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Lokales.

5. Februar 1904.

** Der Großherzog hat am 23. Januar d. J. der Schiftstellerin Dr Ella Mensch in Darmstadt die Silberne Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.

Der Abg. Jouz- Buzbach hat an die zweite Kammer einen Antrag eingereicht betr. die Erbauung einer normalspurigen Eisenbahn von Lich nach Grünberg, welcher lautet: Im Anschluß an den Antrag der Abgg. Hirschel und Köhler beantrage ich unter gleichzeitiger Vorlage der generellen Vorarbeiten: Hohe Kammer wolle beschließen, Großherzogliche Regierung zu ersuchen, dem Landtage eine Vorlage zu machen, zur Be­willigung eines Staatszuschußes zur Erbauung einer normal. spurigen Eisenbahn von Lich nach Grünberg im Anschluß Es ist an die nunmehr gebaute Strecke Lich- Butzbach."- doch sehr sonderbar, daß sich der Abg. Jouz plöglich für einen Wahlkreis interessiert, um den er sich sonst nicht fümmert; dazu macht er Vorarbeiten ohne Auftrag des Eisenbahnfomitees Grünberg- Lich, also ohne Zustimmung der beteiligten Gemeinden, die ihre Vorbeiten selber machen und von dem geschäftigen" Abgeordneten absolut nichts wissen wollen. Wir kommen auf die Sache noch zurück.

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** Die Immatrikulationen an der Landesuniversität für das Sommersemester beginnen am 18. April, die Vor­Lesungen am 25. April.

Reichstagsabgeordneter Heyligen steadt ift gestern Abend wieder nach Berlin gereift, um gegen­den härtig Reichstagsverhandlungen möglichst ohne Unterbrechung mit beizuwohen.

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Im laufenden Monat werden in Darmstadt bei ausreichender Teilnehmerzahl Me i sterkurse für Schuhmacher und Schneider vom 4.- 27. Februar abzuhalten beabsichtigt. Anmeldungen sind raschestens an die Großh. Zentralstelle für die Gewerbe zu richten.

Auf dem Braunsteinbergwerf Fernte" wird gegenwärtig an der Herstellung der elektrischen Tunnel­bahn zum Transport des Erzes gearbeitet. Der im Bau befindliche mehrere hundert Meter lange Tunnel ist in einigen Wochen vollendet.

** Brand. Mezelsuppe und Brand harmonieren nicht gut zusammen; was Wunder, wenn da ein kleiner Brand der gestern abend gegen 10 Uhr im Hinterhause der Wirt­schaft zum Löwen im Reuenweg in Gießen entstanden war, schnell gelöscht wurde und die Megelsuppen- Gäste bald wieder vereinigte. Die Feuerwehr trat rasch in Aktion. Eine große Menschenmenge die sich eingefunden, zerstreute sich bald wieder.

** Ein Unfall der glücklicherwetse noch verhältnis mäßig gelinde abgelaufen, ereignete sich am Mittwoch nach­mittag in der Marburgerstraße in Gießen. Die Pferde eines Fuhrmanns, der eine Fuhre Holz in die Stadt brachte, scheuten vor einem Automobil und gingen durch, die Mar­burgerstraße hinunter, in den Wieseckerweg und stürzte im Mittelweg nieder. Der Fuhrmann wurde in einen mit Wasser gefüllten Chausseegraben geschleudert, aus dem ihn ein Fuhrmann besinnungslos heraus zog. Der Wagen wurde zertrümmert.

(*) Der Maskenball des Wohltätigkeits­Vereins ,, Contentia" zu Gießen, welcher am Sonntag den 7. Januar in den festlich dekorierten Räumen des Neuen Saalbaues" stattfindet, verspricht allem An­schein nach, großartig zu werden. Prinz Karneval wird auch hier Humor und unbegrenzte Heiterkeit bei seinen ,, Untertanen" walten lassen. Es steht somit den Mitgliedern und deren Gäste ein vergnügter Abend be­bor. Wir wünschen dem Fest ein gutes Gelingen.

