Ausgabe 
15.10.1853
 
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IV. Die Geſchäftstage beginnen vom 1. Mai bis Ende September Morgens 7 Uhr, in den andern Monaten Morgens 8 Uhr. Wir müſſen in eigenem Intereſſe der Bezirksangehöͤrigen wünſchen und dringend empfehlen, daß die Bewohner der nächſt gelegenen Orte, alſo am Dien⸗ ſtag die von Ockſtadt, Oberwöllſtadt und Bruchenbrücken, am Donnerſtage die von Friedberg und Fauerbach, am Freitage die von Bauernheim, Wiſſelsheim und Niedermör len ſoweit möglich ganz frühe bei Eröffnung des Ge richtes ſich einfinden. Sie können dann mit Sicherheit auf raſche Beförderung rechnen. Einwohner der genannten Orte, die erſt Nachmittags erſcheinen ſollten, haben keinen Anſpruch an dieſem Tage noch befördert zu werden, viel mehr Abweiſung zu erwarten.

Außer den beſtimmten Amtstagen werden, wahrhaft eilende Fälle ausgenommen, keinerlei Amtsgeſchäfte vorgenommen. Auch diejenigen, die Acten einſehen, ſich über irgend einen Gegenſtand erkundigen oder Raths er holen wollen, müſſen an den beſtimmten Tagen erſcheinen.

Wir müſſen ſehr wünſchen, daß Sie Niemanden ver anlaſſen, außer Amtstagen, hierher zu gehen, vielmehr die Leute vorkommenden Falles davon abmahnen, da dieſelben ſich ſonſt nur ganz vergebliche Wege machen, ihren Zweck aber nicht erreichen würden.

Die obbeſtimmten Amtstage beginnen mit dem 16. dieſes Monates.

Sie werden dies alsbald öffentlich bekannt machen laſſen und möglichſt zur allgemeinen Kenntniß bringen.

Von ſelbſt verſteht ſich ubrigens, daß die dermalen ſchon anberaumten Termine an den beſtimmten Tagen noch abgehalten werden.

Schließlich bemerken wir noch, daß die Leute ſehr viele Gänge hierher werden erſparen können, wenn ſie Kauf⸗ briefe und ſonſtige Urkunden bei Ihnen unterſchreiben und dieſe blos von Ihnen, ohne beſonderen Bericht zur Beſtä tigung, eingeſendet werden, die dann ſobald als möglich erfolgen wird.

Friedberg den 10. Oktober 1853.

Hofmann.

Die Geſchwiſterkinder. Eine Geſchichte von W. O. von Horn. (Fortſetzung.)

III.

In Fritzen's Vaterſtadt hatte ſich in der letzten Zeit der franzöſiſchen Herrſchaft erſtaunlich Vieles geändert. Es waren Ereigniſſe gekommen, an die kein Menſch ge dacht hatte, und die betrafen Niemand anders, als Franz.

Ich hab' Euch erzählt, liebe Leſer, wie es ſeine ſchwarze Seele mit Grimm erfüllte, als Rickchen, in treuer Liebe zu ihrem verlorenen Fritz, ſeine Hand aus ſchlug. Um den Grimm zu vergeſſen, wurde er ein Trinker. So eingezogen er früher gelebt hatte, ſo aus ſchweifend und lüderlich wurde er jetzt. Wer weiß, ob er nicht auch ſo die Vorwürfe ſeines Gewiſſens betäuben wollte? Daß er ſich ſo eingezogen gehalten, mochte hauptſächlich deßwegen ſein, daß er dadurch ſich einen guten Ruf ſichern wollte, um ſeinem Zwecke, Rickchen zu bekommen, näher zu rücken.

Sein Handelsgeſchäft, ſeine Briefpoſtverwaltung hatte er ganz mutterſeelenallein verſehen. Es ſchien, als wollte er Niemand in ſeine unſauberen Geſchichten blicken laſſen. Und daran that er inſofern wohl, als ſonſt früher ſeine Verworfenheit an den Tag gekommen wäre.

Sein Geſchäft mit feinem Porzellan und geſchliffenem Glaswerke ging ſehr gut. Er verſchickte ganze Kiſten in

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das Land hinein, und das fiel doch den Leuten am Ende auf, es kamen ſo wenig Waaren für ihn an!

