Ausgabe 
6.7.1853
 
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keit nicht beizutreiben iſt, muß dieſelbe mit 24 Stunden für je einen Gulden im Gefängniß verbüßt werden.

§. 6. Die Beamten, welche mit Prüfung und Viſi⸗ rung der abgeſchloſſen werdenden Ueberfahrts-Verträge be⸗ traut ſind, werden darüber wachen, daß den hier ertheilten Vorſchriften pünktlichſt nachgekommen wird, und die Einlei⸗ tung des Strafverfahrens veranlaſſen, wenn ſie Uebertre⸗ tungen wahrnehmen. Die Agenten haben ihnen daher. alle erforderlichen Belege gleichzeitig mit den Ueberfahrtsverträ⸗ gen und bevor dieſelben viſirt werden dürfen, zur Einſicht vorzulegen. i i

§. 7. Gegenwärtige Verordnung tritt mit dem Tage ihres Erſcheinens im Regierungsblatte in Kraft.

Urkundlich Unſerer eigenhändigen Unterſchrift und des beigedrückten Staatsſiegels. l

Darmſtadt, am 23. Mai 1853.

(L. S.) LUDWIG. v. Dalwigk.

Der alte Sergeant. Von Dr. Th. Meyer.

(Schluß.)

Ein Mal muß es doch ſein, Kind, und beſſer ſo als langſam abſterben und verenden, zwiſchen Tod und Leben hin. Freilich Du...., aber lieber Gott! wie manche Wittwe weint jetzt wohl! wie manche Mutter mag die Hände ringen! Die armen braven Burſche kletterten wie die Katzen auf die Barrikaden hinauf. Mädchen, ich muß Dir was ſagen: ich hab' ihnen doch Unrecht gethan, den jungen Franzoſen. Ich alter Narr bildete mir da auf meine Garde Wunder was ein und meinte, jene Zeiten ſeien geweſen und kehrten nimmer wieder; doch, die Hand auf's Herz! es waren Kerle da, junges Blut, beſſer als die machten es die ärgſten Eiſenfreſſer zu meiner Zeit nicht. Ich hätt' es nicht geglaubt, aber mehr als nur ein Mal ſtutzte ich, hielt inne und mußte den verwegenen Jungen mit offnem Maule zuſchauen. Ich hätte ſie nur den ruſſiſchen Bajonetten gegenüber ſehen mögen, das ſollte mir ein Anblick geweſen ſein, daran unſer Herrgott ſeine Freude gehabt haben würde! Da war Dir ein Offizier, Marie, noch jung, aber, bei der Sonne von Auſterlitz! mein Kaiſer hätte einen Marſchall aus Dem gemacht. Brandſchwarz von Pulverdampf im Geſicht war Der ſtets voran, wo's eben am höllenmäßigſten krachte, wo Einem der pure nackte Tod entgegenglotzte. Ein Mal ging's ihm nahe, da war's gut, daß ein beſonnener Kerl wie ich hinter ihm ſtand, aber endlich hat er mir's ver⸗ golten und das freute mich gerade, daß er nicht nur ſo ein wilder Teufelzerreiß iſt, ſondern auch ſonſt das Herz auf dem rechten Flecke trägt und einen ausgedienten Grau kopf wie mich nicht ſo hochnäſig über die Achſel anſieht. Gleich trug er mich ſelber bei Seite, als ſie mir da mein verdammtes Punktum finale auf die Hüfte brannten. Be⸗ ſuchen wollt' er mich auch, hat er, glaub' ich, geſagt; wenn ſie's ihm nicht noch verleidet haben, dem verwegenen Burſchen. Na, es mag wohl auch nur ſo eine Redens⸗ art geweſen ſein und für den erſten Moment, aber ich nehm's ihm nicht übel, wenn er auch ausbleibt.

Der Alte ſprach noch lange von ſe in em Lieutenant, wie er ihn ehrender Weiſe nannte und ſchalt am Ende die betrübt ſchweigende Marie, daß ſie nicht recht in ſein Lob mit einſtimme.

Horch! es tönt ein feſter Mannestritt die Treppe herauf; jetzt hält es vor dem Zimmer, pocht ein Mal, raſch ein zweites Mal und die Thüre öffnet ſich.

Herrgott! da iſt er ja, mein Lieutenant; weiß Gott! ich haͤtt's nicht geglaubt, daß er Wort hielte!