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* Raufmännischer Verein und Ortsgewer­beverein Gießen. Zu dem Interessantesten was oben genannte Vereine ihren Mitgliedern bieten, gehören seit Jahren zweifellos die Vorträge des Herrn Prosessor Gustav Amberg aus Berlin. Der Gelehrte sprach gestern Abend im Neuen Saalbau über: Himmelsmechanit, das Sonnensystem, kommete c. in durchaus faßlicher, verständlicher Weise, die auch dem unvorbereiteten Laien ein Folgen leicht ermöglichten. Zuerst tam der Redner auf die Bewegung der Himmelsförper zu sprechen, an einer Reihe gelungener Experimente bewies und erläuterte er das Gesetz der Drehkraft der Zentrifugalfraft und führte dann theoretisch mittels eines sinnreich konstruirten Apparates die Kugelbildung der Planet n vor. Sodann ging er zu dem eigentlichen Thema seines Vortrages, dem Sonnensystem über. Die Alten, so führte er aus, betrachteten die Erde als Mittelpunkt der Planeten, um die sich dann Sonne, Mond und die Fixsterne drehten, bis dann Kopernicus diese Lehre umstieß und der Sonne zu ihrem so lange vorenthaltenen Rechte verhalf. Es folgten dann eine Reihe trefflicher Lichtbilder, Photographien der Sonne, des Mondes, des Saturns, der Kometen und des Mars, deren ungeheure Entfernungen und Größenverhältnisse durch Riesenzahlen detaillirt wurden. Den Schluß des sehr belehrenden Vortrags bildete eine interessante Geschichte über die Entdeckung des Planeten Neptun. Dieser Planet wurde nicht durch Zu­fall oder infolge eifrigen Suchens gefunden, sondern sein Casein wurde von einem jungen Aſtronomen in Baris rein matematisch, theoretisch auf dem Papier berechnet und seine Auffindung ist deshalb auch ein echter ehrlicher Triumpf der Wissenschaft! Reicher Beifall des zahlreich erschiene­nen Bublikums dankte dem Vortragenden für seine interessanten Ausführungen.

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* Maskenfest des Turnvereins Gießen. Uebereinstimmend mit unserem fürzlichen Berichte fanden wir die Turnhalle bei unserem heutigen Besuche derartig umgewandelt, daß einem jeden Festbesucher bei seinem Ein­tritt in dieselbe ein Ah! der Bewunderung entschlüpfen wird. Wir dürfen ja nichts verraten, uns wurde das Ver­

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sprechen tiefsten Schweigens abgenommen und in der Tat, die Ueberraschung wird, eingedent des Gesamt- Arrangements geradezu eine verblüffende sein. Es wäre deshalb zu be­grüßen, wenn der Vorstand geneigt sein würde, eine Fort­segung des Festes zu planen, um den dem Verein fernstehen­den und solchen, die durch den voraussichtlich starken An­drang den Besuch am Samstag Abend unterlassen müssen, Gelegenheit zu geben, das bis in's kleinste Detail geschmack­voll und originell ausgestattete Karnevals- Vergnügen eben­falls bewundern zu können.

widmete sich nach Absolvierung seiner Examen 1875 und 1878 dem Staatsdienste, war u. a. von 1880 bis 1885 Amte anwalt am hiesigen Amtsgericht 1, von da bis 1893 Amtsrichter in Groß- Gerau, dann etwa ein Jahr lang Ober­amtsrichter in Ortenberg, von 1894 an Mitglied des hiesigen Landgerichts und feit 1900 Direktor an demselben. Als befähigter Jurist, pflichttreuer, gewissenhafter Beamter und tüchtiger Charakter war der Dahingeschiedene allein geschätzt. Viele werden seinem Hinscheiden aufrichtige Teilnahme zollen und ihm ein ehrend.s Andenken bewahren. Er hinterläßt eine Witwe( Tochter des verstorbenen Geh. Rats Dr. Walter), einen erwachsenen Sohn und eine Tochter.

Darmstadt. In heutiger Stadtverordnetensißung wurde nach lebhafter Debatte die Enführung der Bedürfnis­frage bei Wirtschafte konzessionen unter großer Mehrheit ab­gelehnt.

Darmstadt, 4. Febr. Gestern erschoß sich vor dem Friedhof der 41jährige Bureaugehilfe W. Rapp.

= Homburg v. d. H., 4. Febr. Gestern wurde die Strecke für das Gordon- Bennett- Rennen von Vertretern der Verwaltungsl ehörden und des deutschen Automobilklubs be­nahmen beraten. Es sollen an verschiedenen Punkten, bc­sonders an Bahnübergängen Ueberbrückungen der Rennstraße vorgenommen werden.

