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Bießen.

geisterhafter Rauch, der sich in die Luft erhob wie eine Sommerwolfe und über das schweigende Wasser zu segeln begann sonst enthielt das Kästchen nichts.

Da wußte der Fischerknabe, daß er selber sein Glück zer­stört hatte, und daß er niemals zu seiner Auserkorenen, der Tochter des Drachenkönigs, zurückkehren könnte. In seiner Verzweiflung schrie er laut auf und weinte bitterlich.... Aber nur einen Augenblick, im nächsten war er selbst ganz verwandelt. Ein eisiger Schauer durchfuhr seinen ganzen Körper, seine Zähne fielen aus, sein Gesicht schrumpfte zu­sammen, seine Haare wurden weiß wie Schnee, seine Lebens­kraft versiegte, leblos sank er auf den Sand, von der Wucht vo vierzehnhundert Wintern hingestreckt.

Ein Hundeleben".

In meiner Kindheit, als wir noch auf dem Lande wohn­ten, war meine Gespielin unsere langhaarige Hündin, welche auf den Namen Phylar hörte. Kinder und Hunde gehören zusammen, jedoch ist dieses Verhältnis im allgemeinen an­genehmer für die Kinder, als für Hunde, welche zuweilen unter solcher Freundschaft erheblich leiden und in ihrer per­sönlichen Behaglichkeit schwer gestört werden. Alte erfahrene Hundegemüter pflegen deshalb auch einen gesitteten Umgang mit erwachsenen Leuten jeglichem Verkehr mit der Jugend vorzuziehen, wie Purzel und Brempel, die in einem kinder­losen Hause aufgewachsenen Hunde meines Onkels, welche jegliche Annäherung von unserer Seite mit troziger Gleich­gültigkeit zurückwiesen Unser guter Phylar war daran jedoch gewöhnt und seine Langmut war unendlich. Er muß wohl von keiner besonderen Rasse gewesen sein, denn ich er­innere mich nicht, daß jemals einer aus der Nachbarschaft den Wunsch augesprochen hätte, man möchte ihm einen von den Jungen, welche das gute Tier regelmäßig und zahlreich zur Welt brachte, liegen lassen". Diese wurden hingegen von unserem Knechte Johann regelmäßig beseitigt und zwar da­durch, wie ich einmal Gelegenheit hatte, zu sehen, daß er den ganzen Wurf lebendig begrub. Ich weiß mich noch deutlich zu erinnern, daß ich diesem Vorgang weder mit Schauer noch mit Mitleid, sondern nur mit jenem intensiven Interesse zu­schaute, welches Kinder allen Handlungen erwachsener Leute entgegenbringen. Einmal nur, als Phylar schon alterte, ward ein Sohn von ihm, welcher den Namen Hektor erhielt, am Leben gelaſſen. Dieser war ein schwarzes wolliges Hünd­chen, deſſen Umgang mich mit Entzücken erfüllte und dessen frühes und tragisches Ende mir viele Tränen kostete. Ein­mal nämlich, als er mit unserem Knechte über Land ging, ward er von einem der Tollwut höchst verdächtigen land­streicherischen Hunde ins Bein gebissen und infolgedessen dem Jäger übergeben, welcher ihn an einen Baum band und So war es auch diesmal dem armen Phylar nicht totschoß. vergönnt gewesen, mit Freude und Stolz auf seine Nachkom­menschaft zu blicken und einmal Enkel auf seinen Knien zu ſchaufeln, wenn man dies von einem Hunde sagen darf. Er war ein gutes, treues und anhängliches Tier, und in den vier Wochen jedes Sommers, da wir verreist waren, härmte er sich stets sehr ab und ward aus Gram ganz mager und ruppig. Er saß dann gern auf dem Hügel am Kirchhof, wo er eine Ausschau auf die Straße hatte, die wir kommen muß­ten, und heulte von Zeit zu Zeit ganz erbärmlich. Den Wagen, welcher uns zurückbrachte, witterte er schon von ferne und weit vor dem Dorfe kam er uns schon entgegen, indem er winselnd und bellend vor Freude hoch an dem Wagen emporsprang und sich vor Wonne nicht zu lassen wußte

Als ich neun Jahre alt war, ward mein Vater in die Re­sidenz versetzt, und man meinte, daß dort in dem Stadthause fein Raum für den guten Phylax sei. Er sollte deshalb an einen befreundeten Prediger verschenkt werden, welcher auch eines Tages in einer Glasfutsche kam, um ihn abzuholen. Phylax, obwohl ihm die Sache sichtlich verdächtig vorkam, ließ sich durch Bitten und Schmeicheleien in den Wagen locken, allein in dem Augenblicke, als die Pferde anzogen, sprang er mit einem mächtigen Sage durch die klirrenden Glasschreiben wieder heraus und jauchzend über seine Be­freiung an uns empor. Er mußte schließlich in einen Sack gesteckt werden, damit er nur befördert werden konnte, und sein späterer Besizer legte ihn an die Kette, weil er anders entlaufen wäre. Er hatte aber nicht lange mehr gelebt, denn er ist bald aus Gram gestorben.

