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übrigen Abgeordneten, der Freisinnige und die beiden Reformparteiler, wollen von dem Regierungsplane auch nichts wissen. So erscheint denn die Wahlreform in Sachsen auf den St. Nimmerleinstag verschoben.

Italien.

Immer offenfundiger wächst sich des alten Garibaldi komischer Sohn Ricciotti zum politischen Harlequin aus. Signor Ricciotti Garibaldi hat soeben einen Plan veröffent­licht, der nichts geringeres, als die Lösung der Balkanfrage bezweckt. Wunderlich genug ist der Plan: Mit der Lösung der Balkanwirren will Herr Ricciotti den Rückkauf der an Desterreich gefallenen italienischen Provinzen verbinden. Er beabsichtigt, im Frühjahr den Plan zu verwirklichen, und hat für März nach Venedig einen Kongreß zusammenberufen, an welchem Bulgaren, Griechen, Serben, Kroaten, Ru­mänen, Albaner u. s. w. teilnehmen sollen. In diesem Kongreß soll die Grundlage für den zukünftigen Balkanstaat festgestellt werden. Falls der Vorschlag angenommen wird, wird sofort. der allgemeine Auf­stand auf dem Balkan verfügt. Von Herrn Ricciotti Gari­baldi natürlich! Es verlohnt nicht, auch nur ein Wort über diesen albernen Plan des größenwahnsinnigen Müßig­gängers zu verlieren!

Alien.

Nach den neuesten Meldungen aus Ostasien scheint der Ruf: Krieg in Sicht!" die Lage am besten zu kennzeichnen. Japan drängt in Petersburg auf umgehende Erteilung der Antwort auf die japanische Note und droht, falls diese nicht bald gegeben werde, mit einem bewaffneten Vorgehen in Korea. Japanischerseits wird versichert, Japan sei ent­schlossen, auf der Forderung einer bindenden schriftlichen Versicherung zu bestehen, wonach Rußland die Oberhoheit Chinas in der Mandschurei anerkennt. Nußland will diese Erklärung nicht geben, und da Japan, falls Rußland auf seiner Weigerung beharrt, losschlagen will, so scheint der Ausbruch der Feindseligkeiten tatsächlich vor der Tür zu stehen. Scheint, sagen wir, denn zwischen heute und morgen kann sich wieder ein völliger Umschwung der Dinge vollzogen haben. Rußland hält sich jedenfalls auf alle Fälle gerüstet; neuerdings ist der Verwaltung der Ssamara­Slatoust- Bahn, der Verbindungslinie zwischen dem west­europäischen Bahnnetz und der sibirischen Hauptlinie, sowie der Verwaltung der sibirischen Bahn selbst der Befehl erteilt worden, bis auf weiteres den Verkehr für Privatpersonen und Güter einzustellen. Allen Verwaltungen der Bahnen, die dieser Verbindungslinie Transitgüter zuführen, ist außer­dem der Befehl zugegangen, die noch nicht abgesandten Güter ihren westeuropäischen Absendern wieder zuzustellen. Diese Maßnahme hängt mit dem vorgestern in Petersburg abge­haltenen entscheidenden Kriegsrat zusammen. An der Peters­burger Börse fielen sämtliche Papiere erheblich ein übles Omen!

Amerika.

Von dem Namen Panama scheint der Begriff Skandal unzertrennlich zu sein. Auch die jüngste Lostrennung Pa­namas von Kolumbien ist, wie sich jetzt herausstellt, am letzten Ende eine finanzielle Skandalaffäre. Die Newyorker " World" veröffentlicht nämlich Beweise dafür, daß die Los­trennung Panamas von Kolumbien und die Gründung der neuen Republik das Werk gewissenloser amerikanischer Börsenspekulanten ist, deren Hauptmacher Bunau- Varilla, der bekannte französische Ingenieur am Panamakanal und jetzige Gesandte Panamas in Washington, gewesen ist. Er habe sehr geschickt manipuliert und seinen Hintermännern Millionen verdient. In Amerika wird man freilich weder Herrn Bunau- Varilla noch auch seinen Hintermännern einen Vorwurf aus diesem unsauberen Geschäft machen.

