Einzelbild herunterladen

Nr. 3.

Abonnementepreto: in Siegen, abechelt menari 50- Pfg., ia's Sans gebracht 60 fg., durch die Vof bezogen siertel jährlich Mt. 1,50.

Bratisbetlogen: Oberhefftsche Familienzeitung( click) Oberbefinde Beitschrift für Lendwirtschaft, Shn- und Bartezban, sowie die Sießenez Seifenblasen( wbcnt:$). Das Blatt ersdrint on alon Borlingen nadestragé

Dienstag, den 5. Januar 1904

Gießener

13. Ja ang.

Jufertionsprei: Die beige We

gang Oberbeffen, die Preise Beker und Marg 19 Sofft 15 Blg.; Steklumen bie eitgeile ref. 400

Boftzeitungsße Blo. 3200,

Rebattion und Expedition: Gießen even mee& Gerufrechrafiat. 343.

Neuelle Nachrichten

( Sicfener Sageblatt)

Anesßängige Tageszeitung

Mr Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Gutblit alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen.

Bekanntmachung.

Betr. Fleisch beschau.

Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis ge­bracht, daß Herr Schlachthofdirektor Dr. Liebe zum tier­ärztlichen Fleischbeschauer für den Beschaubezirf Gießen. und Herr Prof. Dr. Winkler zu seinem Stellvertreter bestellt worden ist.

Gießen, den 2. Januar 1904.

Groß. Bürgermeisterei Gießen.

Curschmann.

Bekanntmachung.

Betr.: Die Mathildenstiftung für Oberhessen.

Nach dem Voranschlag der Mathilden- Stiftung für Oberhessen sind für das Jahr 1904 etwa 1500 Mt. vor­handen, welche zu wohlthätigen Zwecken verwendet und womit in erster Linie die in der Provinz bestehenden Kleinkinderschulen bedacht werden sollen.

Es werden hiernach die Vorstände soicher Schulen, für welche eine Subvention gewünscht wird, aufgefordert, ihre desfallsigen Gesuche, mit welchen eine möglichst aus­führliche Mitteilung über Ausdehnung, Mittel und Be­dürfnisse der betreffenden Anstalt zu verbinden ist, bis zum 20. Februar 1. Js. an den unterzeichneten Vor­stand der Stiftung gelangen zu lassen.

Gießen, den 2. Januar 1904.

Der Vorstand der Mathildenstiftung für Oberhessen. Dr. Breidert.

Bodenreform und Sittlichkeit.

CB Augenblicklich geht, namentlich durch die Förderung von Frauen, eine lebhafte Bewegung durch das Volk. um die Allgemeinheit für die Bodenreform zu gewinnen, und zwar für eine Bodenreform auf der Grundlage der bekannten Georgesschen Ideen, wonach es untersagt sein soll, daß der Grund und Boden im Privatbesitz bleibt. Die Boden­reformer zitieren mit Vorliebe das Wort des Dichters: Baum für alle hat die Erde", und bringen in die Wirt­schaftsfrage ein Moment hinein, das von Haus aus nicht Dazu gehört, nämlich das Prinzip der Sittlichkeit. Sie er­lären den Privatbesitz an Grund und Boden als einen Ver­toß gegen die christliche Nächstenliebe und als den Grund ür alle mmsozialen Erscheinungen im Gegenwartsleben. Die Beweisführung der deutschen Vorfämpfer für diese Beſtre­ungen läßt sich furz folgendermaßen charakterisieren: Sämtliche Errungenschaften der Technik und der Wissen­chaft gehen den besiglosen Mitgliedern im Volfe verloren ind fommen lediglich den Inhabern des Grundes und Bodens oder der Hypothefen zugute, weil diese im Stande ind, die Kaufpreise, die Gutspachten und Häusermieten je nach dem Stande des Geschäftslebens und der wirtschaft­lichen Leistungsfähigkeit der Bevölkerung zu regulieren. Demgemäß prophezeien sie auch als die notwendige Folge­erscheinung der Aufhebung des Privatbesizes an Grund und Boden das Erlöschen der Kapitalbildung und Zinsverpflich­ungen und den Beginn eines idealen Gemeinschaftslebens on ungetrübter Reinheit und Brüderlichkeit. Gerade dieses erträumte Endziel aber besticht sie auch derart, daß sie die janze Forderung als ein sittlich erstrebenswertes Ideal be­zeichnen.

