laufe der letzien dreißig Jahre an die Gemeinde Zabrze 200 000 Mark be­ziehungsweise 100 000 Mark fatholische Schulsteuern zu piel gezahlt hatten. Alle Vergleichsvorschläge wurden von Zabrze glatt abgewiesen, so daß es zum Prozesse fam, in dem jezt der Bezirksausschuß zu Oppeln das Urteil dahin gefällt hat, daß die obigen zu viel gezahlten Steuern an die Gemeinden Klein- Zabrze und Dorotheendorf zurück­gezahlt werden müssen. Außerdem hat Zabrze auch noch die zirka 85 000 Mart betragenden Prozeßkosten zu decken. Da sich diese Gemeinde ohnehin schon in recht mißlicher Lage befindet, so bedeutet dieser Prozeßausgang den Zusammen­bruch der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Diese Situa­tion tritt unter anderem dadurch zu Tage, daß zahleiche Be­sizer ihre Grundstücke zu Sportpreisen ausbieten, um dem Orte so schnell wie möglich den Rücken drehen zu können; auch der Gemeindevorsteher Römer hat bereits sein Ent­lassungsgesuch eingereicht.

§ Ein Gattenmörder zum Tode verurteilt. Der am 13. Oktober v. s. an der Frau des Futtermeisters Thienel in Roslit verübte Mord hat vor dem Görlitzer Schwurgericht eine Sühne gefunden. Angeflagt war der Ehemann, seine Frau vorsätzlich und mit Ueberlegung getötet zu haben. Da er ein Geständnis abgelegt hatte, und nur versuchte, die Anstiftung zum Morde einer Magd, mit der er ein Verhält­tis hatte, zuzuschieben, dauerte die Verhandlung nur wenige Stunden. Das Urteil lautete auf Todesstrafe. Die Magd vurde freigesprochen.

Vermischtes.

( Eine ehrwürdige Fenersprißel fonnte man fürzlich in bem märkischen Dorfe Groß- Schwarzlosen wacker beim Brand bes Anwesens des Häuslers Kloos an der Löscharbeit sehen. Die Sprite stammt aus dem Jahre 1756, funktioniert aber noch tadellos.

*[ Ein unerwarteter Fund ist kürzlich in Mount Lofth bei Adelaide( Australien) gemacht worden. Bei Aus­grabungen stieß man plöglich auf blauen Ton( Kaolin), wie man ihn bisher in Australien überhaupt noch nicht gefunden hatte. Die Brennversuche ergaben, daß dieser Ton die besten Staffordshire- Tonerden an Güte übertrifft. Der Fund ist insofern von Bedeutung, als Ton- und Porzellanwaren fünftig nicht mehr ausschließlich von auswärts bezogen zu werden brauchen. Der Wert der Einfuhr betrug im letzten Jahre rund 110 000 Mark, davon entfielen 56 000 Mart auf Amerika und 37 000 Mark auf Deutschland, das außer­dem bisher die Telegraphenisolatoren lieferte.

IDie Unglücksnummer.] Wie stark der Aberglaube in England noch ist, hat sich wieder einmal bei der jezt not­wendig gewordenen Registrierung und Numerierung der Automobile gezeigt. In der Provinz Shropshire sollte der Reihenfolge nach die Nummer 13" dem Fahrzeug einer Dame angefügt werden, und der betreffende Beamte ver­juchte das auch ganz ahnungslos. Die Nummer kam jedoch prompt zurück mit dem Bemerken, die Dame möchte gerne eine andere Nummer haben. Ihr Wunsch wurde erfüllt und Nummer 13 bald darauf an einen Herrn gegeben, dessen Ingenieur auch keinen Widerspruch erhob. Die Herrlichkeit dauerte jedoch nur zwei Tage, dann kam die Nummer auch zurück mit dem Bemerken, die Tochter des Herrn X. wünsche eine andere Nummer. Seitdem fehlt im Automobilregister bon Shropshire die Nummer 13.

