möglich in Untersuchungshaft zu halten. Und in was für welcher! Stadthagen verlangt schließlich, daß die Entschädigung den schuldigen Beamten zur Last falle. Der sozialdemokratische Abgeordnete, der in gewohnter Schärfe sprach, provozierte eine Anzahl von Erwiderungen aus den Reihen der Nationalliberalen und des Zentrums; besonders Abg. Gröber antwortete mit echt süddeutschem Temperament, so daß sich selbst Stadthagen gegen seine Kraftausdrü wehrte. Das hinderte ihn freilich nicht, seinerseits in echter Berliner Mundart zu schließen:" Sie machen sich lächerlich mit Ihren moralischen Fakkereien." Nach kurzer Rede des Abg. Müller- Meiningen wurde der Gesetzentwurf an die Justizkommission verwiesen.
Preussischer Landtag.
Haus der Abgeordneten.
( 10. Sigung.) RK Berlin, 4. Februar. Die Fortsetzung der zweiten Beratung des Etats der Landwirtschaftlichen Verwaltung führte auch heute wieder zu interessanten Debatten über
die Lage der Landwirtschaft.
§ Lillian Nordica geschieden. Die berühmte Primadonna Lillian Nordica erhielt vom Gericht die Scheidung von ihrem Gatten, dem ungarischen Tenor Döne, bewilligt. Der Gerichtsbeschluß teilt lediglich mit, daß Döne sich eines Be tragens schuldig gemacht habe, das für einen Gatten unpassend sei. Die Gerichtsverhandlungen wurden geheim geführt.
Nab und Fern.
A Die deutsche Hilfsaktion in Aalesund hat gestern ihr Ende erreicht. Der Hamburger Dampfer Phönicia" und das Bremer Schiff„ Weimar" fuhren unter großen Ovationen der Behörden und der Bevölkerung in die Heimat ab. Abends vorher hatte ein gemeinsames Abschiedsmahl der Leiter der Hilfsexpedition und der städtischen Komitees stattgefunden, bei dem Bürgermeister Rönneberg und Stadt. verordneter Friesack dem Dank der Bevölkerung bewegten Ausdruck gaben. Aalesunds Bürger haben begonnen, in tatkräftiger, emsiger Arbeit auf den Ruinen vorläufige Heimstätten zu errichten und den Bedürftigen durch Errichtung von Speisehäusern und Baracken unter die Arme zu greifen.
Der erste Redner, Abg. Glazel( nat.), erkannte die schwierige Lage der Landwirtschaft an, warnte aber davor, um diese zu begünstigen, die Handelsverträge vorzeitig zu fündigen. Dann folgte der Abg. Dr. Hirsch( freis. Vp.) mit einer ausgedehnten Programmrede, deren Grundsay darin gipfelte, daß eine Not der Landwirtschaft nicht vorhanden sei, im Gegenteil die Zeiten für die Landwirte immer besser würden. Auch er warnt vor voreiliger Kündigung der Handelsverträge und verlangt gebührende Rücksicht auf die Interessen der Industrie. Wo die Landwirtschaft sich ja in einer Krise befände, müsse diese nicht durch Zölle, sondern durch Genossenschaften und Bildungsmittel bekämpft werden. Deshalb tritt er speziell für die ländlichen Fortbildungsschulen ein. Weitere Forderungen seien im Interesse des Sozialen Friedens die Beseitigung des Gesinderechts und die Koalitionsfreiheit der ländlichen Arbeiter, die man sonst in die Arme der Sozialdemokratie treibe. Abg. G amp( frks.) wirft dem Vorredner vor, eine Agitationsrede gehalten zu haben, und behauptet, daß jener von den wirklichen Verhältnissen auf dem Lande teine blasse Ahnung befäße. Er richtet dann verschiedene Wünsche an den Minister v. Po d- bielski, die dieser eingehend prüft, nachdem auch er erklärt hat, daß die Arbeit des Landwirts sich schlecht lohne. Gegen eine Aufhebung der Grenzsperre für ausländisches Vieb ist der Miniſter aus sanitären Rücksichten entschieden. Nur den strengen Maßnahmen ist es zu danken, wenn die Maul- und Klauenseuche erloschen ist. Die Wünsche in Bezug auf Regelung der Preisnotierung für Schlachtvieh verweist er auf eine Revision der Reichsgewerbeordnung. Er befennt sich als einen Freund der ländlichen Fortbildungsschulen. Zum Schluß weist er die Beschwerden über schlechte Entlohnung der Forst- und Landarbeiter als unbegründet zurück. Der freisinnige Abg. Bröm el nimmt die Arbeiterfrage zum Anlaß, an seine eigenen Parteigenossen, die mit der Sozialdemokratie liebäugeln, vor allem an Pfarrer Naumann, eine scharfe Absage zu richten. Der Schluß der Debatte bringt einen Antrag des Abg. Herold( 3entr.) auf Vorlegung eines Gesezentwurfes, wonach die Besizer der einen gemeinschaftlichen Jagdbezirk bildenden Grundstücke in allen Jagdangelegenheiten, insbesondere bezüglich der Jagdberpachtung, durch einen Jagdvorstand vertreten werden sollen, der von den Grundbesißern des Jagdbezirks nach Verhältnis der in ihrem Besize befindlichen Grundfläche gewählt wird. Der Landwirtschaftsminister erklärt sich mit diesem Antrag einverstanden. Hierauf tritt Vertagung auf morgen ein.