Vergessen wird nur das eine dabei, daß das menschliche Gemeinschaftsleben nur zu den Zeiten der Unkultur in der Form des Gemeinschaftsbesizes stattfand. Die damaligen Verhältnisse sind ungefähr mit dem Leben in einer noch ver­jältnismäßig jungen Familie zu vergleichen. So lange die Kinder unerwachsen sind, bleibt das Ganze in einer Hand vereinigt, um dann später in größere Teile zerlegt zu werden. Ebenso hat sich auch der Privatbesitz als die Folge einer größeren Reife in der Wirksamkeit der einzelnen Mitglieder einer sozialen Gemeinschaft herausgebildet und es ist immer­hin eine offene Frage, ob es nicht sittlicher ist, wenn dem Menschen sein Anteil an den Lebensgütern und an dem Rebensgenusse nach dem Grade feiner Leistungsfähigkeit zu­gemessen wird, als wenn die stärkeren wirtschaftlichen Kräfte zu gunsten der rückständigeren Elemente ausgebeutet werden. Geist aber nicht einzusehen, warum der Grund und Boden allein von dem Wettbewerb um den Besitz ausgeschlossen werden soll. Dadurch, daß die höheren Kulturformen der Menschheit weitergehende Bedürfnisse anerzogen haben, als bloß den Unterhalt für das nackte Leben, sind auch die Er­trägnisse des Grundes und Bodens unter die Austauschwaren zineingezogen worden, deren Preis, wie bei allen anderen Bütern, nach dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage bestimmt wird.

Im Wirtschaftsleben nimmt also der Warenverfehr von Grund und Boden keine Ausnahmeftellung ein und es ent­fällt somit jegliche Möglichkeit, die Bodenreformfrage zu einer Forderung der Sittlichkeit zu stempeln. Unbestritten hat gerade der Privatbesitz an Grund und Boden die tech­nische und wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Mensch­heit gesteigert, anstatt sie zu hemmen. So find vor allen

Dingen die technischen Errungenschaften im landwirtschaft­lichen Betriebe selber schon in den Gegenden mit lebhaftem Büterzufluß entstanden, während Länder mit dem Gemein­schaftsbesitz, wie zum Beispiel Rußland, rückständig geblieben sind. Durch den Privatbesiz ist das Prinzip der Arbeits­teilung entstanden, und da hierbei jeder seinen Platz an der Sonne sucht, so hat dieses Prinzip die Beistungsfähigkeit der Menschheit gesteigert und uns auf ein höheres Kulturdasein erhoben, bei dem auch die Sittlichkeit weit feinere Nuancen aufweist, als bei dem unkulturellen Gemeinschaftsleben der Vergangenheit.

Die oftafiatische Krife.

Unkontrollierbar sind auch heute die Nachrichten aus Oſt­afien und nicht minder widerspruchsvoll als bisher. Nach englischen Meldungen wäre die russische Antwort auf Japans Note schon erteilt; sie sei indessen unverbindlich und solle die Sache nur noch weiter hinauszögern. Japan werde sich in­folgedessen um diese Antwort nicht viel fümmern und hätte schon vor mehreren Tagen Maßregeln getroffen, um die japanischen Interessen gegen Rußland sicher zu stellen. Man werde Rußland nicht gestatten, Häfen auf Korea zu besetzen. Japan habe in unauffälliger Weise durch Abstoßen von großen Militär- und Arbeitermassen nach Korea tatsächlich von diesem Lande Besit ergriffen. Eine Kriegserflä= rung werde nicht erfolgen, Rußland werde einfach nicht zu den koreanischen Häfen zugelassen.

So die englischen Meldungen Russischerseite wird dagegen aufs neue versichert, neuerlich habe die Span­nung merklich nachgelassen. In Petersburger leitenden Kreisen werde die Lage als durchaus beruhigend angesehen. Wenn auch beiderseits Vorbereitungen für den bisher als möglich vorgesehenen Fall des Ausbruches eines Krieges fortgesetzt werden, und der strategische Aufmarsch beider Armeen zunächst noch nicht unterbrochen werden wird, so hätten in den allerletzten Tagen die schwebenden Verhand­lungen eine Wendung genommen, die die besten Aussichten auf eine

völlige Verständigung

Rußlands mit Japan bietet. Nach dieser russischen Quelle ist übrigens die Antwort Rußlands an Japan noch nicht abgegangen. Die englischen Meldungen über ihren Inhalt werden also wohl Phantasien sein.

Ob das gleiche auch von einer amerikanischen Nachricht über den bisher ebenfalls unbekannten

Inhalt der japanischen Note

gilt, läßt sich schwer sagen. Nach einer in Washington_ver­öffentlichten Meldung, die von behördlicher Seite herrühren soll, hat Japan in seiner Note erklärt, daß das Mindestmaß der Bedingungen, die es annehmen würde, darin bestände, daß Rußland Japan gleiche Rechte in Korea zugestehe, wie sie von Rußland für die Mandschurei beansprucht werden. Als Gegenleistung dafür würde Japan zur Anerkennung von Rußlands Vorherrschaft in der Mandschurei bereit ſein.

