Ausgabe 
3.12.1853
 
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ner an, und in ſeinem Auge glänzte Etwas, darinnen ſich ein gutes Menſchenherz ſpiegelte. Ach, ſagte er endlich, das ſind die tauſend Dukaten, von denen mein ſeliger Vater in ſeinem Hausbuche geredet hat, und die ich, nach dieſen Worten, im Pulte finden ſollte. Ich ſuchte genau, fand ſie aber nicht, weil ich das verborgene Gefach gar nicht kannte. Er iſt ein braver Mann, Meiſter Bütt⸗ ner, und Gottlob! daß es noch Treue und Redlichkeit in der Welt gibt! Aber weiß er, wie man ſagt, wenn Einer Etwas findet?

Büttner ſchwieg.

Halbpart! rief immer fröhlicher werdend der Rath aus. Hat Er's nicht geſagt, ſo ſag' ich's jetzt für ihn! Alſo ehrlich Halbpart!

Ach, ſpaßen Sie nicht, Herr Rath, ſagte Büttner, und ſeien Sie ſo gütig und machen Sie das Käſtchen leer; ich brauche es, um die Feder wieder herzuſtellen und raſch an die Arbeit zu gehen.

Der Rath faßte des Mannes harte Hand und ſagte: Meint Er, es ſei ein dummer Scherz, den ich mit Ihm machte, ehrlicher Meiſter? Nein, dafür bin ich zu alt und Er mir zu gut. Es iſt mein voller Ernſt. Das Geld iſt ein Fund. Ihm gebührt von Gottes und Rechts wegen die Hälfte!

Der Meiſter wollte ſich wehren, aber das half Nichts. Fünfhundert Goldducaten lagen in ſeiner Hand.

Allmächtiger Gott! rief er aus.

Ehrlich waͤhrt am Längſten, ſagte der Rath Völker; aber was nun damit machen? Hat er Schulden?

Ja, theurer Herr Rath!

So lauf' Er gleich hin und laß Er ſich überall die Berechnung machen, und bring' Er ſie mir her. Aber heim geht Er nicht. Seine Frau braucht's noch gar nicht zu wiſſen, daß ſie bezahlt werden, bis ſie es ſind.

Jetzt merkt Er's erſt, daß es Ernſt iſt und will ſich in Dank ergießen.

Stille! ſagt der Rath. Thue Er gleich, was ich Ihm geſagt, und er drängte ihn ordentlich fort.

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Bis gegen Mittag waren alle Plackſchulden bezahlt, und die Summe war kaum hundert Gulden, die veraus⸗

gabt war.

Wie ſteht's mit Seinem Hauſe? fragte Völker. Ach, ſagte Büttner, darauf ſind leider noch fünfhundert Gulden zu zahlen!

Hier, rief Völker, nehm' Er die fünfhundert Gulden und bring' Er mir die Quittung!

Auch das wurde berichtigt, und mit thränenſchweren Augen trat der Mann zu dem edeln Völker ein; aber es

waren Thränen der Freude und des tiefgefühlteſten Dankes.

Was nun? fragte Völker lächelnd. Ich denke, wir kaufen nun etwa für hundert Gulden gutes, altes Holz an, daß Er einen Vorrath hat. Meine Remiſe brauche ich nur halb, die ſteht Ihm offen dazu. Wir kaufen Lebensmittel und das Uebrige wandert in die Sparkaſſe!

Auch das beſorgte Völker getreulich, händigte die Papiere dem glücklichen Mann ein und wollte von Dank nichts wiſſen.

Das iſt herrlich! riefen Alle, die es hörten. Gott ſegne den Rath Völker!

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Sehen Sie, ſagte der Greis, es iſt hart geurtheilt, wenn man ſo obenhin ſagt: Es gibt keine Ehrlichkeit mehr in der Welt! Die gibt's, Gottlob, noch häufig, häu

figer, als wir denken, aber auf dem Markte wird ſie nicht

auspoſaunt, ſondern im Stillen geübt. Das Sprüchlein: Ehrlich währt am Längſten! ſoll alſo nicht ausgetilgt, ſondern recht freudig bekannt und unſeren Kindern ins Herz gepflanzt werden. Nur ſo wird's beſſer in der Welt.

Der Greis hatte ſein Schöpplein geleert, nahm ſeinen Hut nach den letzten Worten und ging. In der Thüre aber wendete er ſich noch einmal um.

Noch Eins, ſagte er: Der Schreiner Büttner wohnt in der Langgaſſe Nr. 48. Laſſen Sie uns dahin wirken, daß er tüchtige Kundſchaft kriegt, damit es ſich auch da⸗ durch bewähre:

Ehrlich währt am Längſten! Und mit freundlichem Gruße ging er hinaus.

