Ausgabe 
2.11.1853
 
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vartley und 8 A1 war, 8 Herren Eintritts, en alle lich ein ßen und wogen der pft, und * Erreicht, N Oimpſon

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1 Handge⸗ eldeamte er Übder⸗ ken darob

im Laden und hörten dieſe Frage.Nicht doch keineswegs! Sie irren ſich! ſtammelte ſie raſch, und

fühlte bei dieſen Worten ihr Geſicht mit einer Gluth überlaufen.

Mit Nichten! ich weiß gewiß, daß Sie dort waren! verſetzte der Herr, und fuhr dann mit gedämpfter Stimme und nur zu ihr gewendet fort:Ich rathe Ihnen, wenn Sie die Schande und die entſprechende Strafe im Falle meiner Anzeige bei Gericht vermeiden wollen, mir die Brillantnadel zurückzugeben, die Sie mir an jenem Abend geſtohlen haben!

n Mary ſchrie vor Entſetzen laut auf und eine förm liche Scene folgte. Sie mußte bekennen eine Unwahrheit geſagt zu haben mit dem Vorgeben, ſie ſeie an dem frag lichen Theaterabend in meiner Familie geweſen, und Mr. Morris ſchien nach dieſem geneigt, alles Andere von ihr zu glauben. Der fremde Herr beharrte auf ſeiner An ſchuldigung, und wiederholte zugleich leidenſchaftlich ſeine Verſicherung, daß er nur ſein Eigenthum zurückverlange, und erzwang es am Ende, daß Mary's Koffer und ihre Kleider ꝛc. durchſucht werden ſollten. Dieß geſchah, und zu des Mädchens namenloſer Beſtürzung wurde die frag liche Buſennadel in einer ſchwarzſeidenen Reticule aufge funden. Alles Läugnen und Betheuern half die arme Mary Nichts. Mr. Saville erkannte die Broche für die ſeinige, und erbot ſich abermals, ſich mit deren Zurücker ſtattung zu begnügen; allein Mr. Morris, ein ſehr recht ſchaffener, ſtrenger und gerechter Mann, wollte davon Nichts wiſſen und entfernte ſich, um einen Polizeibeamten zu holen. Ehe er aber noch denſelben mitbrachte, war Mary auf den Rath ihrer Couſine und der Mrs. Morris aus dem Hauſe geflohen und in ihrer Zerknirſchung und Rathloſigkeit zu mir geeilt, um mir ihr Geſchick zu er zählen; mit welchem Erfolge, das wiſſen die Leſer bereits aus dem Vorſtehenden.

Es iſt ein böſer Handel, äußerte ich gegen meine Frau, ſobald ſich Mary etwa um neun Uhr zu Bette begeben hatte;wie Du, ſo hege auch ich nicht den mindeſten Zweifel an des Mädchens Unſchuld; allein wie man dieſe durch genügende Beweiſe herſtellen ſolle, das iſt eine andere Frage. Ich muß ſie übermorgen in

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der That nach Bow Street(zum Verhör vor dem Polizei⸗ gericht) bringen! 5 N

Du lieber Himmel, wie entſetzlich! rief meine Frau.Läßt ſich denn gar Nichts zur Rettung des armen Kindes thun? Wie hoch ſchätzt denn der Kläger dieſe Brillantnadel?

Er behauptet, ſein Oheim habe ſie mit einhundert undzwanzig Guineen bezahlt, verſetzte ich.Allein das hat lediglich Nichts zu ſagen, denn wäre dieſe Broche auch nur 120 Heller werth, ſo wäre doch jeder Vermitte⸗ lungsverſuch ganz vergeblich, wie Du wohl weißſt!

Dieß meinte ich auch nicht! Kannſt Du mir die Nadel nicht zeigen? Du weißſt, ich verſtehe mich ziem lich auf Schätzung von Juwelen!

O ja, Du darfſt ſie wohl ſehen, ſagte ich, nahm die Buſennadel aus dem Pulte, worin ich ſie verſchloſſen hatte, und legte ſie ihr vor. Es war ein großer Smaragd, umgeben von großen Brillanten.

Meine Frau drehte und wendete das Juwel nach allen Seiten, hielt es in jede mögliche Beleuchtung, und ſagte endlich:Ich glaube ſteif und feſt, daß weder der Sma ragd noch die Brillanten ächt ſind; überhaupt zweifle ich, ob die ganze Nadel nur eine Guinee an innerem Werthe hat?

Glaubſt Du das wirklich? rief ich und ſprang von froher Ueberraſchung vom Stuhle auf, denn die Worte meiner Frau gaben einem unbeſtimmten Argwohn, der mir ſchon zuvor durch den Sinn gezogen war, plötz lich Gehalt und Beſtätigung.Alsdann iſt dieſer Saville ein offenkundiger Lugner und vielleicht ein Spießgeſelle von..... Komm, gib mir meinen Hut; ich muß über dieſen Punkt unverweilt in's Klare kommen!