Diese Mitteilung über den Inhalt der japanischen Note und die Haltung Rußlands dazu erscheint durchaus nicht un­glaubwürdig, wenn man sich vergegenwärtigt, daß Japan Ende Dezember Deutschland, England, die Vereinigten Staaten und Frankreich von dem gegenwärtigen Stande der Verhandlungen mit Rußland unterrichtet hat.

Merkwürdiger Wirrwarr herrscht in den Nachrichten über die voraussichtliche

Haltung Chinas

im Falle eines Kriegs. Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus aus Peking ist die chinesische Regierung entschlossen, neutral zu bleiben; sie rechnet aber doch mit der Mög­lichkeit", in einen Krieg verwickelt zu werden. Eine andere englische Meldung dagegen besagt, aus den von Japan über die Absichten Chinas im Falle eines Krieges eingezogenen Erkundigungen gehe hervor, daß die chinesische Regierung geheime Befehle habe ergehen lassen, wonach die chinesischen Truppen den japanischen gegen die russischen Truppen beistehen sollten. Man nimmt an, daß im Kriegs­falle eine Streitmacht von 40 000 chinesischen Truppen unter der Führung japanischer Offiziere sich nach der Halbinsel Liau- Tong begeben werde.

Der in London und Rom beglaubigte korea= nische Gesandte Min Yung Ton ist zurückgetreten. An seiner Stelle ist Kim Sung Kyre zum koreanischen Ge­fandten in England, Yi Hung Sun zum koreanischen Ge­sandten in Italien ernannt worden.

D'ie Politik.

Die deutsch- russi schen Handelsvertragsverhandlungen sind jetzt bis auf weit res vertagt worden. Ueber die Zölle auf Vich und Getre de ist eine Verständigungsaktion auf diplomatischem Wege eingeleitet worden.

Um eine eint eitliche gesetzliche Regelung der Beſol­dungsverhältnisse des Lehrpersonals an Mittel- und Rek­tes fich in einer Petition, die die Leiter.

toratschulen bande

Lehrer und Lehrerinnen solayer Sujuten an vus preußt sche Abgeordnetenhaus richten wollen. In der Begründung wird hervorgehoben, daß die Antragsteller die einzigen öffentlichen Beamten in Preußen sind, deren Dienst­einkommen auf keiner gesetzlichen Grundlage beruht. Die Buntscheckigkeit in der Besoldung dieser Lehrer wird durch folgende Zahlen beleuchtet. Das Grundgehalt der Rek­toren an 140 Mittelschulen schwankt( nach einer Zusammen­stellung vom 1. April 1902) zwischen 1700 bis 3900, die Alterszulagen zwischen 140 bis 300, das Höchstgehalt zwischen 3050 bis 6000 Marf. Aehnlich ist es bei den Mittelschullehrern und Lehrerinnen. Die Mietsentschädi­gung für Reftoren schwankt in Städten 1. Servistlasse zwischen 360 bis bis 800, 2. Servisklasse zwischen 360 bis 630, 3. Servisklasse zwischen 300 bis 500, 4. Servisklasse zwischen 240 bis 500 Mart. In 53 Städten erreichen die Rektoren nicht einmal den Wohnungsgeldzuschuß der Staats­beamten 3. Tarifklasse, sondern bleiben hinter demselben im Durchschnitt um 102 Marf zurück. Die Mietsentschädigung der Mittelschullehrer ist in 29 Städten durchschnittlich 54 Mark niedriger als der Wohnungsgeldzuschuß der Staats­beamten 4. Tarifklasse. Das Verlangen nach einer ein­heitlichen Regelung der Sache ist, wie man sieht, begründet. Oefterreich- Ungarn.

Ein neuer Fall grober Zuchtlosigkeit im ungarischen Heere wird als Seitenstück zu dem gestern gemeldeten Bilefer Vorgang jezt aus Trebinje gemeldet. Mann­schaften des dritten Jahrganges' machten am 31. Dezember, als ihre Entlassung in die Heimat verweigert wurde, in der Kaserne einen Höllenlärm. Ein Leutnant, der dagegen ein­schritt, wurde hinausgeworfen. Daraufhin nahm eine starke Truppenabteilung die Meuterer fest. Ueber den Vorgang in Bilef wird noch berichtet: Den Mannschaften des dritten Jahrganges wurde Gewehr und Seitengewehr ab­genommen, sie verweigerten jeden Dienst. Die Mannschaften begaben sich von der Kaserne in die Stadt und fragten dort einen Offizier, wann sie nach Hause gehen könnten. Der Offizier antwortete ironisch: Wenn der über dem Haupttor angebrachte zweiköpfige Adler wegfliegen wird." Die Sol­daten begaben sich dann abends, laut das Kossuthlied sin­gend, zu dem Haupttor, rissen den zweitöpfigen Adler_ab, warfen ihn in den Kot und zogen dann unter großem Lärm ins Lager. Dort riefen sie: Der Adler ist weggeflogen! Nun können wir nach Hause gehen!" Bisher wurden fünf Führer, sieben Korporale und zahlreiche Gefreite und In­fanteristen von Bilek in Garnisonarrest gebracht. Die meisten Soldaten sind über die troſtloſe Lage sehr erbittert; sie glauben, daß sie überhaupt nicht mehr entlassen werden.

