Ausgabe 
24.8.1853
 
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An Dieſelben.

Betreffend: Den Verkauf von Früchten auf dem Felde.

Nachträglich zu meinem Ausſchreiben vom 4. d. M. eröffne ich Ihnen, daß inhaltlich der Verordnung vom 20. Juni 1817 und der Bekanntmachung vom 3. Juli 1843 nicht allein Korn, Waizen ꝛc., ſondern der Verkauf aller Crescenz, alſo namentlich auch der Verkauf der Kartoffeln auf dem Felde, unter dem Verbote begriffen ſind und der geſetzlichen Strafe unterliegen.

Friedberg am 19. Auguſt 1853. 8

de Beauclair, Kreisaſſeſſor.

Thereſe Aubert. Wahrheit und Dichtung in Form einer Memoiren⸗Novelle. Von Charles Nodier. (Fortſetzung.)

Eines Tages die erſten Regungen des Frühlings machten ſich auf den Feldern bemerklich; kleine weiße Blümchen blühten zwiſchen den Steinen auf, welche den Pfad einfaßten; der zarte Geruch des Veilchens erinnerte an ſein Daſein unter den Büſchen; die von den Strahlen der wiederkehrenden Sonne erwärmte Luft war mit einer Menge Inſekten bevölkert, die nur einen Augenblick er⸗ ſcheinen, um zu ſterben, die aber in dem Gemälde die Bewegung des Lebens verbreiteten; unſere Herzen waren ganz dem Eindrücke dieſer Jahreszeit des wieder erſtehen⸗ den Lebens und des Glückes geöffnet, begegneten wir Henrietten. Zum erſten Male waren ihre Züge regungs⸗ los; ſie blickte uns ſeufzend an; ſie lachte nicht wie ge⸗ wöhnlich über den nächſten beſten Gegenſtand, der ihre leicht erregbare Einbildungskraft traf; ſelbſt unſere Unter⸗ haltung feſſelte ſie nicht. Sie ſchien mit ihren Gedanken an ganz anderem Orte zu ſein. Dieſe Lage machte uns alle drei verlegen; namentlich Thereſen brach faſt das Herz unter dem Gewichte eines ihr ſo neuen Zwanges. Sie vermochte nicht lange zu widerſtehen, ſondern ſchlang ihren Arm um Henriettens Schulter und fragte mit ſchweren Thränen in den Augen:Du haſt einen Kum⸗ mer 2O! einen großen, antwortete Henriette, eben⸗ falls weinend;Du würdeſt ihn aber nicht begreifen. Wie,, erwiderte Thereſe,kannſt Du einen Kummer haben, den ich nicht begreifen könnte? Henriette lächelte bitter.Ich glaube wohl, wenn anders Du nicht ſchon geliebt haſt.Wie kannſt Du fragen? liebe ich nicht die, die mich lieben? liebe ich nicht meinen Vater! meine arme Mutter, ach mein Gott! liebte ich die nicht? und meine andere Mutter, bin ich denn irgendwo glücklich als bei ihr? aber Dich. Undankbare, Dich liebe ich nicht, nicht wahr? Sieh' nur, wie Du mich beurtheilſt!... Antonie würde mich nicht ſo grauſam behandeln, ſie weiß wohl, daß ich ſie liebe.Iſt dies Alles? ſagte Hen⸗ riette kalt.Iſt dies Alles? fuhr Thereſe mit einigem Erſtaunen fort.O! ich weiß wohl, rief ſie in dem Tone einer ſonderbaren Rückerinnerung aus, welche nicht ſo zufällig dem Geiſte ſich vergegenwärtigt, Du willſt von einem andern Gefühle ſprechen, von der Liebe zu einem Gegenſtande außer unſerem Geſchlechte? Sollteſt Du wiſſen, was dieſe Liebe iſt? ſage mir es, ich beſchwöre Dich darum!, Henriette ſchüttelte den Kopf.Was liegt übrigens daran? fuhr Thereſe fort;ich habe mir ſtets gedacht, daß die leidenſchaftliche Beſchreibung, welche man in Romanen und Büchern davon liest, nichts als ein Mißbrauch der bekannten poetiſchen Freiheit iſt, auf welche man nicht zu vielen Werth legen darf. Ich weiß gewiß, welches auch der Mann ſein wird, den mir mein

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Vater geben oder mir zu wählen erlauben wird, daß ich ihn nicht mehr lieben werde als Dich... oder Dich, ſetzte ſie hinzu, ſich gegen mich wendend, und blickte mich mit einem ſchärferen Blicke an.Verſprechen Sie mir dieß, ſagte ich.Ja, ich verſpreche Dir dieß. Ich er griff ihre Hand und bedeckte ſie bald mit meinen Küſſen, bald mit meinen Augen, um meine Verwirrung nicht merken zu laſſen. So hatte ich alſo ein Recht auf ihr Herz, wel ches mir nicht ſtreitig gemacht werden konnte, und Adolph fing an, an Antoniens Glück Theil zu nehmen.

