Ausgabe 
8.10.1853
 
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fangene und tödteten ſoviel Feinde, als ſie konnten; nah⸗ men ihnen bald die Nahrungsmittel, bald Pulverwagen und andere Kriegsbedürfniſſe weg, und ließen ſie gar nicht zur Ruhe kommen. Die Gebirge des Landes be günſtigten dieſen Rottenkrieg ſehr, da ſie den Spaniern bekannt, den Franzoſen aber unbekannt waren. Da die Einwohner immer auf der Seite ihrer Guerilla's, was im Spaniſchen ſoviel als kleine Kriegerhaufen bedeutet, waren, und ihnen Alles verriethen, was ſie wiſſen mußten, um den Franzoſen zu ſchaden, ſo war der Krieg dort mit unermeßlichen Schwierigkeiten verknüpft und mit ſtündlich wechſelnden Gefahren, die weniger Kriegskunſt im Großen, als Muth und Umſicht, raſche Entſchloſſenheit und kalt blütige, ſchnelle Beurtheilung der augenblicklichen Lage erforderten.

Dafür war Fritz der rechte Mann, darum ſtieg er bald zum erſten Lieutenant, Adjutanten und dann zum Hauptmann auf, und erwarb ſich wirklich das Kreuz der Ehrenlegion auf dem Schlachtfelde. Seine Tapferkeit war allgemein bekannt, und er, noch ſo jung, dennoch Einer der geehrteſten Offiziere.

Aber, möchtet Ihr fragen, warum ſchrieb er denn nicht heim, wo er doch wußte, wie lieb ſie ihn hatten?

Wer aber ſagt denn, daß er nicht geſchrieben hätte?

O, wie oft ſchrieb er! Wie ſorgfältig ſandte er ſeine Briefe nach Paris mit den Curieren, die ſein Ge neral, dem er lieb und werth war, abſandte; aber es kam keiner an. Es kam auch keine Antwort von ſeinen Lieben!

Was ſollte er alſo anders denken, als, ſie ſind Alle geſtorben; denn das lag bei dem Alter ſeiner Großeltern und dem ſchweren Leid, das ihnen ſein Wegzug bereitet, ſo nahe. Aber Rickchen, die treue Seele, die ihm noch

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vor der Abreiſe ewige Treue vor Gott zugeſchworen, ſollte ſie ihren heiligen Schwur gebrochen haben? Nein, ſagte er, das iſt unmöglich! Was war da anders zu denken?

Einmal in ſeiner Seelenangſt ſchrieb er an Franz. Und tief trauernd ſchrieb der ihm, die Großeltern ſeien dem Schmerz erlegen und Rickchen ſei, weil kein einziger Brief von ihm gekommen ſei, auch über ihr Leid nicht Herr geworden, es wohl aber über ſie. Vor etwa zwei Monaten habe man ſie begraben!

An wen ſollte er nun ſchreiben? Wer nahm noch, außer Herrn Lorenz, Theil an ihm. Dem hatte gewiß Franz ſeinen Brief mitgetheilt, weil er ihn darum gebeten hatte, aber der ließ auch nichts von ſich hören. Wie tief ihn ſolche Nachrichten beugten, läßt ſich eher denken, als beſchreiben. Nun ſtand er allein in der weiten Welt; hatte keine Seele mehr, die ihn liebte, als ſeine Soldaten. Das Leben hatte für ihn keinen Werth mehr, und er wünſchte oft, daß eine ſpaniſche Kugel den Weg zu ſeinem Herzen finden möge. Blind ſtürzte er ſich in die Gefahren. Wo es recht wilden Kampf galt, da war er der Erſte und Letzte im Kugelregen; aber droben uber den Sternen wachte ein heiliges Auge uber das unſchuldige Opfer einer teufliſchen Lüge und Bosheit.

Solche Tapferkeit, ſolche Todesverachtung mußte An⸗ erkennung finden. Und als man ihn zu Hauſe als todt beweinte, war er der jüngſte Obriſt in der franzöſiſchen Armee in Spanien, aber der hochgeachteſte geworden.

Nach Potugal war er nie gekommen.

Aber, wie war das möglich? fragt Ihr mit Recht; das franzöſiſche Miniſterium hatte es ja doch an Herrn Lorenz geſchrieben?

Ja, wenn das Alles ſo wahr wäre!

(Fortſetzung folgt.)

Betkanmmachungen von Be⸗ hoͤrden.

N N N N Immobiliar-Verſteigerung.