Bekamumachungen von Be⸗ hoͤrden.

S

Güterverſteigerung.

(1809) Montag den 5. Dezember d. 285 Vormittags 10 Uhr, werden auf freiwilligen Antrag der Erben der Frau Baruch Grödel Wittwe dahier deren nachverzeichneten Güter ſtücke, als: Gemarkung Fauerbach II. Pag. 209 Nr. 49 3 Vril. 31 Rth. Acker an der Wüſtung, 354 1 3 Vrtl. 16% Rth. desgl. am Holderbuſch, 51 32 5 Prtl. 4% Rth. oberhalb des Dienheimerpfades, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 23. November 1853. In Auftrag: der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts Bender.

Holz verkauf.

(3835) Auf dem Gräfl. Solms⸗Rödelhei⸗ miſchen Bergwerk bei Bauernheim ſollen Mitt⸗ woch den 7. Dezember l. J., Vormittags um 10 Uhr, über 70 Stecken Brennholz und 5 Haufen Zimmerſpähne, meiſtbietend verkauft werden, wozu man Kaufliebhaber hiermit ein⸗ ladet. Ofſenheim am 27. November 1853. Der Gräfl. Bergrentmeiſter Weis.

Immobiliar-Verſteigerung.

(1808) Montag den 5. Dezember d. J., Vormittags 11 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe die dem Heinrich Bender in der Vorſtadt dahier zuſtehenden Immobilien, wie ſolche im Intelligenzblatt Nr. 77 ſpeziell verzeichnet ſind, nochmals unter dem Anfügen öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert, daß mit der Hofraithe eine zu 300 fl. taxirte Holzberechtigung verbunden iſt. Friedberg den 23. November 1853. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts: der Vorſteher des Großh. Ortsgerichts B end ends

Bekanntmachung, betreff. Brenn-, ſodann Bau-, Werk- und Nutzholz⸗Verſteigerung in dem Großh. Domanialwald Burgwald der Ober förſterei Oberrosbach. (1846) Montag den 19. Dezember d. J. ſollen im Domanialwald Burgwald an die Meiſt⸗ bietenden öffentlich verſteigert werden: ½ Stecken Eichen⸗Scheitholz, 7 Nadel⸗ 77

75 Eichen. Prügelholz,

22 Nadel- 9 15 Eichen- u. Birken⸗Stockholz, 17% Nadel⸗Stockholz,

504 Wellen Eichen⸗ und Birken⸗Reiſerholz, 1126 Nadel⸗Reiſerholz, 1 Eichenſtammabſchnitt von 18 Durch⸗ meſſer und 15 Länge, 59 Fichtenſtämmabſchnitte von bis 13 Durchmeſſer und 25 bis 71 Länge, 20 Fichten⸗Stangen.

Anfang der Verſteigerung: präcis 9 Uhr im Fichtenbeſtand des Schlags Nr. XVIII, und zwar mit dem Bau-, Werk, und Nutzholz.

Oberrosbach den 26 November 1853.

Der Großh. Oberförſter der Oberförſterei Oberrosbach Bingmann, Holzverſteiger ung im Moxſtädter Markwald, Diſtrikt Donatuswald, Oberförſterei Düdelsheim, an der Chauſſee

von Obermorſtadt nach Niedermoxſtadt ge⸗

legen.

(1847) Donnerſtag den 8. Dezember, Vor⸗

mittags 10 Uhr anfangend, ſollen folgende Holz⸗

ſortimente zur öffentlichen Verſteigerung kommen:

1. Brennholz: 50 Siecken Buchen⸗Scheitholz, 39 1 Prügelholz, 1 Eichen⸗Scheitholz, 7 Prügelholz, 58% Buchen⸗Stockholz, ½, Kiefern⸗Prügelholz, 5 1625 Stück Buchen⸗Wellen, 42⁵ Eichen⸗ 25 Kiefern⸗ II. Bau-, Werk⸗ und Nutzholz: 82 Eichenſtämme von 5 bis 10 Zoll Durch⸗ meſſer, 6 Kiefernſtämme von 7 bis 9 Zoll Durch⸗ meſſer.

Die Zufammenkunft iſt um genannte Stunde an der Chauſſee zwiſchen Ober- und Nieder- moxſtadt.

Obermoxſtadt den 24. November 1853.

Der Großberzogl. Bürgermeifler Mickel. 5

Bekan Donner deb Volmittags un hiefigen Garniſon und 1855 vollem Gchmiede/ Zum Weißbinder⸗, Spe Gürtler⸗, Küfer⸗, macher/ Satteldo auf dem Wege der fordernden in Acco Die Accordsded hetzen Militär werden. Butz bach den

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