Ausgabe 
8.1.1853
 
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laſſenen Frauen zu, und alle ſegneten mich. Ich kaufte alle Lebensmittel für uns, ſo daß Annunciata ihr Geld völlig ſparen konnte. Ihr Glück wäre vollkommen ge weſen, wenn es nur ihr Antonio hätte theilen, oder wenn ſie, da dieß unmöglich war, nur hätte wenigſtens erfahren konnen, wie es ihm gehe.

So gingen denn Wochen, ſo gingen Monate herum. Ich will es geſtehen, daß mich manchmal die Langeweile quälte, aber ich hatte gelobt, das arme hilfloſe Mädchen nicht zu verlaſſen, und in dieſem Gedanken fand ich die Kraft, Alles zu dulden.

Endlich nahte die Zeit, wo er heimkehren mußte, denn die herbſtlichen Stürme tobten ſchon auf dem Meere und die Tag- und Nachtgleiche kam. Da wars nichts mehr mit dem Korallenfange. Und dieſe Stürme waren in dieſem Jahre früher eingetreten, als ſonſt. Drum durfte man mit Zuverſicht auf die Heimkehr der Korallen fiſcher rechnen.

In dieſer Zeit ging ich eines Tages zu dem Beſitzer der Huͤtte. Ich kannte den Menſchen und kannte auch die Weiſe der Italiener, ungeheure Summen zu fordern, wenn ſie merken, daß man Luſt trägt, etwas von ihnen zu kaufen.

Ich ſprach lange mit ihm her und hin. Er klagte mir, daß Antonio ſo lange den Miethzins ſchuldig ge blieben ſei. Ich bemerkte, er käme ja beſſer weg, wenn er die Hütte verkaufte.

Ich wollte das gerne, rief er da aus, ja ich wollte ſie ſammt dem Felde für Hundert Ducati geben, wenn ich nur einen Käufer dafür fände!

Dafür iſt ſie mein, ſagte ich.

Jetzt wollte er höher hinaus, aber ich zählte ihm

das Geld auf den Tiſch. Ich kannte auch die Macht des Geldes auf den Geizigen. Als er es ſah, konnte er nicht widerſtehen. Wir gingen zu dem öffentlichen Schreiber, ließen den Kaufact feſtſtellen, und die Sache war abge macht. Beiden legte ich unverbrüchliches Schweigen auf, bis Antonio da ſei, und ſie hielten redlich das gegebene Wort.

Doch, ſagte jetzt Thornton, ich muß Ihnen nun das erzählen, was Antonio erlebte, und greife damit allerdings vor; allein es erheiſcht dieß die Nothwendigkeit, weil dadurch gerade Antonios Denk- und Handlungs weiſe im helleſten Lichte erſcheint.

Das Abſegeln der Korallen-Flotille aus einem der Häfen Neapels hat allemal eine kirchlich-religiöſe Feier zur Folge, oder dieſe geht ihr vielmehr vorher. Auch dieſes Mal zogen die Fiſcher im Zuge in die Kirche, hörten die Meſſe, opferten Kerzen, empfingen den Segen und ſegelten dann mit einer friſchen Briſe ab.

(Schluß folgt.)

Miscellen.

Nachdem der Cabinetsbefehl erſchienen war, wonach alle Soldaten von ihren Vorgeſetzten mit Sie angeredet werden müſſen, erlaubte ſich ein Unteroffizier beim Exerci ren einen Soldaten zu ſtoßen mit den Worten:Kann Er Eſel nicht gerade ſtehen?Der König hat be fohlen, Sie Eſel zu ſagen, erwiderte ruhig der Gre nadier.

fWillſt du nicht heute in's Theater geh'n? fragte eine Frau ihren Mann;ſie ſpielen ein neues Stück: Die zänkiſche Frau.Ach nein, ſagte der Mann,das iſt nur eine Ueberſetzung, und ich beſitze das Original ſelbſt.

