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Nr. 57.

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Ihr Bruder ist ein notorischer Dieb, Sie haben ihn ohne

Erlaubnis Ihres Vorgesetzten in's Museum eingelassen, er iſt morgens hierhergekommen und erst am Abend wieder fort gegangen. Sie sehen, daß ich gut unterrichtet bin."

Auf ihn dürfen Sie keinen Verdacht werfen, Herr Rat," erwiderte Schönbach, mit der Hand über seine nasse Stirne fahrend, mein Bruder ist nie in diesem Kabinett gewesen, das kann ich mit gutem Gewissen beschwören."

Das wird sich finden," sagte der Polizeirat barsch. Wie groß ist Ihr Einkommen?"

Vierhundert Taler und freie Wohnung."

" Sie haben eine kranke Frau und vier Kinder. In früheren Jahren mußten Sie Schulden machen, um leben zu können, diese Schulden haben Sie vor einiger Zeit getilgt. Sie haben außerdem Anschaffungen gemacht, die für eine Familie Ihres Standes nicht notwendig waren, Sie haben besser gelebt, teure Weine gekauft, Ihrer Tochter einen höheren Unterricht geben lassen, kurz, Sie haben bedeutend mehr Geld ausgegeben, als eingenommen, woher nahmen Sie dieses Geld?"

Mein Sohn hat es mir gegeben," antwortete der Kustos, dessen Wangen sich dunkler färbten. Wenn Sie so genau unterrichtet sind, so werden Sie auch wissen, daß mein ältester Sohn Karl zehn Jahre in Australien war und daß er mich hier besucht hat. Er kam nicht mit leeren Händen, und von dem, was er drüben erworben hatte, hat er mir einen großen Teil abgegeben."

Womit hat er das Geld drüben verdient?" fragte der Rat mit unverkennbarem Mißtrauen.

Mit schwerer Arbeit! Er war bald dies, bald das--- Und wo ist er jetzt?"

Wieder hinübergereiſt, er konnte sich in die hiesigen Ver­hältnisse nicht schicken."

Wie lange war er bei Ihnen?"

,, Ein Vierteljahr, Herr Nat."

Natürlich wohnte er bei Ihnen hier im Muſeum ,, Nein," sagte der Kustos rasch, er wohnte nicht bei mir, denn erstens hatte ich kein Zimmer für ihn, und zweitens wollte er auch nicht geniert sein. Ich weiß nicht, weshalb Sie sich so genau nach ihm erkundigen-

Weshalb?" fiel der Polizeirat ihn barsch in die Rede. Denken Sie denn wirklich, ich glaube an das Märchen, das Sie mir aufbinden wollen? Ihr Sohn hat hier einen sehr liederlichen Lebenswandel geführt, er lag Tag und Nacht in den Wirtshäusern, gab viel Geld aus und räſonnierte über alles. Es sind damals viele Beschwerden über ihn einge­laufen, und wenn er nicht wieder abgereist wäre, so hätte ich ihn einstecken lassen! Er war ein Taugenichts, als er auswanderte, und ein Vagabund, als er zurückkehrte-" ,, Herr Rat, ich bitte Sie-"

Schweigen Sie!" brauste der Polizeirat auf, dem Spangenberg einen zustimmenden Blick zugeworfen hatte; ,, mir ist die Sache nun klar. Mag nun Ihr Bruder oder Ihr Sohn die Goldmünzen gestohlen haben, Sie sind dabei beteiligt gewesen und in jedem Falle haftbar. Ob die Münzen eingeschmolzen oder nach auswärts gesandt worden sind, das wird die Untersuchung hoffentlich ergeben, jedenfalls ist ein großer Teil des Erlöses in Ihre Tasche gewandert." Heinrich Schönbach sah mit starrem, angstvollem Blick bald den Rat, bald seinen Vorgesetzten an, diese Anklage schien er nicht erwartet zu haben.