Hus dem Gerichtsfaal.
Eine neue Mesalliance im Hause Habsburg soll nach Wiener Meldungen in nächster Zeit zu erwarten sein. Ein Prinz aus einer Nebenlinie des faiserlichen Hauses soll fest entschlossen sein, die Tochter eines Wiener Restaurateurs zu heiraten. Vielleicht gelingt es im letzten Augenblick den Vorstellungen der Verwandten aber doch noch, den Prinzen zur Aufgabe seines Heiratsprojekts zu veranlassen. Hat sich doch erst kürzlich Erzherzog Ferdinand Karl trot anfänglichen Sträubens überreden lassen, auf seine beabsichtigte Heirat mit der Prager Professorstochter Berta Czuber zu verzichten.
§ Wirtschafterin und Geliebte. Ein Nachspiel zu dem vor dem Schwurgericht verhandelten Mordprozeß Gleditsch be schäftigte das Berliner Schöffengericht. Die Wirtschafterin Marie Gleditsch ist, wie erinnerlich, wegen Anschlags aus den Major a. D. Neisch, dem dieser zum Opfer fiel, zu fünf Jahren sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die G., die bei dem Major Wirtschafterin gewesen war, hatte die feste Hoffnung, daß R. sie heiraten würde. Sie sah sich jedoch in dieser Hoffnung getäuscht. Die Angeklagte hielt ein Fräulein Herrhut für die Zerstörerin ihres Glückes, lauerte ihr auf und brachte ihr vier Messerstiche bei. Der Gerichtshof billigte ihr mildernde Umstände zu und derurteilte sie zu einer Zusagstrafe von sechs Wochen Gefängnis.
Der Wildhirt.
Eine obechessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.)
"
Ueberschwemmungen in England. Infolge von schweren Unwettern und Stürmen ist eine ganze Anzahl englischer Flüsse über ihre Ufer getreten und haben das Land weithin überschwemmt. Die tiefliegenden Stadteile von Portsmouth sind überflutet. Der Straßenbahnverkehr stockt. Die Keller der Häuser sind unter Wasser gesetzt. In Plymouth haben schwere Seen die Dächer der am Strande liegenden kleinen Landhäuser fortgefegt. Der Deich ist untergraben, während im Wellenbrecher eine 200 Fuß breite Lücke klafft. In Hastings wurden aus dem Wellenbrecher gewaltige Zementblöcke herausgerissen und wie Spreu auf dem Strande zerstreut. In London ist die Themse zu ungewöhnlicher Höhe ingeschwollen. Die anstoßenden Wohnhäuser und Geschäftsräume sind überflutet. In der Umgebung sind Tausende oon Morgen Land überschwemmt und gleichen einem großen See. Die Themse hat ihren höchsten Stand seit dem Nopember 1901 erreicht. Auch in Kent ist das Land meilenweit unter Wasser gesetzt.
