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diesem gelang es den Feinden, in das englische Karree ein­zudringen. Dabei wurden viele Personen getötet. Unter ben Getöteten ist kein Europäer.

Hof und Gesellschaft.

*** Gestern früh ging die Hohenzollern" mit dem Ka i ser an Bord in Begleitung des Friedrich Carl" und der Sleip­ner" unter dem Geschützdonner der Forts und des Flavio Gioia" von Messina nach Palermo ab. Ueber den Schluß des Aufenthaltes in Messina, wird gemeldet, daß am Abend des ersten Ostertages der Ruderklub dem Kaiser auf vielen fest lich geschmückten und illuminierten Booten eine Serenad darbrachte, während gleichzeitig am Kai vor dem Muni zipium eine Kapelle fonzertierte, welche auf stürmisches Ver langen des Publikums, in dem alle Stände vertreten waren, die deutsche Volkshymne und die Marcia reale spielen mußte wobei eine deutsche Fahne entfaltet wurde." Hohenzollern" und Friedrich Carl" beleuchteten die Stadt, die Forts und die Berge mit Scheinwerfern. Am zweiten Ostertage machte der Kaiser mit den Herren der Umgebung zu Wagen einen Ausflug in die pelorischen Berge nach Castanea della Furie wo man nach etwa zweistündiger Fahrt anlangte. Von hier bot sich eine wundervolle Aussicht auf die Meerenge von Messina, die liparischen Inseln, die Nordküste Siziliens und die drei tätigen Vulkane Aetna, Stromboli und Vulcano. Der Rückweg wurde über Campo Inglese und die die Forts verbindende Strada militare genommen. Während der ganzen Fahrt brachte die Bevölkerung dem Kaiser lebhafte Ovationen dar. Im Ausland verbreitete ungünstige Ge­rüchte über das Befinden des Kaisers werden halbamtlich als falsch erklärt. Der Kaiser erfreue sich andauernd des besten Wohlseins.

XIII. deutscher Turntag.

Berlin, 5. April. Die aus Anlaß des deutschen Turntages von den Berliner Turngauen vorbereiteten Veranstaltungen wurden am Oster. montag durch eine Gedenkfeier am Jahndenkmal in der Hasenhaide eingeleitet, zu der sich außer den Mitgliedern des Ausschusses der deutschen Turnerschaft die meisten Abgeord neten, sowie zahlreiche Berliner Turner mit ihren Bannern und Fahnen eingefunden und am Denkmal Aufstellung ge nommen hatten. Nach dem Gesange des Maßmannschen Liedes Ein Ruf ist erklungen" hielt Professor Dr. Hahn­Hamburg, der stellvertretende Vorsitzende der deutschen Turnerschaft, eine tief empfundene Ansprache, die mit einem dreifachen Heilruf auf die deutsche Turnerschaft, das deutsche Volk und auf Kaiser und Neich schloß. Hierauf legte der greise Vorsitzende der deutschen Turnerschaft, Dr. med. Ferd. Götz- Leipzig- Lindenau, mit machtvoll wirkenden Worten einen mit den deutschen Farben geschmückten Kranz am Fuße des hehren Denkmals nieder. Das Lied Deutschland, Deutschland über alles" beendete die erhebende Feier, der ein Besuch des Friesenhügels im Karlsgarten folgte, wo Stadt­schulrat Professor Dr. Rühl- Stettin einige mahnende Worte an die Jugend richtete und ihr treues Festhalten am deutschen Turnen zur Pflicht machte.

Am Abend fand in der Philharmonie eine Begrüßungs­feier statt, die eine äußerst zahlreiche Versammlung herbei­gezogen hatte. Nach Eröffnung des Kommerses durch Kanz­leirat Agrott brachte nach einem von Berlinern Turnsängern vorgetragenen Vaterlandsliede Professor Dr. Reinhardt einen Heilruf auf den Kaiser aus. Der deutschen Turnerschaft galt die Ansprache des Vorsitzenden Dr. Goetz- Leipzig, dem im Anschlusse daran eine stürmische Huldigung dargebracht wurde. Musikvorträge, turnerische Vorführungen und humo­ristische Darstellungen hielten die große Versammlung noch lange beisammen.

