niß, und geſtehen Sie mir, daß Sie mir nicht gleichgültig, daß Sie jetzt glücklich ſind!“
5 Frau v. Schönfeld erwiderte dem weinenden Mäd⸗ chen mit ihrem gewinnendſten Lächeln:„Ich will mehr thun als Ihnen vergeben, liebe Fanny, wenn Sie nur meinen Sohn lieben wollen! Würden Sie denn nicht gerne uns Beide glücklich machen?“ 5
Fanny warf nur einen raſchen Blick auf Edmund und flog dann Frau v. Schönfeld an den Hals, welche ihr die Arme freundlich entgegenbreitete. Und als die mütterliche Freundin ſie mit inniger Liebe an dieſes treue zärtliche Herz drückte, flüſterte ſie hörbar„Meine Mutter!— unſre theure Mutter!“ Darauf ergriff Frau v. Schönfeld Fanny's Hand, legte ſie in die ihres Sohnes und ſprach mit ſichtlicher Rührung:„Mache nur meinen Edmund glücklich, Fanny, und alle Dankbarkeit zwiſchen uns Beiden wird auf meiner Seite ſein. O meine Kin⸗ der! wenn Euch Euer künftiger Friede lieb iſt, ſo glaubet an einander und vertrauet Euch felſenfeſt in trüben wie in ſchönen Tagen; der Himmel ſegne Euch!“— Sie war ſchon nach dem Schloſſe umgekehrt, da wandte ſie ſich noch einmal um und fragte launig:„Nun, Fanny, darf ich den Wagen abbeſtellen?“ und Edmund ſetzte hinzu: „Wirſt Du morgen abreiſen?“
Fanny's Thränen waren kaum trocken und es lag tieferer Purpur als je auf ihren Wangen, aber ſie ver⸗ ſetzte ungeſäumt mit ihrem gewohnten raſchen Witze: „Das hängt ganz von Ihnen ab und von der Art der Behandlung und Unterhaltung, durch welche Sie mich zur Verlängerung meines Beſuchs verlocken!“ N
Edmund ſah wohl, daß er mit Fanny nicht fertig werden konnte, wo es ſich um raſche Antworten oder Scherze handelte; nahm daher zum Ernſte ſeine Zuflucht und ſagte:„Wenn es ebenſo in meiner Macht ſteht, als in meinem Willen, Dich zur Verlängerung Deines Aufent— halts zu veranlaſſen und Dir denſelben angenehm zu machen, ſo würdeſt Du gewiß gerne fuͤr alle Zeit bei uns bleiben, meine ſüße Fanny!“
—
aK
Wir müſſen nun einige Monate überſpringen. Das friſche Grün und die Blüthenpracht des Frühlings waren vergangen und hatten der uͤppigen Fülle und Reife des Sommers Platz gemacht. Die Obſtbäume beugten ſich nun unter der Laſt ihrer Früchte, die Rebe ließ ſchon ge— färbte Trauben blicken, und in den dunklen Schatten der Wälder woben ſich bereits einzelne buntere Farbentöne des Laubſchmucks. Es war an einem Septembernach⸗ mittag; das milde Licht der niedertauchenden Herbſtſonne badete die grauen Thürme des Schloſſes Schönfeld in ſeinen bleichen goldenen Strahlen, und ruhte wie lächelnd, wie ein Scheideblick auf den Gipfeln der ehrwürdigen Eichen und Ulmen, die das Schloß umgaben; ſpielende Lichtſtrahlen fielen durch den ſchwarzen Schatten auf die Raſenplätze herab, auf welchen einige Stücke Rothwild ſich unter den Bäumen gelagert hatten, und die Droſſeln flogen zwitſchernd durch die Rebengärten, als ein Reiſe—
122 e
wagen durch das gothiſche Spitzbogenthor fuhr, welches den Eingang zum Park bildete, und dem Schloſſe zu rollte. Im Reiſewagen ſaßen Edmund und Fanny, die Neuver⸗ mählten, welche eben von ihrer Hochzeitsreiſe zurückkehrten, und bei ihnen ein älterer Mann hoch in den Fünfzigen — ein ſchönes ernſtes Angeſicht voll Verſtand, doch über⸗ flort von einer gewiſſen, mit Stolz gepaarten Wehmuth. Es war Herr Dalling, welchen wir früher unter dem Namen Guſtav Wartmann kennen gelernt haben. Er war von Frau v. Schönfeld durch die Neuvermählten dringend eingeladen worden, das junge Paar auf der Rückkehr in die 1 begleiten.