Eine Sensationsmeldung kommt über den großen Teich: Noch ehe sie überhaupt begonnen hat, ist die Welt­ausstellung in St. Louis beinahe bankerott! Ja, nicht nur beinahe: bei Licht besehen, ist sie tatsächlich bankerott. Der amerikanische Kongreß hat bekanntlich zu der Ausstellung 5 Millionen Dollars beigesteuert. Bedingung hierfür war, daß die St. Louiser den Nachweis erbringen mußten, daß sie bereits aus eigener Tasche zehn Millionen für die Aus­stellung ausgegeben hätten. Diesen Nachweis konnten die St. Louiser nur mit Hilfe eines ganz und gar nicht frommen Betrugs führen: Die Leiter des Unternehmens hatten nur 7 Millionen aus der Stadt selbst aufbringen können: 5 Millionen städtischer Beitrag und 2 Millionen an Erlös für Anteilscheine aus dem Unternehmen. Die an der 10­Millionensumme fehlenden 3 Millionen ourden unter der Hand geborgt. Nun kam der Bundeszuschuß von 5 Mil­lionen. Diese 15 Millionen sind jetzt vollkommen verpulvert, und die Ausstellungsleitung sitzt vor der halbfertigen Aus­stellung auf dem Trockenen. In ihrer Not hat sie sich jetzt nochmals an den Kongreß mit der Bitte um ein neues Darlehen von 4 Millionen Dollar gewandt. Als Sicherheit wollen die St. Louiser dem Bundesschazzamte eine Hypothef auf die zu erzielenden Eintrittsgelder aus­stellen und wollen sich verpflichten, den ganzen Verkauf von Eintrittskarten unter die Kontrolle der Regierung zu stellen, nötigenfalls sogar die Verkäufer und Einnehmer der Karten von den Beamten des Schazamtes ernennen zu lassen. Wie nun, wenn der Kongreß sich harthörig zeigte und die Gelder nicht hergäbe? Dann hätte Amerika der Welt zum ersten Male das eigenartige Schauspiel geboten, daß eine Welt­ausstellung verkracht, ehe sie begonnen.

Deer und flotte.

Die Anlage zweier neuen Forts bei Mek soll bevorstehen. Beide Befestigungen würden den Ring der Forts vollständig wieder schließen und dann wohl auch die gerade nach diesen beiden Seiten so lästigen Gitterabsperrungen überflüssig machen. Tatsächlich sind an verschiedenen Orten militärischer­seits Vermessungen und Abschätzungen des Geländes vor­genommen worden.

Zum Generalinspektor der britischen Armee ist, wie in Londoner militärischen Kreisen mit Bestimmtheit verlautet, der Herzog von Connaught ausersehen. Der Reformplan wird allgemein gutgeheißen. Ein Blatt sagt, sein Zweck sei, dem Kabinett und dem Premierminister denselben Apparat zur Verfügung zu stellen, den der deutsche Kaiser in dem prächtigen deutschen Generalstab besitzt. Die Times" meint, für die Stellung des ersten militärischen Mitgliedes des neuen Armeerates sei ein Moltke erforderlich, der leider nicht vor­handen sei.

Hof und Gesellschaft.

*** Der Kaiser empfing gestern den Fürsten Pleß, hörte die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des Admiralstabes und nahm militärische Meldungen entgegen. Abends vorher war der Monarch einer Einladung des Mi­nisters Budde zum Diner gefolgt, an das sich ein interessanter Vortrag über Wasserbau schloß, zu dem etwa 120 Personen erschienen waren.

** Das württembergische Königspaar be­gibt sich nach England, um an der Hochzeit des Prinzen Alexander von Teck und der Prinzessin von Albany teilzu nehmen. Ein Regierungsdampfer wird ausgerüstet, um die Gäste in Calais abzuholen.

** Von einem Heiratsprojekt zwischen der Prinzessin Clementine von Belgien und dem Prinzen Louis Bonaparte wissen Brüsseler Meldungen zu berichten. Der Herzog von Aosta und der Graf von Turin seien in der bel gischen Hauptstadt eingetroffen, um bei König Leopold um die Hand seiner Tochter für den Prinzen Bonaparte zu wer ben. Offiziös wird dieses Gerücht dementiert und die An wesenheit der beiden Prinzen mit einer Inspektionsreise au ihren Gütern, die sie von der belgischen Gräfin Merode ge erbt haben, erklärt.

Teure Schönheit.

