Ausgabe 
2.11.1853
 
Einzelbild herunterladen

Retten Sie mich! um's Himmels willen retten Sie mich!, rief die arme Mary ſchluchzend, als ſie meinen Arm noch feſter umſpannte und mit flehentlicher Bitte und wildem Schmerze in's Geſicht blickte.

Faſſen Sie ſich, gab ich ihr leiſe zur Antwort; Sie ſollen mit mir nach Hauſe gehen. Beruhigen Sie ſich, Miß Kingsford, fuhr ich mit lauter Stimme fort, ich bin überzeugt, Sie haben ebenſowenig eine Brillant⸗ nadel geſtohlen als ich ſelbſt!/

Dank, tauſend Dank! Gott lohne es Ihnen! ſtam⸗ melte ſie in den Zwiſchenräumen ihres convulſiviſchen Schluchzens. g a g

Ich bin feſt überzeugt, wandte ich mich an die beiden Polizeibeamten,daß dieſer Angelegenheit irgend ein bedauerliches Mißverſtändniß zu Grunde liegt. Allein auf jeden Fall leiſte ich für Mary Kingsford Bürgſchaft, wenigſtens für heute Nacht! 1

Bürgſchaft! Aber dieß iſt ja nicht in der Ordnung? wandten ſie ein. i f

Allerdings; allein wenn Sie dem Oberinſpektor ſagen, Mary Kingsford ſei in meinem Gewahrſam, und ich ſtehe dafür ein, daß ſie morgen zum Verhöre erſcheine, ſo wird er ſich damit begnügen!

Die Männer zauderten, allein ich war im Haupt quartier allzugut angeſchrieben, als daß ſie mir eine weitere Einwendung zu machen gewagt hätten, und da man mich eben benachrichtigte, daß das beſtellte Cab an⸗ gekommen ſei, ſo führte ich Mary Kingsford ſo raſch wie möglich aus dem Zimmer, weil ich befürchtete, die kaum erlangte Beſinnung werde ſie wieder verlaſſen. Die friſche Luft belebte ſie wieder einigermaßen; ich hub ſie in den Miethwagen und ſetzte mich neben ſie; ſie ſchien in ban⸗ gem Zweifel zu lauſchen, ob ſie mit mir gehen dürfe oder nicht, und erſt als der Wagen über das Pflaſter rellte, ſchwand ihre Furcht. Im Uebermaaß ihrer Dankbarkeit warf ſie ſich mir an den Hals und brach in einen Strom von Thränen aus, bis wir meine Wohnung erreicht hatten. Hier vernahm ich nun, daß ſie ſchon um zehn Abends hier geweſen und mich geſucht, dabei erfahren habe, daß ich mit den Meinigen zu Aſtley's gegangen ſei, und dann ſich mit der ausdruͤcklichen Abſicht entfernt habe, mich dort aufzuſuchen. g

Mary ſchlief noch, oder war wenigſtens noch nicht aufgeſtanden, als ich am andern Morgen meine Wohnung verließ, um dem Grund der gegen ſie vorgebrachten ſchweren Anklage nachzuforſchen. Ich ſprach zuerſt den Oberinſpektor, der mein Vorbringen aufmerkſam anhörte, dann Alles billigte, was ich verfügt hatte, und endlich den ganzen Fall meiner Beſorgung überließ. Ich begab mich ſodann zu Mr. Morris, hörte ihn, ſeine Frau und Sophia Clarke über den Vorfall, und beſuchte dann auch den Kläger, einen Mr. Saville, einen jungen Herrn von vornehmen Manieren, der in Eſſex Street, Strand, wohnte. Einige Notizen, welche ich geſammelt, veranlaßten mich, andere Polizeibeamte aufzuſuchen, die zufälligerweiſe in dieſe Angelegenheit verwickelt waren. Bis dieß Alles ge ſchehen und Veranſtaltung getroffen war, daß man Mr. Auguſtus Saville's Thun und Treiben genau beobachtete, war der Abend eingebrochen, und ich begab mich nach Hauſe, ſowohl um etwas auszuruhen, als auch um Mary Kingsford's Ausſage über dieſe ſeltſame Begebenheit zu hören.

Das Ergebniß meiner Nachforſchungen und Fragen läßt ſich in Nachſtehendes zuſammenfaſſen. Etwa zehn Tage vorher ſagte Sophia Clarke ihrer Baſe, ſie habe Billets in das Coventgardentheater, und große Luſt, hin zugehen, da ſie am Abende nicht den Dienſt im Laden