[ Vom Gemeinen bis zum sächsischen Hauptmann hat es der Lazarettoberinspektor a. D. Karl Eichler gebracht. der zu Dresden im Alter von 75 Jahren verstarb. Er war der Sohn eines Webers aus Oberoderwitz und hatte sich im Friedensdienste und in den Kriegen der sechziger und sieb­ziger Jahre des vorigen Jahrhunderts derart ausgezeichnet, daß er aus dem Unteroffiziersstande zum Leutnant_avan­cierte. Später, als ihm die Leitung des Dresdener Garni­sonlazaretts übertragen wurde, verlich ihm König Albert, der dem tapferen und tüchtigen Manne sehr wohlgesinnt war, den Hauptmannsrang.

Der bunte Smoking. In England scheint die Herren­welt der einförmigen schwarzen Gesellschaftstracht müde ge­worden zu sein. Viele jungen Leute erscheinen jetzt in einem schwarzseidenen, blumenbesäeten Smoking in Gesellschaft. Diese Smokings sehen aus, als seien sie aus Damenkleider­röcken geschnitten, und wirklich sollen die schicksten Eremplare von getragenen Damenkleidern herrühren.

[ Begründetes Rauchverbot. Der Magistrat der russi­schen Stadt Kasan hat, wie die Revisionskommission fest­stellte, im vergangenen Jahr für 1500 Rbl. Zündhölzchen verbraucht! Eine hübsche Summe, wenn man bedenkt, daß man bei einem Engroseinkauf für 1500 Rbl. etwa 25 000 Pakete oder 250 000 Schachteln erhält, was bei 300 Arbeits­tagen mehr als 800 Schateln Zündhölzchen pro Tag aus­macht. Infolgedessen hat ein Stadtverordneter beantragt, das Rauchen im Stadtverordnetensaal, in der Kanzlei des Stadtamts und in den Korridoren zu verbieten. Wie viel Beamte mögen sich an jener Streichhölzchen- Lieferung" wohl die Hände gewaschen haben?!"

[ Strenge Justiz.] In China wird eine Braut an ihrem Hochzeitstage in einem dicht verschlossenen Tragsessel in die Wohnung ihres Bräutigams gebracht. Niemand darf sie auf dem Wege dahin sehen. Nun kam es unlängst in der Nähe von Tsingfiangpu am Kaiserkanal vor, daß ein solcher Trag= sessel mit seinem geheimnisvollen Inhalt an einer Zugbrücke über den Kanal warten mußte. Dies machten sich einige Vagabunden zu Nuße und versuchten, die dicken Vorhänge wegzuziehn, um die Braut zu sehen. Ihr Gefolge wollte das schlimme Vorhaben zwar verhindern, zog jedoch in dem nun entstehenden Kampfe den Kürzeren, so daß die Vagabunden ihren Zweck erreichten und das sehr erschrockene Mägdelein in Augenschein nahmen. Doch die Strafe folgte auf dem Fuße. Die Sache wurde angezeigt, und die Mandarinen waren rasch bei der Hand, einen solchen Frevel zu sühnen. Man fand die Uebeltäter bald, und kurze Zeit darauf rollten zwei Köpfe in den Sand des Hinrichtungsplates.

A[ Kleine Ursachen, große Wirkungen.] Eine eigen­tümliche Ursache hat, nach dem amtlichen Untersuchungs­ergebnis, die Entgleisung eines Zuges auf der Strecke Wittenberge- Stendal am 22. November v. Js. gehabt. Es ist ermittelt worden, daß ein starker, von dem orfanartigen Sturm abgerissener frischer fieferner Ast unter den Zug geschleudert ist und die Entgleisung veranlaßt hat. Ein ver­tretbares Verschulden eines Dritten liegt hiernach auch nach der Untersuchung der Staatsanwaltschaft nicht vor.

+[ Eine anregende" Gemeinderatssitung] fand in Weida ( Sachsen- Weimar) statt. Die Beratungen dehnten sich un­gewöhnlich in die Länge. Die Ursache dafür lag diesmal in der zeitraubenden Beratung der Haushaltspläne für 1904. Als nach mehr als zweistündiger Sizung die Etatsberatung noch nicht zu Ende war und noch einige Stunden Arbeit in Aussicht standen, ließ der Vorsißende Bratwürste und Bier aus dem Ratskeller holen, um den Herren frischen Mut für die fernere Sigung zu machen. Die Verhandlungen wurden unterbrochen und der Imbiß am grünen Tisch eingenommen.

[ Der reichste Mann Berlins] besitzt nach den Ausweisen der Steuerbehörde ein Vermögen von 35 Millionen Mark. Gegen die Riesenvermögen amerikanischer Dollarfürsten, die nach Hunderten und Tausenden von Millionen zählen, ist der reichste Berliner zwar noch ein armer Schlucker, immer­hin aber läßt es sich mit den Zinsen von 35 Millionen schon wirtschaften. Es folgten dann zwei Personen, die mit 32 Millionen eingeschätzt waren, und 8 Personen, die ein Ver­mögen von 20 bis 27 Millionen besaßen. Im ganzen wurden in dem vergangenen Jahre genau 1300 Millionäre gezählt, von denen 39 ein Vermögen von mehr als 10 Millionen ihr eigen nannten. Das höchste Einkommen, zu dem ein Berliner sich im Vorjahre aufschwang, betrug 2 960 000 Mart, es unterlag der artigen Staatsstener von 118 400 Mark. Das nächsthöchste besteuerte Einkommen betrug 2 620 000 Mart, und außerdem gab es noch 12, die den Be­trag von einer Million überschritten.

[ Der Nachlaß der Prinzessin Mathilde Bonaparte] beträgt nach sachverständigen Schäßungen 2 Millionen Francs, ohne die Kunstwerke und die wertvollen Kleinodien, als deren kostbarstes Stück das Perlenhalsband gilt, das Napoleon I. der Mutter der Prinzessin, der Prinzessin Matharine von Württemberg, zum Geschenk machte. Die Mente, welche die Prinzessin von der Familie Demidow bezeg, erlischt nun. Zum Universalerben hat sie ihren Messen, den russischen General Prinzen Louis Bonaparte, eingesetzt. Dieser wird am 13. Januar zum Begräbnis in Paris eintreffen. Die Beischung wird im Sommerschlosse der Verstorbenen, in Saint Gratien, stattfinden. Ihr letter Wunsch war der, mit einem Bildnis Napoleons I., einer Steje, einer Neffe und ihrem Kruzifir beigesetzt zu werden; im übrigen wünschte sie eine möglichst einfache Bestattungs­feiez.

[ Miß Isadora Duncans Sängerchor. Die berühmte amerikanische Tänzerin Isadora Duncan, deren Haupt­leistung in ihren flash geformten Füßen besteht, hat sich in den Kopf gesetzt, ie althellenische Gewandung in Mode zu bringen. Natürlich aus dem Grunde, weil sie in San­dalen ihre schönen nackten Füßchen dann auch auf der Straße bewundern lassen kann. Sie hat sich jetzt längere Zeit in Athen im Tragen des altgriechischen Frauengewandes, des Peplos, und der Sandalen geübt. Jetzt will sie Deutschland mit der neuen Tracht beglücken. Sie gedenkt an der Spitze eines aus athenischen Jünglingen und Knaben gebildeten Sängerchors, der gleichfalls auf Sandalen einherschreitet, eine Kunstreise durch unsere Hauptstädte zu machen.

[ Der Spazierstock der Damen.] Das neue Jahr wird, wie es den Anschein hat, eine neue Mode allgemeiner auf­bringen, zu der bisher nur die Anfäße vorhanden sind. Der Gebrauch eleganter Spazierstöcke bei Damen ist in Amerika bereits fashionable" geworden, aber er hat in Europa noch nicht rechten Fuß gefaßt. Schon hört man davon, daß Lon­doner Brautjungfern Sträuße mit langen fliegenden sei­denen Bändern an die hübschen, altmodischen Krücken" binden, also Schäferinnen à la Watteau. Wenn schon nur

nicht der Thyrsusstab daraus wird. Es gibt drei Arten Stöcke, die von den Damen gebraucht werden können. Am modernsten ist der kurze, etwas über zwei Fuß lange Stock, der Renommierſtock" genannt wird. Die zweite Art hat die gewöhnliche, von Männern gebrauchte Länge, ist aber sehr zierlich. Die dritte Art ist der Spazierstock der vor­nehmen Damen des achtzehnten und zu Beginn des neun­zehnten Jahrhunderts. Dieser lange Stock reicht fast bis zur Schulter, und manchmal wird um die silberne Spitze ein farbiges Band geknüpft. In Amerika nimmt man neuerdings Stöcke, die ganz mit Schweinsleder bedeckt sind. Sie fosten 35 bis 60 Mark. Auch 33 30" lange Stöcke aus Bambusrohr sind letzthin viel verkauft worden, darunter solche, die in der Krücke einen kleinen Spiegel, eine Börse oder ein Monokle haben. [ Buchstäblich befolgt. Unter dem Titel: Das resolute Maschinenfräulein" veröffentlicht der amerikanische Humorist Mark Twain folgendes niedliche Idyll zwischen dem wüten­den Chef und dem Maschinenfräulein". Der Chef hat die Dame ,, angeschnauzt", weil Marfen, die dort nichts zu suchen hätten, auf seinem Schreibtisch liegen. Tun Sie sie weg!" schreit er sie an. ,, Wo soll ich sie hintun?" fragte sie und stand auf. Irgend wohin, wohin Sie wollen. Nur mir aus den Augen, wo ich sie gar nie mehr sehen fann."" Und das Maschinenfräulein nickte, nahm die Briefmarken, befeuchtete sie ruhig, flebte sie dem Chef auf seine Glaze und saate: ch bitte um meine Ent­lassung!"

[ Eine Kraftleistung. Präsident Roosevelt hat wieder eine arge Prüfung hinter sich. Wie aus Walhington gemeldet wird, hat er bei dem großen Empfange zu Neujahr, der 3 Stunden und 11 Minuten dauerte, nicht weniger als 6711 Personen die Hand gedrückt. Dabei bewies er wieder seine körperliche Leistungsfähigkeit. Er zeigte keine Zeichen der Ermüdung, als die harte Probe vorüber war.

Das Neuefte aus den Witzblättern. Gemütlich. Chef( zum Kassierer): Wie kann man nur so vergeßlich sein, Maier, Sie werden noch mal nach Amerika durchbrennen und vergessen, die Kaße mitzunehmen!

Ein glücklicher Gatte. In der zwanzigjährigen Ghe mit meiner Frau habe ich nur einen Kummer gekannt. -Und der war?- Daß ich sie geheiratet habe.

Passende Verwendung. Sagen Sie, eristiert in dem alten Schlosse noch der Hungerturm, den man seinerzeit zeigte? Freilich, aus dem hat man jetzt ein Restaurant gemacht.

Nicht zu leugnen. Gast: Aber, Herr Wirt, es ist doch ein Skandal, Ihre Beefsteaks kosten 1 Mark 50 Pfennig und sind klein, drüben, beim Sonnenwirt bekomme ich ein größeres für 1 Mark. Wirt( nach einigem Nachdenken): Das mag sein dann verdient er aber auch nicht so viel daran!

Taschendieb Monolog. Bei den Damen ist kein Geschäft zu machen die finden ja ihre Kleidertaschen selbst nicht! ( Lach. Jahrh.)

Ein Opfer feines Berufs. Herr: Können Sie mir dieses Haarwuchsmittel mit gutem Gewissen em­pfehlen?" Kommis: Gewiß, mein Herr! Ich verwende

selbst schon seit mehreren Jahren!" Herr: Sie haben abei doch eine Glake?" Kommis: a, das kommt da­von, weil ich mir die nachgewachsenen Haare von Zeit zu Zeit immer wieder entferne, denn ich muß auch für unsere Enthaarungstinktur Reklame machen."