Jeder in der Welt hat ſeine Feinde, auch der Beſte, und der oft am meiſten. Wie hätte ſie Franz nicht haben ſollen, der nicht eben ſo that, wie es in der Schrift ſteht: Einer komme dem Andern mit Ehrerbietung zuvor. Je mehr er ſich fühlte in ſeinem Wohlſtande, deſto un höflicher, abſtoßender wurde er gegen die Leute. Er war ganz von ſeiner früheren Art abgegangen, wodurch er ſich in das Wohlwollen der Leute, die er brauchen konnte, meiſtermäßig einzuſchmeicheln wußte. Das kam aber Alles daher, daß er mißvergnügt war über Rickchens Ausſchlagung ſeiner Heirathsanträge, und weil er nach- gerade ſelten nüchtern wurde.

HObiger Umſtand mochte einen ſeiner erbitterſten Feinde veranlaßt haben, die Douanen, nämlich die alſo geheißenen franzöſiſchen Zollbeamten und Grenzwächter, darauf hinzuweiſen. Dieſe Leute, die gar feine Naſen hatten, wenn ſie einmal auf der Fährte waren, ſchnupper⸗ ten nun um ſein Haus, das hinten einen ziemlich geräu- migen Hof und ein Ausgangsthürchen in ein abgelegenes enges Gäßchen hatte, herein, beſonders Nachts.

Da fanden ſie denn, daß einmal in einer einzigen Nacht zwölf Kiſtchen heimlich durch dies Hinterthürchen in ſeine Behauſung waren gebracht worden. 4

Ehrlich liebt das Licht! ſagt ein Sprüchwort; aber ein Anderes ſagt auch: Im Dunkeln iſt gut Munkeln! Dies Munkeln aber nannte man damals: Schmuggeln oder Schleichhandel treiben, und darauf ſtanden ſchwere Strafen. Die, die ihn ſo belauſcht hatten, zeigten es am gehörigen Orte an und Morgens frühe, als es Tag geworden war, umſtellten auf einmal die Douanen ſein Haus von allen Seiten, und ihre Oberbeamten drangen in das Haus ein und verlangten, daß er ihnen ſein Ma- gazin öffnen ſollte.

Unter ſolchen Umſtänden war das Wehren und Aus⸗ reden, das Verſichern und Sichverheißen am Ende.

Franz war bleich, wie ein Todter, vor Schrecken, aber das verſchlimmerte nur den Verdacht der Beamten.

Was war zu thun? Er mußte öffnen.

Da ſtanden denn die Kiſten und Kaſten mit ge ſchmuggeltem böhmiſchen Glaſe von der koſtbarſten und feinſten Sorte; da fanden ſie eine Menge feines engli ſches Steingut; ja, was kein Menſch vermuthet hatte, ſie entdeckten eine Menge von verbotenen Colonialwaaren, Säcke, mit Kaffee, Zucker, Thee, feinem amerikaniſchen 119115 und große Vorräthe koſtbarer engliſcher Seiden

offe.

Daran hatte kein Menſch gedacht, daß er mit ſolchen

Dingen Handel und noch gar durch das Geſetz verbotenen

Schmuggelhandel triebe!

Das Nächſte war, daß das Haus von unten bis oben durchſucht wurde und alle ſeine Papiere mit Be

ſchlag belegt, ſein Haus und Magazin verſiegelt und be wacht, und er ſelbſt in Haft genommen wurde.

Den Beamten fiel es ſehr auf, daß er mehrmals verſuchte, ein Packet Papiere auf die Seite zu ſchaffen, ja, daß er ſelbſt den Verſuch machte, ſich durch die Flucht zu retten. Es war das Alles nun zu ſpät.

Die Beamten ernannten einen der rechtſchaffenſten

Männer des Handelsſtandes der Stadt, der auch zugleich

im Handelsgerichte ſaß, zum Wächter des Hauſes, und gaben ihm drei Zollbeamte bei zum Schutze und zur Mit aufſicht. Und dieſer geachtete Mann war Niemand an ders, als Herr Kaufmann Lorenz.

(Fortſetzung folgt.)

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