WITZ

HUMOR

Das Lied der Welt- wie flingt's so anders, Ob draußen man im Leben steht, Ob fernher nur ein leises Summen Jns enge Kämmerlein uns weht!

Vom Kasernenhof. Was, Einjähriger, Ihnen ist das Bein eingeschlafen? Herr, kommen Sie mir mit ausgeschlafenen Beinen zum Dienst!"

Zeitgemäß. Räuber: Bei der 8'schen Lebens- Versiche­rungsgesellschaft sind Sie mit fünfzigtausend Mark versichert?- Dann bringen wir Sie nicht um!... dafür erhalten wir von der Gesellschaft eine gute Entschädigung="

Verschnappt. Frau( die von der Reise zurückkehrt, schnup­pernd): Du hast hier im Zimmer geraucht, ich rieche es!"- .. und außerdem steht schon seit Mann: Unmöglich, Beste drei Tagen das Fenster offen!"

*

Versichert.

In fröhlicher Laune betritt der Großbauer Schiefelmaier die Wirtsstube. Eben kommt er vom Stadtgericht, wo er den lang= wierigen Prozeß gegen seinen Nachbar durch einen heute abgelegten Eid endlich gewonnen hat.

" So, so!" sagt der Ochsenwirt, dem er das wichtige Ereignis voll Freude mitteilt, also g'schworen hast, Schwefelmaier? Hm," meint er dann bedenklich," i' könnt' mi' net so leicht dazu ent­ſchließen, an Eid abz'legen. Mir fallt halt alleweil die G'schicht ein von dem Bauern, der aa amal g'schworen hat und es war wohl a biſſel was net richtig dabei am nächsten Tag hat ihm die Dreschmaschin' die drei Schwurfinger wegg'rissen!"

Unwillkürlich zieht der Schwefelmaier die drei bewußten ginger ein, macht ein nachdenkliches Gesicht und starrt vor sich hin. Jin nächsten Augenblick aber lacht er ſchon überlegen: Ah was! I bin ja gegen Unfäll' versichert!

Der kleine Grübler. Karlchen: Mama, ich glaube doy nicht, daß du alles besser weißt, als ich." Mama: Doch, dosd, mein Junge. Ich bin ja auch viel älter als du."- Karlchen: Na, dann sag' mir einmal fünf aufeinander folgende Tage, in denen kein einziges a vorkommt."- Mama: Die gibt's ja gar nicht, mein Junge!" Karlchen: Doch, Mama: Vorgestern, gestern, heute, morgen und übermorgen! Siehst du, du weißt doch nicht alles beſſer als ich!

Glaublich. Fräulein: Sie sind heute so unartig, Herr Assessor; zur Strafe werde ich das Lied nicht singen, das ich Ihnen für heute versprochen hatte!"- Herr: O, von Ihnen nehme ich gern dieſe Strafe an, gnädiges Fräulein!

Münchhausen am Nordpol. Ein englischer Nordpolforscher unter­hielt seine Freunde mit Geſchichten aus den arltiſchen Regionen. Einmal," so erzählte er, wurde ich von einem Eisbären gestellt und hatte keine Kugel mehr, um mich zu verteidigen. Tränen traten mir ins Auge, als ich an mein Heim dachte

., Und was

geschah nun?" fragten seine Freunde atemlos.-- Nun, die Tränen froren hart wie Stein; ich stopfte sie in mein Gewehr, feuerte und tötete so den Bären!"

*

Ein salomonisches Urteil.

Ein Radfahrer hatte in einem Dorfe eine Gans überfahren; der Eigentümer eilte herbei und forderte 3 Mark Schadenersatz. Der Radfahrer wollte aber nur 2 Mark geben und dem Bauer die Gans lassen. Da sie sich nicht einigen konnten, gingen sie zum Kadi, d. H. zum Bürgermeister. Als dieser von dem ganzen Sach­verhalt Kenntnis genommen, wiegte er sein Haupt hin und her und begann:

Also, du, Sepp, verlangst drei Mark und läßt dem die Gans, und Sie wollen dem Sepp zwei Mark geben und ihm auch die Gans lassen; keiner will die Gans, da machen wir die Geschichte nun so: Geben Sie die zwei Mark her, und du, Sepp, die Gan?!"

Das Gewünschte wurde dem Gestrengen ausgehändigt. Da zog der schlaue Richter einen Mark aus der Tasche, legte sie au den zwei und gab sie dem Bauern. Den Streitgegenstand, die totgefahrene Gans, behielt er für sich.

" So," meinte er stolz, jetzt kann jeder zufrieden sein!"

Nr. 77.

Freitag, den 8. April.

1904.

essische Familienzeitung.

Tägliche Unterhaltungs- Beilage

Gießener Neueste Nachrichten.

gris mi nedod sij

mat Beslag ber Clefoner Beringsbruderet, varm. BUH. Rellerſhe Dubrudsss!( gegr. 1728); Is Reis

(( 6. Fortseßung.).

Tubing

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Gewissensqualen.

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Kriminal Roman von Robert Buchanan. asdial sttod dog in Hom Enul 200 dio2 areto aonism neden sirodo no nom and

Fräulein Craig seufzte schwer. Ich muß fürchten, Herr Doktor, daß meine Geschichte Sie ermüdet."

Ich versicherte, daß das keineswegs der Fall war, und bat sie, fortzufahren.

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( Nachdruck verboten.)) rige Nacht, und jeden Augenblick glaubte ich, daß mein Vater feine Heftigkeit bereuen und zu mir kommen würde. Er kam aber nicht. Als ich am anderen Morgen zum Frühstück hin­unter kam, erkundigte ich mich nach ihm, Bridget sagte mir, daß er schon bei Tagesanbruch fortgefahren wäre, und zwar auf den Jahrmarkt nach Kilsyth, den er gewöhnlich besuchte. Ich war sehr erfreut, das zu hören, und hoffte, er werde sich schon etwas beruhigt haben. Ich hatte mich inzwischen ent­ſchloſſen, ihm zu erzählen, wie ich mit den Creenans bekannt wurde und ihn um Nachsicht und Verzeihung zu bitten. Ach, wie langsam und träge verging dieser Tag! Das Dorf schien wie ausgestorben. Die meisten Männer hatten ihr Vieh auf den Jahrmarkt getrieben, und die Weiber waren mit Butter nach der Stadt gegangen. Ich ging an die See und von da ans Moor, und an der Grenze der Markung von Mylrea begegnete ich Pater Antonius." n war?"

Nun, ich war von den besten Hoffnungen für die Zukunft erfüllt, als eines schönen Tages mein Vater mich besuchte und muir ankündigte, daß er die Absicht habe, mich mit sich nach Fontse zu nehmen. Auch Anton und Michael Creenan hatten ingivischen Dublin verlassen und waren in ihre Heimat Mayo zurückgekehrt. Anton, der die priesterlichen Weihen empfan­gen hatte, nahm eine ihm angebotene Hilfsgeistlichenstelle an; das väterliche Gut, das ihm als Erstgeborenem zustand, hatte Michael überlassen. Ich glaubte, meine Zeit wäre ge­kommen. Anton, Michael und deren Mutter waren die letzten Vertreter ihres Geschlechtes, mein Vater und ich waren von dem unserigen nur noch allein übrig, und es schien mir wider ſinnig, daß wir noch länger verfeindet bleiben sollten. Ich" Dem Bruder Michaels, der Geistlicher geworden hatte mir einen Plan ausgedacht, dieser Feindschaft ein für allemal ein Ende zu machen, und ich war feſt entſchloſſen, ihn durchzuführen."

Sie kehrten alſo nach Hause zurück?"

" Ja, und einige Monate lebten wir hier glücklich. Nur das Geheimnis, das ich noch immer für mich behielt, be­unruhigte mich einigermaßen. Mein Vater, der ein großer Jäger war, war viel auswärts bei Freunden, die mehr oder weniger entfernt wohnten. Während er mit seiner Flinte und seinem Hunde weg war, blieb ich hier auf dem Schlosse allein und hatte bisweilen eine Verabredung mit Michael, der ab und zu hierher kam. Wie lange das so fortgegangen sein würde, weiß ich nicht. Als ich aber einſt mit Michael zu̟­sammen auf dem Moore spazieren ging, begegneten wir meinem Vater. Niemals werde ich sein Gesicht vergessen, als er uns zuſammen ſah! Er sprach kein Wort, hob nur seine Hundepeitsche und schlug Michael ins Gesicht. Ich schrie laut auf, Michael entriß ihm die Peitsche, zerbrach sie und warf sie mit den Worten zu Boden: Ich kann Sie jetzt in Gegen­wart Ihrer Tochter nicht wiederschlagen, Sie sollen es aber Fräulein Craig bedeckte ihr Gesicht mit den Händen und noch auf Ihrem Totenbette bereuen!" sah erst nach einer Weile wieder auf.