Ein gefährlicher„ Wunderdoktor" wurde von der Mainzer Polizei festgenommen. Es ist ein„ auf Wanderschaft" befindlicher Berliner Artist Paul Strauß, der sich ,, Wunderdoktor Müller" nannte und in Mainz zahlreiche Kranke beſuchte, vorzugsweise alleinstehende Frauen, Witwen und Mädchen. Bei den von ihm mit diesen angestellten„ ärztlichen Untersuchungen" benahm er sich in der schamlosesten Weise.
Wer hätt das hinter dem Hangcurt gesucht ,,,
meinte einer.
,, Ach, den hat der Tiophel, der Nichtsnuz, verführt," sagte ein anderer.
Vermifchtes.
[ Eine Briefmarkensammlung im Werte von zwei Millionen Mark] wurde im Londoner Britischen Museum von 60 Mitgliedern der philatelistischen Gesellschaft besichtigt. Die Sammlung ist von dem früheren Parlamentsmitglied Dr. Thomas Kay Tapling der Nation geschenkt worden. Die Sammlung enthält beispielsweise u. a. 3 Exemplare der so seltenen Mauritiusmarke, von der neulich eine einzige für den Preis von 29 000 Mart in einer Auktion verkauft wurde.
[ Durchsichtige Regenschirme.] Das neueste auf dem Gebiete der Londoner Mode ist der durchsichtige Regenschirm. Der schwarze Schirm soll verschwinden; man hat bereits den Versuch gemacht, in den Londoner Parks rote Regenschirme mit gelben Streifen einzuführen. Aber auch diese farbigen Schirme haben noch dieselben Nachteile, wie die schwarzen, sie sind undurchsichtig, und man kann bei nassem Wetter ebensogut jemand mit seinem farbigen Regenschirm anrennen, wie mit einem schwarzen. Ein genialer Erfinder ist nun auf den Gedanken durchsichtiger Regenschirme verfallen. Man wird so freilich nicht länger die Entschuldigung haben, jemand, den man nicht sehen will, nicht zu sehen, indem man den Schirm etwas niedriger trägt. Die Substanz, aus der diese durchsichtigen Schirme gemacht werden, ist ein Geheimnis des Erfinders. Die Schirme sehen wie Glas aus, sind jedoch nicht ganz so durchsichtig. Sie ähneln in der Farbe dem Elfenbein, und die Stäbe des Gestells scheinen aus Aluminium oder Silber zu sein.
+ Der Kampf um das Sergeantenkind. Ein Sergeant eines in Berlin garnisonierenden Regiments heiratete vor zwei Jahren ein junges Mädchen aus Merscheid bei Ohligs ( Rheinprovinz). Die Ehe war aber eine äußerst unglückliche, so daß die junge Frau sich von ihrem Manne trennte und mit ihrem Kinde zu den Eltern zurückkehrte. In dem darauf folgenden Ehescheidungsprozesse wurde nun das Kind dem Vater zugesprochen. Die Mutter wollte es aber gutwillig nicht herausgeben, so daß der Vater die Hilfe eines Gerichtsvollziehers in Ohligs in Anspruch nahm und zugleich eine Frau nach dort sandte, um das Kind für ihn in Empfang zu nehmen. Die Mutter begab sich auch mit dem Kinde zu dem Gerichtsvollzieher, wo es der Abgesandten des Sergeanten ausgehändigt wurde. Auf dem Wege zum Bahnhofe wurde jedoch der Berlinerin das Kind wieder entrissen und Mutter und Kind sind seitdem verschwunden. Für die Teilnehmer an dem Kindesraube, einem Einwohner und zwei Einwohnerinnen von Ohlings, dürfte die Affaire noch ein Nachspiel vor Gericht haben.
„ Wenn's sein Vater wüßt, wüßt ich'm' n Fehler," " Ja, der is nit g'fror'n um'n G'hannstag." ' s hat sich mancher mit dem Wildern ins Unglück gestürzt.' s is wie' ne Krankheit; wense mal befällt, der kommt nit so leicht d'rvon. Um' n Hangcurt täts mir leid, wenn er nit d'rbon läßt."
" Ich glaube, der Nau's Lange hat's doch nach und nach aufgegeben. Im Verdacht war er doch hart, daß er wildern gange is."