Am Ostermontag früh 9 Uhr eröffnete in dem festlich ge­schmückten Sitzungssaale des alten Abgeordnetenhauses Dr. Goetz den Turntag und teilte unter dem lebhaften Beifall der Versammlung folgenden Drahtgruß des Reichskanzlers Grafen v. Bülow mit:

" Den XIII. deutschen Turntag begrüße ich bei seinem Zu­sammentritt mit besten Wünschen für sein Gelingen. Möchten die dort gewonnenen Eindrücke dazu beitragen, der edlen, Körper und Geist stählenden Turnerei in immer weiteren Kreisen Eingang zu verschaffen."

Der Namensaufruf ergibt die Anwesenheit von 300 Ab­geordneten. Der Vorsitzende Dr. Goetz verliest den Jahres­und Geschäftsbericht, der nach einer Reihe von Erörterungen angenommen wird. Den Kassenbericht gibt der Kassenwart, Kanzleirat Agrott- Steglig, und stellt fest, daß die Kasse der deutschen Turnerschaft ein Vermögen von 74 690,66 Mart und die Stiftung für Errichtung deutscher Turnstätten ein solches von 50 684,64 Mart hat. Aus dieser Stiftung sind in den letzten fünf Jahren über 34 000 Mart an Turnvereine berteilt worden. Dem Kassenwart wird auf Antrag der Kassenprüfer Entlastung erteilt unter dem Ausdrucke des Dankes für die geordnete Verwaltung.

Nach eingehender Verhandlung, die durchaus sachlich ge­führt und von großen Gesichtspunkten geleitet wird, wird dem Antrag des Verbandes deutschfreiheitlicher Turnvereine in Desterreich auf Zulassung seiner Vertreter zum deutschen Turntage zugestimmt und folgender Antrag des Ausschusses: Der Turntag wolle beschließen: In Erwägung, daß zur Zeit eine Wiedervereinigung der sämtlichen zur deutschen Turnerschaft in Desterreich gehörenden Turnvereine, so wün­schenswert sie auch ist, untunlich erscheint, erteilt der Turntag der zu dem Verbande der deutschfreiheitlichen Turnvereine zusammengeschlossenen Vereine, so lange die Bestimmungen in dem Grundgesetze des XV. Turnkreises noch besteht, die die Ausscheidung der sog. deutschfreiheitlichen Turnvereine beranlaßt hat, die Rechte und Pflichten eines Kreises mit der Bezeichnung XVb unter der Bedingung, daß der bisherige, an den Streit und an politische Verhältnisse erinnernde Name des Verbandes in Wegfall kommt. Nach eingehender Be gründung durch Professor Dr. Partsch- Breslau mit großer Mehrheit angenommen. Die fraglichen Bestimmungen" sind der sogenannte Arierparagraph", der sich gegen die Aufnahme von Mitgliedern jüdischer Abstammung richtet.

Nach Annahme einiger durch das bürgerliche Gesetzbuch bedingter Aenderungen der Satzungen der Stiftung für Er richtung deutscher Turnstätten werden die Verhandlungen auf den 5. April vertagt.

Gegen 5 Uhr nachmittags fanden sich die Vertreter der deutschen Turnerschaft in den prächtigen Räumen des Kaiser­hofes zum Fest bankett zusammen, das sehr anregend verlief und bei dem Bürgermeister Dr. Reicke nach dem Heil­ruf auf den Kaiser in vollendeter Rede ein Hoch auf die deutsche Turnerschaft ausbrachte. In Erwideruna desselben

weihte Stadtschulrat Dr. Rühl sein Glas der Stadt Berlin und ihrer turnfreundlichen Behörde.

Ein Schauturnen der Berliner Turngaue in der städti­schen Turnhalle, Prinzenstraße, beendete die Veranstaltungen des arbeitsreichen Tages. Außer den bereits genannten Ehrengästen waren erschienen Major v. Ditfurth, der Direk­tor der Militär- Turnanstalt, und als Vertreter des Kultus­ministers und des Ministers des Innern die Herren Geheim­räte Dr. v. Sandt und Hinze.

Nab und Fern.

