Ausgabe 
23.11.1853
 
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Herz ſchlug und ſchlagen wird? Die Wittwe heißt Euch willkommen; ſetzt Euch, William!

Ich wage es nicht, Lady, denn die Zeit iſt koſtbar.

Wie oft habe ich nach Euch geſandt, William.

Und glauben Sie nicht, Lady, daß das leiſeſte Wort von Ihnen mich ſelbſt um Mitternacht hierher ge⸗ bracht haben würde? Aber durch ein geheimes Gelübde gebunden, wagte ich nicht, Sie vor dieſem Abend, wo ich Ihnen Lebewohl ſage, zu beſuchen.

Wohin geht Ihr, William? b

Das kann nur der Himmel und der Zufall beſtimmen. Das Geld, welches Der, den wir Beide beweinen, mir vermachte, ward ſchon vor Monaten nach Amerika hin übergeſandt, und dahin reiſe ich, um es einzufordern.

Ich bedarf des Schutzes, William; der Elende, der mir meinen Gatten raubte, ritt noch geſtern frech unter meinem Fenſter vorüber. 5

Er wird Sie nicht mehr beleidigen; erwiderte William.Doch die Zeit eilt, und von fuͤnf Minuten kann bei mir Leben und Tod abhangen. Sollte das Kind, deſſen Geburt Sie entgegenſehen, ein Knabe ſein, ſo geben ſie ihm dieß als theures Andenken; bei dieſen Worten nahm er unter ſeinem Oberrock eine Flinte her vor und legte ſie auf den Tiſch;ſagen Sie ihm, daß derjenige Lauf der Doppelflinte, in welchen ein Kreuz tief eingefeilt, derſelbe iſt, welcher einem Elenden den Tod gab...

Wem, um Gotteswillen? rief Lucy erſchreckt.

Dem Mörder ſeines Vaters! Und nun leben Sie wohl für immer! Er ſiel auf ſeine Kniee, ergriff die Hand der Lady und bedeckte ſie mit Küſſen. Da hörte man ein leiſes ſchrilles Pfeifen unter dem Fenſter.Es iſt das Zeichen!, ſagte er.Möge der Himmel Sie ſegnen und tröſten! Noch einmal, ein Lebewohl für immer! Kaum waren dieſe Worte geſprochen, ſo ver ſchwand er wie er hereingekommen war.

Jedermann wußte, daß George Pemberton von Liaume Vaddagh getödtet war; ſein und ſeiner Verbün⸗ deten Glaubensſatz war:Rache iſt Tugend; und ſo iſt ſein Name noch erhalten als der eines Mannes, der dem Staate einen Dienſt leiſtete. Er ging in die Hinterwälder von Illinois, lebte als Jäger und ſtarb in einem Indianiſchen Wigwam.

Die Familie Pemberton's iſt ſeit dreißig Jahren er- loſchen; während der Nachkomme des getoͤdteten Robert in glücklichen Verhältniſſen lebt.

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Die Umſtände, unter denen ich Zeuge des erzählten unheilvollen Ereigniſſes ward, waren rein zufälliger Art. Auf einer Reiſe hatte ich in demſelben Gaſthofe, wo der arme Random ſeine Flitterwochen zubrachte, Wohnung genommen, und hatte oft das ſchöne Ehepaar bewundert, das die Natur für einander geſchaffen zu haben ſchien. An dem Abend, wo der ſchändliche Mord ſtattfand denn Pemberton's Begleiter hatte ein falſches Zeichen gegeben, und Random wurde erſchoſſen, ehe er noch ſelbſt ſeine Piſtole erhoben hatte war ich in- meinem Schlafzimmer, um Etwas in meinem Anzuge zu verändern, als mit un gewöhnlicher Haſt die Thür aufgeriſſen ward und das Stubenmädchen hereinſtürzte.Ach, Herr, rief ſie; kommen Sie herunter, ſchnell um Gottes willen; ſie wollen den ſchönen Herrn erſchießen!

Ehe ich noch fragen oder begreifen konnte, was das erſchrockene Mädchen meinte, knallte ſchon eine Piſtole im Garten. Ich ſprang an's Fenſter, aus dem ich den Raſenplatz überſehen konnte, und da erblickte ich einen jungen Mann im Todeskampf, gehalten von dem Gärtner und einem Knaben. Ich ſprang die Treppe hinunter, und ſah, wie zwei Männer ihre Pferde beſtiegen und ganz

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ruhig aus dem Garten ritten; als ich zum Kampfplatz kam, fand ich, daß der arme Random bereits ausgelitten und ſein Leben ausgehaucht hatte.

