Ausgabe 
13.4.1853
 
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lich inne. In dieſem Augenblick begegnete ſein Auge dem ſeiner Mutter, eine tiefe Röthe uͤberflog ſein Geſicht und er ſtürzte raſch aus dem Zimmer. Fanny hatte von dieſem Auftritte gar nichts bemerkt, denn ſie dachte ſoeben nur an Frau v. Schönfeld und ihre eigene, geliebte, ſelige Mutter.

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Der Aufenthalt der Familie Scharffenſtein auf dem Gute Schönfeld-Ellerhofen ging bald zu Ende, zu raſch für Fanny, für Edmund und ſeine Mutter. Aber Edmund ſah Fanny haufig bei Scharffenſteins zu Eich⸗ thal, wohin er zur Jagd kam, er hatte ſie bei einem derartigen Anlaß dort zuerſt geſehen und Frau v. Schönfeld hatte Fanny ſo liebgewonnen, daß ſie ſich von ihrer Couſine ausgebeten, ſie ſollten ihr Fanny zuweilen über den Sonntag herüberſenden, wo ſie ihr dann am Samſtag Nachmittag den Wagen, entgegenſchickte und ſie am Montag wieder heimbringen ließ. Ferner ward Fanny eingeladen, die Oſterfeiertage bei Frau v. Schönfeld zu verbringen und bis zu den Pfingſtferien dort zu bleiben, während die Familie Scharffenſtein eine Reiſe nach Ober⸗ italien machte. O das war eine ſchöne Zeit für Fanny; in ihrem ganzen Leben war ſie nie ſo vergnügt und glück⸗ lich geweſen. Ihre Gegenwart wirkte wie immerwähren⸗ der Sonnenſchein auf die ernſteren Naturen von Mutter und Sohn, und Frau v. Schönfeld ward daher nicht wenig überraſcht, als Fanny eines Morgens bei'm Früh⸗ ſtück, noch acht Tage vor der zur Beendigung ihres Be⸗ ſuches feſtgeſetzten Zeit, ihren Entſchluß ankündigte, das Schloß noch am Nachmittag zu verlaſſen, wenn ihre Freundin den Wagen entbehren könne. ˖

Ich kann ihn allerdings entbehren, erwiderte Frau v. Schönfeld;aber darf ich den Grund dieſes plötzlichen Entſchluſſes nicht erfahren, liebe Fanny? 5

Laſſen Sie mich ihn verſchweigen, gnädige Frau; Sie werden mir ja gewiß Glauben ſchenken, wenn ich Sie verſichere, daß es aus einem Gefühl der Pflicht geſchieht! ſagte Fanny, und richtete bei dieſen Worten das Haupt mit ſo ſtolzem, entſchiedenem Blicke empor, ihr Auge fun⸗ kelte ſo lebhaft und ſie ſprach in demſelben ſtolzen Tone, welcher Frau v. Schönfeld ſtets ſo ſehr an Guſtav Wart⸗ mann gemahnte, denn in ſolchen Augenblicken des Affekts glich Fanny ihrem Vater am meiſten.

Ich bin weit entfernt, Jemand zuzumuthen, daß er mit ſeinem Pflichtgefühl in Widerſpruch gerathe, liebe Fanny, entgegnete Frau v. Schönfeld mit ihrer gewohn⸗ ten Milde und Freundlichkeit.Allein Sie wiſſen wohl noch nicht, mein liebes Kind, daß uns unſere Fehler und Schwächen, unſer Stolz zuweilen irreleitet. Sie ſollen noch heute Abend abreiſen, wenn Sie wollen; allein ich möchte um meinetwillen wünſchen, Sie könnten wenigſtens noch bis morgen früh hier bleiben. Habe ich Sie doch nicht beleidigt, liebe Fanny?

Nein, nein! o theuerſte Frau v. Schönfeld! rief das Mädchen und brach in Thränen aus,ich wollte, ach ich möchte Ihnen nur einmal zeigen

können, wie ſehr ich Sie liebe, wie dankbar ich für all Ihre Güte bin; aber Sie werden es niemals erfahren!

Frau v. Schönfeld blickte Fanny betroffen an, und wollte mit ihr reden, aber ſie fand die rechten Worte nicht. Da ſtand Fanny auf, küßte ſtumm und leidenſchaft lich die Hand der edlen Frau und ging dann weinend und wie gebeugt aus dem Zimmer. Emilie blickte ihr betroffen nach aber ſie ahnte, was in dieſem ſtolzen jungen Herzen vorging.

Einige Stunden ſpäter am ſelben Tage, als Frau v. Schönfeld gewohnter Weiſe leſend in ihrem Boudoir ſaß, ſtürmte Edmund raſch und in ungewohnter, ſeinem

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ſonſtigen ſtillen Weſen ganz fremder Aufregung in das kleine Zimmer herein.

