huͤbſcher Winterhut einen vortheilhaften Rahmen um ihr friſches Geſichtchen bildete, welches ſich beſonders durch die Intelligenz und Lebhaftigkeit ſeines Ausdrucks bemerk⸗ lich machte. Ihre Züge waren fein, wenn auch nicht regelmäßig, und ihr ſchöner friſcher Teint, der in lebhaftem Contraſt zu den dunkelbraunen Haaren und dunklen ver⸗— ſtändigen Augen ſtund, erhöhte noch bedeutend den ange nehmen Eindruck, den das liebliche Mädchen ſchon beim erſten Anblick machte. In dieſem Augenblick trug ſie üb⸗ rigens ihr Köpfchen etwas ſtolzer und in ihrem Benehmen lag doch zugleich eine Art Befangenheit und Schüchtern⸗ heit, die ihr ſonſt fremd ſchienen. Der Grund davon war der: Fräulein Dalling war ſehr ungern nach Schönfeld herübergekommen, um die Weihnachten mitzufeiern. Sie war mit der Gutsbeſitzerin nicht perſönlich bekannt und das Gericht nannte dieſe eine ſehr würdige Dame, was Fany Dalling ſich ſo auslegte, als ob Frau v. Schön⸗ feld ſehr ſtolz ſeie. Da ſie nun gerade in Folge ihrer äußeren Lebensumſtände und ihres Glückswechſels ungewöhn— lich empfindlich geworden war, fürchtete ſie von der Wirthin ihrer Herrſchaft entweder die ſtolze Vernachläſſigung oder die noch kränkendere Herablaſſung zu erfahren, durch welche niedrigdenkende Seelen Anderen ihre untergeordnetere Stellung bemerklich machen wollen. Aus dieſem Grunde trug ſie ihr Köpfchen ſo hoch, und legte jene erzwungene Zurückhaltung an den Tag, welchem ihrem ſonſt ſo offenen Weſen ſo fremd war. All ihr Stolz und ihre Schüch— ternheit ſchmolzen aber augenblicklich vor der ſanften An⸗ rede und wahren Herzensfreundlichkeit der Frau v. Schön— feld. Würdevoll war dieſe allerdings, allein dieſe Würde ward gemildert durch den Ausdruck des innigſten Wohl— wollens und der gewinnendſten Sanftmuth in Ton und Benehmen. Und als ſie die Hand ihres kleinen fremden
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Gaſts ergriff, und ſie freundlich anredete:„Sie ſind die einzige Fremde hier, Fräulein Dalling; aber mir zu Liebe müſſen Sie ſich bemühen, ſich hier bei uns heimiſch zu fühlen,“— da gewann Fanny die würdige Schloßherrin plötzlich ſo lieb, als hätte ſie ſich einer mütterlichen Freun— din genähert, und dieſer erſte günſtige Eindruck ſtieg bei längerer Bekanntſchaft immer mehr. Auch war dieſe Zu— neigung erklärlich und nicht unnatürlich, denn es lag Etwas in Frau v. Schönfeld's Ausſehen und Gebahren, welches im Verein mit ihrer Stellung in der Geſellſchaft die Phan— taſie eines ſo jungen, warmfühlenden und romantiſchen Mädchens wie Fanny Dalling anregen und rühren mußte. Sogar ihr früheres Vorurtheil, mit der einem ſo edel— müthigen Weſen natürlichen Reaktion, mochte vielleicht noch ihre nachherige Bewunderung erhöhen.— Nicht ſo leicht zu erklären war die Theilnahme, welche Frau v. Schönfeld vom erſten Anblick an unwillkürlich für die ſchöne Erzieherin fühlte. Viele ebenſo hübſche und ver— ſtändige Mädchen wie Fräulein Dalling waren ihr früher ſchon zu Geſicht gekommen, ohne ihr jedoch auch nur einen Funken von der Zärtlichkeit eingeflößt zu haben, welche ſie für dieſe unbekannte Fremde fühlte. Sie konnte es ſelbſt nicht begreifen. liebe für Jemanden; ſondern wie dem auch ſein mochte, es mußte irgend ein namenloſes Etwas an dem Mädchen ſein, welches eine der tiefſten Saiten ihres Weſens an— regte und ihr Herz mit einer Art mütterlicher Zärtlichkeit für das landfremde Weſen erfüllte. Ihr war, als ſollte ſie ihrem Edmund zugeſtehen, ſie werde ſeiner Wahl keine Hinderniſſe in den Weg legen, wenn all das Günſtige, was ſie von Fanny vernommen, wahr und wenn ſein
Herz ernſtlich für ſie eingenommen ſei.