Dreißig Jahre nach dieſem traurigen Ereigniß mar ſchirte ich mit einer Abtheilung meines Regimentes durch Johnstown, wo wir die Nacht bleiben ſollten, da erhielt ich einen Beſuch vom Squire, der mich zum Eſſen einlud und mir ein Nachtquartier anbot. Beides wurde gern angenommen; denn das Wirthhaus im Dorfe war ſchlecht und überfüllt. Auf meine Erkundigung erfuhr ich, daß der Herr, dem ich gaſtfreundliche Aufnahme verdanken ſollte, der Sohn des unglücklichen Random ſei, den ich zu Eaſt Port hatte erſchießen ſehen; da aber eine Erinne rung daran ſchmerzliche Empfindungen erregen mußte, ſo ſprach ich nicht davon. Mein Wirth unterhielt mich auf's Freundlichſte; nach dem Abendeſſen ward ich von einem alten Diener mit grauem Haar nach meinem Schlafzimmer begleitet.

Habt Ihr lange in dieſer Familie gedient? fragte ich ihn.

Ich habe in Johnstown unter drei Generationen gelebt.

Dann habt Ihr wohl viele Veränderungen in der Familie erfahren, John?

Ja wohl, viele, ſagte der alte Mann;einige zum Guten, andere zum Schlimmen.

Ihr waret noch bei dem Vater dieſes Herrn Random 2

Ja, ich war bei ihm, dem beſten Herrn, dem ſchön⸗ ſten Manne er fiel in einem ſchändlichen Duell.

Ich ſah ihn erſchießen, ſagte ich.

Der alte Mann erſtaunte, bekreuzte ſich andächtig und ſprach ein Gebet für den Abgeſchiedenen.Darf ich Sie nach Ihrem Namen fragen? Ich ſagte ihm den⸗ ſelben.O ich erinnere mich recht gut, fuhr er fort.

Sie waren der junge Offtzier, der meinen armen Herrn

in den Armen hielt, und den Gärtner und ſeinen Knaben hinſandte, um Aerzte zu holen.

Ich bin es, und ich würde Eures Herrn Secundant geworden ſein, wenn ich ſo ſchnell hätte zur Stelle ge langen können. Aber ſie machten es kurz mit ihm. Ja wohl, ja wohl! Aber die Rache des Allmäch⸗ tigen hat ſie ſchwer getroffen.

Kam Der, welcher Euren guten Herrn tödtete, früh um's Leben? fragte ich.

Kommen Sie in das nächſte Zimmer, Herr, ich will es Ihnen erzählen.

Er nahm die Lichter vom Tiſch und fuͤhrte mich in ein anſtoßendes Zimmer; es ſchien ein Studirzimmer zu ſein, mehrere Büchergeſtelle, gut beſetzt mit Büchern, ſtanden da, auch ausgeſtopfte Vögel, und über dem Kamin war ein Glasſchrank, den er aufſchloß und aus dem er ein altes Gewehr herausnahm. Ich nahm die Flinte, unterſuchte ſie ſorgfältig; zu ihrer Zeit mußte ſie ohne Zweifel ſehr werthvoll geweſen ſein; ſie war mit Gold und Silber ausgelegt und ſehr ſchön gearbeitet, aber die Läufe waren ſehr kurz.

Dieſe Läufe ſcheinen etwas abgenommen worden zu ſein, ſagte ich;ſeht her, John, ſie ſind ungewöhn⸗ lich kurz!

Sie wurden lang genug befunden, um das Werk der Rache auszuführen; erwiderte der Alte;ſehen Sie wohl das Kreuz, Sir?

Ja, es iſt tief genug eingefeilt.

Durch dieſen Lauf ging die Kugel in ein verruchtes Herz. Möge Gott Deiner Seele gnädig ſein, Liaume Vaddagh! Du nahmſt Dir Zeit zu Deinem Werke, aber Du führteſt es gut aus!

Der Alte brachte die Flinte wieder an ihre Stelle, verſchloß den Schrank, geleitete mich zu meinem Zimmer, ſagte mir Gute Nacht und verließ mich, um zu ſchlafen vielleicht auch zu träumen.

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