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Wandlingen in dem äußeren Aussehen der Armee sind so groß, daß ein höherer Offizier, Freiher v. Guhlen, den Ausspruch tat: Wenn jetzt Wilhelm I. zurückkehrte, dann würde er sein Heer nicht wieder erkennen."

Bestimmten Verlautbarungen zufolge ist ein Ende in diesem Veränderungssystem noch nicht abzusehen, denn es heißt, daß am 27. Januar d. J. neue Verfügungen über die Kleiderordnung bevorstehen. Außer einer großen Neu­einführung soll die Abschaffung der Litewfa geplant sein. Daß die Neuerung sich gerade diesem Kleidungsstück zu­wendet, ist doppelt bedauerlich, weil die Litewka den Beruf zu haben schien, die Einfachheit in die Offiziersuniform hineinzutragen. Als sie seinerzeit eingeführt wurde, be­grüßte man sie als das Symbol einer Erneuerung des ein­fachen Geschmacks, der das Heer Friedrichs des Großen mit dem einfachen blauen Tuchrock und den roten Aufschlägen auszeichnete. Die Erwartungen wurden indes schnell ge­täuscht, denn die Litewka war seit ihrer Einführung nur ein bescheidenes Veilchen, das im Verborgenen blüht.

Wie verlautet, soll bei dem Militäretat im deutschen Reichstag die Uniformfrage zur Sprache gebracht werden. Ein westdeutsches Blatt hat sogar empfohlen, die Anforde­rungen hierfür zu streichen, ein Verlangen, dem die rechts­stehende und mittelparteiliche Presse mit Entschiedenheit ent­gegen tritt, weil hauptsächlich das Privatkonto der Offiziere dadurch belastet wird. Im übrigen aber ist gerade die konser vative Presse mit einem Vortrag der in dem Heere und in dem Volke laut gewordenen Wünsche, daß den Uniform­änderungen endlich einmal Halt geboten werde, einverstan­den. Es ist anzunehmen und zu wünschen, daß hierbei der ruhigen Sachlichkeit auch die Entschiedenheit der Ausdrucks­weise nicht fehle.

Die Politik.

Während die deutsche Regierung immer aufs neue ver­sichert, der Abschluß des deutsch- russischen Handelsvertrages sei mit Sicherheit für die nächsten Monate zu erwarten, sind offiziöse russische Federn geschäftig, der Welt das Gegen­teil einzureden. Russische Blätter stellen es so dar, als seien die Minimalzölle für Getreide u. s. w. im deutschen Zolltarif für Rußland völlig unannehmbar, und der Tarif­bertrag müsse daran scheitern. Die Erklärung dieses anschei­nend unlösbaren Widerspruchs ist höchst einfach: Die Russen wissen, daß die deutsche Regierung unter die Minimalzölle nicht herabgehen kann, sie wissen aber auch, daß Deutschland den Handelsvertrag durchsetzen will. Infolgedessen wollen sie, indem sie den Tarif für unannehmbar erklären, Deutsch­lang zwingen, ihnen für eine trotzdem erfolgende Annahme der Mindestzölle eine Ertrabelohnung anzubieten oder doch auf eine Extraforderung Rußlands einzugehen. Man weiß auch, worin diese Ertraforderung Rußlands bestehen wird: nämlich in einer kräftigen russischen Anleihe auf dem deut­schen Geldmarkt. Sowie die deutsche Regierung zu der Auf­legung einer solchen Anleihe in Deutschland ihre Zustim mung gibt, werden die Minimalzölle für Rußland mit einem Schlage kein Hindernis mehr sein, zu einem Tarifvertrage zu kommen. Schlaue Handelsleute, die braven Mosko­witer!

