ntelligenz-Blatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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Mittwoch den 23. November
1853.
Amtlicher Theil.
Bekanntmachung, die von den höchſtbeſteuerten Grundbeſitzern vorzu— nehmende Wahl von drei Mitgliedern des Bezirksraths im Kreiſe Friedberg betreffend. In Gemäßheit des Art. 11 des Geſetzes vom 10. Februar 1853 wird das nachſtehende Verzeichniß der vier und zwanzig wegen eigenthümlichen oder nutznießlichen
Grundbeſitzes im Kreiſe Höchſtbeſteuerten: Monatlicher Steuerbetrag. 2 fl. kr. 1) Herr Graf von Solms Rödelheim Aſſenheim 355 48% 2) Graf von Leiningen-Weſterburg zu Ilbenſtadt 267 48% 3)„ Fürſt Ferdinand zu Solms⸗ Braunfels 233 59¼ 4)„Kammerherr Ludwig Friedrich Wilhelm Freiherr von Wieſenhütten 139 46 ½ 5 Gr. Heſſ. Fiscus 108 52¼ 6) Fürſt Ludwig zu Solms Lich 86 52 7„ Graf von Iſenburg-Wächtersbach 86 45%½ 8)„ Kammerherr und Rittmeiſter Freiherr Löw von und zu Steinfurt zu Florſtadt 74 83175 9)„Graf Otto zu Solms-Laubach 60 98 10)„ Wilhelm Freih. Löw von und zu Steinfurt zu Staden 59 54 ½½ 11) TH“ Kammerherr Wilhelm Hugo Freiherr von Wetzel, genannt von Carben, zu Obermörlen 40 53¼½ 12) das Kugelhaus zu Butzbach 38 54/ 13) das Hospital zum heiligen Geiſt in Friedberg 30 25½ 14) Freifrau Oberſtin Louiſe von Löw von und zu Stein⸗ furt, geb. Diede zu Fürſtenſtein zu Ziegenberg 30 4% 15) Herr Oskar Freiherr von Löw von und zu Steinfurt 29 37 16) LAuguſt Freiherr von Löw von und zu Steinfurt 29 37 15„ Poſtmeiſter Daniel Bender zu Butzbach 23 46 ¼¼ 185 Heinrich Weith II. von Niederwöllſtadt 21 21 19)„ Poſtmeiſter Georg von Helmolt zu Friedberg 19 33 20)„ Johannes Bauſch's Wittwe zu Niederwöllſtadt 19 9 21) Heinrich Conrad Bauſch daſelbſt g 18 527 22)„Georg Stoll J. daſelbſt 18 47 7a 23) die Pfarrei daſelbſt 18 345 24) Herr Adam Pflug daſelbſt 18 18½
hiermit unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß ge⸗ bracht, daß die Nachweiſungen, auf welche ſich dieſes Ver— zeichniß gründet, bis zum 1. Dezember 1853 bei dem un⸗ terzeichneten Kreisamte zur Einſicht offen liegen und bei demſelben in Bezug auf Eintrag in das Verzeichniß inner⸗ halb jener Friſt Einwendungen oder Auſprüche unter Vor⸗ legung der nöthigen Urkunden vorgebracht werden können.
Es wird ferner angefügt, daß den geſchehenen dem Verzeichniſſe zu Grunde liegenden Ermittelungen zu Folge die Nachweiſung eines Grun d ſteuerbeitrags von mehr als beziehungsweiſe 139 fl. 46 kr., 38 fl. 54 kr. und 18 fl. 18 kr. erforderlich wurde, um gemäß dem Art. 10 des Geſetzes an beziehungsweiſe der erſten Abſtimmung durch 4
Wähler, an der zweiten durch 8 Wähler, an der dritten Abſtimmung durch 12 Wähler Theil nehmen zu können. Friedberg am 19. November 1853. Gr. Kreis amt Friedberg Müller.
Das Großherzoglich Heſſiſche Kreisamt Friedberg an ſämmtliche Großh. Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die Feuerpolizei, insbeſondere das Aufbewahren von
Stroh auf den Miſthöfen. Unter Bezugnahme auf das Amtsblatt Gr. Kreisamts
Nr. 13. vom Jahr 1843 ſcharfe ich Ihnen die genaueſte Nachachtung und Beaufſichtigung in dieſer Beziehung ein. Sie werden namentlich darauf ſehen, daß in den Höfen Stroh und dergleichen nicht in der Nähe von feuergefähr⸗ lichen Anſtalten, als Brennereien, Waſchküchen, Backöfen, Obſtdörren und dergleichen mehr aufgeſchlagen werden, in⸗ dem ſolches der Feuerordnung§. 10 zuwider und ſtraffällig ſein würde. Ferner haben Sie nachſehen zu laſſen, ob jeder Hausbewohner mit einer wohl verwahrten Laterne verſehen iſt(d. 12 der Feuerordnung) und die ſtrengſte Aufſicht auf die vorgeſchriebene Handhabung von Feuer und Licht, ſowie auf das verbotswidrige Tabaksrauchen(§. 18 gedachter Feuerordnung) üben. Friedberg den 19. Oktober 1853. de Beauclair, Kͤreisaſſeſſor.
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Das Duell. Iriſches Lebensbild. Nach einer wirklichen Begebenheit. (Schluß.) 3
Lucy Random ſaß in Trauerkleidern in ihrem Zim— mer; das dunkelnde Zwielicht ſtimmte zur Trauer ihrer Seele; denn die Zeit nahte, wo ein Weſen, das lange bevor es das Licht der Welt erblickte, ſchon eine Waiſe war, die Sorge der Mutter in Anſpruch nehmen ſollte. Sie blickte in die Vergangenheit mit Schrecken, mit Furcht in die Zukunft. Was war ſie, wenn ſie die ſchwere Stunde glücklich überſtanden? Eine Wittwe und Mutter im zwanzigſten Jahre. Verſunken in finſteres Nachſinnen, hörte ſie es nicht, daß die Thür ſich öffnete, bis ſie bei dem ſchwachen Schein des Lichtes eine lange Geſtalt in geringer Entfernung vor ſich ſah.
„Wer ſeid Ihr?“ fragte erſchrocken die Trauernde.
„William Halligan, Lady; ich komme, um Ihnen ein ewi— ges Lebewohl zu ſagen!“ antwortete leiſe eine tiefe Stimme.
„Der Bruder Desjenigen, für den allein dieſes
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