Mondyon das Glück nicht verweigern, ſeinen Mund auf eine kleine Blume zu drücken, die ſie mit dem ihren be⸗ rührt hatte.“
„Und ich, ich liebe Dich alſo nicht?“ ſagte Thereſe, nahm ein Roſenblatt, drückte es auf meinen Mund, und ſteckte es zwiſchen ihre Zähne. Ich rückte näher an ſie, blickte ſie an, und wandte mich dann von ihr ab, weil mein Herz bebte, und ein Gedanke in mir aufſtieg, eines jener ſonderbaren Vorgefühle, welche den Geiſt in fiebe⸗ riſchen Zuſtand verſetzen, nämlich die Ueberzeugung, daß mein Glück nur kurz dauern und ich Thereſen nur einmal umarmen werde. Ihre Geſichtsfarbe war ganz außerge— wöhnlich belebt; ihre Hand glühte und zitterte zu gleicher Zeit. Ich hätte mir gern über meinen Zuſtand Rechen— ſchaft abgelegt, ich ſah aber nicht klar, obgleich der Ge⸗ danke an den Tod mich nicht erſchreckte, wie es bei den meiſten Menſchen der Fall ſein ſoll; und ich glaubte, daß es ſo ſeiu müſſe.
Während dieſer Zeit erſchienen die Diener, welche uns folgten, in einiger Entfernung; der Augenblick des Scheidens war gekommen. Ich hatte nur noch ein Blatt von der letzten Roſe, die ich ihr gegeben hatte; dieſes loste ich ab, legte es feſt auf ihren Mund und Thereſen an mein Herz ziehend, drückte ich den meinigen darauf. Wie es mir gelang, ſie feſt zu halten, weiß ich nicht. Dieſes Blatt, nichts als dieſes Blatt... Meine Blicke verdunkelten ſich, mein Buſen wogte, ich verlor Athem, Bewußtſein, Empfindung des Lebens, und als ich wieder
vorüber ſchweben zu ſehen. Es ſchien mir unmoglich, daß ſie nicht das Bedürfniß fühlen ſollte, zu mir zurück⸗
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zukommen, wie es mich drang, zu ihr zurückzukehren, ich glaubte immer, daß ſie einen Augenblick wieder dahinkäme, bloß um das Plätzchen ſich zu merken, wo wir beiſammen geweſen waren. Der Tag war noch nicht weit vorge— rückt, der Ort war von Sancy nicht ferne; ſie konnte, ſie mußte zurückkommen. Die Ausſicht, welche ich von meinem Standpunkte aus genoß, war voll bezaubernder Erinnerungen; überall war ſie geweſen, hatte in verſchie— denen Augenblicken ſich darin aufgehalten, die Berge, deren Umriſſe ſich mir darboten, hatte ihr Fuß betreten; jene Bäume hatten ſie mit ihrem Schatten bedeckt, die Felſen hatten ihre Kleider berührt; ſelbſt der Himmel, welcher das Gemäde ſchloß, in deſſen Rahmen ſie ſich mir gezeigt hatte, war von ungetrübter Helle. Keine Wolke, kein Dunſt zertheilte ſich in demſelben; es war der Him— mel, das Licht, die Luft, welche ſie berührt hatte.
Mein Leben zeichnet ſich durch ſo wenig glückliche Epochen aus, daß dieſe, in ihrer unausſprechlichen Weh⸗ muth, mein Herz noch jetzt mit dem Gefühle reiner Glück⸗ ſeligkeit erfüllt; ich hoffte. Meine Hand hatte die ihrige ſo eben verlaſſen, ich fühlte eine leichte Feuchtigkeit, die von dem Drucke ihrer Finger herrührte, welche mit den meinigen verbunden geweſen waren; ich ſah noch die re⸗ gelmäßigen und ſo ſchön geformten Bogen ihrer Augen— braunen, den ſanften Blick, den ſie aus ihren Augen unter denſelben hervorleuchten ließ, und in Gedanken legte ich in dieſen Blick ein Feuer der Liebe, dem ähnlich, welches ich empfand. Eines Tages hatte ich ihr eine kleine Locke entwendet; um ſie ſo oft als möglich an meine Lippen drücken zu können, hatte ich ſie in ein Band, das ich von ihr hatte, gewickelt, welches ich auf dem Herzen trug. Durch die Bewegung, die ich machte, um dieſes Band zu ſuchen, fiel ein zerriſſenes Roſenblatt auf den Sand, an der Stelle, wo ich ſaß; ich betrachtete es und erkannte es ſogleich; nach tauſend Jahren noch hätte ich mich nicht darüber getäuſcht, aber jetzt glaubte ich zu fühlen, daß es noch brenne.(Fortſetzung folgt.)
