Die heftigſten Hiebe mit der Axt gegen die Thür, riſſen ſie von den Knieen auf. Das raſende Weib drunten war daran, ihre Worte und Drohungen zu verwirklichen.
Was ſoll ich thun? fragte ſich die Frau in der größten Seelenangſt. f
Da blickte ſie auf allerlei Geräthe, das hier herum ſtand und lag. Wirf es ihr auf den Kopf! dachte ſie, und ge— dacht, gethan; aber das Weib wich geſchickt jedem Wurfe aus, und ehe die Förſterin ſich zu einem neuen rüſtete, that ſie wieder Hiebe in die Thüre, daß das ganze Haus zitterte.
Jetzt ergriff die Förſterin ein ſcharfes Hackmeſſer und ſchleuderte es ſo geſchickt, daß ſie dem Weibe drunten eine Wunde in die rechte Wange und Schulter beibrachte, aus der das Blut hervorſtrömte.
Einen Augenblick erſchrack das Weib, und der Schmerz ließ ſie aufhören, aber dann ſprang ſie wieder mit der größten Wuth gegen die Thür und ſchwur, ſie wolle mit eignen Händen der Förſterin den Strick um den Hals legen und ſie hinter ihrer Thüre aufhängen. f
Kalter Schauder durchrieſelte das geängſtete, junge Weib. In der Stube war nichts mehr, was ſie mit Er— folg hätte hinabſchleudern können. Sie eilte deßwegen hinab. Als ſie in den Hausgang kam, fielen die Hiebe des raſenden Weibes hageldicht auf die Thür und mit ſolchem Erfolge, daß die Thüre bereits zerſpalten war und nur noch der Eiſenbeſchlag und die Querleiſten einen wirkſamen Widerſtand zu leiſten fähig waren. In wenigen Minuten war die Thüre zertrümmert. Und was dann?
Es iſt eine jener ſeltſamen, ja wunderbaren Erſchei— nungen, daß oft mit der Größe der Gefahr auch der Muth in der Menſchenſeele wächſt. So war es hier bei einer ſchwachen, hülfloſen Frau, die ſich nie eine ähnliche Lage hätte träumen laſſen. Als die junge Frau in das Zimmer zurück trat, zeigte ſich ihr eine neue Gefahr. Der eingeſchloſſene Räuber, der ſich anfänglich in ſeiue Lage gefuͤgt zu haben ſchien, der aber nur auf die nahe Hülfe von Außen gewartet hatte, war durch die ſchreiende Stimme ſeines Weibes, durch die männlich kräftigen Schläge, die ſie mit der Axt gegen die Thuͤre führte, und die dem Klange nach zu urtheilen, von Erfolg begleitet waren, aufs Neue ermuthigt worden, an der Kammer⸗ thuͤre ſeine Kraft zu verſuchen. Durch die kräftigen Tritte hatte er es bereits auch ſo weit gebracht, daß das Thür— ſchloß abgeſprengt war und nur noch der Riegel die Thüre hielt. Lange konute auch er nicht mehr Widerſtand leiſten, und dann ſtand die unglückliche Frau zwiſchen beiden furchtbar erbitterten Menſchen, und ihr Loos war ſicher der martervollſte Tod.
Jetzt galt es, das Letzte zu wählen und Leben gegen Leben zu vertheidigen. An der Wand hing ihres Gatten geladene Doppelflinte. Feſt enſchloſſen, Leben und Habe bis zum letzten Augenblicke muthig zu vertheidigen, riß ſie die Doppelflinte herab und eilte in die Hausflur, wo ſie ſich der Thüre gegenüber ſtellte, und die Hähne des Gewehres ruhig ſpannte und die Flinte anlegte, um zum Schuſſe bereit zu ſein.
Noch immer hackte das raſende Weib draußen an der ſich zerſplitternden Thür. Eben führte ſie einen ver— zweifelten Hieb und ein großes Stück der Thüre brach durch, und das Weib machte Miene, ſich durchzudrängen.
Halt! rief die Förſterin. Thuſt du einen Schritt herein, ſo ſchieß ich dich nieder!
Wart', Racker, rief das vor Wuth ſchäumende Weib, ich will dir für das Schießen bald gethan haben, und drängte ſich gewaltſam durch die Oeffnung herein.