** Von einem eifrige Leser unseres Blattes erhalten wir folgende Zeilen: Ein Mahnwort an die Eltern! Die Zeit der Entlassung der Konfirmanden aus der Schule rückt immer näher und viele Eltern sind noch im Unklaren, was aus den Kindern nach Entlassung werden soll. Für die Mädchen ist wohl bald Rat gefunden, aber anders ist es mit den Knaben. Da wird überlegt und beraten und es dauert lange, bis ein Entschluß gefaßt ist. Meistens aber heißt es, der Junge ist zu einem Handwerk zu schwach, oder er ist so begabt, daß er eine Stelle auf einem Kontor oder Bureau bekleiten kann. Die Knaben sind mit diesen Vor­schlägen wohl einverstanden, denn sie gehen lieber mit Stehfahren. Dabei wurden die erforderlichen Sicherheitsmaß­fragen und Spazierstock an die Arbeit als im schlichten Arbeitskittel; welcher Gefahr sich die Eltern aber hingeben, müssen sie nach einiger Zeit erfahren; denn wenn auch die erhalten, so ist nach Beendigung der Lehrzeit der Gehalt Knaben nach Eintritt in die Lehre eine kleine Vergütung ein so geringer, daß es kaum möglich ist, auch nur die not­wendigsten Lebensbedürfnisse davon zu bestreiten. Wie viele Kaufleute und Schreibgehülfen suchen nach Beendigung ihrer Lehrzeit monatelang vergebens nach Stellung! Außerdem fommt noch in Betracht, daß die Gesundheit durch das fort­währende Zimmerhocken bei der Mehrzahl bedeutend ange­griffen wird. Lernt der Junge jedoch ein Handwerk, so verdient er nach Beendigung der Lehrzeit einen schönen Lohn und kann seinen Plaß wechseln wann er will. Gefällt ihm das Gesellenleben nicht mehr, so macht er sich mit einigen ersparten Groschen selbständig und ist dann sein eigener Herr. Darum Ihr Eltern, lasset Eure Jungen ein Hand­wert lernen!

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Kinderschuß und Lehrerschaft. Nachdem das Reichsgesetz über die Kinderarbeit in gewerblichen Be trieben 2c. vom 30. März 1903 am 1. Januar d. I. in Kraft getreten ist und die erforderlichen Ausführungs­bestimmungen erlassen worden sind, erscheint es geboten, daß die Lehrerschaft die in hervorragender Weise an der Durch­führung des Kinderschutzgesetzes interessiert ist mit den einschlägigen Bestimmungen sich vertraut macht. Ein Teil der Regierungen ordnete daher an, daß die Bestimmungen di ses Gesetzes auf den diesjährigen Lehrerkonferenzen zum Gegenstand eingehender Erörterungen gemacht werden und weist darauf hin, daß unter Schulaufsichtsbehörde" im Sinne des Reichsgesetzes nach den Ausführungsbestimmungen der Kreisschulinspektor" zu verstehen ist.

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)( Vegberg, 5. Febr. Der Gesangverein Frohsinn" feiert am Sonntag im Reichmannschen Saale sein 20jähriges Stiftungsfest.

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Großen- Linden, 4. Febr. Per Schub wurde dieser Tage eine Zigeunerbande, nachdem ihre Habseligkeiten seitens der Gießener Gendarmerte einer gründlichen Durchsuchung unter­zogen, wieder über die preußische Grenze gebracht. Ein nochmaliger Versuch der Bande bei Lang- Göns über die Grenze zu kommen wurde wiederum von der Gendarmerie verhindert.

§ Saasen, 5. Febr. Im Saale des Herrn Schepp hält am Sonntag abend der Gesangverein Eintracht" ein Konzert mit nachfolgendem Ball ab.

Kirchhain, 4. Febr. Vom 1. April d. J. an wird die seit ca. 10 Jahren hier bestandene höhere Privat­schule als Neftoratschule der Stadt Kirchhain" in städtische Regie übernommen. Die Anstalt wird im Durchschnitt von 40 Schülern besucht, die hier für die Tertia etnes Gymnafiuias oder einer Realschule vorgebildet werden. Heute morgen war bei dem Landwirt F. ein Bett in Brand geraten, wodurch sich mächtige Dampfwolten entwickelten. Durch das rasche Eingreifen fonnte die Gefahr beseitigt werden und brauchte die Feuerwehr nicht in Tätigkeit zu treten.

Frankfurt a. M., 4. Febr. Im Hafen wurde gestern ein neugeborenes Zwillingspaar aus dem Wasser geländet. Vor einem Hause in der Schnurgasse wurde heute Morgen ein in Windeln gewickelter neugeborener Erdenpilger aufge­funden. Das Kerlchen schrie aus vollem Halse. Man be­nachrichtigte den Armenverein, der die Fürsorge für das Kind übernahm. Von den Müttern fehlt jede Spur.

+ Mainz, 4. Febr. In der heutigen Stadtverordneten­sigung teilte Oberbürgerme st.r Dr. Gaßner mit, daß ihm Staatssekretär Strätte bestimmt die Errichtung eines Haupt­postgebäudes in Mainz zugesagt habe.( Wie wir bestimmt wissen, werden in Berlin Verhandlungen wegen Erwerbung der Offiziershäuser am Münsterplaße für das Gelände der neuen Hauptpost geführt.)