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

Nr üctverſlei gerung. (20) Dienſtag den 11. Januar d. J., Nach⸗ mittags 2 Uhr, werden in dem hieſigen Rath⸗ hauſe von den Fruchtvorräthen des vereinigten Armenfonds dahier 60 Malter Korn und 20 Malter Gerſte zweimalterweiſe öffentlich meiſt

bietend verſteigert. Friedberg den 3. Januar 1853. Der Großherzogl, Bürgermeiſter Bender. Bekanntmachung. (26) Dienſtag den 11. Januar 1853, Vor⸗ mittags 9 Uhr, ſollen in dem Wirthshauſe des Heinrich Sang II. deſſen circa 60 Morgen Aecker, Gärten und Wieſen, in hiefiger Ge markung belegen, unter den im Termin be⸗ kannt gemacht werdenden Bedingungen frei willig verpachtet werden. Fauerbach II. am 2. Januar 1853. In Auftrag: Der Großherzogl. Bürgermeiſter Holler.

Garten ⸗Verſteigerung. (31) Dienſtag den 11. Januar d. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, wird in hiefigem Rathhauſe

auf freiwilligen Antrag der Anton Suhradas Erben dahier ein denſelben zuſtehender Garten 3 Viertel 26 Ruthen in der 3. Gewann in den Liebfrauengärten neben Gottfried Hauſtädt und Heinrich Müller II. Wittwe, nochmals öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 6. Januar 1853. In Auftrag: Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender.

Immobiliar-Verſteigerung.

(32) Montag den 17. Januar d. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe auf Antrag des Bürgers Michael Jung dahier und deſſen Kinder, die denſelben zuſtehenden Immobilien, wie ſolche im Intelligenzblatt Nr. 93 vom 27. November 1852, Inſerat 1842, verzeichnet find, nochmals erbabthetlungs⸗ halber einer freiwilligen Verſteigerung ausgeſetzt. Friedberg den 6. Januar 1853 In Auftrag: Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender.

Verſteigerung von Holz, dann Heu und Grummet auf dem Burgwalle und in dem Gr. Schloßhofe zu Friedberg. (33) Mittwoch den 12. d. M., Nachmittags von 2 Uhr an, kommen auf dahieſigem Burg⸗ walle und in dem Gr. Schloßyofe dahier zur öffentlichen Verſteigerung: 5 Stämme Eſchen- und Hainbuchen⸗Werk⸗ holz 5 Haufen Stockholz, 19 Haufen Reisholz, verſchiedene abgängige Obſt- und andere Bäume, ungefähr 5 Centner Heu und eben ſo viel Grummet; dann verſchiedene andere Gegenſtände. Friedberg den 4. Januar 1853. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Beau ß.

Bekanntmachung. (34) Dienſtag den 18. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll der diesjährige Bedarf der hie⸗ ſigen Saline an Nägeln im Geſchäftslokale des Salzamtes unter den im Termine bekannt ge⸗ macht werdenden Bedingungen an den Mindeſt⸗ fordernden verakkordirt werden. Nauheim den 6. Januar 1853. Der Salineninſpektor F. Schreiber.

Holz⸗Verſteigerung. (35) Das bereits im vorigen Monate ver⸗ ſteigerte, aber nicht zugeſchlagene Holz in den Diſtrikten Dickerbuſch, am Rabenneſt und am Straßheimer Wald, beſtehend in

28 ½ Stecken Eichen⸗,

4 Aspen- u. Scheitholz; 6Nadel⸗ 127 Aaopen⸗, 11 1 Eichen-, 12 5 Buchen- u. ö Prügelholz; 6 7 Nadel- 1775 Eichen⸗ u. S 8 17 g Nadel⸗ Stockholz; 6275 Stück Buchen- 1975 Eichen.,* 1900 Nadel- u. Wellen, 525» Aspen

wird Montag, den 10. d., Vormittags 10 Uhr, nochmals, und zwar im Wirthshauſe zum Hirſch dahier öffentlich verſteigert. Ockſtadt den 3. Januar 1853. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Aer.

Braunkohlen⸗ Verkauf.

(9) Von dem 1. Januar 1853 an werden bis auf Weiteres auf dem Gr. Dorheimer Braun- kohlenbergwerk die Kohlen von Haufen zu 11 Kreuzer und die aus den Schoppen zu 12 Kreuzer per Centner, à 14 Klötze, abgegeben. Gegen vorſchriftsmäßige Bürgſchaft und bei Abnahme von