Schonung an. Ich hätte dem Tropfe in's Geſicht ſpucken mögen!
N„Kommt mit mir, Sir!“ rief ich barſch;„wir brauchen keine Komödie und kein Parlamentiren, und in meiner Macht ſteht es nicht, Euch zu ſchonen, wie Ihr wohl wißt. Gebt Euch Mühe, dieſe Gnade und Scho— nung zu verdienen. Wir müſſen Hartley und Simpſon haben und konnen ſie nicht ausfindig machen: da müßt Ihr uns helfen!“
„Ach ja, mit allem Vergnügen!“ erwiderte der Elende gefügig;»ich will ſogleich nach ihnen gehen und ſie aufſuchen!“ ſetzte er mit einer Art zaudernder Zuver— ſicht hinzu.
„Unſinn!“ rief ich;„nach ihnen ſchicken mögt Ihr. Thut das, und ich will dann ihre Ankunft noch abwarten!“
Sein Billet wurde durch eine zuverläſſige Perſon abgeſandt, und ich ordnete mittlerweile die Detaills des er— warteten Zuſammentreffens an. Ich und ein Freund, den ich jeden Augenblick erwartete, wollten uns hinter einen großen Vorhang im Zimmer verſtecken, während Mr. Auguſtus Saville im Scherze mit ſeinen beiden Freunden über das angezettelte ſaubere Komplott reden ſollte, ſo daß wir in alle Details deſſelben eingeweiht würden. Mr. Saville willigte ein; ich zog die Klingel, ein Polizeibe— amter trat ein, und wir nahmen mit ſchußfertiger Waffe unſere Poſten ein. Kaum hatten wir dieß gethan, ſo er⸗ tönte die Thürglocke, und Saville meldete uns die Ankunft ſeiner Verbündeten. Es lag ein Blinzeln in des Burſchen grünen Augen, das ich zu verſtehen glaubte.„Nehmt Euch wohl in Acht, Mr. Auguſtus Saville, einen arg— liſtigen Streich ſpielen zu wollen,“ ſagte ich in aller Ruhe zu ihm;„wir ſind hier nur unſerer zwei, aber drunten im Erdgeſchoß warten noch ihrer ſechs, und bei der erſten zweideutigen Bewegung jag' ich Euch eine Kugel auf's Schulterblatt! Wonach ſich zu achten!“
Ohne ein Wort zu erwidern, entfärbte ſich der Er— bärmliche und eine halbe Minute ſpäter traten die Spieß⸗ geſellen in's Zimmer. Es war ein lärmendes, fröhliches Zuſammentreffen, nach dem Händedrücken, dem gegenſeiti— gen Beglückwünſchen über das beiderſeitige gute Ausſehen und Befinden zu urtheilen. Saville war meines Erach— tens der Geräuſchvollſte und Luſtigſte von Allen drei.
„Hört, Saville, wenn ich Euch ſo recht genau be⸗ trachte,“ hub Hartley an,—„ſo kommt Ihr mir doch einigermaßen verändert vor. Was iſt Euch? habt Ihr einen Geiſt geſehen?“
„Das nicht,“ war die Antwort;„aber die verdammte Geſchichte mit der Buſennadel macht mich unruhig!“
„Unſinn! Thorheit!— Es geht ja Alles gut! Und wir ſtecken alle drei unter Einer Decke,— es iſt eine wahre Whiſtparthie zu Dreien. Ich nahm ſie ihrem Eigenthuͤmer aus dem Vorhemdchen; Simmy hier ſchob ſie in die Retikule der hübſchen Mary, die ihre Taſche vielleicht nicht eher unterſucht hat, als bis die Reihe des Durchſuchens daran kam. Ihr, Saville, ſpieltet die Rolle des Eigenthümers, und ſo haben wir zuſammen ein wahres Pfänderſpiel aufgeführt— nicht wahr? Hahaha!... Hal
„Allerdings! ein wahres Pfänderſpiel, Mr. Hartley!- ſagte ich, plötzlich vortretend, und ſtampfte mit dem Fuße auf den Boden;—„fürwahr, ein luſtiges Pfänderſpiel, und nun kommt es an das Einlöſen der Pfänder, woran noch mehr Herren theilnehmen wollen, wie Ihr ſeht,“ ſetzte ich hinzu, und deutete auf die Conſtabler, die nun in's Zimmer ſtürzten.