Türkei.

Zum Chef der mazedonischen Gendarmerie ist der ita lienische General de Giorgis ernannt. Uebrigens weigeri sich die Pforte, die oft versprochene Amnestie für Maze­donien zu bewilligen. Mehrere hundert Mazedonier, wo­runter zahlreiche Lehrer und Geistliche, wurden nach Syrien und Armenien ins Eril geschickt und täglich folgen ihnen weitere kleine Trupps von Verbannten. Sie mußten unter allerhand Brutalitäten ihrer Eskorten den weiten Weg zu Fuß zurücklegen. Wenn sie aus Mattigkeit nicht mehr weiter fonnten, wurden sie von den Gendarmen geschlagen und dann für eine Zeit lang auf Kamelen angebunden. Zwischen Suverek und Diarbekir blieben acht Bulgaren tot auf dem Wege liegen, sieben weitere starben am Tage ihres Einzugs" in Diarbekir.

Der Anfang vom Ende der republikanischen Herrlich­feit in Panama ist da: Die Vereinigten Staaten ergreifen Maßnahmen, um Truppen und Vorräte von Newyork und San Francisco nach dem Isthmus von Panama zu schaffen. Man beabsichtigt, Kasernen und Magazine auf dem Gebiete von Panama anzulegen...

O Es ist längst anerkannt, daß das beste und vielleicht einzig erfolgreiche Mittel zur Bekämpfung der Schundlite­ratur die Gründung guter Volksbüchereien ist. Bis­her waren es meist Private und nichtstaatliche Verbände, di: sich mit der Gründung solcher Volksbibliotheken befaßten. Neuerdings treten auch einzelne Regierungen der Frage näher. So hat jetzt das meiningensche Weinisterium be­schlossen, durch Bewilligung staatlicher Beihilfe tatkräftig bei der Gründung von Ortsbibliotheken zur Verdrängung der Schundliteratur mitzuwirken. Hoffentlich findet dieses Vor­gehen gebührende Nachahmung.

Spanien.

Als die Vereinigten Staaten die Herrschaft auf den Philippinen tatsächlich antreten konnten, war eine ihrer ersten Maßnahmen die Ausweisung der 6000 spanischen Mönche, von denen man eine Verhezung der Eingeborenen gegen die Amerikaner fürchtete. Bekanntlich. waren die spanischen Mönche es auch, die die Filipinos unaufhörlich zur Empörung gegen Spanien aufgestachelt hatten. Nan sind die Sechstausend unterwegs nach Spanien, sie soen in Januar dort eintreffen. Der Empfang, der ihrer in der Heimat wartet, ist angesichts ihrer Gattung auf den Philippinen fein sonderlich liebevoller. Die spypische Regie­

an einander gut zu machen." lich zu seiner Frau beugend; wir haben gegenseitig manches Und fie bat biel gelitten dazu," ſagte Seelen, fich zärt­

dem soll auch viel bergeben werden?"

- und heißt es nicht in der Bibel: Wer viel geliebt hat,

Aus dem amerikanischen Zeitungsleben von R. Adam s.

Eine unbeabsichtigte Reklame.

Jeber die Rerhältnisse der

Daily Gatta" bin ich ich ( Nachdruck verboten.)

maren geschwunden.

fiel ihm schwer. Er hatte Kummer und Sorge. gut schreiben will, muß glücklich und frei sein. war Harry nicht, und ich muß leider fürchten, daß auch seine Das war ja auch kein Wunder, denn wer Jede Zeile, die er

Wir wußten auch recht gut war,

Trou fi

it unglücklich fühite

Und das

hams Zimmer.

Der alte Mann meinte, und feine Tränen

lich benetten das Blatt.

End­

chat missen, wo er hingehen wollte Ich sah, wie der alte Graham das Zimmer verließ; ich folgte endlich war es so weit, daß der Druck beginnen konnte. Ich war feines Wortes mächtig.

ihm.

nach