(13524) Montag den 10. Oktober d. J., Nachmittags 3 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe die dem Bürger Heinrich Bender dahier zuſtehenden Immobilien, als: Gemarkung Burg Friedberg: Pag. 89 No. 1. Hofraithe in der Vorſtadt neben Friedrich Rumpf mit einer Holzberechtigung, 827 48. 9,8 Ruthen Wieſe im Ried, 827 50. 13,1 daſelbſt, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 28. September 1853. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts: Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Bender.

Mobiliar⸗Verſteigerung.

(4326) Dienſtag den 11. Oktober d. J., Vormittags 9 Uhr, werden in der Behauſung des Kupferſchmiedmeiſters Chriſtian Böhmer da⸗ hier verſchiedene Mobiliar-Gegenſtände, als: 1 Commode, 1 Bettſtelle, 1 Schrank, Weißzeug und Herrenkleider ꝛc., öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Friedberg den 28. September 1853. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: Der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Be n dee e.

Holzverſteigerung. (1560) Montag den 17. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll in den v. Died'ſchen Waldungen dahier das von der im Mai d. J. ſtattgehabten Verſteigerung ſtehen gebliebene Holz, ſowie

500 Buchen-Aſtholzwellen, die noch nicht ver⸗ kauft waren, öffentlich an Ort und Stelle ver⸗ ſteigert werden.

Dasjenige Holz, worauf Abſchlagszahlungen geleiſtet werden, wird nicht verkauft, ſondern bleibt auf des Käufers Riſico bis zum 1. No⸗ vember d. J. ſtehen.

Ziegenberg den 1. Oktober 1853.

Kirchner.

Gin daa,

(15560 bis Jahre alt, am liebſten Schacke von Farbe, beabſichtigt die Stadt Fried⸗ berg zu kaufen. Offerten nimmt bis zum Sonn⸗ tag den 9. d. M. entgegen Friedberg den 1. Oktober 1853. Der Großh. Beigeordnete Falck.

Bekanntmachung.

(15640 Montag den 10. Oktober d. J., Nachmittags 4 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die Pfarrhofraithe in der Burg auf drei Jahre öffentlich meiſtbietend verpachtel.

Gleichzeitig werden in demſelben Termin nach⸗ ſtehende, in vorbemerkter Hofraithe erforderlichen Reparatur⸗Arbeiten, als:

Maurerarbeit, veranſchlagt zu 4 fl. 20 kr., Weißbinderarbeit, 4% 15 öffentlich an den Wenigſtfordernden verſteigert.

Friedberg den 5. Oktober 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bi

Obligationen Rückzahlung. (1565) Die diesjährige Auslooſung hat fol⸗ gende Nummern der von der hieſigen Stadt⸗ kirche bei Samuel und Simon Lindheimer ge⸗ machten beiden Anlehen zur Rückzahlung beſtimmt:

1) Von dem Anlehen von 15,000 fl. Nr. 92 à 200 fl. und Nr. 25 und 71 jede à 100 fl.

2) Von dem Anlehen von 6000 fl. Nr. 41 à 200 fl. und Nr. 2 à 100 fl.

Die Inhaber genannter Nummern werden hiermit aufgefordert, den Betrag ihres Dar⸗ lehns bis zum 1. Januar 1854 bei Herrn Kirchenrechner Faatz dahier in Empfang zu nehmen, mit dem Bemerken, daß von dieſem Tage an die Verzinſung der erwähnten Obli⸗ gationen aufhört.

Zugleich wird der Beſitzer der bereits im vorigen Jahre ausgelooſten, aber noch nicht zur Rückzahlung präſentirten Nr. 53 à 100 fl. wiederholt zur Erhebung ſeines Darlehens auf⸗ gefordert.

Friedberg den 30. September 1853.

Für den Kirchenvorſtand: Der Stadtpfarrer Der Bürgermeiſter Seel. Bender.

Güterverpachtung.

(1566) Montag den 17. Oktober d. J.

Vormittags 10 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗

hauſe auf freiwilligen Antrag der Curatoren

des Philipp Konrad Joſt dahier die dem Letz⸗

teren zuſtebenden Güterſtücke auf weitere ſechs Jahre öffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 6. Oktober 1853. In Auftrag:

Der Vorfteher des Gr. Ortsgerichts

Bender.

Arbeits-Verſteigerung.

(4567) Montag den 10. Oktober, Nach⸗ mittags um 1 Uhr, ſoll auf hieſigem Rathhaus das Ausweißen der beiden Schulſäle, ſowie der Anſtrich einer neuen Treppe in dem alten Schullokal an den Wenigſtfordernden unter den bei dem Verſteigerungstermin zu eröffnenden Bedingungen vergeben werden. Ockſtadt den 5. Oktober 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Gröninger.

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