Ich möchte das Papier nicht entweihen und be⸗ ſchmutzen mit Schilderung der Flüche, Verwünſchungen, Gottesläſterungen, welche eine kurze Weile durch das
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Zimmer tönten. Ehe aber eine Viertelſtunde verging, waren alle drei gefeſſelt und hinter Schloß und Riegel, und ehe ein Monat in's Land gegangen, waren alle drei deportirt. Ich brauche wohl kaum erſt beizufügen, daß ſie 5 Buſennadel für ächt und äußerſt werthvoll gehalten atten.
Mary Kingsford kehrte nicht mehr zu ihrem Brod— herrn zurück. Richard Weſtlake's Vater gab ſeinen Wider— ſtand gegen die Verbindung ſeines Sohnes mit Mary Kingsford auf, und im darauffolgenden Mai ward die Hochzeit mit großer Fröhlichkeit und allgemeiner Freude gefeiert. Meine Tochter Emily war Brautjungfer, ich ſelbſt vergab die Braut. Das junge Paar hat nun eine ziemlich zahlreiche Familie, und ein Heimweſen, ein trau⸗ liches Familienleben, dem Liebe, Frieden und Genügſam⸗ keit die Weihe geben. Es brauchte allerdings ziemlich lange, bis Mary ſich von den erſchütternden Folgen ihres Londoner Abenteuers erholte, und ich bin feſt überzeugt,
die unangenehmen Erinnerungen daran haften noch ſo friſch
in ihrem Gedächtniſſe, und verknüpften ſich ſo eng mit dem Gedanken an die große Metropole, daß ſie wenigſtens gewiß nicht begierig war, die große Weltinduſtrieaus— ſtellung mit einem Beſuche zu beehren.
Wieder einmal ein Stücklein vom alten Critz. (Eine Erzählung aus der Spinnffube.)
Der große Preußenkönig, Friedrich II., den Ihr, liebe Leſer, beſſer noch unter dem Namen des„alten Fritz“ kennet, und der auch Euch Allen in gar gutem Andenken ſteht, war nicht nur ein ſeltſamer Kautz, dem man viele Stücklein, theils wahre, theils erdichtete, nacherzählt, er war auch ein Fürſt vom edelſten Herzen. Ich weiß es, daß Ihr Geſchichten, die ich hin und wieder in der Spinn⸗ ſtube von ihm erzählte, mit der größten Luſt geleſen habt. Drum will ich Euch jetzt wieder eine von ihm erzählen,
die aber nicht zu den erdichteten gehört. Paßt'mal auf!
In einem der tapferen Regimenter des großen Hel⸗ den diente ein Feldwebel, der ſich in mehreren Schlachten durch Muth, Tapferkeit und Geiſtesgegenwart ſo rühm— lich ausgezeichnet hatte, daß er die Aufmerkſamkeit des Königs auf ſich zog, und Friedrich beſchloß, ihn zum Of— fizier zu befoͤrdern. Sein Oberſt, der auf den Feldwebel ein tüchtig Stück hielt, erfuhr das, und konnte in der Freude ſeines Herzens es nicht unterlaſſen, dem braven Manne davon zu ſagen.
Der ehrliche Feldwebel erſchrack und that einen raſchen Schritt. Er gab eine Vorſtellung ein, worin er mit einfachen Worten erklärte, ihm fehle die hinlängliche Bildung, um mit Ehren dem Offtzierſtande der Armee angehören zu konnen, und nun ſei es zu ſpät, den Mangel der Jugendbildung zu erſetzen. Ueberdieß aber fehle es ihm an dem Vermögen, um auch äußerlich dem neuen Stande Ehre machen zu können; er glaube in ſeiner Stellung ſeinem geliebten Könige mit mehr Erfolg dienen zu können, und bitte daher, mit geziemendem Danke für die hohe, ihm zugedachte Gnade, unterthänigſt, es möge dem Könige gefallen, ihn in ſeiner Stellung zu belaſſen.
Braver Mann! rief der König aus, als er die Schrift geleſen. So was kommt nicht oft vor! Er mag Feldwebel bleiben, aber ſo weit wird ſeine Beſcheidenheit ſich doch wohl nicht verirren, daß er eine ordentliche Zu— lage zu ſeinem Solde ausſchlägt?
Der Oberſt, der die Bittſchrift überreicht hatte und dem braven Manne ſehr das Wort redete, meinte lächelnd: Das haben Eure Majeſtät nicht zu befürchten!
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