Wie glücklich biſt Du, ſo denken zu können! ſagte Henriette,und darum iſt es für heute unnöthig, daß Du mehr erfährſt; mögteſt Du dieſes Gefühl, welches Du nicht kennſt, nie anders, als von ſeiner lieblichen Seite kennen lernen! Allein um auf Deine Frage zurückzu zukommen. Ich habe, wie Du weißt, meinen Vater ver⸗ loren, aber ich habe einen Bruder, von dem ich völlig abhängig bin, und der ſich mit meinem Glücke noch leb hafter beſchäftigt, als mit dem ſeinigen, denn er hat nicht nur die Pflichten, ſondern auch die Zärtlichkeit eines Va⸗ ters für mich übernommen. Seit lange ſchon hatte er, auf den vortheilhaften Ruf eines unſerer Verwandten hin, den Plan entworfen, mich mit ihm zu vereinigen, vor ausgeſetzt, daß dieſe Verbindung mir zuſage. Die Kriegs ereigniſſe hatten die Erfüllung ſeiner Abſicht verzögert, ohne daß er ſie darum vergeſſen hätte, oder daß ſeine Ausſicht dadurch völlig durchkreuzt worden wäre. Mein Vetter war höchſtens ſo alt als ich; er begann mit Glück eine ausgezeichnete Laufbahn, und es konnte von Vortheil für ihn ſein, dieſe einige Jahre vor unſerer Heirath zu durchlaufen; meine Wünſche gingen nicht dahin, den Augenblick dieſer Verbindung zu beſchleunigen. Ich hatte meinen Vetter noch nie geſehen, mein Herz war frei, und wie das Deine, liebe Thereſe, glaubte es ſich nie einer lebhaftern Empfindung, als der Freundſchaft fähig. Ich fürchtete ſogar, frei geſtanden, den Augenblick, in welchen der Wille eines Gemahls, als einziger Schiedsrichter meines zukünftigen Lebens, mich meiner glücklichen Einſam⸗ keit, unſeren hübſchen Gehölzen, unſeren Zuſammenkünften, unſeren Spielen entführen könnte. Indeſſen konnte ich mich einer lebhaften Neugierde nicht enthalten, als nach der Niederlage von Mans mein Bruder plötzlich auf dem Schloſſe erſchien und uns ankündigte, daß wir dieſen Abend einen jungen Ofſtzier, welcher wie durch ein Wunder dem Mißgeſchicke dieſes Tages entgangen ſei, bei uns ſehen würden, und daß dieſer der Chevalier von Mon dyon ſei.

Der Chevalier von Mondyon? rief ich.

Nun! ja, ſagte Thereſe;darin liegt nichts Außerordentliches.

Es iſt der Name meines Vetters, fuhr Henriette fort, welche mein Erſtaunen nicht bemerkt hatte.Er kam endlich an, und ich würde vergeblich verſuchen, Dir den Eindruck zu beſchreiben, den ſein Anblick auf mich machte; ich fühlte, daß mein ganzes Daſein davon ab haͤngen werde, welchen Eindruck ich auf ihn machen würde. Er übertraf meine Erwartung. Die Bande, welche Con venienz entworfen hatte, wurden durch die aufrichtigſte Sympathie feſter geſchlungen. Nur eine Unruhe, aber dieſe war auch erſchrecklich, truͤbte den Reiz dieſer glück lichen Augenblicke; vielleicht vermehrte ſie auch den Werth derſelben, indem ſie ihnen eine Trunkenheit verlieh, welche ſonſt wohl der Liebe fehlt, wenn man ſie mit Sicherheit, ohne die Menſchen und die Zukunft fuͤrchten zu müſſen, genießen kann. Mondyon war verfolgt; jeder Mitwiſſende ſeiner Anweſenheit konnte zum Angeber werden; jeder Augenblick unſeres nur zu ſchnell dahineilenden Glückes

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