Eisenbahnkatastrophe. Wie aus Halifax gemeldet wird, erlitt ungefähr 40 Meilen von dort ein nach Boston und Montreal bestimmter interkolonialer Eisenbahnzug einen Unfall, bei dem zwei Personen getötet und 20 Personen verletzt wurden, darunter einige lebensgefährlich.
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[ Das passende Maskenkostüm.] Folgende Anekdote wird soeben aus Dublin berichtet, allerdings kann diese Geschichte auch schon früher einmal und an jedem anderen beliebigen Orte passiert sein. Die Dubliner Gesellschaft bereitete sich auf einen großen Kostümball vor, und eine Dame, die junge Gattin eines irischen Peers, überlegte sich lange und mit großer Sorge, welches Kostüm sie eigentlich wählen sollte, um ihre Freunde stolz und ihre Rivalinnen neidisch zu machen. Im Bewußtsein ihrer natürlichen Reize entschloß sie sich am Ende, als Venus zu erscheinen, ein Plan, zu dem ihr Gatte ein wenig zweifelhaft den Kopf schüttelte. In solchen Dingen läßt sich aber eine Frau bekanntlich keine Vorschriften machen, und wenn es selbst ein echter und rechter irischer Peer ist. Sie schrieb daher an einen bekannten Kostümier, zu dessen Findigkeit sie alles Zutrauen hatte, er möge ihr baldmöglichst ein Kostüm für die Rolle der Venus schicken. Zu ihrem Erstaunen traf die Sendung mit wendender Post ein, aber die Lady Venus konnte zu ihrem Bedauern das Kostüm nicht benußen. Der wißige Fre hatte nämlich - eine leere Kiste geschickt.
es nicht zu, daß er die Nächte wegbletben konnte, um mit dem Tiophel dem Wild nachzustellen. Er hatte den Wildhirten seit mehreren Wochen nicht gesehen und darum war auch das, was er getan, bei denen, die es wußten oder nur vermuteten, fast vergessen. Auch das Eischen war wieder freundlich zu ihm und setzte sich des Abends, wenn es eine Minute Zeit hatte zu ihm auf die Ofenbank.
[ Russisches Sittenbild.] A is Tscherepowez schreibt man einem Petersburger Blatte: Ein langer Zug Bauernfuhren fährt durch die Stadt. Plößlich stockt der Zug; man sieht, daß die Bauern zusammenlaufen, gestikulieren und sich auf den Schnee legen. Die Juhren sind mit Spiritusfässern beladen, und ein Faß ist leck geworden. Nun fließt die köstliche Flüssigkeit in den Schnee, und die Bauern liegen platt auf der Erde und saugen das Naß ein- eine halbe Stunde lang, dann ist alles betrunken, nur die Pferde nicht. Den stockenden Zug erreichen andere Leute; der gefrorene Boden läßt den Spiritus nicht einsickern, er bildet Lachen, Ländlich. und die neu Ankommenden schöpfen daraus. ſittlich.
Allein mit dem halben Vergessen des Wilderns vergaß sich auch dessen Gefährlichkeit und dem Hangcurt däuchte, daß er eigentlich doch noch derselbe Mensch sei, als vorher, wo er noch nicht gewildert hatte. Er würde jedoch, schon dem Elschen zu Liebe, niemals wieder in seine frühere Leidenschaft verfallen sein, wenn der Versucher ihm nicht in der Gestalt Tiophels abermals entgegengetreten wäre.
Es war wieder eines Sonnabend Abends, als er „ Dem soll ja die Büchse fortkommen sein." aus Wirth's nach Hause ging. Da stand vor dem " Sollt mich wundern, wennse der Tiopheln it Hoftor der Tiophel, der ihn erwartet zu haben schen. g'funden hat"
Den hat er im Verdacht, daß er se hätt'." " Haha," lachte einer, eßt weiß ich auch, warum er vor einiger Zeit mal sagt, wenn er ihn mal auf'm Hof erwischt, gingsem nit gut's war hier an diesem Tisch."
„ Na, an den Tiophel wagt er sich nit, der is zu berwogen."
Die Bauern sprachen noch eine Weile über diesen Unterhaltungsstoff, der ja so sehr interessant war und der sie länger im Wirthaus fesselte, als sie Anfangs beabsichtigt, dazubleiben. Denn es war im Sommer und daher eine Zeit, wo sie viel zu tun hatten.