Glauben Sie nur das nicht!" bat er mit zitternder Stimme. Weder mein Sohn noch mein Bruder hat diesen ruchlosen Diebstahl begangen, den ich mir nicht erklären kann! Untersuchen Sie die Sache, ich will Sie mit allen Kräften da bei unterſtüßen, aber werfen Sie keinen Verdacht auf mich, Sie würden eine falsche Spur verfolgen und die Wahrheit nicht erfahren."

So zeigen Sie uns die richtige Spur!" sagte Joachim Spangenberg. Die Münzen sind verschwunden, Ihnen waren sie anvertraut, ein Einbruch hat nicht stattgefunden, Sie allein können Aufschluß darüber geben, in wessen Händen die Schlüssel gewesen sind. Uebrigens läßt sich nicht an nehmen, daß der Dieb die sämtlichen Münzen schon bei seinem ersten Besuch mitgenommen hat, sie wärem ihm zu schwer ge­wesen, und mit dem Goldsack in der Hand würde er sich auch der Gefahr der Entdeckung ausgesetzt haben."

Sehr wahr!" fügte der Polizeirat hinzu, der Dieb­stahl kann nur mit Wissen desjenigen, der den Schlüssel be­saß, begangen worden sein. Ich gebe Ihnen den guten Rat, Schönbach, legen Sie ein offenes Geständnis ab, sagen Sie uns, wohin die Münzen gekommen sind!"

Diesen Rat gebe auch ich Ihnen," fuhr Spangenberg fort: vielleicht ist es mir möglich, die Samlung, oder wenigstens den größeren Teil derselben wieder zu erwerben, ich will lieber ein Opfer bringen, als mich dem Zorne Seiner Durchlaucht aussetzen. Bedenken Sie meine Stellung, ich werde verantwortlich gemacht, über mich wir="

Herr Direktor, ich schwöre Ihnen bei Gott und allen Heiligen, daß ich nichts zu gestehen habe!" rief der alte Mann, am ganzen Leibe zitternd. Ich habe Ihnen die volle Wahr­heit gesagt, mein Sohn ist so schuldlos, wie ich, schon am ersten Abend nach seiner Ankunft zeigte er mir das Geld, das er mitgebracht hatte."

" Das will nichts heißen!" spottete der Rat, während er sich in dem kahler Raume umblickte, das Geld kann er ja drüben auch gestohlen haben, und als Ersatz nahm er später die Münzen mit. Wohin ist er gereist?"

Nach Melbourne," antwortete der Kustos, der nun den hilfeflehenden Blick auf Adolph heftete. Wenn er hier wäre, so würden Sie bald sich überzeugen, wie unbegründet Ihr Verdacht ist."

Das sind Ausreden!" fuhr der Polizeirat fort,, wir wer­den uns nach ihm erkundigen und dann, wie ich zuversichtlich glaube, meine Behauptung bestätigt finden. Ich muß Sie verhaften, Schönbach, das Weitere überlasse ich dem Unter­ſuchungsrichter."

Meine arme Frau! Meine unglücklichen Kinder!" rief der alte Mann, der unter der Wucht dieses Unglücks zuſam­menzubrechen drohte.

Adolph stand vor ihm und legte die Hand auf seine Schulter, ernst, aber voll warmer Teilnahme ruhte sein Blick auf dem bleichen Antlitz, in dem Verzweiflung sich spiegelte. ,, Sagen Sie mir die volle Wahrheit," bat er ,,, wissen Sie wirklich nichts von diesem Diebstahl?"

" So wahr mir Gott helfe, nein, Herr Doktor," ant­wortete Schönbach. Wenn ich auf die Folter gespannt würde, ich wüßte nichts darüber auszusagen."

,, Gib dir keine Mühe weiter, Adolph," spottete Joachim Spangenberg, bekennen wird dieser verstockte Sünder so wenig, wie sein Bruder, aber ich vertraue darauf, daß wir Beide überführen!"

Der Rat hatte die Tür geöffnet, zwei Polizeibeamte traten ein, er befahl ihnen, den Kustos abzuführen und ihm nicht zu gestatten, vorher mit seiner Familie noch ein Wort zu wechseln.

" Fügen Sie sich ohne Widerstreben, das ja nuzlos wäre," riet Adolph, ich werde Ihre Familie beruhigen und mich ihrer annehmen. Aber ich rate Ihnen, wenn Sie Aufschluß geben können, so tun Sie es

,, Ich kann es nicht, Herr Doktor!"

Joachim Spangenberg, der die Beiden beobachtet hatte, zuckte ironisch die Achseln und wandte sich zu dem Baron, der die Münzen in den Glasfaſten betrachtete.

Wenn Sie nicht gekommen wären, hätten wir möglicher­weise den Diebstahl erst nach dem Tode dieses Mannes ent­deckt," sagte er.

Und ich muß Ihnen gestehen, daß ich dies unbegreiflich finde," erwiderte der Baron mit unwilliger Miene. Eine so wertvolle Sammlung hätte mindestens einmal monatlich revidiert werden müssen."

Sie war gewissermaßen vergessen," entschuldigte sich Spangenberg, während sie das Kabinett verließen. Bum Museum gehörte sie nicht, als Privateigentum des Fürsten lag sie hier unter Schloß und Riegel, Durchlaucht selbst nahmen kein Interesse an ihr, fast nie wurde Befehl gegeben, sie einem Fremden zu zeigen, da konnte es nicht ausbleiben, daß sie in Vergessenheit geriet. Und du willst dich wirklich dieser Familie annehmen?" fragte er vorwurfsvoll, als Adolph sich an der Treppe des Souterrains verabschiedete. " Die Angehörigen des Kustos sind wahrscheinlich ebenso schuldig, wie er selbst!"

Einstweilen glaube ich noch nicht an seine Schuld," ant­wortete Adolph mit erzwungener Ruhe, seine Frau ist krank, sie muß allmählig auf dieses Unglück vorbereitet werden." Damit stieg er die Treppe hinunter, kopfschüttelnd blickte sein Onkel ihm nach.

Hm, er mag seine Gründe haben!" sagte er sarkastisch. Mein Neffe ist noch jung, Herr Baron, und der Kustos hat eine hübsche Tochter, daraus läßt sein Mitlekd sich er­klären." ( Fortsetzung folgt.)]

bas

Pas Deben, bu tesh I nur eta trüber Schein. Das Leben, das du träumst, Ist lebenswert allein. Entschweben mußt du leif' Des Tages Dentlichkeiten, Soll eine Welt von Glück Sich strahlend um dich breiten.

Allerlei Redensarten

fetne Gnade Aben, to wanbten te ben Taumen bet geballier

Fauft zur Erde( pollice verso), fand der Kämpfer dagegen Mitlets, so hob man te geballte Faust mit eingezogenem Daumen empor. Von den vier Fingern wurde der festgehal­tene Daumen gedrückt( pollicem premere), und so erhielt diese symbolische Handlung im alten Rom die Bedeutung: Gnade üben, Gunst erweisen, und ist in diesem Sinne als Redensart auf uns gekommen.

Daß unser Hänseln" von der mittelalterlichen Hansa ( althochdeutsch gleich Kriegerschar), jenem Trutzbund der Kaufleute im 13. Jahrhundert, sich herleitet, dürfte auch kaum allgemein bekannt sein. Und Hänseln nannte man jene Mannbarkeitsprüfungen, die der Novize zu bestehen hatte, um in den Bund der Hansa aufgenommen zu werden. Da war zunächst das Wassertrecken", wobei der Prüfling drei­

und Sprachverdrehungen. mal unter dem Schiffe durchgezogen und dann von vier ſtar­

Ethymologische Plauderei von Dr. H. Albrecht. ( Nachdruck verboten.) Welche Sprache darf sich mit der deutschen messen, welche andere ist so reich und mächtig, so mutig und anmutig, so schön und mild als unsere? Sie hat tausend Farben und hundert Schatten. Sie hat ein Wort für das kleinste Be­dürfnis der Minute und ein Wort für das bodenlose Gefühl, das keine Ewigkeit ausschöpft. Sie iſt ſtark in der Not, ge­schmeidig in Gefahren, schrecklich, wenn sie zürnt, weichlich in ihrem Mitleiden und beweglich zu jedem Unternehmen. Und bilderreich, hätte der Dichter hinzufügen können, wie keine andere in der weiten Gotteswelt, es sei denn die Sprache Homers. Ja, ein Schathaus herrlichſter Bilder und Gleich­nisse besitzt unsere deutsche Sprache, und sie streut ihre Koſt­barkeiten mit wahrhaft fürstlicher Freigebigkeit aus, so wenn sie in erhabener Weise spricht wie im täglichen Umgang des Volks.

Unsere ganze Redeweise ist mit Gleichnisperlen gestickt wie ein Krönungsmantel. Die Bilder sind uns so geläufig, daß wir uns kaum noch bewußt werden, gleichnisweise zu reden, und wir lieben sie so sehr, daß wir das einzelne oft auch da anwenden, wo es wie die Faust aufs Auge paßt. Von solchen deplazierten Redensarten" gibt u. a. Schrader in seinem Bilderschmuck der deutschen Sprache" eine köst­liche Blütenlese, und wir wollen zunächst einmal aus der Fülle dort ein bescheidenes Sträußchen hier binden.

Da gehe ich etwa mit einem guten Freunde im Walde spazieren und wir kommen auf persönliche Angelegenheiten zu sprechen. Ich will dir reinen Wein einschenken, sagt er zu mir, aber vergebens suche ich Flasche und Glas, und der Weinkeller ist weitab vom Schusse. Denke dir nur, beginnt er, mir geht das Wasser wieder einaml bis zum Halse. Be­ruhige dich nur, lenke ich ein, ich ſitze auch schon längst wieder auf dem Trockenen. Es iſt drückend heiß, die Sonne sticht verräterisch, ein Unwetter bricht herein und plötzlich geht ein Plazregen nieder, daß wir uns schleunigst aus dem Staube machen. Bis auf die Haut durchnäßt, langen wir wieder daheim an, und selbst der Teckel, der uns begleitete, hat keinen trockenen Faden mehr am Leibe. Meine Frau erwartete uns ängstlich, sie saß, wie sie sagte, schon auf Kohlen. Bei Tische kam das Gespräch auch auf das Dienſt­mädchen, das wir erst kürzlich gemietet, und das sehr unge­ſchickt ist. Heute hat sie nun die letzten Weingläser zerbrochen. Dabei, klagt meine Frau, will sie es nie getan haben. Das alles wird immer der Katze in die Schuhe geschoben, und damit ich ihr nicht böse bin, geht sie mir um den Bart, daß es nur eine Art hat.

Wenn wir im Gespräche uns solch deplazierter Redens­arten bedienen: fein einziger verzieht über den Widersinn eine Miene. Ja, er bemerkt ihn gar nicht der beste Beweis dafür, wie uns diese bildliche Redensweise in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Wir legen uns nicht mehr Rechenschaft über die Be­deutung und den Sinn der Redensart ab, und häufig genug kennen wir den Ursprung solchen Wortes überhaupt nicht mehr. Auch hier seien uns ein paar besonders lehrreiche Bei­spiele gestattet.

Unsere Redensart, jemandem den Daumen halten oder drücken, ſtammt aus den Tagen der Gladiatorenkämpfe. Nachdem die Scheinfämpfe mit ſtumpfen Waffen beendet, griffen die Gladiatoren zum geschärften Schwert. Der ver­wundete Gladiator flehte das Mitleid des Volkes an, indem er symbolisch den Zeigefinger erhob. Wollten die Zuschauer

fen Kerlen bis aufs Blut gepeitscht murde. Es folgte das Räuchern"; eine halbe Stunde lang wurde der Novize über einem qualmenden Feuer von Haaren, Gräten geräuchert und hernach wiederum gepeitscht. Die letzte Prüfungs­zeremonie war das Stäupen. In Gegenwart der Honora­tioren ward das Opferlamm beim Schall der Paufen und Trompeten zum letzenmal gepeitscht. Die letzten Reſte dieſes Hänselns haben sich übrigens in der Linientaufe der See­leute erhalten, die bekanntlich in etwas derber Weise an jedem vollzogen wird, der zum erstenmal den Aequator passiert.

Ein oft gehörtes Wort sagt: Da liegt der Hund be­graben". Auch diese Redensart geht auf einen alten, all­gemein geübten Brauch zurück. Man pflegte ehedem beim Bau des Hauses in das Fundament einen Hund zu mauern, um das Gebäude symbolisch so unter den Schutz des treuen Tieres zu stellen. Nach brandenburgischem Brauche wird unter der Schwelle des Pferdeſtalles ein eben geworfener, noch blinder Hund begraben, um die Pferde gegen Krankheit zu schützn. Im alten Berlin wurde in das Fundament des Hauses außer dem Hunde oft noch ein Haſe und Eier ein­gemauert als Symbol des Glücks und der Fruchtbarkeit.

Nicht ohne guten Grund heißt es von dem, der im Karten­spiel Glück hat, er habe Schwein. Im ursprünglichen deut­schen Kartenspiel heißt unser nicht eben sehr ästhetisch: Sau. So schilt u. a. der wackere Abraham a Santa Clara einmal: So sind ja in den Karten vier Säu, Eichelſau, Schellensau, Herzsau, Grassau, und weil die Säue mehr gelten als ein König, so iſt das ja ein säuisch Spiel!" Wer nun viele Asse oder Säue hat, gewinnt das Spiel, hat also Glück. Eine empfindsamere Zeit schuf schließlich aus der wilden Sau ein zahmes Schwein.

Auch die böse Sieben" stammt aus einem altdeutschen Kartenspiel, und zwar dem unter Papst Alerander VI. ( 1492-1503) aufgekommenen Karnöffelspiel. Die siebente Karte der Trumpffarbe, die Sybille oder Babeli" konnte nur vom Karnöffel- dem Trumpfbuben-- geſtochen wer­den, und ein in der Berliner Königlichen Bibliothek befind­liches Büchlein über das alte Kartenspiel erwähnt ausdrück­lich, daß diese Sieben eine Weiberrolle spiele, die ränkevoll iſt, ja, daß sie die eigentliche Beherrscherin sei. Das iſt alſo die böse Sieben", und es bedürfte zur Beſtätigung unſerer Beweisführung eigentlich gar nicht mehr der Spangenberg­schen Predigt, die da betitelt iſt:" Wider die böse Sieben in Teufels Karnöffelspiel"( Jena 1562).

Noch zwei viel gebrauchte Wörter seien hier kurz erklärt: der" gahn im Korbe" und die Flitterwochen". Die erſte Redensart verdankt ihren Ursprung einem alten, noch jetzt viel geübten Volksbrauch. Um die Osterzeit das alt­germanische Frühlingsfest pflegen in vielen Gegenden unseres Vaterlandes die Dorfschönen eine Art Brautlotterie zu veranstalten. In einem Korbe wird ein Hahn geborgen. mit verbundenen Augen, einen Stock in der Hand, versucht nun ein Mädchen nach dem anderen den Korb zu treffen eine Variante unseres" Topfschlagens"- die aber den Korb trifft, trägt den Hahn im Korbe davon und hat die begründete Hoffnung, binnen Jahresfrist fröhliche Braut zu sein. Ueber die Flitterwochen" mag ſich ſchon manche glück­liche Flitterwöchnerin das Köpfchen zerbrochen haben. Das Wort hat nun mit Flitterstaat gar nichts zu schaffen. Flittern bedeutet ursprünglich( nach Grimm) ein heimliches Lachen und Kichern, ein Kosen und Scherzen, und Flitter­wochen sind also Wochen des Küssens und Kosens.

Unsere kleine Plauderei sei mit ein paar ganz gebräuch­lichen Redensarten beschlossen, die, meist aus fremden Spra­

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