London, 1. Februar. Dem aufmerksamen Besucher der großstädtischen Ver gnügungen muß eine bemerkenswerte Tatsache auffallen: Die Damen der Londoner Gesellschaft scheinen das Geheim­nis der ewigen Jugend entdeckt zu haben. Die gefürchtete Runzel scheint ihre zerstörende Lätigkeit zur Freude aller Modedamen, die absolut nicht alt werden wollen, haben ein­stellen müssen. Mittelalterliche" Frauen gibt's einfach nicht mehr, wenn sie nur, hier liegt der Hafen, ein wohlgefülltes Bortemonnaie haben. Dann, aber auch nur dann bleibt ihr Teint so glatt und schön, wie einst im Mai". Aber ein fostspieliges Vergnügen ist es, und wenn ein Mann eine Shönheit der Gesellschaft" heiratet, muß er darauf vor­bereitet sein, nicht bloß 20 000 Mark für ihre Toilette, son­dern etwa noch die Hälfte dieser Summe für die Erhaltung ihres Aeußeren auszugeben.

Für einen schönen Teint bezahlt die Schönheit jeden Preis. Fast jede Dame der Gesellschaft hat ihre eigene Teintspezialistin, die wenigstens einmal wöchentlich auf­gesucht wird; ihr Name wird selbst nicht der besten Freundin verraten. Die bloße Behandlung des Gesichts durch Damps und Massage kostet 20 Mark wöchentlich, und wenn noch Schönheitswasser dazu kommen, so sind 2000 Mark jährlich für Gesichtsbehandlung schnell ausgegeben. Ein Wechsel der Schönheitsspezialistin erfordert natürlich neue Auslagen für fosmetische Mittel, da nicht zwei dieselben Mittel brauchen. Die erste Ausrüstung in Schönheitswassern und kosmetischen Mitteln beträgt bei einer Schönheitsspezialistin 200 Mark; und da die liliputanischen Flaschen bald erschöpft sind, so müssen auf die Wiederfüllung wenigstens 250 Mark jährlich gerechnet werden. Manche Dame bezahlt 60 Mark für eine Schachtel Rouge, und 10 Mark für eine Puderquaste ist kein ungewöhnlicher Preis. Ferner muß jetzt jede Dame für ihre Besuche auf dem Lande, wo ihr feine Spezialiſtin zur Verfügung steht, ihre eigenen elektrischen Geräte besitzen. Für 100 Mark erhält sie eine elektrische Batterie, vier ver­schiedene Bürsten, einen elektrischen Kamm und einen elef­trischen Gesichtsroller". Sie muß auch ihre elektrischen und heilkräftigen Bäder haben, die jährlich 1000 bis 1600 Mart fosten. Farben- und Lichtbäder kosten wenigstens 10 Mark bei jedem Besuch, und für eine besonders beliebte Behand lungsart bezahlen die Damen 200 Mark monatlich oder 2000 Mart jährlich. Dazu kommen die luxuriösen und kost­spieligen Badegeräte, Seife für 10 Mart das Stück, Frottier­bürsten zu je 10 Mark, Schwämme für 7,50 Mark, die teuersten Badetücher, alles das kostet wenigstens 400 Mark jährlich. Die Haarpflege mit Haarwasser, Haarkreme, Sham­poonieren und Besuche beim Friseur kosten 400 bis 600 Mark jährlich, wozu noch die jetzt so beliebten künstlichen Zöpfe tommen. Der Manicurekasten kostet 100 Mark, und 200 Mark jährlich die Besuche bei der Manicure. Natürlich sährt eine Schönheit mehrmals jährlich noch nach Paris, um sich von einer berühmten Spezialistin behandeln zu lassen. Das Abhäuten" des Gesichts kostet Tausende, das Emaillie­ren von Hals und Armen für den Abend wenigstens 400 Mark jährlich allein für das Material. Zur Entwickelung der Figur dienen noch gewisse Körperübungen, wie Hechten. Die Aufstellung des Gesamtaufwandes, den eine Weltdame zur Erhaltung ihrer Schönheit während des Jahres macht, ergibt über 10 000 Mark! Harte Kriegslasten, die sich die liche Eitelkeit alljährlich von ihren getreuen Vasallinnen zahler läßt!

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Prinzessin Alexandra von Ysenburg und Büdingen in Wächtersbach stand vor der Straffammer des Landgerichts Frankfurt a. M. unter der Anklage, sich bei dem Abschluß des Verkaufs eines ihrer Stammbesißtümer der Untreue schuldig gemacht zu haben. Die Beweisaufnahme ergab so wenig Belastendes, daß der Staatsanwalt selbst die Frei­sprechung beantragte, die denn auch erfolgte.