Wieder einmal rühren sich die politischen Propheten in der bei ihnen so beliebten Angelegenheit der Statthalterschaft im Reichslande. Schon seit einigen Jahren wurde immer und immer wieder ein Wechsel auf dem elsaß- lothringischen Statthalterposten als vor der Tür stehend" angekündigt. Unter anderen war Prinz Adolf zu Schaumburg- Lippe, der Schwager des Kaisers, von diesen Propheten schon so gut wie ernannt, und ebenso brauchte Graf Waldersee nur zuzugreifen, um Statthalter des Reichslandes zu wer den. Der jetzt erfolgte Tod der Gemahlin des Statthalters, Fürsten zu Hohenlohe- Langenburg, gibt abermals zu solchen Gerüchten Anlaß. Wieder wird berichtet, der Rücktritt des Fürsten stehe vor der Tür". Diesmal ist es zur Abwechse lung ein kaiserlicher Prinz, der sein Nachfolger werden soll. Daß später einmal ein Hohenzollernprinz die Statthalter schaft übernehmen wird, mag schon stimmen. Indessen was nicht stimmt, ist, daß der Statthalter irgendwie amtsmide sei Trotz der 71 Jahre, die Fürst Hohenlohe zählt, denkt er, wi unser Berliner CB.- Berichterstatter aus, guter Quelle hört, nicht daran, zurückzutreten, und ebensowenig denkt der Kaiser daran, ihn abzuberufen. Die Herren, die das Gras wachsen hören, haben also wieder einmal daneber prophezeit".

Frutenkontingent in der Generaldebatte angenommen. Die weiter erforderlichen Abstimmungen sind nur noch Formsache: das Refrutenkontingent fann als bewilligt gelten, und die Zurückbehaltung der ungarischen drittjährigen Mannschaften die zu so unerfreulichen Erscheinungen führte siehe Bilet und Trebinje- kann aufhören. Bei der Beratung der Vorlage erklärte der Honvedminister v. Nyiri, die Aus schreitungen in Bilek und Trebinje seien nur milde geahnde worden, weil die ungewöhnlichen Verhältnisse als mil. dernde Umstände für das Verhalten der Soldaten angeseher werden müßten. Der Minister erklärte zwar die Nachrichten über die Militärrevolten für übertrieben, mußte aber zu geben, daß die Dreijährigen, deren Entlassung eigentlich schon im Oktober erfolgen sollte, den Gehorsam verweigert hatten: sie durchzogen johlend die Straßen und demolierten die Wirtshäuser, wobei sie die Porträts des Königs besudelten. Da das Bileker Militärgefängnis für die Zahl der Ver hafteten nicht ausreichte, wurden die Meuterer je zwei und zwei aneinander gefesselt und nach Trebinje esfortiert; nur die Renitentesten wurden übrigens eingesperrt, sonst hätten Hunderte verhaftet werden müssen. Bei einem Marsche nad Trebinje verweigerten die Drittjährigen den Gehorsam und duldeten keine Offiziere an der Spitze des Marsches, woraus die Offiziere abtraten und die Mannschaft den Einzug in Trebinje unter Führung der Unteroffiziere hielt! Nur gegen 16 Mann ist ein Strafverfahren eingeleitet worden.

Ueber einen unerhörten und unerträglichen Fal australischer Willfür gegen einen Deutschen wird jetz Näheres bekannt. Wegen Unkenntnis der neugriechischer Sprache ist ein deutscher Reichsangehöriger, Hans Stel. Iing, von einem australischen Gericht zu einem halber Jahre Gefängnis verurteilt worden, und erst, nachdem ei einen Teil der Strafe bereits verbüßt hatte, hat man ihn au den Protest des deutschen Generalkonsuls hin am 19. De zember freigelassen! Man traut seinen Ohren faum, wenn man hört daß ein Deutscher wegen Unkenntnis des Neu griechischen verurteilt wird, und gar zu einem halben Jahr Gefängnis! Die australischen Behörden begründen die Ver urteilung folgendermaßen: Nach dem australischen Ein­wanderunsgesetz muß jeder Einwanderer, um die Erlaubnis zum Landen zu erhalten, 50 Worte nach Diftat in einer bom Zollbeamten zu bestimmenden euro päischen Sprache schreiben können. Da der Maat Hans Stelling der Sohn eines Deutschen und einer Egypterin ist so glaubte der Zollbeamte die griechische Sprache wähler zu sollen, da Griechenland Egypten am nächsten sei! Das die Prüfung des Deutschen Stelling im Neugriechischen ein Chifane war, liegt auf der Hand. Es fehlt nur noch, daß man Deutsche im Finischen oder Türkischen prüfte! Wenr Stelling diese Prüfung nicht bestand, konnte man ihm die Erlaubnis zur Einwanderung verweigern, aber man durfte ihn nicht dafür bestrafen. Solche Frechheiten in der Be handlung seiner Bürger darf sich kein ehrlicbendes und selbstbewußtes Volt ruhig gefallen lassen. Die deutsche Re gierung wird denn zweifellos auch den Australiern den Standpunkt klar machen und dafür sorgen, daß der Manr und das in ihm beleidigte deutsche Volk die nötige Genug tuung erhalte. Wie, wenn dergleichen einem Amerikaner widerfahren wäre? Aber freilich, den Amerikanern gegen über nehmen sich die Engländer solche Frechheiten nicht heraus.