Geeignete Lektüre. Heiratsvermittler( der eben beschäftigt ist, zu dem eintretenden Kunden): Bitte sich einen Augenblick zu gedulden; hier haben Sie inzwischen die Zinsberechnungstabelle!"

ein

Unterschied. Bitte, zeigen Sie mir einen besseren Brillantring." Sehr gern! Soll es ein echter garantiert echter oder ein wirklicher Stein sein?" Boshaft. Dichter: Schen Sie, dieses kleine Notiz­büchlein habe ich schon fünfzehn Jahre." Dame: Da schreiben Sie gewiß immer Ihre Ideen hinein?"

Ein Drüdeberger. Hausfrau: Sie können sich ein Mittagessen verdienen, wenn Sie mir diesen Teppich lopfen!" Bettler( prüfend): Na, so nötig hat der' s aber eigentlich noch nicht, Madame!" ( Megg. Bl.)

Kunft und Wissenschaft.

LO. Wohlfeile Theatervorstellungen. In dem Bestreben, das Theater zu einem Bildungsmittel des Volkes zu machen, haben die Berner Behörden beschlossen, daß alle Pläße im Theater zu dem gleichmäßigen Preise von 50 Centimes an zwei Tagen der Woche verkauft werden sollen. Unter der Aufsicht des Direktors werden die Billets in Umschläge ge­steckt und in dieser Form dem Publikum verkauft. Der Plan hat sich als sehr erfolgreich erwiesen, besonders bei den arbeitenden Klassen. Damit nicht Billethändler die Billets erwerben können, führt man den Grundsatz durch, je einer Person nur ein Billet zu geben, und der Theaterbesucher weiß erst, wenn er ins Theater kommt, welchen Platz er erhält. Geistige Getränke werden nicht verkauft und Frei­billete nicht ausgegeben. Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen; aber ein Reservefonds und freiwillige Beiträge genügen, den Fehlbetrag zu decken. Ein Freund dieser Be­strebungen hat dem Theater vor einigen Tagen 20 000 Fres. hierfür erwiesen.

RO Neubildung von Steinkohle. Eine merkwürdige Beobachtung wurde in der letzten Sigung der Geographischen Gesellschaft in Manscheſter mitgeteilt. Es handelt sich um einer Zeit von zwei oder drei Jahren. Aus einer Kohlen­eine Umwandlung von Kohlenstaub in feste Kohle während grube hatte man vor einigen Jahren Wasser in die Höhe ge­wunden und in einen hölzernen Trog gegossen, der im Boden ein Loch hatte, so daß sich das Wasser in die Erde verlor. Es stellte sich nun heraus, daß sich im Lauf der genannten Zeit an den senkrechten Seiten des Treges ein winziges Kohlen­flöß aus harter kristallisierter Kohle entwickelt hatte, das in seiner Beschaffenheit ganz einer natürlichen Bildung glich. Diese kleine Beobachtung gibt insofern zu denken, als man für die Bildung eines Kohlenflötes bisher einen Zeitraum von Millionen Jahren unter gleichzeitiger Wirkung von Hiße und Druck für notwendig angenommen hat. Vielleicht ist hier ein Weg gezeigt, um durch Versuche zu einer besseren Aufklärung der Entstehung von Kohlenlagern zu gelangen. als man sie bisher hat geben können.

aucten und bon atei flinten

fleinen Sänden aus Schläfen und

Stirn zurückgeworfen wurden, während die weichen, warmen Glieder sich aus des glücklichen Zufallsjägers Armen lösten;.

auch das war nur ein

aber dennoch unícabar limblidt, schon weniger wonnenell

Glauben Sie nicht auch, gleich allen Herren,

tig das flingtchen hätten jamt und sonders nur eine einzige

Geistesrichtung, wir jungen

merden der ſich als intereſſante Ausnahme Auf die Gefahr hin, von Ihnen für einen vollkommenen das Amusement?"

Die Hochzeit.

Humoristische Skizze von Katharina 3ittelmann.

( Nachdruck verboten.)

Minister, frug einen langen wohlgepflegten Bart und viele

Auch die

en Serren waren re­Persönlichkeiten, formvoll und gemeffen, während feidenen Schleppen; die Berrierrauschten Damen wie bewimpelte Fregatten Orden in Knopfloch. präsentative

Die