Die Verhandlungen des ersten internationalen Kon­gresses für Schulhygiene wurden gestern durch eine Ansprache des Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern eingeleitet, in welcher der Prinz auf die große Aufgabe der Hygiene in der Schule hinwies, von dem zarten findlichen Organismus alle Schädlichkeiten fernzuhalten und ihn gegen äußere und innere Einflüsse zu stählen. Der Prinz gab der Erwartung Aus­druck, daß der Kongreß weiteren Kongressen vorarbeiten werde. Der Vorsitzende des Kongresses, Professor Griesbach- Straß­burg, dankte dem Prinzen sowie dem Ehrenpräsidenten, den Ministern v. Wehner und Frhrn. v. Feilitzsch, und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser, den Prinzregenten und den Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern. Regierungs­präsident Freiherr v. Welser sprach namens der bayerischen Staatsregierung, Bürgermeister Jäger für die Stadt Nürn­berg, Regierungsrat Wußdorf als Delegierter des kaiserlichen Gesundheitsamts, Geh. Oberregierungsrat Dr. Matthias für das preußische Kultusministerium, sowie als Delegierter der württembergischen Regierung Regierungsrat Jehle. Auf dem Kongreß sind sämtliche europäischen Staaten mit Ausnahme der Türkei vertreten, ferner Japan. Generalsekretär Dr. Schubert dankte den Regierungen, Behörden und Organi­sationskomitees in den verschiedenen Staaten. An den Kaiser und den Prinzregenten von Bayern wurden Huldigungs­telegramme abgesandt.

Schneetreiben im Riesengebirge. In den Osterfeiertagen trat im größten Teil des Riesengebirges Schneetreiben ein. Der Schnee ist bis zu einer Höhe von 1,60 Meter gefallen. An der östlichen Seite der Bauden reichen die Schneemassen bis an die Dächer heran. Auf dem Gehänge ragen die Tele­graphenstangen kaum einen Meter hoch aus dem Schnee ver. aus. Die übrigen Teile des Gipfels der Schneekoppe zergen Schneemassen von 1,5 bis 2,5 Meter Höhe.

Steckbrieflich verfolgter Mädchenhändler. Gegen den Musiker J. B. Cuvillier aus Nizza haben die bayerischen Be­hörden einen Steckbrief erlassen. Cuvillier, der sich den Professortitel beilegt, ist dringend verdächtig, im Februar d. Is. in Nürnberg Kellnerinnen unter dem Vorgeben, ihnen glänzende Stellungen zu verschaffen, in öffentlichen Häusern im Auslande zu verkuppeln versucht zu haben. Der Flüchtige ist 40-50 Jahre alt, von elegantem Auftreten, hat volles Gesicht, dunkle Gesichtsfarbe, dunkelblonden Schnurrbart, schielt auf beiden Augen, spricht mehrere Sprachen und ist entweder Ungar oder Italiener.

A Schreckensszene an Bord eines Schiffes. Auf dem eng­lischen Dampfer ,, Arabistan", der von Newyork nach Monte­video unterwegs war, ereignete sich eine furchtbare Tragödic. Ein zur Besatzung gehöriger italienischer Matrose namens Gallenducci hatte einen Kameraden geprügelt. Vor den Kapitän geführt, wurde er zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Als er abgeführt werden sollte, riß er sich los, zog den Re­volver hervor und verwundete den Kapitän und die übrigen drei Schiffsoffiziere lebensgefährlich. Dann eilte er an Deck und schoß zwei Matrosen nieder, die ihn ergreifen wollten. Erst im nächsten Hafen gelang es, ihn unschädlich zu machen und zu fesseln.

Bockengefahr in Bochum. In Bochum sind drei Fälle von Bockenerkrankungen fonstatiert worden. Das Elisabeth­hospital, in dem die Kranken Aufnahme gefunden haben, ist vorläufig für acht Tage gesperrt, die mit den Kranken in Berührung gekommenen Personen sind isoliert und alle sonst erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen worden.

Zwei Aufsehen erregende Liebestragödien werden ge­meldet. In Grosseto erschoß sich der 16jährige italienische Gymnasiast Tosini zusammen mit einer 15jährigen Eng­länderin Lilia Bonn, mit der er ein Liebesverhältnis hatte. In Paris verwundete der Dragonereinjährige Henri Miel­baque seine Geliebte, die Halbweltlerin Jeanne Tamin, in einem Hotel schwer durch einen Revolverschuß.

Gewaltige Ueberschwemmungen werden aus Ohio ge= meldet. Vier Menschen sind dabei umgekommen. Obgleich alle Arbeitsfähigen an den Dämmen des großen Sanimel­beckens arbeiten, der größten künstlichen Wasseranlage in der Welt, ist doch bereits ein 30 Fuß breiter Riß entstanden, und man fürchtet, daß die ganze Einschließung fortgerissen werden könnte. Das Sammelbecken bedeckt einen Flächenraum von 30 000 Morgen, es ist auf der Wasserscheide zwischen dem Ohio und den Seen angelegt und speist die Kanäle nach beiden Seiten. Eine Anzahl von Städten haben keine Kraft für ihre Wasserwerke, ihre Beleuchtung und für den Betrieb der elektrischen Trambahnen. Viele Fabriken mußten die Arbeit einstellen. Der östliche Teil der Stadt Marion liegt in Trümmern.