Francois Lembert's Verwunderung, die ſich in dieſem Ausrufe Luft machte, ſollte aber bald noch größer werden; Marie, welche bei dem Eintritt des fremden Mannes ſich vom Boden erhoben hatte, ſtürzte mit einem lauten Schrei dem Offiziere in die Arme, oder er ihr, es war das nicht genau zu unterſcheiden; am wahrſcheinlichſten, daß ſie ſich halbwegs entgegenkamen Emil! Marie! Dieſe zwei leidenſchaftlich ausgeſtoßenen Namen öffneten dem Kurz⸗ ſichtigen einigermaßen die Augen und dießmal ſehr weit. Wahrhaftig, dieſer Offizier war jener Emil, der als Freier verſchmähte Conſcribirte. In glänzender Kriegerkleidung, männlich ſchön, ſicher und gewandt in jeder Bewegung, ſtand der Bauernjunge von Welles vor ihm und es ſiel dem Alten nicht ein, nur die kleinſte Einwendung zu machen gegen die Umarmung, in der nun der junge Mann Marien wiederholt an ſein Herz drückte.

Donnerwetter! rief der Alte;dieſer alſo war's und ich erkannte ihn nicht? aber wer hätte das auch ge dacht! und dann ſah er ja vor Pulverrauch wie ein leib⸗ haftiger Satan aus!

Nach der erſten ſtürmiſchen Begrüßung und Aus⸗

kunft, als die Gemüther ruhiger geworden, fand denn auch eine geordnetere Erörterung aller Begebenheiten ſtatt, die ſeit der Trennung vorgefallen. Emil war nach Algier geſchifft, hatte ſich bei verſchiedenen Affairen ausgezeichnet und war nach der Schlacht von Isly decorirt und zum Unteroffizier befördert worden. Nicht gar lange darauf, nach einem glänzenden Beweiſe von Muth und überlegen⸗ der Kaltblütigkeit, erhielt er ſogar das Offtziersbrevet. Vor kurzer Zeit erſt war er aus Afrika wieder zurückge⸗ kehrt, hatte Urlaub genommen und war im Fluge nach ſeinem Geburtsorte elles geeilt. Hier aber fand er nicht, was ihn allein hergezogen: Francois, hieß es, ſei ſchon ſeit Jahren nach Paris ausgewandert; ob er noch dort weile, und wo? konnte Niemand ſagen. Getäuſcht

in ſeinen Erwartungen verließ Emil das Dorf bald wie-

der und vereinigte ſich mit ſeinem Regimente in der Nähe von Paris. Der Ausbruch des Juniaufruhrs fand ihn mitten in ſeinen Nachforſchungen nach Frangois und Marie; auf den Barrikaden von St. Antoine ward ihm der ge⸗ wünſchte Aufſchluß, dem ſein unermüdlicher Eifer bisher vergebens nachgeſtrebt. Hier ſah er den alten Lembert, hier erfuhr er deſſen Wohnung, hier bereitete er ſich auch eine willkommene Aufnahme von Seiten des Vaters ſeiner Marie. Dieſe lebte neu auf und das plötzliche Glück wollte ihr immer nur wie ein Traum vorkommen, aus dem ſie noch aufſchrecken müſſe. Und wie nur Unglück den wahren Maßſtab für das Glück gibt, ſo war auch die dunkle Folie, auf der das Wiederſehen der Liebenden

'ſo freundlich hervortrat, der Zuſtand des alten Francois,

der immer bedenklicher wurde. Der Arzt machte kein Hehl, daß er das einzige Rettungsmittel für den Verwundeten in der Amputation des Schenkels ſehe, wozu ſich aber der Veteran nimmer entſchließen mochte: er wolle nicht als ein alter Krüppel vor ſeinen Kaiſer treten, ſeine Zeit ſei vorüber, das Herz leicht und bereit zum Abmarſch, da er Marie ſo wohl geborgen wiſſe, das hab' ihm allein ſchwer aufgelegen. Er laſſe ſich jetzt um ſo lieber von den Jungen ablöſen, als er drüben dem Kaiſer rapportiren könne, wie ſeine Franzoſen noch die Alten ſeien, und dieſer, wenn er wieder nach Frankreich käme, ſich jeden Augenblick eine neue Garde ausleſen könnte, die ihn ſeine ehemalige kaum werde mangeln laſſen! Jeden freien Augenblick brachte Emil am Bette des Verwundeten zu, von dem Marie nimmer wich, und es war rührend zu ſehen, wie eine ſtille Heiterkeit auf dem greiſen gefurchten

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