Ich eilte in einen Juwelierladen, deſſen Beſitzer ich kannte, und fand, daß die Vermuthung meiner Frau zu traf. Außer der wirklich ſchönen Arbeit war die Buſen nadel ganz werthlos. Vermuthungen, Verdachts gründe, Hoffnungen und Befürchtungen jagten einander in meinem Gehirn, und um meine Gedanken zu ſammeln und einiger maßen zu ordnen, flüchtete ich mich aus dem betaubenden Lärm der Straßen in Dolly's Speiſehaus, und überlegte mir bei einem Glaſe Negus meinen künftigen Operations plan.

(Schiuß folgt.)

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

U νι Y

Edictalla dung.

2835! Die als Söhne und Erben des vor⸗ maligen Regierungs⸗Präſidenten, nachher Mini⸗ ſters, Ferdinand Schenk zu Schweinsberg, und ſeiner Gattin, Chriſtiane, geb. Freuſch von Buttlar, aufgetretenen ö Moritz Kraft Magnus, Obergerichts⸗ rath, a. D., Ernſt Ludwig Franz Gontram, Carl Friedrich Franz Rudolph, Forſt⸗ meiſter in Schmalkalden, und N Wilhelm Ludwig Carl Walther, Gehei⸗ merath, a. D., zu Schweinsberg,

haben Kaufvertragsurkunde vorlegen laſſen, wo nach ſie das in der Gemarkung des hieſigen Bezirksortes Wohnbach gelegene, in dem Grund⸗ buch, ohne nähere Bezeichnung, auf den Namen von Schenk, Freiherr zu Schweinsberg, wohn⸗ haft zu Schweins berg, cataſtrirte, ſonſt unter dem Namender Bellersheimer Hof vorkom⸗ mende Gut, an die Gemeinde Wohnbach um den Preis von Dreißigtauſend Gulden verkauft und iſt von beiden Seiten um Beſtätigung nach geſucht worden.

Indem nun der Eigenthumsnachweis noch zur Zeit unvollſtändig iſt, auch möglicher Weiſe un⸗ bekannte ſonſtige Verhältniſſe, die implorirte Con firmation verhindern könnten, iſt Edictalladung decretirt worden und wird in deſſen Folge ver öffentlicht, daß, wer den Vollzug des erwähnten Verkaufs und deſſen Beſtätigung zu beanſtanden, aus irgend einem Grund beabſichtige, ſogewiß binnen drei Monaten ſolches dahier erklären und begründen müſſe, als ſonſten keine Rückſicht darauf genommen, vielmehr, nach Ablauf der Friſt, die Beſtätigung ohne Weiteres werde er⸗ theilt werden.

Hungen den 21. September 1853.

Gr. Heſſ. Landgericht Hofmann.

Verpachtung.

(1682) Freitag den 4. November, Vormit⸗ tags 9 Uhr, werden auf hiefigem Rathhauſe von den den Georg Groß'ſchen Erben zuſtehen den Güterſtücken, und zwar 25 Morgen 36 ¼ Ruthen, in Friedberger, Fauerbacher und Ock ſtädter Gemarkung gelegen, öffentlich verpachtet. Die Verzeichniſſe darüber haben die hie ſigen Schützen und können auch bei Kaufmann Groß eingeſehen werden.

Friedberg den 27. Oktober 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter

Bee nder.

Aufforderung.

1700 Forderungen aller Art an den ver⸗

lebten Konrad Röß von Ilbenſtadt find ſpäte⸗

ſtens bis

Dienſtag den 22. November d. J.,

Vormittags,

bei unterzeichnetem Gerichte anzumelden, widri⸗

genfalls ſie bei Vertheilung des Nachlaſſes des

Konrad Röß unberückſichtigt bleiben.

Friedberg den 12. Oktober 1853.

Großberzogl. Landgericht

Hofmann. Verpachtung.

(1701) Freitag den 4. November, Nachmit⸗

tags um 4 Uhr, wird an Ort und Stelle das

dem vereinigten Armenfond dahier gehörende

zunächſt dem Viadukt liegende Gebäude, in

ſechs Abtheilungen, an die Meiſtbietenden auf

zwei Jahre verpachtet.

Friedberg den 31. Oktober 1853.

Der Großberzogl. Bürgermeiſter Bender.

Arbeits Verſteigerung. (1702) Freitag den 4. November, Nachmit⸗ tags um 2 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die Anfertigung eines tannenen Schranks für das ſtädtiſche Pfand⸗ und Leihhaus und zwar