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Lokales.

3. Februar 1904. Der Großherzog hat am 16. Januar d. J. dem Kutscher Georg Siegner zu Alsfeld, seither in Diensten des Gasthauses Zur Krone" in Alsfeld, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für treue Arbeit" verliehen. An die Zweite Kammer der Stände des Großher­zogtums hat das Großherzogliche Ministerium der Finanzen eine Reihe von Nachträgen und Berichtigungen zum Hauptvoranschlag für 1904 zur Leschlußfossung über­fandt. Es sei daraus hervorgehoben: Staaiseis nbahn. ( Einnahme). In dem nunmehr vorliegenden Erat der Gemein­schafte verwaltung ist ein Uberschuß der Einnahmen über die Ausgaben von 565 898 018 Mt. vorgesehen, hiervon würde auf Hessen nach Makgabe der beiderseitigen Teilungs­ziffern ein Betrag von etwa 12 000 000 Mt. entfallen.

* Die Sigungen des Schwurgerichts der Pro­vinz Oberhessen für das II. Winterjahr 1904 werden Mon­tag den 7. März 1904 vormittags 91/2 Uhr im Justizgebäude in Gießen unter dem Versize des Landgerichtsrats Müller zu Gießen ihren Anfang nehmen.

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* Am 1. Febr. hat im Großherzogtum die allgemeine Heegezett für die Jagd begonnen.

** Aus der hessischen Division wurden nur 3 Mann für die füdwestafrikanische Expedition ausgewählt.

** An der Alice- Schule zu Gießen wird am 19. März d. Js. unter Leitung eines staatlichen Kommissärs eine Prüfung für Lehrerinnen der weib­lichen Handarbeiten abgehalten werden.

** Die Tagesordnung für die nächste Stadt­verordneten Sigung zu Gießen, am Donnerstag, den 4. Febr., nachm. 4 Uhr, ist folgende: 1. Mitteilungen. 2. Notstandsarbeiten. 3. Errichtung eines Häute- und Fell­lagers an der Krofdorfer Kretsstraße; hier: Diepens. 4. Diep negesuch für das Grundstück Südanlage 20( Sack& Jughardt). 5. Dispensgesuch für Bahnhofstr. 26( Möhl). 6. Gesuch des Bauunternehmers Heinr. Winn um Höher­legung des von der Bahnhofstraße nach der Wieseck führenden 7. Uebernahme der Straße In Löbers Hof" Weges. durch die Stadt. 8. Beseitigung und Ersatz schadhafter Bäume. 9. Friedhof am Rodtberg. 10. Genehmigung von Holzversteigerungen. 11. Bekanntmachung der Jahr märkte. 12. Verkehr der Radfahrer auf öffentlichen Straßen. 13. Voranschlag des Polizeietats für 1904. 14. Voranschlag des Elettrizitätswerks. 15. Voranschlag der Plockschen Stiftung. 16. Erlaß einer Polizeiverordnung über den Wirtschaftsbetrieb mit Kellnerinnenbedienung. 17. such des Wilh. Amend um Erlaubnis zum Wirtschafts­betriebe im Hause Wahnhofstr. 66. 18. Gesuch des With. Balser um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetriebe im Hause Lindenplatz 12.

** Kaisers Geburtstagsfeier. Am leßten Sonntag beging der Eisenbahnverein Gießen den Tag des Geburtstages des Kaisers durch eine g ößere Festlichkeit in der Turnhalle, die einen recht guten Verlauf nahm und die Festgäste sowie die Vereinsmitglieder in recht animierter Stimmung bis zum frühen morgen beisammen hielt.

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Kinematographische Vorführungen. Manch wunderbares Garn spinnt der Seemann, wenn er, von der Marine b.urlaubt, den Genossen aus der Kinderzeit von draußen" erzählt. Da laufen sie im Dorf zusammen und lauschen abends stundenlang, manchmal wohl mit leisen Zweifeln, faum jemals aber in der Lage, sich wirklich ein deutliches Bild von dem Gehörten zu machen. Gar zu verschieden ist das Leben im schwimmenden Haus von dem unseren, und eine neue Welt erschließt sich dem, der im lebendigen Bilde, wie sie der Kinematograph des Deutschen Flotten- Vereins uns nächste Woche bieten wird, den Tages lauf an Bord in seiner Mannigfaltigkeit sich abspielen sieht,

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** Unser Reichstagsabgeordnete, Kommerzien­rat Seyligenstaedt, hat heute seinen Geburtstag. Wie in früheren Jahren, so auch dieses Mal hatte der Maschinen­bauergesangverein am Vorabend demselben eine kleine Ovation gebracht. Im Anschluß daran wurde im Restaurant Kühn hold bei Bier und im besten Einvernehmen noch manches Liedchen gesungen. Das Geburtstagskind weilte mit unter den Sängern.

