Ausgabe 
16.11.1853
 
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Hagelſchlag in der Gemarkung Vonhauſen.

Für die obigen durch Hagelſchlag beſchädigten Ein⸗ wohner der Gemeinde Vonhauſen, Kreiſes Büdingen, ſind in Folge der veranſtalteten Collecte von den; Gemeinden hieſigen Kreiſes nachfolgende Unterſtützungen eingegangen:

Aſſenheim 26 fl. 45 kr.; Bepenheim 10 fl. 15 kr.; Bodenrod 2 fl. 18 kr.; Bönſtadt 15 fl. 54 kr.; Bruchenbrücken 15 fl. 26 kr.; Butz⸗ bach 18 fl; Fauerbach J. 9 fl. 30 kr.; Fauerbach 1. 4 fl. 19 kr.; Friedberg 104 fl 9 kr.; Gambach 15 fl.; Griedel 18 fl. 43 kr.; Hochweiſel 10 fl. 3 Ilbenstadt 29 fl. 13 kr.; Kirchgöns 15 fl. 20 kr.; Langenhain und Ziegen⸗ derg 5 fl. 51 kr.; Maibach 1 fl. 24 kr.; Melbach 9 fl.; Münſter 2 fl. 24 kr.; Mänzenberg(Hoſpital) 20 fl.; Niederflorſtadt 7 fl. 30 855 Niedermorlen 15 fl.; Niederrosbach 10 fl. 13 kr.; Niederweiſel 15 fl.; Niederwöllſtadt 8 fl.; Obermörlen 9 fl.; Oberrosbach 15 fl. 7 kr.; Ober- wöllſtadt 11 fl. 8 kr.; Ockſtadt 23 fl. 29 kr.; Oppershofen 11 fl. 30 9 5 Oſtheim 8 fl.; Pohlgöns 15 fl. 3 kr.; Rockenberg 6 fla Södel 10 fl. 38 kr.; Staaden 2 fl. 34 kr.; Steinfurt 12 fl. 3 kr.; Weckesheim 3 fl. 39 kr.; Wiſſelsheim 3 fl. 36 kr.; Wickſtadt 7 fl.) Wölferspeim 6 fl. 53 kr.; Wohnbach 7 fl. 50 kr. Summe 542 fl. 52 kr. Bauernheim mit 10 fl. 15 kr. und Oſſenheim mit 6 fl. 18 kr., welche durch Ver⸗ mittlung Gr. Landgerichts-Actuars Bernges direct nach Büdingen abge ſendet wurden. 5 5 ö. i

Indem ich dies zur öffentlichen Kenntniß bringe, be merke ich zugleich, daß demnächſt auch eine gleiche Ueberſicht der für die Gemeinden des Kreiſes Offenbach zu gleichem Behufe eingegangenen Beiträge veröffentlicht werden wird.

Friedberg am 5. November 1853.

Gr. Kreisamt Friedberg de Beauclair.

War das etwa ein Zufall? (Eine Geſchichte von W. O. v. Horn.)

Geſchieht etwas, was den Leuten über den Bereich ihrer Naſe hinausgeht, oder wo ſie mit ihren ſchneeblinden Augen nicht gleich den Zuſammenhang erkennen, oder wo unerwartet ſich etwas außerordentliches wendet, ſo ſind ſie auf der Stelle mit dem Wörtlein:Zufall bei der Hand. Aber was iſt denn ein Zufall? Da liegt aber der Hund begraben! Das kann eigentlich Niemand ſagen, weil's eben nichts iſt. Ein rechter Chriſt wird kurzweg mit dem Herrn Jeſus Chriſtus antworten: Es fällt kein Sperling vom Dach ohne den Willen Gottes, und kein Haar von eurem Haupte ohne den Willen deſſen, der ſie Alle gezahlt hat. Darin liegt aber der einfach klare Ausſpruch: Es gibt keinen Zufall in der Welt, die der Wille Gottes regiert! So ſprach einmal eines Abends in der Spinnſtube der alte Schmiedjacob und fuhr dann

fort: Das iſt mein Glaube und daran hat mich wieder

einmal recht lebendig die Geſchichte erinnert, die mir dieſer Tage der Förſter von Aſchbach erzählt hat. Sie iſt ihm ſelber paſſirt und hat einen ſo weſentlichen Ein fluß auf ihn ausgeübt, daß er dadurch ein umgewandelter Menſch geworden iſt.

Ich wahr, ſo erzählte mir der brave Förſter, in meinen jungen Jahren ein wilder Geſelle und dabei ſo heißblutig und hitzköpfig, daß mir der Topf, wie man ſagt, gleich überlief, und war ich im Zorne, ſo wußte ich nicht, was ich that, wie dann das Wort Gottes vollkom men Recht hat, wenn es ſagt: Der Zorn thut nicht, was vor Gott Recht ſei. Da hab' ich manchen Streich gemacht, manches Wort geſprochen, was mir hintennach gar ſchwer auf der Seele lag und doch oft gar nicht wieder gut zu machen war.