Bunte Chronik. In Hamburg tötete der Lumpenhändler August Geiger seine Frau durch zwei Schüsse und erhängte sich darauf selbst.

-Der 55jährige Waldarbeiter Perkler zu Stolberg er­brosselte sein 16jähriges Dienstmädchen Anna Müller in hrem Bett und erschoß sich dann selbst mit einem Tesching.

Vermilchtes.

[ Eine Razzia auf rückständige Steuerzahler.] Giner niedlichen Aprilscherz bringt ein Berliner Montagsblatt. Die neue Polizei- Verordnung für die Gastwirtsbetriebe in dem Kreise Teltow- Beeskow- Storkow wurde am Osterheiligabend zum ersten Male zur Durchführung gebracht. Bekanntlich ist es den Gastwirten in dem genannten Kreise verboten, Steuer­rückständigen Getränke zu verabfolgen. Zwecks Durchführung dieser Bestimmung wurden am Sonnabend wie auch an den beiden Osterfeiertagen sämtliche Polizeidiener mobilisiert, die von Lokal zu Lokal wandern mußten, um festzustellen, ob ein schlimmer Steuerrestant, anstatt die heiligste Bürgerpflicht zu erfüllen, sich an Bier oder sonstigen alkoholischen Getränken gütlich tat. Das Resultat dieser Razzia soll gleich Null ge­wesen sein; zumeist waren es Berliner Ausflügler, welche ja glücklicherweise berechtigt sind, auch dann noch einen Schoppen zu genehmigen, wenn sie mehrere Quartale Steuerrückstände aufweisen. Leider ist in der Verordnung nicht gesagt wor­

den, ob die Vorortsbewohner bei dem Besuche einer Ge wirtschaft ihre letzte Steuerquittung als Legitimation d Kellnern vorzuzeigen haben.

A[ Ironie des Schicksals.] zu Triest erschoß sich im Cos

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Oriental der 24jährige Friedrich Erber, gebürtig aus Lieteinen Antrag betr. Schreiberstelle und befand sich in bitterster Notlage. In die nach Lau ba berlassen hatte, langte in der Zwischenzeit ein Schreiben eine sice Erbauung einer

in Steiermark. Erber suchte in Triest vergebens Hotel, wo er logierte, das er aber seit den Morgenstund Tante Erbers an, welches die Mitteilung enthielt, daß er ei reiche Erbschaft gemacht habe. Der Unglückliche aber w bereits tot. Das Neueste aus den Witzblättern. Der beleidigte Ochse. Wenn ich Sie einen ochsen nenne, so ist das eine Beleidigung, aber nicht für sondern für den Ochsen!"

Ein jedes Tierchen... A.: Wozu hast nur deinen Abreißkalender hängen, wenn er doch nie de richtige Datum zeigt! Heute ist nun schon Sonnabend, u dort hängt immer noch der Donnerstag." B.: Ich bit dich, Mensch, gönne mir doch das Vergnügen. Sieh n so bilde ich mir immer ein, es wäre erst Donnerstag; denke dir mun die Freude, wenn ich morgen aufstehe un finde, daß es Sonntag ist!" ( Dorfbarbier.)

Aus dem Gerichtsfaal.

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§ Bouillon ist kein Getränk. Die Warenhausbesiter M. u. H. in Hamburg waren vor einiger Zeit wegen V gehens gegen die Gewerbeordnung angeflagt worden, weil sie in ihrem Etablissement Bouillonproben an Kunden abfolgt hatten. Das Landgericht hatte die Angeklagien fre gesprochen und zwar mit der Begründung, daß Bouillon eine Suppe und fein Getränk sei. Die seitens der Staatsanm schaft gegen das Urteil eingelegte Berufung ist jetzt vom Obe landesgericht verworfen worden, so daß es bei dem Freispru berbleibt.

Was verspricht uns das Radium?

Auf der ganzen Welt ist man eifrig auf der Suche nat dem neuen Wundermetall, dem, ach so seltenen und teure Radium, das bisher die Kleinigkeit von etwa 160 000 Mar pro Gramm kostet. Jetzt will ein Karlsbader Geologe i den Spalten der dortigen heißen Quellen krystallinische Sub stanzen mit ansehnlichem Radiumgehalt entdeckt haben. Dann würde Karlsbad für die leidende Menschheit in seinen Quellen einen neuen Schatz aufgespeichert haben, denn die Nutzbar machung des Radiums scheint hauptsächlich auf medizinischem Gebiete zu liegen.

Zum Ersaße der Röntgen- Apparate, wie man anfangs glaubte, ist Radium allerdings bisher nicht geeignet. Wäh rend das, worauf es bei der Durchleuchtung menschlicher Körper hauptsächlich ankommt, den Röntgen- Strahlen in her borragendem Maße eigentümlich ist, nämlich daß verschiedene feste Körper, Fleisch, Knochen, Metall in verschiedenem Maße für die Röntgen- Strahlen durchlässig sind, findet sich diese Eigenschaft bei den Radiumstrahlen nur in erheblich ge ringerem Maße. Sie durchdringen alle diese Körper mit an nähernd gleicher Leichtigkeit, und ein photographisches Bild nach Art der Röntgen- Bilder, mit Radiumstrahlen aufgenom men, unterscheidet Fleisch und Knochenteile nicht voneinander, Metallteile nur in erheblich geringerem Maße als Röntgen­Strahlen. Natürlich ist nicht ausgeschlossen, daß in dieser Beziehung die Wissenschaft demnächst Fortschritte macht, welche die Radiumstrahlen zum Ersatze der Röntgen- Strahlen ge eignet machen könnten.

Ebenso ist es nicht ratsam, sich vom Radium für die Augen heilkunde zu viel zit versprechen, wie es einige Forscher tun Für das Auge sichtbar sind die von Radium ausgehende Strahlen ohne weiteres nicht. Erst wenn man mehrer Stunden lang im stockfinsteren Raume das Auge in außer gewöhnlicher Art für schwächste Lichtempfindungen empfäng lich gemacht hat, bemerkt man eine von dem Radium aus gehende Erscheinung, die einem Funkensprühen ähnlich ist. Auch kann man eine allgemeine Lichtempfindung im Auge bervorrufen, wenn man Radium in die Nähe des geschlossenen Auges bringt, ein Experiment, das aber, wenn öfter wieder holt, wahrscheinlich von unheilvollem Einfluß auf die Seh kraft sein wird.

Für sonstige medizinische Zwecke steht aber wohl den R diumstrahlen eine große Zukunft bevor; mar hat näml sicher beobachtet, daß unter dem Einflusse der Radiumſtrahle Bakterien schnell getötet werden, aber gleichzeitig auch de sehr unangenehme medizinische Eigenschaft, daß die Strahle auch das Körpergewebe sehr energisch beeinflussen und den auf der Haut hervorbringen, welche außerordentlich long sam heilen. Vielleicht steht das mit dem Ums'ande im sammenhange, daß auch für den Heilprozeß Bakterien forderlich sind, eine Hypothese, welche aufgestellt wurde, d bekannt wurde, daß in Polargegenden, wo die Luft und d Wasser außerordentlich frei von Bakterien sind, die Hautver letzungen der Nordpolfahrer keine Eiterungen zeigten, c auch nicht heilten.

Als ganz ausgeschlossen muß es vorläufig betrachtet den, die Energie der Radiumstrahlen technisch zu verwerte mit der Absicht, Brennmaterial zu ersparen. Dagegen fri natürlich die außerordentliche Kleinheit der ausgestrahl Energiemengen und der überaus hohe Preis des Materi selbst, sowie die geringe Aussicht, daß in absehbarer Zeit Darstellung sich erheblich billiger gestalten fönnte. Radium für rein elektrotechnische Zwecke vielleicht eine deutung gewinnen wird, steht auch noch dahin; immer ist die Erscheinung bemerkenswert, daß die Umgebung ein

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Weit wichtiger aber noch ist die Bedeutung der Eige schaften des Radiums als Wegweiser auf dem Gebiete Elementeforschung. Es scheint, daß der englische Fori Ramsay recht behalten soll, dessen Untersuchungen die Wa scheinlichkeit nahegelegt haben, daß das Radium sich währe der Ausstrahlung ganz allmählich in Helium verwand Selium ist nun ebenso wie Radium ein einfacher Störper Element, und bisher galt es bekanntlich als völlig unmögl ein Element weiter zu zerlegen oder ein Element in ein deres umzuwandeln. Wenn das jetzt möglich wird, so wit man streng wissenschaftlich die Arbeit der Alchimisten fo setzen, welche früher versucht haben, aus anderen Körp Gold zu machen.

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