Der Reiſewagen hielt nun vor dem Schloßportale und auf die Schwelle trat ein edles 2e bild,— die Herrin des Schloſſes. Das volle Abendlicht fiel auf ihre Züge und Geſtalt, ihr Gewand von ſchwarzer
glänzender Seide, über dem ſie nur einen leichten Ueber⸗
wurf von feinen Spitzen trug. Die Freude und Rül
N i hrun des Wiederſehens hatte ihr Geſicht verklärt, und doch 5 eine leiſe Wehmuth noch ihren Schleier über die noch immer ſchönen Züge. Das hellbraune Haar über der
heitern freien Stirn zeigte ſchon die erſten Silberſtreifen,
und eben dieß verlieh ihr noch einen beſonderen, Matronen⸗ ähnlichen Reiz, welcher ſie faſt beſſer kleidete, als die ſinnige blühende Schönheit der jungfräulichen Tage. Nach— dem ſie raſch, aber mit inniger Wärme ihre Kinder um⸗ armt, wandte ſie ſich an Herrn Dalling und hieß auch ihn auf's Herzlichſte in Schönfeld willkommen. Er bebte zuſammen beim Ton dieſer weichen ernſten Stimme, die ihm beinahe mit zauberiſcher Macht Scenen und Bilder wieder in's Gedächtniß rief, welche ſeither in grauer Ferne geruht hatten, verdunkelt und getrübt, geſchwächt durch eine lange Reihe von Jahren mit ihren Erlebniſſen und Sorgen. Er blickte Frau v. Schönfeld in's Geſicht, und ein neues Wunder trat ihm entgegen in dem Blick ihrer großen braunen Augen voll Ernſt und Herzensgüte, und die weiche feingeſchnittene Hand, die in der ſeinigen lag, ſchien ihn wie mit altbekanntem Drucke zu umfahen, erſchien ihm wie eine, die er oft gedrückt und die vor Entzücken immer in der ſeinigen gezittert. Was konnte die Schuld daran tragen? Wie konnte er ſich das deuten? Träumte er etwa?— Aus dieſem Sinnen weckte ihn der Ton derſelben Stimme, die von Anfang an ſchon ſeine Aufmerkſamkeit erregt hatte.„Wir müſſen ſo raſch wie möglich mit einander bekannt zu werden ver— ſuchen, und uns um unſerer Kinder willen vertragen lernen, Herr Dalling!“ ſagte Frau v. Schönfeld.
„Das wird nicht ſchwer werden,“ entgegnete Dalling mit einer Verbeugung;„ich habe ſchon aus meiner Tochter Schilderung die Baronin Schönfeld lieben und hochachten gelernt!
(Schluß folgt.)
Für die Abgebrannten in Gambach
find bei der Expedition dieſes Blattes ferner eingegangen: Von N. N. f fl. 30.
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
N Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (568) Die Klecerndte auf dem Gebiete der Bahn ſoll auf die Dauer des Jahres 1853 in einzelnen Looſen an den Meiſtgebenden öffent⸗
lich verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt:
Mittwoch den 27. April Morgens 8 Uhr auf der Station Vilbel, für die Gemarkung da⸗
ſtadt.
Donnerſtag den 28. April Morgens 8 Uhr auf der Station Großkarben für die Gemarkun⸗ gen Kloppenheim, Okarben und Niederwöll—
Freitag den 29. April Morgens 8 Uhr auf der Station Friedberg, für die Gemarkungen Friedberg, Fauerbach II. und Bruchenbrücken.
Friedberg am 8. April 1853.
Der Gr. Bahn⸗Ingenieur
Fruchtverſteigerung zu Friedberg. 867) Der Reſt der 18521 fiscaliſchen Früchte ſelbſt. des hiefigen Speichers, beſtehend in circa 118
Malter Korn und 27 Malter Gerſte, wird Dien⸗ ſtag den 26. d. M., Vormittags 10 Uhr, in dem Gaſthauſe zum Maulbeerbaum dahier öffent⸗ lich verſteigert. Friedberg den 6. April 1853. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Bu ß. 5
Oeffentliche Aufforderung. (603) Johannes Mahl von Ilbenſtadt kann das Eigenthum der von ihm verkauften Hof⸗ raithe 1 72— 79 zu Ilbenſtadt, welche er durch älterlichen Anſchlag erworben haben will, ur⸗ kundlich nicht nachweiſen, weßhalb etwaige Be⸗
Hochgeſand.
Freitag 5810 0 0
werden/
17 J) Malkeralbe
4 Mechanikus Fertigung waage ne
5 Gußeiſenli 34 Steir 34 Kohl 34 guße
lopſe Decke
6) Lieferung! einſatzſtei Thon, v Darmſtar
Voranſchläge,
ſtet können von
eingeſehen wer wozu die For nehmen ſud,
4
demſelben be Buß bach d
Immobi (604) Dienſt mittags 11 Uhr die dem hiefiger zuſtehenden Inn
Gemarku Pag. 42 Nr. 23
191„
nochmals öffent fügen verfteigert
623) Für ſtation oder Nordamerika
87) in