Eines Tages ſaß ich in der Stadt im goldenen Pflug und hatte ſchon mehr getrunken, als ein vernünf tiger Menſch trinken ſoll, da kam der Caspar von Tiefen thal herein, mit dem ich ſchon manchmal aneinander ge weſen war, weil er wilddiebte und waldfrevelte ohne alle Rückſicht und Schonung. Der Kerl iſt in aller Beziehung ein Hallunke geweſen und hatte die Drohung ausge

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ſprochen, er werde mir einmal mit einemrunden, ſchwe⸗ ren Wort guten Morgen ſagen, das heißt in der Sprache der Wilddiebe: mir eine Kugel durchs Gehirn jagen. Ihr koͤnnt Euch denken, daß mir gleich die Galle ins Blut ſtieg, als ich ihn ſah!

Anfangs gab's Stichelworte. Die flogen wie Bolzen aus einem Blasrohre, hin und her, ritzten die Haut, aber verwundeten nicht; doch reizten ſie den Zorn immer mehr, der bei mir ohnehin ſchon nahe am Oberſtübchen war. Eine Weile ging's ſo, dann kam's ärger und immer ärger bis es endlich zum wildeſten Zanke ſich ſteigerte, und der Kerl mich einen Schuft nannte.

Da war's bei mir aus. Ich faßte ihn bei der Gurgel und würde ihn ohne Zweifel erdrückt haben, wenn nicht andere Leute, die anweſend waren, uns auseinander geriſſen hätten.

Ich raſete wirklich gegen den Menſchen, denn ich war mir keines Vergehens bewußt, das eine ſolche Be ſchimpfung hätte rechtfertigen mögen. Meine Ehre, mein guter Name, ſelbſt mein Brod ſtand auf dem Spiele, wenn ich es auf mir ſitzen ließ.

Trotz dem, daß ich mehrmals die, die mich hielten, wegſchleuderte, und mich auf den mich ſtets mehr reizen den Caspar ſtürzte, den vergeblich Andere ebenfalls zur Ruhe zu bringen ſtrebten, kam ich doch nicht zu der Rache, nach der ich im Zuſtande des Rauſches und der furcht barſten Aufregung lechzte.

5 Endlich ſchafften ſie den Caspar hinaus und bewogen mich nach Hauſe zu gehen. g

Ich ging, aber kaum war ich draußen und überlegte den ganzen Hergang des Streites, den nach meiner Mei nung Caspar angeregt hatte, ſo gohr auch wieder Zorn und Rachedurſt in mir. Als ich in den Wald kam, ſtel es mir ein, daß mein Todtfeind auch deſſelben Weges kommen müſſe, und ſchnell ſprang ich in ein Dickicht neben dem Wege, ſpannte meine mit einer Kugel geladene Flinte und harrte mit teufliſcher Luſt im Herzen des Men ſchen, um ihm, wie er ſich ausgedrückt hatte, jetzt einen guten Abend mit einem runden und ſchweren Worte zu ſagen.

Es war damals ſchon tief im Herbſte und der Wald fing ſchon an ſich zu farben. Der Nordwind pfiff mit fuͤrchterlicher Schärfe durch den Buchenſchlag daher, und trotz dem, daß ich warm und gut gekleidet war, kam ich mir vor, als wär' ich nackt und bloß der eiſigen, ſcharfen Luft ausgeſetzt.

Allmählich verflog der unſelige Weiurauſch, aber ich ſtand, ohne mich zu rühren.

5 Vor mir war der Weg. Jenſeit des Weges bog eine Waldwieſe in das Dickicht des Schlags ein, um die herum das Holz ſehr dicht ſtand.

Allmählich ſenkte ſich die abendliche Ruhe auf den Wald.

Da kam ein Häslein und ſetzte ſich gerade in die Mitte der kleinen Waldwieſe und machte, wie wir Jäger zu ſagen pflegen:Männchen,, das heißt, es ſetzte ſich auf die Hinterläufe, leckte und ſpielte mit den Vorder läufen gar poſſierlich. Es war ein junges Thierchen, noch nicht ganz einDreiläufer.

Ich muß Euch ſagen, daß mich der Anblick der poſ ſigen Streiche des Häslein lachen machte. Ich vergaß ganz, warum ich hier ſtand. Das akgloſe Thierchen zu ſchießen, kam mir nicht im Entfernteſten in den Sinn.

Plötzlich ſtuͤrzt aus dem Dickicht hinter dem Häslein ein Fuchs heraus, faßt das Häslein im Genicke, daß ich's krachen hörte, blickte mich eine Secunde an und war mit ſeiner Beute durch einen raſchen Sprung meiner

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