§ Der Ueberfall auf den Hofkapelmeister Mikorey wurde oom Dessauer Landgericht an dem Sänger Kienlechner mit drei Monaten Gefängnis geahndet.

§ Ein weiterer Prozeß des geschiedenen prinzlichen Paares Schönburg- Waldenburg ist vor dem Oberlandesgericht zu Dresden anhängig gemacht worden. Der Rechtsstreit betrifft die Frage der Legitimität des in der Ehe des Prinzen Fried­rich und der Prinzessin Alice von dieser geborenen Knaben. Es soll also im Prozesse festgestellt werden, ob das Kind als ein eheliches anzusehn ist und demgemäß Anspruch hat, der fürstlich schönburg- waldenburgischen Familie anzugehören und deren Rang und Titel zu führen.

Nab und Feriz.

Der erste internationale Kongreß für Schulhygiene, aus dem die hervorragendsten Aerzte und Schulmänner aller Kulturländer zu gemeinsamer Arbeit vertreten sein werden wird vom 4. bis 9. April 1904 in Nürnberg abgehalten Mit dem Kongreß ist eine Ausstellung für Schulgesundheits pflege verbunden, die alle wissenschaftlichen Instrumente Modelle, Pläne, Zeichnungen, Sfizzen, graphische Darstel lungen, Schulmobiliar. Schreibmaterialien, Schulbücher.

Zehrbücher und Zeitschriften, soweit sie auf Schule und Unfer­richt Bezug haben, umfaßt.

Die Crimmitschauer Arbeitgeber und der Textilarbeiter­verband. Der Vorstand der Crimmitschauer Filiale des Tertilarbeiterverbandes beschloß die Auflösung derselben, doch können die Mitglieder fernerhin als Einzelmitglieder dem Deutschen Tertilarbeiterverband in Berlin angehören. Der Beschluß, welcher der Organisation besonders schwer ge­fallen sein dürfte, ist darauf zurückzuführen, daß die Fabri­fanten von den Arbeitern den Austritt aus dem Lokalverbande verlangen. In der Erklärung der Fabrikanten heißt es, der Arbeitgeber habe das Recht, die Auswahl unter den Ar­beitern zu treffen. Die Arbeitgeber hätten nach den jüngsten Erfahrungen alle Ursache, eine zu starke Vertretung des Tertilarbeiterverbandes für eine Bedrohnung der stetigen Entwickelung der Industrie anzusehen.

Explosion auf einem deutschen Kreuzer. Wie aus Kiel gemeldet wird, erfolgte auf dem Panzerkreuzer Prinz Adalbert" eine Explosion in den Kohlenbunkern. Die Heizer Ponolowski, Hans Schmidt, Schwerdtfeger, Kraun und der Matrose Fedder erlitten schwere Brandwunden und wurder ins Stationslazarett gebracht. Anscheinend besteht für die Verletzten keine Lebensgefahr.

A Streikunruhen in Lille. Der seit einiger Zeit in Lill ausgebrochene Weberstreik hat zu schlimmen Vorkommnisser geführt. Ausſtändige Weber drangen in ein dem Fabri fanten Bauquart gehöriges Haus in Neuvilly ein und steckter es, nachdem sie es völlig ausgeplündert hatten, in Brand Der Präfekt sandte Kavallerie nach Neuvilly, um die Ruh wiederherzustellen.

Vermischtes.

[ Das Amt des Oberst- Marschalls,] das vom Kaiser so­eben dem Fürsten Egon von Fürstenberg verliehen worden ist, gehört zu den fünf obersten Hofchargen des preußischen Hofes. Nach dem Hof- Rangreglement folgen sich der Oberst­Kämmerer, die General- Feldmarschälle und der Minister­präsident nach dem Datum ihrer Ernennung, dann der Oberst- Marschall und hinter ihm nach dem Datum der Er­nennung der Oberst- Truchseß, der Oberst- Schenk und der Oberst Jägermeister. Die Stelle des Oberst- Marschalls war bisher unbesetzt, die übrigen obersten Hofchargen werden wahrgenommen von Friedrich Graf Solms- Baruth, Fürst Pleß, Herzog zu Trachenberg und Fürst Radolin.