Da zielte die Förſterin, und die Kugel fuhr dem Weibe durch den Kopf, daß ſie lautlos vor die Thüre zurückſchlug.
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Jetzt eilte die Förſterin in die Stube und ſtellte ſich mit geſpanntem Hahne der Kammerthüre gegenüber, die in dieſem Augenblick auf den letzten Tritt des Räubers aus den Angeln fuhr und ſchief gegen das davor ſtehende Bett fiel, ſo daß der Räuber in der Kammerthüre mußte ſtehen bleiben.
Zurück! rief die entſchloſſene Förſterin ihm zu. Thuſt du nur noch einen Schritt, ſo iſt die zweite Kugel in
deiner Bruſt, wie die erſte dein Weib eben an der Thüre
niedergeſtreckt hat.
Todtenbleich ſtarrte ſie der Räuber an. Iſt es wahr? fragte er.
Du haſt den Schuß gehört! ſagte die Förſterin, und die Artſchläge ſind zu Ende, ihr Brüllen hat aufgehört. Willſt du mehr?—
Der Räuber ſtand wie angefeſſelt an der Stelle. Der Tod ſeines Weibes war gewiß, der ſeine ebenſo ſicher, wenn er ſich rührte. In dieſer Lage rathlos, rührte er ſich nicht von der Stelle, und bie Förſterin ſtand feſt und richtig im Anſchlag.— In dieſem Augenblicke hörte man Jemand rufen und laufen. Ein Hund bellte— es 111 der Förſter, der ſich mit einigen Holzhauern eiligſt nahte.
Er hatte heimkehrend, plötzlich eine unbeſchreibliche Unruhe bei dem Gedanken an ſeine Frau gefühlt, die er ſo allein gelaſſen hatte. Die Angſt wuchs, je mehr er ſich dem Theile des Waldes näherte, der ſein Forſthaus umgab. Jetzt war es ihm, als habe er einen dumpfen Schuß in der Richtung ſeines Hauſes gehört. Er eilte, ſo ſehr er konnte.
Wie er ſo dahin lief, ſah er zwei Holzhauer, die aus dem Dorfe kamen, um an ihre Arbeit zu gehen.
Kommt mit! rief der Förſter; in meinem Hauſe iſt ein Unglück geſchehen!
Sie folgten ihm. Schon an der Thüre, die zer⸗ trümmert war, und an der des Weibes Leichnam lag, er— kannten ſie die Wahrheit der ſchrecklichen Vermuthung des Förſters. Um hereinzukommen, mußten ſie die Thüre vol— lends einſchlagen, denn die Förſterin wich nicht von ihrem Poſten.
Bald war das geſchehen; aber mit welcher Angſt riß der Förſter die Stubenthüͤr auf, und mit welcher Freude erblickte er noch lebend ſein heldenmüthiges Weib!
Jetzt ließ ſie ermattend die Arme ſinken, und der Räuber war wenige Minuten ſpäter von den drei Män— nern gefeſſelt.
Einer lief ins Dorf zurück. Bald kamen die Leute, holten den Leichnam und den Räuber, um ihn nach der Stadt zu führen.
In Folge der richterlichen Unterſuchung ſtellte es ſich heraus, daß der Räuber und ſein Weib zu den gefähr— lichſten Verbrechern gehörten, die, mehrerer Mordthaten bezüchtigt, aufs Eifrigſte von der Polizei verfolgt wurden, denen es aber bis jetzt gelungen war, allen Nachforſchun— gen zu entgehen.
Das ruchloſe Weib des Räubers, noch wilder und grauſamer wie er ſelbſt, hatte ſeinen Lohn durch die Hand der wackern Frau gefunden, der Räuber fand ihn durch die Hand des Scharfrichters.
Die Angſt und entſetzliche Aufregung warf das junge Weib zwar auf das Krankenlager, aber bald vermochte ſie wieder ihren Verpflichtungen nachzukommen.
Das Ereigniß bewirkte indeſſen, daß dem einſam wohnenden Förſter ein tüchtiger Jägerburſche beigegeben wurde, damit die Frau deſſelben nicht mehr allein in dem Forſthauſe zu ſein brauchte.
— Bekannt
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