Ausgabe 
10.12.1853
 
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Genug, ich bin verrathen, aber ſein Kopf ſoll büßen! krächzte der Despot.*

Ganz einfach, entgegnete ruhig der Kapitän, Ihr ſaßet vor einer Stunde im Kaffeehauſe, ich auch; Ihr ſaßet in der Ecke, aber ich unten, Ihr ſpracht mit Eurem Freunde Marat ſehr leiſe, das Zimmer iſt akuſtiſch gebaut; ſo hörte ich denn in einer Ecke, was Ihr in der andern ſpracht. Ihr wißt, ich habe Anhang im Volke, auch Danton; ſo hört: Ihr gebt den Robert Bollieu frei, oder morgen, nein, heute noch weiß Danton um Eure Pläne, und Euer Kopf fällt ſtatt des ſeinen.

Robespierre ſprang vom Stuhle auf, er ging mit ſtarken Schritten von der Thür zur Logenbrüſtung, ſah hinab auf die beherrſchte Menge, ſah Danton in der Loge gegenüber, ſah auf dem Antlitz deſſelben ein triumphiren⸗ des Lächeln. Raſch wendete er ſich um:Bollieu iſt frei.

Euer Wort! meinte der Kapitän.

Mein Wort. Euer Kopf! ö

Verſtehe, und die Anweiſung an den Kerkermeiſter 9

Hier. Und der Kapitän flog die Treppe hinab durch die ſtürmende Nacht auf die Conciergerie zu, wo Tauſende der ſchuldloſen Opfer ihrer Erlöͤſung entgegen ſeufzten. f

Laurettens Untreue an dem armen Joachim hatte die eruſte Nemeſis in ihr ewig offenes Buch gezeichnet. Gleich nach des Marqueurs Wegführung durch die Es kadron Bollieu's geſtand Lauretta ihrem Vater unter Thränen, nie einem andern Manne gehören zu wollen, als dem Lieutenant, der ſie bereits zu Nantes, wo ſie im Spätherbſte des vorigen Jahres bei ihrer Tante auf Be⸗ ſuch geweſen war, kennen und lieben gelernt hatte. Der alte Mann ſchüttelte die grauen Locken, er liebte den be⸗ ſcheidenen und edlen Joachim, und weinte ihm im Stillen mauche Thräne nach; aber er ſah zugleich, daß er gegen die Halsſtarrigkeit Laurettens Nichts vermoge, welche in thörichter Verblendung dem Lieutenant anhing. Er er⸗ klärte dieſem rund heraus, wie ſehr ihn ſeine unedle Ver fahrungsweiſe gegen den Marquer empört habe, und daß Lauretta mit des Vaters Willen nie die Seinige werden könne. Der Lieutenant zuckte die Achſeln und meinte, Joachim könne von Glück ſagen, den Vertheidigern des Vaterlandes eingereiht zu ſein, und habe für Lauretten, die für ihn zu gebildet ſei, ohnehin nie gepaßt; im Grunde thue ihm der arme Schelm auch leid, aber es ſei nun nicht mehr zu ändern, und dergleichen Gemein ſprüche mehr. Der Alte, hierdurch höchſt empoͤrt, wies dem Lieutenant endlich die Thür und weinte keine Thräne mehr, als Lauretta, ohne Abſchied zu nehmen, acht Tage darauf dem Lieutenant nach Beſançon gefolgt war, wo ſeine Diviſion kampirte. Nach acht Tagen trugen ſie Laurettens Vater zu Grabe.

Lauretta hatte Joachim wirklich geliebt, aber nicht mit jenem Feuer, deſſen ſie fähig war. Sie konnte ſich wohl den Marqueur als ihren künftigen Gatten denken, und hätte demſelben auch ihre Hand gereicht, hätte der Sturm der Revolution nicht Robert in ihre Nähe geführt. Sie ſah und erkannte in dieſem das in ihrer Einbildungs kraft ſchlummernde Ideal des Mannes, den ſie mit aller Hingebung lieben konnte. Schmerzte ſie gleich ihre ploͤtz liche Treuloſigkeit gegen Joachim, ſo tröſtete ſie ſich doch mit dem Gedanken, daß er bald auch ſie vergeſſen und im Sturme des Soldatenlebens ihr Bild in ſeiner Seele ver ſchwinden werde. Die noch manchmal auftauchenden Ge wiſſensbiſſe tödtete der Leichtſinn der Franzöſin und die Ueberredungskunſt des Lieutenants. So war ſie ihrem neuen Verlobten nach Paris gefolgt. Ihr anmuthiges Aeußere gewann ihr die Herzen. Laurettens ſchwarzes,

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ſeelenvolles Auge, ihr hoher ſchlanker Wuchs und ihre ſanften Züge erwarben ihr bald den Ruf einer der erſten Schönheiten der Weltſtadt.