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* Das erste Stiftungsfest des deutschen Kellner. Bundes Gießen ist, wie vorauszusehen war, glänzend verlaufen. Die Beteiligung, besonders seitens des Gastwirte­Vereins, war eine überaus starke, gewiß ein beredtes Zeugnis für das gute Einvernehmen zwischen Prinzipal und Angestellte. Allgemein wurde der Wunsch ausgesprochen, derartige Fefte zu wiederholen.

** Die am 31. Januar stattgefundene Generalversamm welche beim Gastwirt Zeigler stattfand, war sehr gut be­ung des neuen Geflügel- Buchtvereins für Gießen, sucht. Die Rechnungsablage von 1903 ergab ein sehr günstiges Resultat; der vorjährige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Ferner wurde beschlossen, sämtliche Tiere der Mitglieder vom Vorstande besichtigen zu lassen betreffs Zusammenstellung geeigneten Zuchtmaterials.

Eine unliebsame Ueberraschung hat das neu Reichsgesetz über die Beschäftigung von Kindern in gewerb. lichen Betrieben den Kegelgesellschaften gebracht Es dürfen nämlich Kegeljungen, welche noch volksschulpfichtig sind, an Sonn- und Festtagen überhaupt nicht, an anderen Tagen nicht nach 8 Uhr abends mit dem Aufseßen von Regel beschäftigt werden. Kegeljungen, welche das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen weder an Sonn­tagen noch an Werktagen in Gast und Schankwirtschaften Diese Bestimmungen Iten sowohl Verwendung finden. für die eigenen Kinder der Kegler als auch für solche des Die Zuwiderhandlungen Wirtes und für fremde Kinder. sind mit nicht unliebsamen Stafen belegt.

** Wenn der Deubel" erst die Engel holt, dann ist es weit genug gekommen, daß dies aber geschehen kann, dafür liefert Gießen den Beweis. Ein auf dem Bahnhof angekommener Engel wurde von Deubel( nebenbei bemerkt um Irrtum zu vermeiden, Deubel ist Fuhrmann beim Spediteur Linter) zum Neubau der Engel- Apotheke gebracht, um ale Symbol des Hauses den Bau zu zieren. Imposant nimmt sich die überlebensgroße Engel- Figur auf dem Prachtbau aus, der eine Zierde des Marktplatzes zu werden verspricht. Herablassend si ht der goldschimmernde Engel aus luftiger Höhe herab auf den ihm gegenüber zu den Füßen stehenden Cherusker. Hier der moderne Fort­schritt einer friedlichen Gegenwart, dort die kriegerische, längst dahingerauschte Vergangenheit versinnbildlichend; welch' ein Kontrast! welch' ein Stück Weltgeschichte liegt zwischen den beiden Figuren. Unbeabsichtigt wird der Beschauer auf dem Marktplatz damit zum Nachdenken aufgefordert und auf die Vergangenheit und Gegenwart hingewiesen.

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Dieser Tage vollendete der in Grünberg unter dem Namen Stern- Jöckel" bekannte Ortsbürger Jöckel sein 97. Lebensjahr. Der hochbetagte Mann erfreut sich noch der größten Rüstigkeit und besucht jeden Sonntag den Gottesdienst.

× Burkhardsfelden, 2. Febr. Das Grundbuch unserer Gemeinde ist vom 1. März ab als angelegt zu betrachten.

Lauterbach, 2. Febr. Zum Andenken an die Wiederaufrichtung des deutscheu Reichs wird die Errichtung eines Kriegerdenkmals geplant. 5000 Mt. stehen dazu bereits zur Verfügung.

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Beuern, 1. Febr. Ein Knabe von etwa 5 Jahren am Samstag in ein Wasserfaß und ertrank. Frankfurt, 2. Febr. Im Walde in der Nähe des

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Main- Neckarbahnhofes von Neu- Isenburg erschoß sich gestern ein zirka 35 Jahre alter unbekannter Mann mittels eines

Revolvers.

Griesheim a. M., 2. Febr. Unser Dorf ist ein kleines Chicago. Es hatte im Jahre 1842 677 Ginwohner, 1895 bereits 2676 und im vorigen Jahre 9744 Einwohner. Die Bevölkerung hat sich also in ei em Zeitraum von 60 Jahren verrierzehnfacht.

Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Gießen, 2. Februar 1904. Der Schlosser Gustav Meluhn von Nieder- Wöll­ſtadt benahm sich in einer dortigen Wirtschaft ungebührlich. Als er aus dem Lol cewiesen werden sollte, widersetzte er sich und wurde gegen Wirt tätlich. Auf erfolgte Anzeige nahm ihn dieserhalb das Friedberger Schöffengericht wegen Hausfriedensbruch und Körperverlegung in Gefängnisstrafen von einer Woche und zwei Tagen. Das durch Berufung angefochtene Urteil wird nach stattgehabter Beweisaufnahme dahin abgeändert, die wegen Hausfriedensbruch erkannte zwei­tägige Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe von 10 Mt. um­gewandelt wird, während es bei einer Woche Gefängnis für die Körperverlegung bleibt. Unter der Anschuldigung den Hotelter Seethaler zu Bad Nauheim förperlich mißhan­delt und beleidigt zu haben, wurde der Student Paul Kretschmar von Erfurt durch das Schöffengericht in Geld­strafen von 20 und 40 Mt. genommen. Infolge Berufung des Angeklagten und der Staatsanwaltschaft fand heute Be­weisaufnahme statt zu welcher der Angeklagte zwar geladen, aber vom persönlichen Erscheinen entbunden ist. Da nach einem Gerichtsbeschluß das untergerichtliche Erkenntnis wahr­scheinlich eine Aenderung erfahren soll, wird die Verhandlung ausgesezt und des Angeklagten persönliches Erscheinen zum neuen Termin angeordnet. Der Kaufmann Jakob Born­heim von Stockheim ist geständig, eine Anzahl Wechsel gefälscht zu haben. Mit Rücksicht die geringe Vermögens­schädigung und das Geständnis, sieht das Gericht von der üblichen Zuchthausstrafe ab und nimmt den Angeklagten in eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren unter Aufrechnung eines Monats erlittener Untersuchungshaft; auch werden ihm die Der bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre aberkannt. vielfach vorbestrafte Arbeiter Michael Seldner aus Wieblingen, welcher in Gießen mit Einbringen von Kohlen beschäftigt war, ließ sich von zwei Seiten die ihm zustehende Vergütung auszahlen. Da Betrug im Rückfall vorliegt, wird trotz des geringen erschwindelten Betrags von 1,50 Wit. auf 4 Monate Gefängnis erfannt.

Holz Bersteigerungen.

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Allendorf a. d. Lda. Donnerstag den 4. Februar, vorm. 9 Uhr werden in dem hiesigen Gemeindewald Distrikte Kinnwald, Steinwald, Raulstoppel, Laustöppel 2c. versteigert: 2 Eichen- Stämme m. 0,62 m., 109 Nadel- Stämme mit 25,82 Fm., 1 Birken- Stamm m. 0,54 Fm., 343 Nadel­Derbstangen und 435 Nadel- Reisstangen, 45 Rm. Nadel­Nußfnüppel, 2 Rm Buchen-, 2 Rm. Nadel- Scheit, 12,5 Rm. Buchen-, 15,5 Rm. Eichen-, 4 Rm Aspen-, 242 Rm. Nadel­Knüppel, 10 Rm. Buchen-, 2 Rm. Eichen-, 138 Rm. Nadel­Reicholz, 3,5 Rm. Buchen-, 1 Rm. Eichen-, 65 Rm. Nadel­Stöcke. Zusammenkunft am Kinnwald.

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Marktberichte.

Frankfurter Hen- und Strohmarkt vom 2. Februar.( Amtl. Notierungen.) Heu per 3tr. 3.10-3.70 Mark, Stroh per 3tr. 2.00-2.25 Mt.

Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil:

Albin Klein

für das Lokale, den Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann

Holzversteigerung

in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. Es sollen versteigert werden:

Montag, den 8. Februar,

in den Distrikten Grlesberg und Langeberg:

a) im Distrift Erlesberg( Zusammenfunft vorm. 912 Uhr am Teich): 29 Rm. Kiefern Knüppel, 1060 Kiefern Wellen, 29 Stück Fichten- Stamm- u.-Stangen­holz II. Kl.= 1,90 stm.

b) im Distrikt Langeberg( Zusammenkunft vorm. 11 Uhr auf der neuen Chaussee Niederbessingen- Langs­dorf beim Eingang in den Wald von Muhlsachsen her): 1 Rm. Eichen Knüppel, 8 Rm. Nadelholz Knüppel, 80 m. Nadelholz Stöcke, 1900 Gichen 2c. Wellen( 1. Durchforst­ung), 250 Nadelholz Wellen.

Dienstag, den 9. Februar

in den Distrikten Graudern, Mühlberg 2c.: Buchen: 4 Rm. Scheiter, 101 Rm. Knüppel, 17 Rm. Stöcke, 6870 Wellen; Eichen: 2 Rm. Scheiter, 116 Rm. Knüppel, 7340 Wellen; Birken: 26 Rm. Scheiter( Werk­holz, rund), 29 Rm. Knüppel, 10 Rm. Stöcke, 250 Wellen; 130 Fichten Wellen; 1818 Fichtenstangen aller Sorten 15,25 Fstm.( darunter 900 Stück schönster Bohnenstangen). Die Buchen- und Eichen- Wellen sind meistens erstklassige Forstwellen.

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