cha Intelligenz-Blatt
fuͤr die
Provinz Oberheſſen im Allgemeinen,
den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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Sonnabend den 9. Juli
1853.
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Amtlicher Theil. Das Großherzoglich Heſſiſche Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeiſter des Kreiſes.
Betreffend: Ausführung des Geſees wegen Errichtung und Beauf⸗ fichtigung der Waſſertriebwerke an Bächen.
Da die in dem Art. 2. des Geſetzes vom 20. Februar d. J. vorbehaltene Verordnung in vollſtändig erſchöpfender Weiſe noch nicht ausgearbeitet werden konnte, ſo theile ich Ihnen in Folge Verfügung Gr. Miniſteriums des Innern vom 30. v. M. zur Nr. D. 7689 einſtweilen die nachſtehend im Abdruck enthaltenen Beſtimmungen unter dem Auftrage mit, dieſelben zur offentlichen Kenntniß zu bringen.
Zugleich bemerke ich Ihnen, daß zur Prüfung der Zuläſſigkeit eines Unternehmens der fraglichen Art folgende Nachweiſungen erforderlich ſind:
1) ob die Höhe des anzulegenden neuen Wehres wenig⸗ ſtens 2½ Fuß unter dem tiefſten Punkt der angren⸗ zenden Thalfläche bleiben kann;
2) daß das Wehr, bei einer wenigſtens 1¼ der Nor⸗ malbreite des Fluſſes betragende Länge des horizon⸗
5 talen Fachbaumes(Wehrbaums) eine Lage erhalten kann, welche keinen Abbruch der Ufer, zunächſt un⸗ terhalb deſſelben, beſorgen läßt, und
3) daß der durch das Wehr veranlaßte Aufſtau, bei dem höchſten Waſſerſtande, nach dem vorhandenen Gefälle und den übrigen concurrirenden Umſtänden, zufolge einer auf hydrauliſche Grundſätze geſtützten genauen Berechnung, ſich nicht bis unter die Räder des zu⸗ nächſt oberhalb gelegenen Werks erſtrecken und daß dieſer Aufſtau überhaupt keine Veranlaſſung zu nach—⸗ theiligen Ueberſchwemmungen geben kann.
Friedberg den 27. Juni 1853.
de Beauclair, Kreisaſſeſſor.
Be ſt im mungen über die den Geſuchen um Erlaubniß zur Anlegung von Waſſertriebwerken beizuſchließenden Pläne und Aus⸗ einanderſetzungen.
Wer ein Triebwerk an einem Bache oder deſſen Sei⸗ tengräben anlegen will, hat ſeinem bei der einſchlägigen Regierungsbehörde einzureichenden Geſuche folgende Plane und Auseinanderſetzungen beizuſchließen:
1) einen Situationsplan in, der natürlichen Größe, in welchen nicht allein die Bauſtelle ſelbſt mit allen darauf zu errichtenden Bauwerken, ſondern auch der Lauf des Baches und der in denſelben einmündenden Seitengräben, und alle auf den Bach anſtoßenden Grundſtücke mit den Namen ihrer Beſitzer und der Bezeichnung der Culturart derſelben eingezeichnet ſind.
Die Aufnahme dieſes Situationsplans hat flußauf⸗ wärts ſoweit ſtattzufinden, als der durch etwa projectirte Wehranlagen zu bewirkende Aufſtau des Waſſers ſich im ungünſtigen Falle vorausſichtlich erſtrecken wird, und fluß⸗ abwärts mindeſtens bis zur Vereinigung des Mühlenkanals mit dem Flußbett.
2) Längen⸗ und Querprofile des betreffenden Fluß⸗ bezirks und zwar, wenigſtens von dem Wehre des zunächſt oberhalb gelegenen, bis zu dem des zunächſt unterhalb ge⸗ legenen Waſſertriebwerks, wenn dergleichen vorhanden ſind. Das Nivellement muß, außer der Terrainhöhe, Sohlenhöhe und dem bekannten kleinſten, mittleren und höchſten Waſſer⸗ ſtande, zugleich enthalten:
a) die vorhandenen Wehrhöhen nebſt den dazu gehörigen Eichpfählen;
b) an den Mühlen, die Höhen des Fachbaumes der Muh⸗ lengerinne und der darauf angebrachten Schutzbretter; die Höhe vom Fachbaum des Gerinnes bis zur un⸗ teren Schwelle deſſelben; den Halbmeſſer der Mühl⸗ räder vom Zapfen der Welle bis zum äußerſten Punkt der Schaufel, endlich
c) die Höhenlage des Fachbaumes, und des Wehres, ſo— wie die durch dieſes zu erzielende Aufſtauung des Waſſerſpiegels.
Außerdem muß das Nivellement ſich an moͤglichſt viele feſte, in dem Situationsplane genau bezeichnete Punkte, als: Grenzſteine, Mauerquader ꝛc. längs der Bachufer anſchließen.
Die Ufer ſind, und zwar das rechte durch ſcharf aus⸗ gezogene, das linke durch punctirte grüne, die Bachſohle durch ſcharfe, ſchwarze, der natürliche Waſſerſpiegel durch blaue und der aufgeſtaute Waſſerſpiegel durch rothe Linien zu bezeichnen.
Das Nivellement ſoll auf eine über dem hoͤchſten Punkte gelegene Horizontale bezogen werden, längs welcher die Höhen derſelben über den verſchiedenen Nivellements— punkten und deren Entfernungen von einander mit Zahlen eingeſchrieben ſind.
Der Maßſtab der für die Höhen wenigſtens 7/100
für die Längen ſoll nicht unter„aso, der natürlichen Größe ſein.