(Fortſetzung folgt.)
Sie hegte keine launenhafte Vor
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
d ν e ινν
Garten ⸗Verſteigerung.
(372) Dienſtag den 26. April d. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, wird das nachbeſchriebene Grundſtück des Karl Schleuning, nämlich: Gemarkung Burg Friedberg: Pag. 735 Nr. 9 177,2 Klftr.— 91 Ruth. die 2. Gewann im Ried, theilt mit Matthäus Schneider, in hieſigem Rathhauſe öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Friedberg den 10. März 1853. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bie nder.
Ber e ns.
(398) Die auf Mittwoch den 16. d. M., Nachmittags 3 Uhr, anberaumt geweſene Ver— ſteigerung der in Gonzenheim gelegenen Erb— leihmühle des H. J. F. Minoprio von Frank— furt a. M., findet erſt Mittwoch den 20. April 5 185 Nachmittags 3 Uhr, in der Mühle ſelbſt att. Homburg den 10. März 1853. Landgräflich Heſſiſches Juſtizamt Dr. O a u p t. Holzverſteigerung. (465) Freitag den 1. April d. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, werden in dem Gräflich Solms⸗ Rödelheim'ſchen Beinhardswalde verſteigert: 9 Stecken Eichen-Scheitholz, 39 1„ Prügelholz, Stockholz, Reisholz,
54„ 1 95 0 5
20 Stämme Eichen⸗Bau⸗ und Werkholz, von 7 bis 19“ Durchmeſſer und 10 bis 38“ Länge.
Forſthaus Beinhards am 23. März 1853.
Der Gräfl. Revierförſter Hartmann.
Edita ll gd a g
(487) Oberfeldwebel Kahl zu Büdingen hat gebeten, daß ihm das Grundſtück 163/12 95 Ru⸗ then Garten beim Fauerbacher Thore, in hieſiger Gemarkung, das noch auf Schullehrer Rumpfs Wittwe Namen im Flurbuche eingetragen iſt, im Mutationsverzeichniſſe zugeſchrieben werden möge, indem er dieſes Grundſtück beſcheinigter— maßen von Wittwe Rumpf erkauft und ſchon ſeit 1832 im Beſitze habe. In Gemäßheit des Art. 14 des Geſetzes vom 21. Februar v. J. ergeht hiermit, da die Erben der Wittwe Rumpf und ihr Aufenthalt theilweiſe unbekannt ſind, öffentliche Aufforderung, etwaige Einſprüche gegen jenen Antrag binnen ſechzig Tagen von heute an hier vorzubringen, gegenfalls ihm will— fahrt werden wird. Friedberg den 21. März 1853. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann.
Garten ⸗ Verpachtung.
(488) Mittwoch den 6. April l. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe auf freiwilligen Antrag des Gr. Kreisdieners Karl Rauber zu Grünberg deſſen in der Lang- gaſſe dahier gelegener Garten in zwei Abthei⸗ lungen und im Ganzen, je nachdem Liebhaber ſich einfinden, auf drei Jahre öffentlich meiſt⸗ bietend verpachtet. Friedberg den 30. März 1853. In Auftrag: Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender.
Hofraithe⸗Verſteigerung. (489) Montag den 11. April d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe auf freiwilligen Antrag die zum Nachlaſſe der verſtorbenen Suſanne Vogt dahier gehörende Hofraithe:
Gemarkung Stadt Friedberg: Pag. 17 Nr. 98 Wohnhaus, Stall und Schop⸗
pen an Gottlieb Kettinger, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 30. März 1853. In Auftrag: Der Großherzogl. Bürgermeiſter Be der
Garten-Verſteigerung.
1490) Mittwoch den 6. April d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, wird auf freiwilligen Antrag ein der Konrad Heß Wittwe dahier zuſtehendes Grundftück: Gemarkung Burg Friedberg: Pag. 756 Nr. 9 58% Ruthen Acker im Ried an Chriſtian Frohberg, in hieſigem Rathhauſe öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 30. März 1853. In Auftrag: Der Großherzo gl. Bürgermeiſter Be n der.
Acker ⸗ Verpachtung. (491) Montag den 11. April d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe ein der Stadt Friedberg zuſtehendes Grundſtück Pag. 375 Nr. 1 circa 135 Klafter= 70 Ruthen
im Großwartfeld an Konrad Heß zu Ockſtadt, auf 6 Jahre öffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 30. März 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Bender.
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1 in Morſtädte (497) Jol lich unter de gemacht wer werden.
J. Mültpoch