Oesterreich- Ungarn.

Tisza triumphator! Dem Mann der starken Hand" ist es gelungen, der unerträglichen Lage, die in Ungarn durc die Nichtbewilligung des Rekrutenkontingents geschaffen war, ein Ende zu machen: Das ungarische Abgeordnetenhaus bat mit 161 gegen 51 Stimmen die Vorlage über das Re

* Mit den neulich von uns erwähnten Regierungsplänen wegen einer Aenderung des preußischen Vereinsgesetzes bekanntlich soll die deutsche Sprache als Versammlungs­sprache gefordert werden dürfen hängt es zusammen, daß gestern in dienstlichen Angelegenheiten" die Oberpräsi­denten Delbrück aus Danzig, v. Moltke aus Königs­berg und v. Waldo w aus Posen in Berlin eingetroffen sind. Auch der mit der reichsländischen Vereinsgesetzhand­habung vertraute Staatsminister v. Köller ist aus Straß­burg dort eingetroffen. Wie unser Berliner CB- Mitarbeiter hört, handelt es sich um eine Besprechung der Frage, ob in der Vereinsgefeßnovelle die deutsche Sprache als Ver­sammlungssprache obligatorisch gemacht, oder ob es in das Ermessen der Polizeibeamten gestellt werden soll, die Ver­handlungen in deutscher Sprache zu fordern oder nicht.

frankreich.

In der Hafenstadt Lorient, wo schon vor einigen Mo­naten große Streifunruhen herrschten und mehrfache Zu­jammenstöße n it der bewaffneten Macht vortamen, ist wieder eine neue Aufruhrbewegung im Gange. Wie erst jetzt nach­träglich bekannt gegeben wird, versuchte in der Nacht zum Montag eine angeblich aus zwanzig Mann bestehende Bande in das Pulverdepot von Meutec bei Lorient einzudringen. Der Nachtposten konnte erst durch mehrere Schüsse die An­greifer zum Rückzug bringen. Die Militärbehörden haben strenge Maßnahmen getroffen, um Wiederholungen ähn­licher Vorkommnisse zu verhindern.

O Unerfreuliche Nachrichten über Eingeborenenaufstände kommen aus unseren Schutzgebieten. Zunächst wird aus Deutsch- Südwestafrika gemeldet, daß auch im Osten der Kolonie Unruhen unter der eingeborenen Bevölkerung ausgebrochen sind. Der Stamm der Bandjerus ist aufsässig geworden und hat bereits drei Farmer ausgeplündert. Eine schleunige militärische Aktion zur Vermeidung weiterer Schädigungen der dortigen weißen Bevölkerung ist dringend erforderlich. Eine zweite Nachricht, die aus der Süd­see kommt, berichtet ebenfalls von einer Empörung der Ein­geborenen: Die zu Deutsch- Neuguinea gehörige Handels­station in Peterhafen auf den französischen Inseln, die der Insel Neupommern nördlich vorgelagert sind, ist von Ein­geborenen überfallen worden, wobei der Händler Rein­hardt und der Maschinist II, sowie zwei Chinesen und zehn befreundete Eingeborene ermordet wurden. Der Auf­stand war durch einen Streit über Geschäfte mit Land ver anlaßt worden. Eine deutsche Strafexpediti r, die gegen die Aufrührer ausgeschickt wurde, tötete fünfundzwanzig Eingeborene.

Afrika.

Entsetzen erregende Berichte über das Glend im Norden der Kapkolonie sind in Kapstadt eingelaufen. Hungersnot ist infolge der anhaltenden Dürre eingetre.cn. Am schlimmsten sieht es im Nordwesten der Kolonie aus. Die Leute leben dort nur noch von den Kadavern der Tiere, die auch größten teils infolge von Hunger eingegangen sind. Die Dürre hält in diesen Gegenden eigentlich schon seit drei Jahren an und ein großer Teil des Viehs, das dort früher auf der Weiden war, ist schon längst verschwunden. Selbst Feldmäuse und Meerkatzen, die es dort immer in großer Menge gab sind so gut wie ganz verschwunden. Nicht einmal ein Vogel ist irgendwo zu sehen, nur weiße Knochen und Stelette vor Tieren sieht man auf dem Veldt herumliegen. Die Sterb lichkeit unter den Kindern ist außerordentlich groß, und zwar sterben sie in großer Anzahl an sog. Hunger- Krankheiten. Die Regierung hat Anstalten getroffen, den Leuten Hilfe zu bringen, bis wieder Regen fällt und es möglich wird, die Farmen wieder instand zu setzen.