A[ Fünf Königen gedient] hat der Steueraufseher a. D. Johann Handelsmann zu Bodenwerder, der gestern sein 92. Lebensjahr vollendete. Zur Zeit der Unterdrückung Deutschlands, 1812, geboren, trat er im Jahre 1829, also vor 75 Jahren, als Artillerist in die großbritannisch- hanno­versche Artillerie- Brigade ein und diente unter den Königen Georg IV. und Wilhelm IV. von England bezw. unter dem Vizekönige von Hannover, Herzog von Cambridge, bis 1833, um dann in das hannoversche Landdragonerkorps einzu­treten. Vom Jahre 1837 an gehörte Handelsmann dem Steuerfach an und diente als königlicher Beamter unter den Königen Ernst August und Georg von Hannover, sowie Wilhelm I. von Preußen, bis im Jahre 1886 seine Pensio­nierung erfolgte.

[ Gin alter Seeheld von 1848/51] beging, nahezu acht­zigjährig, in Altona das Fest der goldenen Hochzeit. Fer Kaufmann und Holzhändler Herr L. A. Lange, Jahre 1825 in Apenrade geboren, im Erhebungskriege gegen Dänemark als Offizier in der schleswig- Holsteinischen Marine diente und als Kommandant des Dampfkanonenbootes ,, von der Tann" rühmlich hervortrat. Nachdem er am 21. Sep­tember 1850 in der Nähe von Haffkrug in der Nonstädter Bucht mit dem dänischen Kriegsschiff Hekla" einen erfolg. reichen Kampf gehabt und seinen Gegner zum Rückzug ge­zwungen, erschien plötzlich, ehe der von der Tann" die offene See gewinnen konnte, die dänische Korvette Valkgrien", ein Schiff von 24 Geschützen, auf dem Plan. Obwohl Lange sich auch gegen diesen Feind eine halbe Stunde lang auf das energischste wehrte, so mußte er doch schließlich die Vergeblich­feit seines Widerstandes einsehen, er verließ mit der Be­sabung das Kanonenboot, hatte aber zuvor dafür gesorgt, daß es in die Luft flog, ehe der Feind sich des Schiffes be­mächtigen konnte.

[ Gestörte Reklame.] Die Londoner Zeitungen, die zu Reklamezwecken Medaillen in London und Umgegend ver­stecken, deren Finder mit Preisen von 10 bis 50 Pf. St. be­lohnt werden, haben es zu einer solchen Belästigung des Publikums durch Schatzsucher gebracht, daß die Polizei sich nicht mehr daran genügen läßt, diese Schatzsucher selbst wegen Zerstörung öffentlicher Wege und Anlagen zu bestrafen, son­dern den Eigentümern der Zeitung mitteilte, daß der Staats­anwalt gegen sie einschreiten werde, falls dem Unfuge kein Ende gemacht würde.

Das Neuelte aus den Witzblättern. Mutter stolz. Aber ordentlich heraus gemacht hat sich Ihr Junge."" Das will ich meinen; durchs Telephon wird er auch schon immer mit Sie" angeredet!"

Beinahe. Aelteres Fräulein( zum jüngeren, das mit seinen Abenteuern renommiert): ,, einmal sollte ich beim Pfänderspiel auch einen Kuß haben... aber der betreffende Herr war schon weggegangen!"

Das Wiedersehen. Nachbar: Also der Mops von Ihrem Fräulein, der vor acht Tagen entlaufen war, ist wieder da; wird das eine Freude gewesen sein!" Dienstmädchen: ,, Ach, das hätten Sie sehen müssen; beide sind sie in Ohn­macht gefallen, der Mops und das Fräulein!"

Wählerisch. Herr: Sie scheinen wirklich arm zu jein! Da haben Sie eine Handvoll Kupfergeld!" Bettler: Erlauben Sie, eine solche Summe brauch' ich nach dem Ge­setze in Kupfer nicht anzunehmen!"

Mißtrauisch. Gast: Hören Sie, Herr Wirt, ent­weder Sie haben besseren Wein, den Sie mir nicht geben wollen, oder Ihre Nase ist künstlich gefärbt!" Kindermund. Mutter, wie oft muß denn der Vater noch einbrechen, bis er ins Panoptikum kommt?" Durch die Blume. Refrut: Herr Feldwebel, kann ich Urlaub bekommen? Wir schlachten daheim!" Feld. webel: Jawohl, aber wehe dir, wenn du zurückkommst und hast deinen Feldwebel belogen!"

Entschuldigung. Köchin( den Schrank öffnend): ,, Wie konntest du nur so viel verzehren, während du da drinnen stecktest?" Kanonier: Weißt du, Jette, damit ich mehr Platz hatte!" ( Megg. Bl.)

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