344 e

habe; dabei machte ſie Mary den Vorſchlag, ſie ſolle ſie begleiten. Mary wollte nicht, und zweifelte ſehr, ob Mr. und Mrs. Morris, die ſehr fromme und ſtrenge Metho diſten waren, die Erlaubniß hierzu ertheilen würden, weil ſie den Beſuch des Theaters beſonders für jüngere Leute als ſehr verderblich betrachteten. Gleichwohl fragte Sophia an, ſagte Mary die erbetene Erlaubniß ſeie gern gewährt worden, und beide machten ſich in fröhlichſter Laune auf den Weg in's Theater, zumal Mary, die in ihrem ganzen Leben noch keine dramatiſche Vorſtellung ge ſehen hatte. Im Theater trafen ſie mit Hartley und Simpſon zuſammen, was Mary ſehr unangenehm war, beſonders als ſie ſah, daß ihr Bäschen die beiden Herren erwartet, und von ihnen in der That auch die Eintritts karten erhalten hatte. Nach der Vorſtellung gingen alle Vier mit einander aus dem Theater, als plötzlich ein Auflauf entſtand, ein wirres Drängen und Stoßen und wildes Geſchrei und ein heftiges Hin- und Herwogen der Menge. Der Auflauf ward aber alsbald gedämpft, und Mary und ihre Baſe hatten eben die Hausthüre erreicht, als zwei Polizeibeamte die Herren Hartley und Simpſon packten, verhafteten und abführen wollten. Ein Handge meng entſpann ſich; da aber noch andere Polizeibeamte zur Hand waren, ſo wurden die beiden Männer über wältigt und abgeführt. Die beiden Couſinen waren darob nicht wenig erſchrocken, nahmen einen Miethwagen und waren heilfroh, als ſie wieder wohlbehalten daheim waren. Nun kam aber erſt an den Tag, daß Sophia gegen Mr. und Mrs. Morris vorgegeben hatte, ſie wollten den Abend in meinem Hauſe zubringen, und daß die würdigen Leute nicht im Entfernteſten ahnten, daß die beiden Laden⸗ mädchen im Theater geweſen waren. So ſehr Mary durch dieſe Täuſchung auch gekränkt wurde, ſo war ſie doch allzu gutmüthig, um die Lüge ihrer Couſine der Brodherrſchaft zu verrathen, um ſo mehr, als ſie wohl wußte, daß die Entdeckung von Sophia's Unwahrheit aller Wahrſcheinlichkeit nach ihre unverweilte Dienſtentlaſſung zur Folge haben würde. Hartley und Simpſon traten ſchon am Nachmittag darauf wieder in den Laden, und fluſterten Sophia zu, ihre Verhaftung ſei durch ein Miß⸗ verſtändniß veranlaßt worden, für welches die genügendſte Entſchuldigung und Abbitte geleiſtet und angenommen worden ſei. Von da an ging Alles wieder ſeinen ge wohnten Gang, nur bemerkte Mary, daß Hartley in ſeinem Benehmen gegen ſie immer unverſchämter und zu dringlicher wurde. Auch ſeine Sprache war immer un⸗ verſtändlicher, und einmal hatte er ſie gar rundheraus ge fragt: ob er nicht halbpart an dem haben ſolle, was ſie neulich gefunden habe? Als ihm Mary darauf erwiderte: ſie verſtehe ihn nicht, ward ſein Blick ganz wild und rief: Oho, Ihr wollt mir etwas weiß machen, aber das ſoll Euch nicht gelingen, liebes Kind! Verſucht es nicht, mich hinter's Licht führen zu wollen, das rath' ich Euch! Er wurde dabei ſo heftig, daß Mr. Morris von dem Lärm herbeigelockt wurde und den Burſchen ohne Weiteres aus dem Laden warf. Seither hatte ſie ihn und ſeinen Ge fährten nicht mehr geſehen.

Am geſtrigen Abend war ein wohlgekleideter Herr, welchen ſie niemals zuvor geſehen zu haben ſich erinnerte, in den Laden getreten, hatte einen Stuhl genommen und ſich eine Torte geben laſſen. Sie bemerkte nach einer Weile, daß er ſie feſt und forſchend beobachtete, und am Ende trat er ganz nahe an ſie heran und ſagte:Waren Sie nicht am Dienſtag vor acht Tagen im Coventgarden theater?-

Mary war, wie ſie mir erzaͤhlte, gleichſam vom Donner gerührt, denn Herr Morris und ſeine Frau waren

Verſicherung/ 0 ind erzwang es Kleider. durch zu des Mädchen liche Buſennadel funden. Alles Mary Nichts. einige, und erb ſattung zu begr ſhaffener, tren Nichts wiſſen ur u holen. Ehe Mary auf den aus dem Hauſe Nathloſigkeit zu hlen; mi bereits aus den Es iſt e grau, ſobald f Bette begeben den mindeſten vie man dieſe das iſt eine ar

Bekanntma

*

Edie (1555) Die a maligen Regierun ders, Ferdinand ener Gattin, Julllar, aufgetret

Moritz Kr rath, a Ernſt Ludr Carl Frier meiſter Wilbelm 2 metath, ben Kaufbertrag nach ſie das in Bepirksortes Wot buch, ohne naher von Schenk, Fte haft zu Schwei dem Namend. mende Gut, 0 den Preis von und iſt von beit Mfucht worden,