Heer und flotte.

Das Kommando des 11. Armeekorps soll gutem Ver­nehmen nach am 1. April d. Js. in die Hände des General­leutnants Herzog Albrecht von Württemberg übergehen. Der Herzog, der bisher die 26. Division fommandierte, wird der Nachfolger des Generalobersten v. Wittich, der am ge­dachten Zeitpunkte in den Ruhestand tritt.

Sihung der Stadtverordneten. W. Gießen, 4. Januar.

( Schluß.)

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Die Holzversteigerungen rom 21. und 28. Dez. v. J., denen eine neue Toge zu Grunde gelegt wurde, hatte das Ergebnis, daß die Gebote unter dieser Taxe blieben, trotzdem beantragt die Oberförsteret gemeinsom mit der Landwirt­schaftlichen Kommission die Versteigerung zu genehmigen, weil es sich um sehr geringwertige Hölzer handelt, welche bei einer neuen Versteigerung doch feinen höheren Ertrag bringen. Es wird demgemäß beschlossen. Auf Antrag der freiwilligen Feuerwehr beschließt die Versammlung bei der Großh. Brandversicherungsfammer die Gewährung von Mitteln zur Beschaffung von Feuerlöschgeräten zu beantragen. - Der Punkt Entnahme von Kies aus der Lahn wird von der Beratung abgesezt.- Der Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule hat die Versammlung früher bereits beschäftigt. Nachdem bei einem Wettbewerb unter den Gießener Architekten das Projekt von Stein u. Meyer zur Annahme und Ausführung empfohlen war, hat dieser Entwurf der Versammlung vorgelegen. Nun soll die Firma Stein u. Meyer eine Umänderung der Fassade im Plan vornehmen, derart, daß die Turnhalle unten ins Haupt­schulgebäude fommt, woraus sich im höheren Stockwerk, welches über dem großen Raum die Errichtung schwerer Wände nicht verträgt, die Anlage eines Festsaales sich er­geben soll. Für diese Aenderung des Planes und Vor­anschlages soll der Firma 1000 Mt. bewilligt werden. Mit dem Projekt sind verschiedene Stadtverordneten nicht einverstanden und es entspinnt sich eine lange Debatte. Der Oberbürgermeister erörtert die Gründe, welche dafür sprechen, diese Arbeit von den Urhebern des Projekts der Schule machen zu lassen, das Bauamt habe auch dem­nächst mit anderen Arbeiten zu tun und es tomme in der Hauptsache darauf an, diese Kostenberechnung schnell zu er= halten. Stadtv. Loeber verweist darauf, daß das Hoch­bauamt s. 3t. wegen Mangel an Arbeit sich beklagt habe, da­mals hätten die städtischen Techniker doch Zeit gehabt zu solchen Arbeiten. Die 1000 Mart, welche gefordert werden, könnte man sparen, denn das Bauamt würde wohl Zeit finden zu der Arbeit. Stadtv. Pirr ist der Ansicht, das Bauamt tönne die Ar­beit ganz gut machen, er will so wenig wie möglich Geld für den Bau aufgewendet haben. Stadtv. Huhn beanstandet, daß der Turnsaal nur eine einseitige Beleuchtung hat, er glaubt, derselbe werde zu dunkel werden. Der Ober­bürgermeister verweist darauf, daß der Saal hohe Fenster bekommen wird, die für genügende Helligkeit sorgen. Stadtv. Schaffstaedt erklärt, daß die an Stein& Meyer zu zahlende Summe von 1000 Mt. für die Arbeit, welche ja durch die vorliegenden neuen Projekte schon zum Teil aus­geführt sei, sehr mäßig ist; er würde sich für die Bewillig­ung des Betrages und für Uebertragung der Arbeit an Stein& Meyer aussprechen, aber er werfe die Frage auf: Was soll mit dem Hochbauamt für die Folge geschehen, es könne doch für die Folge nicht so weiter gehen. Oberbürgermeister Mecum bemerkt nachdem Kollege Schaffstaedt die Frage angeschnitten, wolle er auch darauf Antwort geben. Es sei eine prinzipielle Frage, ob man seitens der Stadt nicht besser dabei fahre, die Ausführung aller größeren Hochbauten an Privatarchitekten zu übertragen und die städtischen Beamten nur für die bestehenden städtischen Gebäude in Anspruch nehmen soll. Er werde Veranlassung nehmen, die Ansicht der Versammlung über diese Frage zu hören. Der Beigeordnete Georgi beantragt, die Beschluß­fassung über den Punkt auszuseßen und zu beschließen, daß eine Kommission aus Mitgliedern der Bau- Deputation, den Architekten Stein& Meyer, dem Leiter des Hoch­bauamts unter Führung des Oberbürgermeisters sich erst ein Mal Schulbauten in andern Städten wie Frankfurt, Darmstadt Wiesbaden 2c. ansieht, dann könne man ja immer noch Beschluß fassen. Dieser Antrag gelangte darauf zur An­nahme. Tas Theater- Komité hat den Antrag gestellt, ihm zur Erbauung eines Theaters und Scalbaues Schülers Garten zu überweisen. Der Vorsitzende des Komités, Prof. Fromme. berichtet über die bisherige Tätigkeit desselben, danach sind die Vorarbeiten soweit gedtehen, daß man auf Grund einer vom Bauinspektor Eecker entworfenen Skizze einen Wettbewerb um Entwürfe zu einem Theater- und Saalbau mit Restaurationsräume schreiten wolle, dessen Kosten Theater-, Saalbau- und Konzert- Verein zu tragen bereit sind. In der Tarlegung der Sachlage wird darauf hingewiesen, daß man nach einem Kosten- Ueberschlag mit etwa 750,000 mt. den Bau auszuführen gedenkt, daß zwar die Mittel hierzu noch nicht vorhanden, daß man aber hofft, wenn erst ein greifbares Projekt zu dem Bau vorliege, es bet dem Opfermut unserer Bevölkerung ein Leichtes sei, mindestens 200,000 Mt. à fond perdu für den Zweck zu erhalten. Der Rest soll mit einer geringen Verzinsung durch Aftien aufgebracht werden. Die Bau- Deputation schlägt vor, dem Theater- und Saalbau Komité zu gestatten, den im Besitz der Stadt befindlichen Schülers Garten, der ja für diesen Zweck so wie so bestimmt sei, als Bauplatz in ihrem Ausschreiben zu einem Wettbewerb um Entwürfe für Theater- und Saalbau, zu bezeichnen. Mit diesem Antrag Dem germanischen ist die Versammlung einverstanden. Museum in Nürnberg wurde bisher ein Jahresbeitrag von 12 Mt. aus der Stadtkasse geleistet. Die Versammlung ist damit einverstanden, daß vom 1. April d. J. dieser Beitrag auf 25 Mt. jährlich erhöht werden soll.