Bollieu hatte ſie für die Zeit des Feldzuges in der Vendée zu einer alten Dame in der rue du Temple ge⸗ bracht, und nach ſeiner Rückkehr ſollte die Hand des Prieſters ſie auf immer vereinigen. Bei dieſer alten Frau, welche ſich Madame Veraux nannte, lebte Lauretta zurückgezogen und unberührt von den Blitzen des großen Gewitters, welches damals den Himmel des ſchönen Frankreichs umdüſterte. Sie lebte unerkannt, aber nicht unbeachtet. Ein Lauretten gegenüber wohnender ehemaliger Gewürzkrämer, welcher durch die Revolution zu bedeuten dem Vermögen gelangt war, und hierdurch eine Stimme im National-Comité gewann, hatte Laurette bemerkt und ſogleich beſchloſſen, dieſe ſeltene Blume, die, wie er meinte, noch Niemanden in die Augen gefallen war, für ſich zu pflucken. Dieſer Mann hatte Laurette lange Zeit im Stillen beobachtet, ihr eingezogenes Leben gefiel ihm, ihre Schönheit hatte ihn bezaubert. Durch eine gefüllte Börſe, welche er ihrer Wirthin in die Hand ſenkte, bewirkte er, daß dieſe ihn für ihren Vetter Jean Greve ausgab, der als Hochbootsmann in däniſchen Dienſten geſtanden und vor wenigen Monaten in das große Paris zurückge kehrt war, ſich Einfluß im Schreckenstribunale zu ver ſchaffen wußte und nun förmlich um Laurettens Hand ſich bewarb.

Lauretta war hoch erſtaunt, als ſie eines Morgens den dicken Gewürzkrämer in ihr Zimmer eintreten und vor ihr mit einem tiefem Bücklinge ſtehen bleiben ſah. Aber noch mehr ſtaunte ſie, als Jean ihre Hand ergriff, einen großen Brillantring darauf ſteckte und mit ſchmach tendem Blicke ſie fragte: ob ſie ihn fortan auf ſeiner Lebensbahn zu begleiten geſonnen ſei. Lauretta geſtand dem Bewerber offen, daß ſie bereits gewählt habe, und ſeine Anerbietungen, ſo glänzend ſie auch ſeien, ſo gefahr voll die Zeit und ſo nothwendig und wünſchenswerth ihr auch eine männliche Stütze wäre, nie und in keinem Falle annehmen könne. Der Gewürzhändler horchte hoch auf, ſagte aber kein Wort. Sein Stolz war gekränkt, und mit einem ſeltſamen Lächeln verließ er das Zimmer, in welches Madame Veraux trat, um das Reſultat der Un terredung zu erfahren. Die gute Frau ſank beinahe vom Stuhle, als Lauretta ihr eröffnete, daß ſie den Nabob mit einem abweislichen Beſcheide entlaſſen habe.Daß Gott erbarme! rief ſie erſchrocken;dann ſind unſere Tage gezählt. Der Moloch hat einen großen Anhang unter dem Volke und ſein Wort ſchon iſt im Stande, Jemand auf das Blutgerüſt zu liefern.

Lauretta erbleichte, denn ſie dachte an Bollieu, und erinnerte ſich nur zu gut, dem Gewürzkrämer ſein Ver hältniß zu ihr und ſeinen jetzigen Aufenthaltsort bekannt gemacht zu haben. Und Madame Veraux hatte ganz richtig geſchloſſen. Grevée ging geradezu in die Concier gerie, und in acht Tagen ſtand Bollieu's Name auf der Liſte der Geächteten.

(Fortſetzung folgt.)

Die Liebe des Mannes.

Der Mann liebt wahrhaft nur da, wo ſein Gegen ſtand ihm die vollſte und reichſte Gelegenheit, ſich in ſeiner ganzen Liebesfähigkeit und ſeinem ganzen Man neswerthe zu zeigen, verbürgt.

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