Mainz, 4. Febr. Ein Sergeant des 87. Infanterie­regiments erschoß sich heute in der Prinz Karl- Kaserne aus Furcht vor Strafe wegen eines geringfügigen Vergehens. Der Selbstmörder war bei seinen Vorgesezten sehr gut an­geschrieben.

Darmstadt, 3. Febr. Zum Tod des Landgerichts­direktors Dr. Meisel wird geschrieben: Man hatte in den benachbarten Räumen des Justizgebäudes den Schuß nicht gehört, ein zufällig Eintretender fand Herrn Dr. Meisel bereits als Leiche, im Sessel vor dem Arbeitsusch ſizend, während der Revolver zu seinen Füßen lag. Der Tod muß augenblicklich eingetreten sein und zwei rasch herbeigerufene Aerzte fonnten lediglich nur denselben bestätigen. Ein hin­terlassener Brief, sowie der ganze Befund ließen sofort an einem Selbstmord feinen Zweifel. Bezüglich der Gründe hierfür steht man vor einem Rätsel und fann bis jetzt rur irgend ein förperliches Leiden oder plößliche Geistes verwurung vermuten. Herr Dr. Meisel war im Jahre 1853 hier als Sohn des späteren Landgerichtsrats Dr. Meisel geboren,

Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde.

Am Sonntag Sexagesima e, den 7. Februar Gottesdienst.

In der Stadtkirche. Vormittags 9,30 Uhr: Pfarrer Schwabe. Bormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markus­gemeinde. Pfarrer Schwabe.

Abends 6 Uhr: Professor Dr. Drews.

konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. Montag den 8. Febr. abends 8 Uhr: Vereinigung der

Donnerstag, den 11. Februar, abends 8 Uhr, im Konfir­mandensaal der Markusgemeinde Bibelstunde. Apostelgesch. Kap. 17. Pfarrer Schwabe.

In der Johanneskirche. Vormittags 9,30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 6 Uhr: Siehe Stadtkirche. Sonntag abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbe­sprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Joh. 11, 1-16.

Montag, den 8. Februar, abends 8 Uhr, Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text: Jat. 4, 1. Pfarrer Euler.

Batholische Gemeinde. Samstag, den 6. Februar. Nachmittags um 5 Uhr und Abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Sonntag, den 7. Februar. Sexagesimae. Vorm. von 6,30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.

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nm 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil Kommunion.

um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe.

um 9,30 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachm. um 5,30 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 6. Februar 1903.

Vorabend 5.00 Uhr. Samstag vorm. 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr.

Sabathausgang 6.15 Uhr.

Wochengottesdienst: Morg. 7.00 Uhr, Ab. 5.00 Uhr.

Wetterbericht.

( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.)

Verlauf der Witterung vom Mittwoch bis Donnerstag. Fleche Hochs lagern im Norden und Südosten. Eine Rinne niederen Dirckes, in der verschiedene Tiefs eingebettet sind, erstreckt sich von Irland bis Rußland. Infolgedessen wehen meist südliche Winde, welche mildes, trübes Wetter hervorrufen. Stellenweise fällt etwas Regen. Die Luft­druckverteilung scheint sich in den nächsten Tagen nur unbedeutend zu ändern.

Marktberichte.

Kirchhain, 1. Febr. Zum heutigen Rindviehmarkte waren ca. 450 Stück Großvieh und 100 Kälber aufgetieben. Der Handel war sehr lebhaft. Zum Schweinemarkt waren ca. 500 Stück aufgefahren. Trotzdem auch hier flotter Handel war, blieben die Preise doch ziemlich gedrückt und niedrig.

Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeisterei­gebäude) Zimmer Nr. 14.

Es können eingestellt werden:

1 Schloffer, 1 jüngerer Schmied, 1 Küfer, 1 Megger, 1 Friseur, 1 Schneider, 1 Hausbursche, 1 Buffetfräulein, 2 Köchinnen, 9 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und auswärts.

Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Spengler, 1 Fein­mechaniker, 1 Mechaniker, 1 Kaufmann, 1 Bäcker, 1 Buch­binder, 1 Tapezierer, 1 Schreiner, 1 Weißbinder und Lackierer.

Es suchen Arbeit:

1 Schmied, 1 Spengler, 2 Buchbinder, 3 Schreiner, 1 Bäcker, 1 Wäscherin, 2 Lackierer, 3 Hausburschen, 5 Fahrburschen, 5 Lauffrauen, 2 Bureaugehilfen.

Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den Gerichts." und" Ceffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann