50
Weile ratlos, dann trat er an den Sträfling heran, sich zur Gelassenheit zwingend: Aber, Köberlein, nehmen Sie doch Vernunft an. Es liegt im Interesse des Fräulein Fiebiger, daß ich sie jetzt spreche."
„ Das ist otter Schose," erwiderte nun Köberlein,„ für das gnädige Fräulein laß ich mich totschlagen, aber Sie haben's zu verantworten."
Er ging und meldete Herrn Moritz beim Hausmädchen, und diese trug die Meldung in die inneren Gemächer. Franziska öffnete bald darauf selbst die Balkontür, und bat Herrn Moritz, einzutreten. Dabei drohte sie Köberlein scherzend mit dem Finger.
„ Er ist ein närrischer Kauz, Herr Moritz," sagte sie begütigend, man darf ihm nichts übel nehmen. Im Grunde feines Herzens meint er es gut."
Dann bat sie Herrn Morib, Platz zu nehmen und beſtellte ein paar Biskuits und ein Glas Wein.
" Sie fehen angegriffen aus, Herr Morik." Sie sah ihn, sich seßend, mit einer ihr eigenen ergebenen und zugleich Yaunigen Miene an, der Dinge harrend, die nun kommen
würden.
Sie sah reizend aus mit ihrem frischen Teint, dem leicht geträuselten Haar und dem lebensfroh leuchtenden Blick, und zwar an diesem Morgen reizender, als je zuvor. Eine große Last war von ihr und ihrem Vater abgewälzt worden, und das war über alle Erwartungen schnell gegangen. Aber sie wußte sich zu beherrschen und hatte sich vorgenommen, dem langjährigen Peiniger gegenüber die Unbefangene zu spielen. Sie sah ihn noch immer erwartungsvoll an und legte die Hände in den Schoß.
" Ihr Herr Vater ist verreist," brachte Moritz endlich heraus.
„ Nach Berlin, Herr Moriz, in Sachen der Aktiengesellschaft, wie ich glaube; Sie haben ja Ihre Beteiligung zugesagt, und das wird die Präliminarien gewiß erleichtern." „ Es kommt sehr überraschend; aber nicht um deswegen mit Ihnen zu sprechen..
Er stockte und biß sich auf die Lippen. Franziska sah ihn wiederum erwartungsvoll an. sch wollte um Entschuldigung bitten..." Weswegen?"
Wegen der gestrigen Szene," fuhr Herr Moritz fort, indem er sich ein Lächeln abzwang und seine weißen Zähne zeigte.
... deswegen? Nachdem die Dinge eine so gute Wendung genommen haben, ist das kaum noch vonnöten," lautete Franziskas gleichmütige Entgegnung, und es wäre vielleicht besser, Sie sprächen nicht davon."
Heilung bei Rotid
le in Nordkore
Fieren dort sehr ang haben sie mehrere Proviant stampje befürchter Forea fliehen biel
letzten
Worten völlig
ins
Schwanken
geriet, so nickte
sie aber
Der R
General Auropatti femem Ariegsplan bor Ligg bisher das Schwe hauptung der Linie fith, will er nunmeh Laulung- Halbinsel Integerischen Operati Cine Lofioter bar Nähe von Lifi Adams, das sich nu
Wie schwer
den meisten, sich selbst zu erkennen,
ruffischer Bo cffaffen läßt. Das
Gine Abteilung einen Zusammenst ! Kavallerie und Ar Nähe von Litiat
harten Gefecht. D geworfen. Die ja darunter ein Offi
ziere. Die Berlust Daß es sich um ei
mird durch ein Teleg bestätigt, wonach
144 000 Mann auf
dae Station Wafan
begriffen ist.
16
Höchstwahrscheinl her bisher von ihm b
efehl des Baren r tung in Petersbur
nationalen telegraphij Frieden geben, daß Bionierarbeit im fallen soll, und b Trengungen zu jei härischen und polit so wurde der riegsrat abc I Imitänden Hilfe Auch der Höchst battin
Lind
fdire Bernichtung der Kriegsschiffe salle, so lautet
Staffel, hat einen
manweiſt, die Den Kommandant
und fämpft mit
liber heißt das: C
General Kur vermeidliche füg ibt es am Ende
chen General, se
attin aber mit
muß, ist klar.
müßte er seine
önnte leicht in un heren Gemi
hrden.
Daß es für tellung bei Mu
erbor, daß seine ichen Lungusen iefer räuberische Winebene mit de Tie Bahn zu beun elben Liebesdien
,, Gnädiges Fräulein, Sie sind grausam," stieß nun der junge Kaufmann heraus, indem er um eine Schattierung Bleicher wurde. Ich muß davon reden, ich hätte gerne gestern schon... aber sie waren bereits fort, als ich Sie suchte. Ich hatte so große Mühe, meine Mutter zu beruhi
gen...'
„ Es war doch aber sehr gut, daß wir uns aussprachen und daß wir auf diese Weise auseinander gekommen sind. Warum soll man sich zu einander zwingen, wenn man offenbar nicht zu einander gehört? Also, bitte, Herr Moriß, Lassen Sie das alles auf sich beruhigen."
" Ja, ja," rief Morik, es ist wahr, man muß Gott danken, daß es so gekommen ist. Sie haben diese peinliche Geld angelegenheit, welche zwischen Ihrem Herrn Vater und meiner Mutter schwebte, stets als eine Fessel empfunden."
mals mit dem Kopfe. Dann glättete sie ihr seidenes Schürzchen und deutete auf die Biskuits und den Wein.
„ Wozu das alles?" fragte sie mit dem Tone leichten Vorwurfs, der dennoch die äußerste Gleichgültigkeit bekundete. ,, Sie zwingen mich, zu reden, im Namen meines Vaters, Herr Morib, der übrigens von dem früher zwischen uns Vorgefallenen nichts weiß. Es mangelt Ihnen, wenn ich meinen naiven Urteile folgen soll, an Menschenkenntnis. Sie meinen Ihre Ziele auf Pfaden erreichen zu müssen, die man nur gehen kann, gleichviel in welcher Absicht, in guter oder böser, wenn es einem gelingt, seine Mitmenschen wirklich zu täuschen, oder wenn man es mit Kreaturen zu tun hat, die einem auferlegten Drucke willenlos nachgeben. Aber wie
Franziska nickte in Bestätigung.„ Gewiß habe ich das." „ D, gnädiges Fräulein, wie konnten Sie sich durch so fleinliche Rücksichten mit irgend welcher Voreingenommenheit erfüllen lassen.... ich fürchte, ich muß hinzufügen, auch gegen mich.... besonders gegen mich?! Doch Gott sei Dank! Das ist nun fortgeräumt. Ich hoffe, es wird mir bergönnt sein, um so unbefangener... ich meine, Sie werden es mich nicht entgelten lassen... es war meine Absicht nämlich, selbst Besitzer jener Hypothek zu werden, und wenn meine Mutter von ihrem Born, ihrer tyrannischen Laune sich so weit fortreißen ließ, ehe ich selbst eine Ahnung davon hatte... ich war da, ich wäre gekommen, um alles ins gleiche zu bringen."
Franziska hatte inzwischen ihren Gast mit einem Blick firiert, der ihn nötigte, auf seine Versicherungen keinen allzu großen Nachdruck zu legen, und da seine Stimme bei den
wenige solcher Menschen gibt es doch! Freilich, oft ist der 3wang ja fast unwiderstehlich. Sie hatten das gut berechnet. Papa hat aus Rücksicht für mich, und ich habe aus Rücksicht für ihn jahrelang die Fessel getragen, mit der Sie uns beide widerstandslos unter ihr Gebot hinabzudrücken gedachten. Aber ich gebe Ihnen mein Wort, sobald es Ihnen eingefallen wäre, uns vor ein bestimmtes Entwederoder zu stellen, so wären wir lieber als Bettler aus diesem Hause gegangen. Keiner von uns würde es geduldet haben, daß der andere sich auch nur das mindeste vergäbe. Gestern standen wir vor dieser Wahl, und heute schon hätten Sie und Ihre Frau Mutter in dem eben von mir ausgesprochenen Sinne Ihren Bescheid erhalten, als es sich in lekter Minute als unnötig erwies, Ihrem Zwange nach irgend Richtung hin nachzukommen oder auszuweichen. Aber auch ohnedem, Herr Moritz, würde Ihre Strategie sich als eine falsche erwiesen haben. Ich kann nicht dafür, wenn Sie es mir übel nehmen, daß ich endlich einmal in dieser Weise offen heraus zu Ihnen rede. Denn Sie haben frühere Andeutungen, die ich Ihnen nach dieser Richtung hin machen mußte, nicht verstehen wollen und nicht beachtet. Ich hätte es ohnehin getan, um Ihnen die Ohnmacht der Mitttel zu zeigen, mit welchen Sie die Herrschaft über Ihre Mitmenschen ausüben zu können wähnen, während Sie sich in Wirklichkeit nur um den Dank, die Anhänglichkeit und die Dienstbereitschaft betrügen, die man Ihnen, wenn man die Dinge oberflächlich betrachtet, zu schulden glaubt."
Sie schwieg, und da Morik nicht sogleich zu antworten wußte, gab sie noch eine Erläuterung.
„ Das sind ungefähr die Worte, die Papa an Sie gerichtet haben würde, wenn er gestern noch dazu die Gelegenheit gehabt hätte, auch ehe es ihm durch die Dazwischenkunft dritter möglich wurde, sich finanziell mit Ihrer Frau Mutter auseinander zu setzen."
Bei diesen Worten erhob sie sich, neigte den Kopf und verließ den Salon.
Moritz starrte eine Zeit lang vor sich hin, dann verzerrte sich sein Mund. Er würgte an seinem Kragen, als hätte er eine Schlinge um den Hals. Es war jedenfalls die eigene Schlinge, in der er sich nun gefangen fühlte. Er hatte den Großmütigen spielen wollen, im Gegensatz zu seiner Mutter, und nun war er infolge ihrer Uebereilung aller weiteren Mühe nach dieser Richtung hin überhoben, freilich auch um alle weitere Gelegenheit gebracht worden, sich in ein schönes Relief zu setzen. Einer seiner großen Lebenspläne war gescheitert, nebst andern. Er hatte stets darnach gelechzt, diese stolze Franziska in sein Joch zu zwingen. Er kannte nur einen Weg dazu, sie, die Arme, durch die sieghafte Gewalt seines Reichtums zu erobern. Und seine Logik war nicht so ganz unrichtig. Aber mit solchen Dingen, wobei Frauenherzen beteiligt sind, hat die Logik im gewöhnlichen Sinne verzweifelt wenig zu schaffen.
Moritz zuckte mit den Achseln und gestikulierte, wie mit sich selbst debattierend. Es ist wahr, Franziska hatte ihm bei früherer Gelegenheit einen Korb gegeben, vor Jahren, kurz, nachdem die Hypothek von seiner Mutter übernommen worden war; und er hatte sie damals inständigst gebeten, daß sie ihrem Vater von seinem Antrage nichts sagen, ihm den ferneren Verkehr im Hause nicht unmöglich machen möchte. ( Fortsetzung folgt.)
fällt's Ihr Tun stets beim richtigen Namen zu nennen. Der Eitele rühmend von sich stets nur spricht, Die Wahrheit zu hören, behagt ihm oft nicht,
Hektors Abschied.
Skizze von A. v. Plankenberg.
Die Chinefer
Giihn gemacht,
gewöhnlich ener
Peting hat an
Dorin
er Inftruftion mgeben zu la Broße Hat ein
wenn
micht die
Gebäu
haft bewohnt Berlegung der
84 גג הטנט
ab, vielleicht erholt er sich wieder. Du weißt ja, wie es
boriges Jahr mit ihm ging."
Der Forstmeister schüttelte zwar den Kopf, gab indessen nur allzu gern nach. Seit das Wort vom nahen Ende Heftors gefallen war, verdoppelte sich die Aufmerksamkeit und Teilnahme aller für den Hund, der zusehends teilnahmsloser und unzugänglicher wurde. Mit wachsender Besorgnis glaubte binnen kurzem der Forstmeister zu erkennen, daß sogar das Gehör Heferls bereits gelitten hatte. So viel gute Bissen ihm auch zugetragen wurden, er beachtete sie kaum und überließ die fleischigsten Knochen ohne weiteres der jungen Meute, die sich laut kläffend darum stritt.- Als bei der nächsten Dienstmeldung der Heger Kraft beim Abgange noch einmal fragte, ob der Herr Horstmeister sonst etwas zu befehlen habe, sagte dieser hastig:
( Nachdruck verboten.) Seine Tage sind längst gezählt. Er steht schon im achten Felde und darf auf Leistungen zurückblicken, die der junge Nachwuchs nicht so bald aus dem Gedächtnisse des gesamten älteren Forstpersonals verdrängen wird. Insbesondere der Forstmeister, sein Herr und Besizer, kann sich gar nicht entschließen, der Tätigkeit„ Heferls" ein Ende zu sehen. Vorigen Herbst, zu Beginn der Hühnerjagden, schien es bereits, als wäre es ein- für allemal damit vorbei. Dann aber kam plößlich das Jagdfieber in die Knochen des alten Hundes, vielleicht auch gab die Erinnerung einstiger Siege auf dem Felde der Ehre ihm neue Kräfte, genug, Hektor stand nach wie vor Kette um Kette und ließ es sich nicht nehmen, die ganze Jagdzeit bis zum Schlusse pünktlich und pflichtgetreu mitzumachen. Als aber die Tage kamen, an denen er müßig in der Kanzlei neben dem Ofen stundenlang der Ruhe pflegte und dem Augenblicke, da sein Herr den Sessel vom Schreibtische zurückschob, um sich zum Fortgehen zu rüsten, mit ungewöhnlicher Geduld entgegensah, da schüttelte der Forstmeister den Kopf und sagte nachdenklich:„ Hekerl, Heferl, was ist denn mit dir? Auf Böcke gehen wir zwei wohl nimmermehr miteinander. Hast dich dein Lebtag zu viel geplagt, wirst vor der Zeit alt, Hekerl, mein guter Bursch." Früher war Hektor derjenige gewesen, der mit bittendem Blick seinen Herrn so lange umschmeichelt hatte, bis ihm die ersehnte Liebkosung zu teil geworden, jetzt richtete er wohl die klugen Augen mit zärtlichem Ausdrucke auf den, der ihm so gute Worte gab, wedelte wohl auch als Zeichen des Verständnisses leise mit der Rute, aber er blieb ruhig liegen und ließ sich eben nur gefallen, was ehemals zu erringen ihm als kostbarste Beute galt. Um ihn her wuchs eine ganze Meute junger Hunde verschiedenster Rassen auf. Ich muß einen Nachfolger für meinen Hekerl erziehen," sagte seufzend der Forstmeister. Habe Auswahl genug und will mir doch keiner so recht gefallen. Einen zweiten Hektor gibt es freilich nicht mehr." Der alte Hund zeigte dem jungen Hundevolfe gegenüber dieselbe Nachsicht und Großmut, welche er stets den Kindern des Hauses erwiesen. Nur der drei Monate alte Pointer mit dem kastanienbraunen Fell, der schon jetzt sichtlich von Seite seines Herrn bevorzugt wurde, durfte ihm nicht zu nahe kommen, ohne in grollendem Tone angeknurrt zu werden. Der Kleine Dackl hingegen, der ihm oft genug über die Vorderpfoten kugelte, erfuhr nie die geringste Abweisung. Nicht selten schaute er sogar unter müdem Blinzeln den Spielen desselben zu, als dächte er bei sich: Freue dich nur deiner Jugend, hast alle Ursache dazu. War cuch einmal klein und gerade so närrisch wie du." Er schien es kaum zu sehen, daß die Kinder seines Herrn weit mehr Zärtlichkeit für den neuen Nachwuchs zeigten als für ihn, den cinstigen Spielgenossen. Wenn Hubert ihm in seiner lebhaften Weise über den Schädel strich und dazu rief:„ Auf, auf! Steh' doch auf, du fauler Hektor!" schloß er die Augen nur noch fester, erhob sich aber, obschon mit ungelenken Gliedern, im Nu, so oft der Forstmeister den Pointer zu Fich rief. Dicht drängte er sich in solchen Augenblicken an die Knie seines Herrn und hob den Kopf in die Höhe, wie um anzudenten: Ich bin ja noch da. Was russt du den anderen?" Die glänzenden Sterne in seinen braunen Augen aber erloschen von Tag zu Tag mehr. Es war kein Zweifel, das arme Tier begann zu erblinden.
Wirst unserem Hekerl nicht lange mehr das Gnadenbrot geben brauchen, Mutter," sagte eines Tages bei Tische der Forsimeister zu seiner Frau.„ So schwer mir's wird es wäre eine Grausamkeit gegen den Hund, ihn lange leiden laffen Brächte ich es nur übers Herz, ihn selber zu erschießen!"
Die Kinder schrieen laut auf, bittend legte die Frau ihre Hand auf den Arm des Gatten.„ Wart' noch den Frühling
„ Mein Hekerl dort— Sie haben unter unseren Leuten die sicherste Hand- machen Sie's kurz, sobald ich auswärts bin. Aber nicht zu nah beim Hause, und daß der Hekerl nichts kennt. Sie verstehen mich."
" Zu Befehl, Herr Forstmeister. Werd's schon machen. Schad' um das Tier, alle Achtung vor ihm. Es verdiente, hundert Jahre alt zu werden."
Der Forstmeister wandte das Gesicht dem Fenster zu; er wußte am besten, welch treuen Gefährten er an dem Hunde verlor.
Wenige Tage später, der Maimonat ging zu Ende und ein windfreier Abend versprach sichere Beute, lud der Forstmeiſter ſeinen Kugelstutzen. Hektor sah ihm von seinem Ofenplaze mit erhöhter Aufmerksamkeit zu.
„ Nun, Alter, willst du noch einmal mit mir gehen? Wir zwei ganz allein, wie in früheren Zeiten?! Komm, Hekerl, komm! Kannst noch lange genug schlafen nachher. Es gilt ' nen feisten Bock, hörst du, einen Bock, Alter, einen Bock!"
Langsam erhob sich der Hund, dehnte die Glieder und stellte sich an die Tür. Seinem Herrn zur Seite trottete er über die Straße und Wiesenpfade dem Walde zu, der sich meilenweit in undurchdringlichem Dunkel erstreckte. Unhörbar fast schlichen die beiden den Waldsaum entlang, der Lichtung zu, wo das Wild zu wechseln pflegte. Das leise Rauschen der Baumwipfel verschlang jedes Geräusch, nur zuweilen surrte aus den Zweigen der Eichen ein Maikäfer durch die Luft in den Sternenhimmel hinein. Der Forstmeister hatte sich, das Gewehr im Anschlag, hinter einer dickstämmigen Buche angestellt. Hektor saß ihm zu Füßen mit lauschend erhobenem Kopfe, als bemühe er sich, seinen er= sterbenden Sinnen die Witterung des erwarteten Bockes nicht entgehen zu lassen. Die Blicke seines Herrn ruhten gedankenvoll auf ihm.- ,, Wird heute nichts heißen, hätte den Hekerl nicht mehr mitnehmen sollen," murmelte er vor sich hin und ließ den Stußen sinken.
Da eine Bewegung des Hundes... Drüben, vom Silberlichte der Mondsichel gestreift, zeigt sich zwischen den Stämmen die Gestalt eines Rehbockes, der vorsichtig äugend dem Bache zuwechselt. Aber was ist das? Hektor richtet sich noch höher auf. Er scheint alle Gesetze der Jagdschulung, die Pflichten seiner Aufgabe vergessen zu haben, denn ein wütendes Kläffen entringt sich jetzt seiner heiseren Kehle, und die kurzen Haare seines Felles sträuben sich, wie von Feindeshand berührt. Der Horstmeister hat begriffen. Er reißt den Stuten an die Backe.„ Steh' oder ich schieße!"
Der andere aber ist schneller, weniger gewissenhaft wie er. Schon saust eine Kugel durch die Nachtluft, dicht an seinem Ohr vorüber, um in den Buchenstamm neben ihm einzuschlagen. Nun gibt es kein Halten mehr für den treuen Hund, der in diesem Augenblicke höchster Gefahr im Dienste seines Herrn noch einmal den Mut, das Feuer, die Kraft die Jugend wiederfindet. Wie ein Pfeil schießt er über den Wiesenstreif, der ihn von dem Angreifer trennt. Sein atemloses Gefläff schallt Hilfe heischend durch den nächtlichen Forst. Und nochmals blißt es drüben auf. Diesmal hat die Kugel ihr Ziel nicht verfehlt. Der Hund ist mitten im Saße zusammengebrochen, nur ein kurzes Todesröcheln hebt noch seine Bruſt. Er hört nicht mehr, daß es im Walde ringsum laut geworden, daß der Feind im Rücken von streifenden Jägern überrumpelt wird. Sein brechendes Auge sieht nur den geliebten Herrn, der ihm zur Seite knieet und über dem sterbenden Hunde vergessen hat, wie nahe ihm selber der Tod an seiner statt gewesen.