Ein Ersatztransport für die südwestafrikanische Schutz­truppe ist in der Stärke von 5 Offizieren und 230 Unter­offizieren und Mannschaften von Berlin über Kurhaven abgegangen. Die Truppe, die sich auf Jahre ver­pflichtet hat, steht unter dem Befehl des Oberleutnants Winkler, der bereits 6 Jahre in Südwestafrika tätig war. Am 3. oder 4. Februar wird die Landung in Swakopmund erfolgen.

Der kleine Krenzer Undine" ist auf der Kieler Werft zum erstenmal in Dienst gestellt worden. Das Kommando erhielt Korvettenfapitän Schaumann.

Verbesserte Torpedobewaffnung. Die Linienschiffe der Kaiserklasse, zuerst der Kaiser Friedrich III.", erhalten jetzt eine wesentliche Verbesserung der Torpedobewaffnung; alle Torpedoausstoßrohre werden unter die Wasserlinie gelegt. Bei den Kaiserschiffen lagen bisher das Bugrohr und die Breitseitrohre unten, das Heckrohr über der Wasserlinie.

Lokales.

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Der

6. Januar 1904. *** Der nachstehende Erlaß des Großherzogs wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht: Tie bewegt habe ich am Neujahrstag von Vertretern aller Stände und aller Teile des Landes die Spende entgegengenommen, durch welche mein geliebtes Volk Mir in dieser Zeit der Trauer ein Zeichen

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