Für die Gemeinde Vonhauſen bei Büdingen,
welche durch Hagelſchlag am 10. v. M. hart heimgeſucht wurde, iſt bei mir weiter eingegangen und wird hiermit dankbar beſcheinigt; In Folge eines Vergleichs bei Gericht 42 kr.; von F. und N. 1 fl.; von E. H. 24 kr.; von K. zu A. 6 fl.— Zuſammen 32 fl. 54 kr. Friedberg den 22. Auguſt 1853. Bernges, Landgerichtsactuar.
Für die Hagelbeſchädigten in Seligenſtadt ſind eingegangen:
Von Lehrer Speckhard 36 kr.; Unbekannt 1 fl.; H. 12 kr. Zu⸗ ſammen fl. 1. 48., welcher Betrag bereits an das dortige Comité ab⸗ geliefert wurde und worüber die deßfallſige Quittung bei uns zur Einſicht bereit liegt. Indem wir den Gebern herzlichſt danken, bitten wir um fernere gütige Beiträge.
Friedberg den 1. September 1853.
Die Expedition des Intelligenzblattes.
Betanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
rr Edietalla dung.
1315) Ueber das Vermögen des Chriſtian Böhmer in Friedberg iſt der förmliche Concurs⸗ proceß erkannt worden. Es werden deßhalb ſämmtliche Gläubiger deſſelben aufgefordert, ihre Forderungen oder ſonſtige Anſprüche Mittwoch den 9. November, Vormittags 9 Uhr,
bei Vermeidung des ftillſchweigend eintretenden Ausſchluſſes von der Maſſe geltend zu machen. In dieſem Termin ſoll ein Arrangement ver⸗ ſucht und Beſchlüſſe über die Verwaltung der Maſſe gefaßt werden, weßhalb die nicht perſön⸗
lich erſcheinenden Gläubiger ihre Vertreter in beiden Beziehungen mit Vollmacht zu verſehen haben, widrigenfalls ſie als den Beſchlüſſen der Mehrheit der Gläubiger beitretend angeſehen werden. Friedberg den 18. Auguſt 1853. Großherzogl. Landgericht Hofmann.
Edictalla dung.
(13460) Ueber das Vermögen des Moſes Strauß und ſeiner Kinder zweiter Ehe zu Nie⸗ derwöllſtadt iſt Concurs erkannt und Liquida⸗ tionstermin auf Mittwoch den 2. November, Vormittags 10 Uhr,
anberaumt worden. In dieſem Termin ſind Forderungen und Anſprüche jeder Art an die
Maſſe, bei Vermeidung des ohne beſonderes Präcluſivdeeret eintretenden Ausſchluſſes vor ſolcher geltend zu machen; auch ſoll in dieſem Termine die Güte verſucht, ſowie wegen Ver⸗ äußerung der Maſſe, Beſtellung und Cautions⸗ leiſtung eines Curators, Beſchluß gefaßt werden. In dieſen Beziehungen werden alle Gläubiger, die nicht perſonlich, oder durch Specialbevoll⸗ mächtigte erſcheinen, als den Beſchlüſſen der Mehrheit der erſcheinenden Gläubiger beitretend behandelt werden. Friedberg den 18. Auguſt 1853. Gr. Heſſ. Landgericht Hofmann.
Immobiliar⸗Verſteigerung.
(1237) Montag den 10. Oktober d. J, Vormittags 10 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗
61 001
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