Um Gott, Edmund, was iſt Dir? rief die Mutter.

Mama, erwiderte er in abgebrochenen Sätzen und hoch erglühend,»ich liebe Fanny Dalling, liebe ſie mit aller Gluth meiner Seele; ich halte ſie nicht allein für eines der liebenswürdigſten und reizendſten Weſen, ſondern auch für eine der Beſten und Edelſten ihres Ge ſchlechts! Ich fühle, daß ſie mein Leben nicht nur glück licher, ſondern auch beſſer machen würde. O Mutter! iſt nicht Liebe ebenſo viel werth als Rang und Reichthum? Iſt ſie nicht ebenſo genügend zu allen edlen Handlungen? Iſt ſie nicht gewiſſermaßen der einzige Beweggrund für alle wirkliche Verbeſſerung unſeres Herzens und Lebens? Mir ſcheint, dieß iſt die Lehre, welche ich mein Lebenlang von Ihnen vernommen habe!

Und ich bin recht froh und dankbar, daß Du Dich zu dieſer Lehre bekennſt, mein lieber Sohn! gab Frau v. Schönfeld zur Antwort;dieſe Erfahrung belohnt mich mehr als reichlich für all meine Sorge und Pflege für Dich. Und nun danke ich Dir für Dein Geſtändniß, mein guter Edmund, obwohl Du es mir auf eine ruhigere Weiſe hätteſt vorbringen können! Es wäre meines Er achtens beſſer geweſen, wenn Du dieſe leidenſchaftlichen Dinge alle eher Fanny mitgetheilt hätteſt als mir!

.(Fortſetzung folgt.)

Vierzehnter Jahresbericht der Augenheil-Anſtalt zu Darmſtadt.

Im Jahre 1852 ſind in dieſer Anſtalt laut offen⸗ liegendem Verzeichniſſe, 52 erhebliche Operationen ausge⸗ führt worden; die Leidenden kamen aus 39 verſchiedenen Gemeinden des Landes.) Die Augenheilanſtalt war alſo in vollſter Thätigkeit und hat die Aufgabe nach Kräften gelöſt, die ihr geſtellt iſt.

In Augenheilanſtalten gehören nicht diejenigen Per⸗ ſonen, welche durch allgemeine Krankheit, kranke Säfte, Haut⸗, Drüſen⸗, Nerven- und Blutleiden zugleich augen krank geworden ſind, und nur durch Befreiung vom Allge⸗ meinleiden geheilt werden können, ſondern es gehören dahin die mehr ausſchließend örtlichen Augenleiden, und unter dieſen nur diejenigen, welche der Hoſpitalpflege nicht ent behren können. So gewiß es leichtfertig iſt, unter arm ſeligen Verhältniſſen, wo alle Vorbedingungen einer ordent⸗ lichen Krankenpflege fehlen, eine Staaroperation zu machen, ſo gewiß iſt es gewiſſenlos, die Wohlthätigkeitsmittel zu verſchleudern durch Gewährung der Hospitalpflege an die große Menge rein örtlicher Folgen von äußern Entzün⸗ dungen des Auges, als Flecken, Truͤbungen, langwieriger Drüſenleiden der Augenlieder u. ſ. w. Solche Leute können, wenn ſie nur geſunde Beine haben, den Arzt aufſuchen, ſo oft ſie wollen, machen auch an Krankenpflege keinen er höhten Anſpruch. Es beſchränkt ſich darum die Zahl der armen Augenkranken, welche ſolchen Anſpruch machen können auf einen kleinen Theil und vorzugsweiſe operative Augenkranken und daher haben die Augenheilanſtalten der größten Städte oft keinen größeren Umfang als die unſrige.

Die nachfolgenden Reſultate betreffen Kranke jedes Geſchlechts und jedes Alters:

*) Dieſe Gemeinden waren: Babenhauſen, Bensheim, Biebes⸗ heim, Braunshard, Breitenbrunn, Brensbach, Büttelborn, Darm⸗ ſtadt, Eberſtadt, Fauerbach II., Gimbsheim, Goddelau, Griesheim, Großzimmern, Güttersbach, Hahn, Hambach, Heppenheim, Hoch⸗ ſtätten, Kleinrohrheim, Leeheim, Leidheken, Lorſch, Münfter, Nieder⸗ weiſel, Offenbach, Offenthal, Oberklingen, Oberramſtadt, Ober- roßbach, Oſtheim, Rebgesheim, Rodau, Rohrbach, Roßdorf, Stockheim, Treiſa, Unteroſtern, Worfelden.

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