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In den Händen der Polizei. Ich fragte nach seinem Namen,

und sie sagte, daß niemand anders als Michael Creenan es sei. " Das, worauf ich mich weiter erinnern kann", sette das Fräulein ihre Erzählung fort, ist, daß ich angekleidet auf bem Bette lag, als ich aus einer Ohnmacht erwachte. An der einen Seite stand die treue Bridget und auf der anderen Doktor Mulligan. Im ersten Augenblick war ich noch zu verwirrt, als daß ich hätte verstehen können, was vorgefallen war, dann aber durchzuckte es mich wie ein Blitz, und ich brach in heftige Tränen aus. Der Arzt entfernte sich nun, während Bridget mich zu beruhigen suchte. Meine erste Frage war nach Michael. Der ist gut aufgehoben, Herzchen, antwortete Brid­get; sie haben ihn eingesperrt, und erst, wenn sie ihn zum Galgen führen, werden sie ihn wieder herauslassen. Straf' ihn Gott! Ich sprang auf und warf meinen Mantel um. Wo gehst du hin? fragte die erstaunte Bridget. Ich gehe aufs Amt, um mit Michael zu sprechen, antwortete ich ihr. Er hat meinen Vater nicht ermordet, das weiß ich genau! Ich we­nigstens glaube das nicht eher, als bis ich es aus seinem eigenen Munde gehört habe.

Bridgets Einwendungen achtete ich nicht, stürzte zum Hause hinaus und lief zum Amtsbureau, wo ich erfuhr, daß. das, was man mir erzählt hatte, leider nur zu wahr war. Das Gewehr, das man am Tatorte neben meines Vaters Leiche gefunden hatte, hatte auf die Spur des Mörders geführt und Micheals Verhaftung veranlaßt. Auch der Auftritt, den er mit meinem Vater hatte, war beobachtet und berichtet worden und zeugte gegen ihn. Ja, man sprach sogar von einem zweiten Zusammentreffen Michaels und meines Vaters zu Kilsyth; noch andere wollten wissen, daß auch Anton Creenan in die Tat seines Bruders eingeweiht gewesen sei, denn als man ihm den Tod meines Vaters erzählt habe, sei er kreide­weiß und fast ohnmächtig geworden und habe sich abgewendet.

Ich bat den Amtsdiener, mich mit dem Verhafteten sprechen zu lassen, und nach langem Sträuben gab er meinen Bitten nach und führte mich in seine Zelle. Ich fand Michael sehr schlecht aussehend. Auch er berichtete, daß er meinen Vater auf dem Jahrmarkte getroffen und gesprochen habe, aber nach seinem Weggehen von Kilsyth habe er ihn nicht wieder gesehen. Michael war, von seinem Hunde begleitet, über die Berge nach Hause gegangen und war vor wenigen Stunden daheim angelangt, als die Kunde von meines Vaters Ermordung zu ihm drang. Bald darauf erschien auch schon die Polizei, die ihn unter der Beschuldigung, er sei der Mörder, festnahm. Ich fragte ihn, was es mit seinem Ge­wehr für eine Bewandtnis hätte, und er bestätigte, daß das bei der Leiche gefundene ihm gehöre, und es sei ihm gänzlich unerklärlich, wie es dahin habe kommen können. Zu seinem Unglücke sei er noch auf dem Rückwege von Kilsyth über den einsamsten Teil des Gebirges gegangen, so daß er unterwegs niemanden habe treffen können. Es spricht freilich alles gegen mich, aber sie sind doch auf falscher Fährte. Ich habe deinem Vater nichts zu Leide getan, das schwöre ich dir bei Gott!"

Ich fühlte und wußte, daß er die Wahrheit sprach, und das sagte ich ihm auch. Ich las seine Unschuld in seinen Augen, aber was nützte mir der Glaube an seine Unschuld, wenn ich sie nicht beweiſen kann? Da erinnerte ich mich plötzlich daran, was die Leute von seinem Bruder erzählt hatten, und vom Amtslokal begab ich mich nach der Wohnung des Geistlichen. Er war nicht zu Hause; wie mir die Witwe sagte, war er die ganze Nacht fortgewesen und erst kurz vor der Verhaftung seines Bruders zurückgekehrt. Als die Polizei Michael dann fortgeführt habe, sei er nach dem Hause gestürzt und seit der Zeit nicht mehr wiedergekommen. Ich verwunderte mich dar über, beeilte mich, nach Hause zu kommen und schlich mich in das Zimmer, worin meines Vaters Leiche lag, und be­trachtete lange seine teueren Züge.

Die ganzen folgenden Tage verbrachte ich mehr tot als lebendig in meinem Zimmer und verließ es erst, um dem Leueren das lezie Geleit zu geben. Es war entsetzliches Wetter, ein falter Wind wehte und ein feiner Regen strömte herab, aber sämtliche Bewohner der Grafschaft schienen sich um meines Vaters Grab versammelt zu haben."

Pater Johannes, unser Ortspfarrer, verrichtete die geistlichen Funktionen, und sein Kaplan stand ihm zur Seite", sprach Fräulein Craig weiter. Als ich Pater Antonius ins Gesicht sah, erschrak ich sehr, denn wie hatte er sich verändert! Seine Wangen waren eingefallen, und in seinen Augen lag ein Blick wie von Verzweiflung. Als ich ihn so sah, mußte ich mich fragen, ob die Leute, die da wissen wollten, daß er von seines Bruders Tat Kenntnis habe, nicht doch recht hätten. Aber in demselben Augenblick verwarf ich diesen Gedanken

schon wieder.

Ich glaubte an

Michaels

Unschuld

schon damals

so fest wie heute. Das war die Geschichte, die mir Fräulein Craig erzählte. Ms sie geendet, sah sie mich gespannt an, als wollte sie meine Meinung hören.

" Sie haben einen festen Glauben, gnädiges Fräulein", sagte ich, und ich hoffe, er wird auch gerechtfertigt werden. Sie zweifeln also nicht im mindesten daran, daß die Polizei einen Unschuldigen verhaftet hat?"

,, Nicht im mindesten, denn ich weiß es", antwortete sie, und wenn Sie ihn kennten, würden auch Sie davon über­zeugt sein."

Sie wurden natürlich vorgeladen, um über die Be­gegnung, bei der er von Ihrem Herrn Vater geschlagen wurde und er diesen bedrohte, Zeugnis abzulegen?"

Jawohl, Herr Doktor", bestätigte sie. Als Michael vor dem Gericht in Kilsyth verhört wurde, mußten Pater Antonius und ich Zeugnis ablegen. Ach, lieber Herr, das war das Schrecklichste von allem, was ich durchzumachen hatte: die Wahrheit sagen zu müssen und dabei zu wissen, daß die eigene Aussage mit zu seiner Verurteilung führen muß!" Und der Geistliche, sein Bruder, was sollte der aus­sagen?"

Er konnte nur ebenso wie ich beteuern, daß seiner Ueber­zeugung nach Michael unschuldig sei. Erreicht aber haben wir nichts. Michael wird unter der Anklage, meinen Vater ermordet zu haben, vor das Schwurgericht gestellt werden."

Die Türe öffnete sich und Bridget trat mit den Lampen ein. Sie zog die Gardinen vor, wodurch es im Zimmer trau­licher wurde, und ließ uns dann wieder allein.

Ein paar Minuten lang sprach keines von uns ein Wort, bis ich sie fragte, ob sie mir noch etwas zu erzählen hätte.

Nichts mehr. Sie wissen ja, daß Michael im Gefängnis ist. In einer der nächsten Wochen soll vor den Geschworenen die Verhandlung stattfinden, und wenn bis dahin der wirk­liche Mörder nicht gefunden sein sollte, dann..."

Aber, wenn Ihre Ahnung richtig ist", unterbrach ich sie, dann kann er ja noch entdeckt werden."

Jawohl, er kann noch entdeckt werden!" rief sie leiden­schaftlich aus und ergriff meine beiden Hände.

Nun, gnädiges Fräulein, wenn ich Ihnen helfen kann und darf, dann zählen Sie auf mich. Inzwischen lassen Sie den Mut nicht sinken und vertrauen Sie auf Gott."

,, Ach, wenn Sie nur wüßten, wie sehr Ihre Anwesenheit meinen Mut kräftigt und meine Zuversicht stählt. Bevor Sie kamen, fühlte ich mich so hilflos und verlassen, daß ich in meiner Verzweiflung ausrief: Es gibt keinen Gott, denn sonst könnten derartige Dinge nicht vorkommen. Dann kamen Sie, und ich schöpfte neuen Mut, und meine Hoffnung belebte sich. Aber auch Sie, Herr Doktor, sagten, daß Sie mir eine Ge­schichte zu erzählen hätten. Darf ich Sie darum bitten? Wo hatten Sie mich schon vorher gesehen, da Sie mich doch er­kannten, als wir uns im Eisenbahnwagen trafen?"

Ich glaubte, ich hätte sie schon vorher einmal gesehen. Das ist alles."

Ich verstehe mich nicht auf die Kunst, sich zu verstellen. Sie merkte mir an, daß ich ihr etwas verhehlte, und drang so sehr in mich, daß ich schließlich nachgab und ihr meinen merkwürdigen Traum erzählte. Als ich meine Erzählung be­endigt hatte, griff sie einen Punkt heraus, auf den ich, selt­sam genug, bisher gar nicht geachtet hatte.

Wie sah der Mann aus? Können Sie ihn beschreiben?" Leider nicht, glaube ich. Ich habe sein Gesicht nicht so deutlich wie das der Frau gesehen. Und vergessen Sie auch nicht, ich habe ihn nur einmal gesehen, während ich die Frau öfters gesehen oder wenigstens gesehen zu haben glaube." Wenn er aber in Fleisch und Blut vor ihnen stände, wür­den Sie ihn dann wohl erkennen?"

Unmöglich, dern daß ich Sie kannte, war ja auch nur eine Einbildung.".

Dein, es war keine Einbildung!" rief sie heftig aus, und wiederum hatten ihre Augen jenen wilden, leidenschaft­lichen Glanz. Ich bin überzeugt, Sie haben mich und auch ihn tatsächlich gesehen. Wie hätten Sie denn sonst hierher fommen können? Der Mann, der Ihnen im Traum erschie­nen, war der Mörder meines Vaters. Er hat ihn getötet und will auch mich in den Tod ziehen."

Ich fürchte, ihr Aberglaube war ansteckend. Wenigstens wurde ich von ihrer Rede sonderbar ergriffen, und der Ge­danke, daß ich ein Werkzeug in der rächenden Hand der Vor­sehung sein fönnte, wurde mächtig in mir. ( Fortsetzung folgt.)]

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Die Bäume beugen sich, wenn Früchte wachsen; Die Wolken hangen, wenn sie frisches Wasser Enthalten, tief herab; die guten Menschen Beweisen auch im Glücke sich nicht stolz.

Ist der Bach noch seicht und breit, Hört man wohl sein Rauschen weit, Hat er aber Wasser viel, Wird er ruhig, ernst und still.

Die Tochter des Drachenkönigs. Legende aus dem Japanisch e n.

( Nachdruck verboten.)

Por 1416 Jahren verließ der Fischerknabe Urishima Taro in seinem Boote das Ufer von Suminoje. Es waren Sommertage damals wie heute, traumhaft duftig, zart blau, mit nur vereinzelten leichten, weißen, über dem Meeres­spiegel schwebenden Wolken, und die Winde waren lässig.

Auch der Knabe war lässig und ließ beim Fischen das Boot gleiten. Es war ein wunderliches Boot, unbemalt und steuerlos, von einer Form, die du wohl nie gesehen hast. Aber nach vierzehnhundert Jahren kann man jezt noch solche Boote in den Fischerdörfern des japanischen Meeres er­blicken. Nach langem Warten fing Ürishima etwas und zog es herauf. Aber er sah, daß es nur eine Schildkröte war. Nun ist aber eine Schildkröte dem Drachen- Gott des Meeres geweiht und die Dauer ihrer natürlichen Lebenszeit beträgt tausend, manche behaupten zehntausend Jahre, so daß sie zu töten eine große Sünde ist. Der Knabe machte sie also sachte von der Angel los und ließ sie mit einem Gebet zu den Göttern frei.

Aber nun fing er nichts mehr. Der Tag war sehr heiß, und Meer und Luft und alles ringsum war sehr, sehr still. Und große Schläfrigkeit befiel den Knaben, und er ent­schlummerte in dem gleitenden Kahn.

Und aus den träumenden Fluten tauchte ein schönes Mädchen empor, ganz so, wie es in dem Buche von Professor Chamberlain zu sehen ist, in Gewändern von Karminrot und Blau. Lange, schwarze Haare fluteten über den Rücken bis hinab zu den Füßen, wie es vor vierzehnhundert Jahren die Mode für eine Fürstentochter heischte.

Ueber das Wasser gleitend, näherte sie sich sacht wie ein Lufthauch, neigte sich über den Knaben in den Kahn, erweckte ihn mit einer leisen Berührung und sagte:

Wundere dich nicht! Mein Vater, der Drachenkönig, hat mich zu dir entsandt, um deines gütigen Herzens willen, denn heute hast du einer Schildkröte das Leben geschenkt. Und nun wollen wir uns in den Palast meines Vaters be­geben, auf die Insel, wo der Sommer nie vergeht, und ich werde deine Blumenfrau sein, wenn du es willst, und wir werden glücklich sein, für immerdar!"

Und Urishima wunderte sich immer mehr und mehr, als er auf sie blickte, denn sie war schöner, als irgend ein Menschenkind, das er jemals gesehen, und er konnte nicht anders, er mußte sie lieben.

So ergriff er ein Ruder und sie das andere, und sie ruderten miteinander fort, ganz so, wie man jetzt noch, weit braußen auf der westlichen Küste, Mann und Frau zusammen rudern sehen kann, wenn die Fischerboote in das Abendrot gleiten.

Sie ruderten fort, leicht und hurtig über das regungslose Wasser, hinab in den Süden, bis sie zu der Insel kamen, wo der Sommer nie vergeht, und zu dem Palaste des Drachen­fönigs des Meeres.

Hier weicht plötzlich der Text beim Lesen zurück, und blaues Wolfengefräusel flutet über die Seite darüber. An einem magischen Horizont ragen Giebeldächer durch immer­grünes Laubwerk. Die Dächer des Palastes des Meer­gottes, gleich dem Palaste des Mikado- Yuriako vor vier­zehnhundertundsechzehn Jahren.

Dort famen zu ihrer Begrüßung wunderliche Diener in Festgewändern herbei, die Urishima als Eidam des Drachenfönigs huldigten. So wurde des Drachenkönigs Tochter die Braut von Urishima, und es war eine Hochzeit von wundersamer Bracht, und in dem Drachenpalaste herrschte eitel Freude und Jubel.

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Und jeder kommende Tag brachte Urishima neue Wunder und Freuden Wunder der tiefsten Tiefe von den Dienern des Drachenkönigs an den Tag gebracht. Freuden jenes Zauberreichs, wo der Sommer nie vergeht. Und so ver­strichen drei Jahre.

Aber trotz alledem wurde dem Fischerknaben das Herz recht schwer, wenn er an seine Eltern dachte, die daheim ein. sam und allein auf ihn warteten. Und endlich litt es ihn nicht länger, und er bat seine Braut, ihn für eine kleine Weile fortzulassen, eben nur für so lange, um Vater und Mutter ein Wort zu sagen, dann wolle er wieder zu ihr zurückkehren.

Bei diesen Worten brach sie in Tränen aus; lange weinte sie lautlos vor sich hin, und dann sagte sie:" Da du gehen willst, muß ich dich wohl ziehen lassen; ich fürchte dein Gehen sehr, und mir ist, als würden wir uns nie wieder. sehen. Aber ich will dir ein kleines Kästchen auf den Weg geben; es soll dir helfen, zu mir zurückzukommen, wenn du das tust, was ich dir sage. Deffne es nie unter keiner Bedingung was immer geschehen möge, öffne es nie, denn öffneſt du es dennoch, so findest du den Weg zu mir nun und nimmer zurück, und wir werden uns nie mehr sehen!"

Dann gab sie ihm ein kleines, lackiertes, mit einer Seiden­schnur gebundenes Kästchen. Und dieses Kästchen kann man bis zum heutigen Tag in dem Tempel von Kamagava am Meeresufer sehen, und der Priester dort verwahrt auch Urishimas Fischergerät und einige seltsame Geschmeide, die dieser aus dem Reiche des Drachenfönigs mitgebracht hatte.

Aber Urishima tröstete seine Braut, versprach ihr, nie, nie das Kästchen zu öffnen, ja nicht einmal die seidene Schnur zu lockern. Dann glitt er durch das Sommerlicht über das ewig schlummernde Meer, und das Eiland, wo der Sommer nie vergeht, versank hinter ihm wie ein Traum.

Und wieder stiegen die blauen Verge Japans vor ihm auf, in der weißen Glut des nördlichen Horizonts noch schärfer hervortretend, und wieder glitt er in die Heimatliche Bucht und stand endlich auf dem vertrauten Strand... Aber indem er um sich blickte, überfam ihn großes Staunen, unheimlicher Zweifel, denn das Dorf war dasselbe und doch nicht dasselbe; seiner Väter Hütte war verschwunden, woht war da ein Dorf, aber die Form der Häuser war ihm ganz fremd, fremd waren ihm auch die Felder und die Bäume, ia sogar die Gesichter der Menschen. Fast alle bekannten Merfzeichen waren verschwunden. Der Shinto- Tempel schien auf einem anderen Platz aufgerichtet, die Wälder waren von den nahen Hängen verschwunden, nur die Stimme des kleinen Bachs, der das Dertchen durchfloß, und die Gestalt der Berge schienen die alten, alles sonst war fremd und un­vertraut. Vergebens suchte er nach dem Häuschen seiner Väter, die Fischer ſtarrten ihn verwundert an, und er konnte sich nicht entsinnen, diese Gesichter jemals früher gesehen zu haben.

Ein gebrechlicher, auf einen Stock gestützter Mann kam heran; den fragte Urishima nach dem Wege zu dem Hause der Urishima- Familie. Aber der Alte sah ihn groß an, ließ ihn die Frage mehrmals wiederholen und rief endlich:

Urishima Taro! Ja, woher kommst du denn, daß diese Geschichte dir unbekannt geblieben ist? Sind es doch mehr als vierzehnhundert Jahre, daß er ertrunken ist! Seinem Andenken ist auf diesem Friedhof ein Denkstein gesetzt, die Gräber aller seiner Angehörigen sind auf diesem Friedhof, dem alten Friedhof, der nicht mehr benützt wird. Urishima Taro! Wie kannst du nur so töricht sein, zu fragen, wo sein Haus ist?"

Und der Alte humpelte weiter, über die Einfalt des Fragers lachend. Urishima aber begab sich zum Dorffried. hof, dem alten, außer Gebrauch gesetzten Friedhof, und siehe, da war sein eigenes Grab und seines Vaters und seiner Mutter Grabsteine und die seiner Verwandten, und die Grabsteine vieler anderer, die er gekannt hatte. So alt waren sie und so von Moos überwuchert, daß es ihm sehr schwer fiel, die Namen darauf zu entziffern.

Nun erkannte er, daß er das Opfer irgend eines Blend. werks sein müsse, schlug wieder den Weg zum Strande ein, immer das Kästchen, die Gabe der Tochter des Meerkönigs in seiner Hand haltend. Aber was war dieses Blendwerk? Und was konnte dieses Kästchen enthalten? Oder konnte nicht das, was in dem Kästchen war, die Ursache dieses Blend. werks sein? Der Zweifel siegte über den Glauben, achtlos brach er das Gelübde, das er der Geliebten gegeben hatte; er lockerte die seidene Schnur und öffnete das Kästchen! All. sogleich, lautlos entschwebte diesem ein weißer, falter,