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Sie für Ihre ausgeſtandenen Leiden entſchädigen kann,/ ing ſie wieder an,„wenn ſie wenigſtens ſie zu verſüßen in Stande iſt, ſo werden Sie hier nicht ganz unglücklich in“ Ueber meine Wangen rannen Thraͤnen der Dank— barkeit; mein Herz täuſchte ſich ſelbſt in ſeiner Verwirrung, dem es ſich ohne Rückhalt dieſem Gefühle hinzugeben glaubte. Ich fühlte meine Kniee wanken; meine Lippen ſefteten ſich auf ihre Hand, aus der ein ungekanntes ßeuer in mich einſtrömte, das ſich durch meine Adern er— goß. Dieſe Eindrücke waren ſo neu, als wenn ich den irſten Verſuch in der Luft, im Lichte und im Leben ge⸗ nacht hätte. Ich wollte ſprechen und ſtammelte nur ver— wirrte Worte, wie ein Träumender. Endlich fiel ſie mir in die Arme, und rief:„O! wenn Du wüßteſt, wie ſehr ich Dich jetzt ſchon liebe...“— Sie liebte mich, ſie hatte is geſagt!—„Nenne mir Deinen Namen,“ fuhr ſie ort,„oder den, welchen Du willſt, daß man Dir gebe?“ — Dieſe Frage und dieſe Sprache erinnerten mich daran, daß man mich für ein Frauenzimmer hielt, und das ganze Blendwerk meines Glückes ſchwand dahin. Mein Leben in Thereſens Nähe war nichts als eine Rolle, und dieſe Rolle war die einzige, die mir bei der Tochter meines Wohlthäters zuſtand. Mein Herz benützte übrigens das VBerſehen, und ich ſchwelgte in dem Gedanken, daß ſie mir wenigſtens ein zärtliches Andenken bewahren werde, wenn ich ſie nicht enttäuſchte.—
„Ich heiße Antonie,“ antwortete ich erröthend, und gab der Bewegung nach, welche mich zu ihr hinzog. Wir gingen nun Arm in Arm zum Zimmer ihrer Großmutter, welche neben dem Kamine, auf einem großen Lehnſtuhle mit einem Betpulte, ſaß. Ein Gebetbuch lag vor ihr aufgeſchlagen und nahm ihre ganze Aufmerkſamkeit in Anſpruch. Thereſe näherte ſich ihr mit kleinen Schritten, um ſie zu überraſchen, und als ſie ihr ganz nahe war, hüpfte ſie ihr um den Hals und legte ihr eine Hand über die Augen:„Schon wieder eine kleine Bosheit, lieber Schelm!“ ſprach die alte Frau Aubert.„Glaubſt Du denn, ich erkenne Dich nicht, ſelbſt wenn ich blind wäre, und dieß werde ich bald werden, denn meine Augen wer— den täglich ſchwächer, aber ich werde Deine kleine hübſche Hand nie mit einer andern verwechſeln. Mit dieſen Worten küßte ſie ſie; Thereſe aber hatte ſich mit kum— mervoller Miene gegen mich gewendet. Ich glaubte zu errathen, daß ſie bedauerte, in ihrer Großmutter einen Gedanken erweckt zu haben, der ſie betrüben konnte, näm⸗ lich den, daß ihr Geſicht durch das Alter geſchwächt ſei, und wohl bald ſich verlieren dürfte. Jedenfalls war aber dieſer Eindruck ganz vorübergehend. Frau Aubert be⸗ merkte mich; Thereſe näherte ſich ihr wieder und ſprach mit halblauter Stimme ſehr eifrig mit ihr. Während deſſen erhob Frau Aubert die Augen gen Himmel, be— trachtete mich mit gerührter Miene, ergriff Thereſens Hand, langte nach der meinen und weinte. Ich beugte die Kniee, warf mich vor ihr nieder, und hörte ſie den Segen über mich ſprechen, aber ihr Segen machte mich nicht unruhig, denn ich fand mich ſtark genug, mich deſſel— ben würdig zu zeigen.