Dies kam auch den guten Vorsägen des Hangcurt zu statten, denn die viele Arbeit in Hof und Feld ließ
„ Na, Hangcurt, Du fommst ja nit mehr?" " Ich hab jetzt keine Zeit mehr, das fannste Dir leicht denken."
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Das Neueste aus den Witzblättern. Auch eine Auffassung. Einige Fremde fragen einen Münchener nach einem feineren Restaurant.- ,, Was wollen's denn trink'n Bier oder Wein?"- Weder das eine noch das andere. Wir sind Temperenzler und trinken nur Wasser.“„ Ja, was woll'n denn Sie nachher überhaupt in München?"
„ Aber den Sonnabend Abend kannste doch immer mal rauskommen, das weiß ich, weil Ihr ja doch den Sonntag nichts zu tun habt. Ich war grad bei meiner Mutter, wo ich mir was holte und wollt auch in Wirth's; da hört ich Dich haußen sprechen und darum mocht' ich nit nein gehn, weil's am End' sonst verdächtig g'west wär. Ich bin darum hier' rumgangen, bis Du tamst."
Vernünftiger Vorschlag.„ Sehn's, Herr Baron, jetzt wo die Fremden weg ſan, is eigentli am allerschönsten bei uns."" Haben recht, Kofler, unbegreiflich, warum die Leute nicht alle erst kommen, wenn der Fremdenrummel vorbei ist."
Ein Gelehrten Problem.„ Nun, Herr Professor, warum so tiefsinnig?"" Ich zerbreche mir schon den ganzen Morgen den Kopf darüber, ob wohl Pluton für den Unterweltshund Kerberos, der, obgleich es nur ein Hund war, doch drei Köpfe hatte, heute zur dreifachen Hundesteuer herangezogen werden könnte."
Nur nobel. Hauslehrer:„ Der junge Herr Baron ist sehr unartig." Neugeadelter Proß:„ Er wird sofort
von mir Prügel empfangen. Führen Sie ihn in's Empfangszimmer!"
" Das kann nit sein; woher sollt denn das einer wissen?"
Na' n Stückchen will ich mit Dir' s Dorf' naufgeh'n", sagte Hangcurt, indem er mit dem anderen die sanft ansteigende Dorfstraße hinaufschritt. Du weiß noch gar nit, daß mir im Verdacht stehn, z'sammen auf dem Anstand g'west zu sein?"
„ Aber das Elsche wuß'ts." " Verdammt, welcher Hund wird denn da den Aufpasser g'spielt haben?"
" Ich weiß es nit.' s is mir selbst' n Räthsel." " Hm, hm, ich dacht nun gewiß, ich brächt Dich heut Abend mal wieder mit' naus, denn hinten am Fuchsgraben treten Rehe ans."
Weißt's g'wiß?" fragte Hangcurt, in dem die alte Lust wieder erwachte.
Wie fönnt ich's denn sagen, wenn ich's nit g'sehn
hätt!"
„ Wenn ich wüßt, daß nichts' rauskommen tät, ging ich wahrhaftig noch mal mit. Aber's Elschewenn's das Elsche erfährt-"
„ Du wirst Dich doch nit darum abhalten lassen? um'n Weibsmensch? Das Elsche braucht's nit zu erfahr'n und wenn's doch, dann wird's auch wieder gut, wenn's mal' s Maul läßt hängen."
Hangcurt blieb einen Augenblick stehen und besann sich. Dann sagte er, indem er vorwärts schritt:
„ Was liegt d'can!' s denkt bald doch kein Mensch mehr d'ran, daß mir im Frühjahr als mal auf'n Anstand gangen sein. Da will ich heut Nacht noch mal mit geh'n."
Und Hangcurt ging mit. Auch diesmal hatten beide Glück, denn sie erlegten ein Stück und brachten es glücklich in Sicherheit, ohne von einem Forstlaufer behelligt zu werden. Es war jedoch schon Tag- allerdings tagte es ja auch sehr früh als Hangcurt durch die Gärten ging nach der Hinterseite des Wohnhauses, in das er wieder in gewohnter Weise einstieg. ( Fortsetzung folgt.)
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