" Mein Vater gab ihm keine Antwort, sondern wandte sich zu mir und befahl mir, ihn nach Hause zu begleiten", fuhr Fräulein Craig fort. Ich war zu ſehr erschreckt, um ihm nicht willenlos zu gehorchen. Als wir jedoch am Schlosse an­gelangt waren, hatte ich wieder Mut gefaßt, und ich bat ihn, mir Gehör zu ſchenken. Er erwiderte mir indessen nur: Geh' auf dein Zimmer, Ellen, ich werde vielleicht ein andermal mit dir darüber sprechen; aber heute nicht. Wie er mich ge­. und Gott verzeih mir es, ich habe heißen, ging ich hinauf. ihn nicht mehr gesehen."

Von ihrem Kummer überwältigt, seufzte sie laut auf. Ich erhob mich von meinem Stuhl, trat auf sie zu, und bat sie, da die Erinnerung zu ſchmerzlich für sie sei, ihre Erzäh­lung nicht fortzuſetzen. Mit einer bewundernswerten Selbst­überwindung beruhigte sie sich indessen und fuhr dann fort: ,, Allein in meinem Zimmer verbrachte ich eine recht trau­

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"

Ganz recht, derselbe, und der inzwischen Kaplan hier in Mylrea geworden war. Er kam sogleich auf mich zu und streckte mir seine Hand entgegen. Ich war davon etwas über­rascht und wollte die Handlungsweise meines Vaters zu ent­schuldigen suchen, er ließ mich aber nicht zu Worte kommen. Es bedürfe dessen nicht, meinte er. Durch ähnliche Vorfälle sei der böse Familienzwist seit Jahren immer wieder von neuem entfacht worden, wir aber wollten ihn endlich begraben. Er habe bereits mit Michael gesprochen, und das, was gestern geschah, solle und müsse vergessen sein. uut mu

யார் மகு

von ganzem Herzen dankte ich ihm, und nachdem er sich verabschiedet hatte, eilte ich rasch nach Hause in der Hoffnung, meinen Vater zu finden. Er war aber noch nicht zurück. Sch ging hierher in dieses Zimmer, ſetzte mich ans Fenster und fah, bis es dunkel wurde, auf die Straße hinaus, wo die Leute ihr Vieh vom Markt zurück ins Dorf trieben. Als es ganz dunkel war und ich nichts mehr sehen konnte, schloß ich das Fenster und ließ die Lampe bringen. Eine Stunde ſpäter hörte ich das Rollen von Rädern und ich rannte zur Haustüre. Als ich aber auf die Schwelle trat und die Menge Leute mit Fackeln ſah, da wußte ich, daß etwas geschehen war. Und bevor ich noch fragen konnte, zog mich Doktor Mulligan bei­seite und sagte mir, daß mein Vater tot sei." sonni stolpbori

Abermals hielt sie inne, und abermals barg sie ihr Gesicht in den Händen. Im Zimmer war es so finster geworden, daß ich sie kaum noch sehen konnte, ich hörte sie aber weinen. Unwillkürlich fuhr ich mit der Hand über ihren gebeugten Kopf und ſtrich ihre goldenen Flechten, als hätte ich ein Kind von mir. Sie unterdrückte ihre Tränen, und das Haupt auf­richtend fuhr sie ruhig fort:

ihn herein und legten ihn auf sein Bett. " Sie trugen Ich schlich in mein Zimmer und saß dort teilnahmslos; ich weinte und jammerte nicht, sondern saß vollkommen ſtill und halb geistesabwesend da, wie jemand, der zu Tode getroffen ist. Ein Klopfen an der Türe weckte mich endlich. Ich öffnete Sie sah verstört und freideweiß und ließ Bridget herein. aus und brachte mir noch eine schreckliche Nachricht: der Mörder meines Vaters war entdeckt worden und befand sich

5.

it.

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a. gefocht

egger.

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Gießen.

Inhaber:

Sackkalk

Haas junior,

Brossen

For Nr. 282.