(Fortſetzung folgt.)
Für die Gemeinde Vonhauſen bei Büdingen,
welche durch Hagelſchlag am 10. v. M. hart heimgeſucht wurde, iſt bei mir weiter eingegangen und wird hiermit dankbar beſcheinigt: Von den Herren K—n fl. 45 kr.; G. B. 24 kr.; L. M. 24 kr.; A. F. 30 kr.— Zuſammen 24 fl. 48 ir.— Um weitere Gaben bittet Friedberg den 5. Auguſt 1853 N Bernges, Landgerichtsactuar.
257 Kirchenbuchs-Auszug von Friedberg.
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Monat Juli. Getraute: Keine. Getaufte:
Dem hieſigen Bürger und Handarbeiter Konrad Kuh ein Sohn, Chriſtoph Ludwig, geb. den 19. Juni. Dem hieſigen Bürger, Metzgermeiſter und Wirth Ernſt Friedrich Müller eine Tochter, Anna Regina, geb. den 17. Juni.
Dem hieſigen Bürger und Steuercommiſſariatsgehülfen Georg Battenfeld eine Tochter, Louiſe, geb. den 17. Juni.
Dem Veterinärarzte Dr. Chriſtian Ritzel eine Toch⸗ ter, Margarethe Eliſabethe Katharine Karoline, geb. den 27. Mai.
Dem hieſigen Buͤrger und Kaufmann Franz Stamm ein Sohn, Ferdinand Chriſtian, geb. den 28. Juni. Dem Lehrer Nikolaus Bitſch in Rödelheim eine Toch⸗ ter, Friederike Margarethe Auguſte, geb. den 25. Juni. Dem hieſigen Bürger und Muſikus Johann Georg Schneider ein Sohn, Karl Adam Nikolaus, geb. den 29. Juni.
Ein unehelicher Sohn, Karl Friedrich, geb. den 1. Juli. Dem hieſigen Bürger und Bäckermeiſter Franz Fauſt eine Tochter, Anna Katharina Chriſtina, geb. den 25. Juni.
Dem hieſigen Bürger und Weißbindermeiſter Johan— nes Zimmermann ein Sohn, Philipp Heinrich, geb. den 5. Juli.
Ein unehelicher Sohn, Petrus Arnold Auguſt Emil, geb. den 18. Juli.
Dem Gr. Seminarlehrer Johannes Wahl ein Sohn, Lorenz Otto, und eine Tochter, Anna Eliſabethe Karo— line Auguſte, geb. den 11. Juli.
Beerdigte:
Amalie Reitz, geb. Dreher, verwittwete Bopp, Ehefrau des hieſigen Bürgers und Bäckermeiſters Franz Reitz, alt 34 Jahre, 2 Monate und 28 Tage; 5 den 30. Juni. Karl Ludwig Finzel, des hieſigen Bürgers und Baum— wollenwebers Stephan Finzel eheliches Söhnchen, alt 3 Monate und 23 Tage; f den 3. Juli.
Jean Bender, des hieſigen Bürgers und Kappenma— chers Johann Jakob Bender eheliches Söhnchen, alt 11 Monate und 11 Tage; 1 den 9. Juli.
Katharina Mann, geb. Heb, Wittwe des dahier ver— ſtorbenen Gr. Landgerichtsdieners Philipp Mann, alt 88 Jahre; 1 den 9. Juli.
Adam Haſſemer, des hieſigen Bürgers und Schuhma— chermeiſters Heinrich Haſſemer eheliches Soͤhnchen, alt 3 Monate und 6 Tagez k den 11. Juli.
Anna Johanna Katharina Kreuter, geb. Oberländer, des hieſigen Bürgers und Metzgermeiſters Ludwig Kreuter Ehefrau, alt 36 Jahre und 5 Tage; 5 den 22. Juli.


