Ausgabe 
1.6.1853
 
Einzelbild herunterladen

1e

eine laute Froͤhlichkeit einſtimmen, die ihm wohl fremd ſein mochte, ihn aber am Ende doch unwillkürlich mit fortriß. Einer trank da dem Andern zu, Einer machte dem Andern Muth und wenn ſie der Erzählungen aus Afrika zurückgekehrter Soldaten gedachten, ſo entbrannte ihre Begierde und ihr Ehrgeiz, Frankreichs Ehre gegen die düſtern wilden Beduinen, mit dem Bajonette dem Ha tagan gegenuber, zu wahren und zu behaupten. Es lockte ſie und ſchmeichelte ihnen, dereinſt auch ſo, wie jene ſo genannten Afrikaner angeſtaunt zu werden und im ſchönen Frankreich von dem Leben und den Abenteuern in den afrikaniſchen Ebenen, oder den Schluchten des Atlas zu erzählen, von Beduinen- und Tigerjagden. Auch hatte der alte François ihnen ſchon ſo viel Herrliches und Ver lockendes vom Kriegsleben erzählt, von Beiwacht, Streif zügen, Gefechten und Lagern, daß eine geheime Sehnſucht dennoch ſich bei ihnen feſtgeſetzt, daß Viele jetzt den An laß, dieß ſelber zu erleben, nicht anders als mit Freude begrüßen konnten und ſchon von Heldenthaten träumten, von erbeuteten fremdartigen Waffen, und gefangenen braunen Kabylen. An den Jubilirenden aber ſchritt der alte Francois ſtumm vorbei nach ſeinem Felde, er ſagte kein Wort, doch in ſeinem Herzen dachte er, das ſei doch vergebens, ſie richteten nichts aus, Futter gäben die Burſche für die arabiſchen Klingen und die Spitäler, weiter nichts, es ſei halt nicht die alte Garde und der Kaiſer liege todt auf St. Helena.

Abends ſaßen die vom Looſe Getroffenen vor der Schenke unter der Laube, die Anderen um ſie herum; auch Burſche aus benachbarten Dörfern hatten ſich zum Be ſuche hier eingefunden und es wurde gezecht und geſungen. Die, welche gewonnen, wurden angehalten, Denen, die verſpielt, Wein zu bezahlen, und man trank auf fröhliches Scheiden, auf Glück bei der Armee, auf künftige Siege und ein heiteres Wiederſehen. Unter denen, die das Loos getroffen, fand ſich ein junger ſchlanker Burſche, ſchwarz äugig und dunkelhaarig, mit einem ganz leichten Schatten

um Lippen und Kinn. Bei der Lebhaftigkeit, die ſonſt ſein Erbtheil zu ſein ſchien, war er jetzt eher etwas ſtill und in ſich gekehrt zu nennen, obwohl keineswegs nieder geſchlagen. Seine nachdenkliche Gemüthsſtimmung mußte auch ſeinen Kameraden auffallen, ſie neckten ihn darob, doch auch in den Neckereien zeigte ſich noch die Achtung und Anhänglichkeit, deren er ſich bei ihnen zu erfreuen pflegte, der die Seele aller ihrer jugendlichen Unterneh mungen war, der treue Genoſſe und bereitwillige Helfer in all ihren Angelegenheiten vom Knabenalter an bis in die Jünglingsjahre hinauf.

Emil, redete ihn jetzt Einer an,ſprich, wo fehlt's Dir? Gewiß rechneſt Du nach, wie lange noch es dauern möge, bis Du Dir die Offiziersepauletten wirſt verdient haben und dann das Ehrenkreuz, nachher den Generals rang und endlich die Würde eines Maréchal de France; vergiß dann nur Deine guten Freunde nicht, und werde nicht hochmüthig, hörſt Du!

Nein, ſagte ein Anderer der jungen Leute,er ſtudirt, wie man zwei Beduinen mit Einem Schlage die Köpfe abhauen könne?

Ein Dritter meinte, das ſei es Alles nicht, er gräme ſich, weil er keine ſchöneren Bänder auf ſeinem Hute trage, denn er ſei eitel; man ſehe halt wohl, daß er keinen Schatz habe, das ſeien dann die Folgen davon!

Alle lachten, Emil mit; von den Bändern, meinte er, wenn's ihm drauf ankäme, er wolle noch die ſchönſten von Allen aufweiſen können. Ueber ſeinen Schatz aber ſchwieg er, denn er wußte nicht, war's Ernſt oder Scherz, hatte er doch hierin ſtets die größte Heimlichkeit gehalten. Emil benutzte einen Augenblick der allgemeinen Aufregung, als einige neue Conſcribirte anlangten und ſtahl ſich heim lich aus der Geſellſchaft fort.

(Fortſetzung folgt.)

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

rr

geſehen werden.

Bekanntmachung. (785) Freitag den 3. k. M., Vormittags um

von heute an in oben erwähntem Büreau ein.

Friedberg den 24. Mai 1853. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter Edicetalla dung (815) Die Erben der Chriſtian Eich's Wittwe

Holzverſtei gerung. (816) Freitag den 3. Juni d. J. ſoll in dem Holzhäuſer Gemeindewald, Diſtrikt Spies und Bornberg, das nachverzeichnete Holz an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert werden:

4% Stecken Nadel-Prügelholz,

6

Birken⸗

10 Uhr, wird die Lieferung von:

a) 23 Stück Eiſenblech zur Unterlage der Kochtöpfe, b) 23 Stück Schmelztiegel von Eiſenblech mit hölzernem Griff, und c) 23 Stück Eiſen mit Haken zum Ein-und Ausheben der Kochgefäße in die beiden Caſernen dahier, in dem Büreau des Bataillonsverwaltungsraths auf dem Sou⸗ miſſionsweg an die Wenigſtnehmenden in Accord

dahier haben:

Gemarkung Stadt Friedberg: 2160/8 82 Rth.] Garten in der 17. Gewann 216/90 139 Rth.] am Wildkautengraben verkauft, können aber das Eigenthum urkundlich nicht nachweiſen. Anſprüche an dieſes Grund⸗ ſtück find deßhalb binnen ſechs Wochen dahier geltend zu machen, gegenfalls der Kaufbrief gerichtlich beſtätigt werden wird.

Friedberg den 12. Mai 1853.

1 % Nadel⸗ 461 Stück Eichen⸗ u. Birken⸗Reisholzwellen,

12887 Nadel⸗-⸗Reisholzwellen, 2555Weichholz⸗Wellen, 3726» Ginſter⸗Wellen,

157 Schichten Nadel-Nutzreißig zu Bohnen⸗ ſtangen. Die Verſteigerung beginnt Morgens um 9 Uhr im Bornberg. Holzhauſen den 26. Mai 1853.

gegeben.

Dieß den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Lieferungsbedingungen und

Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Dr. Irle.

Der Großherzogl. Bürgermeiſter Ried.

l eiden Muſter von heute an in oben gedachtem Bureau

enſtes, es können.

e erg an 25. din tern 20 Braunkohlen⸗ Verkauf. 10 den In Auftrag:

3 Ramſpeck, Oberquartiermeiſter.(817) Vom 1. Juni d. J. ab werden auf hiefigem Bergwerke neugeformte Braunkohlenklötze

von Reihen abgegeben. 8 10 5 i Wie bereits in der Bekanntmachung vom 31. März d. J. veröffentlicht, iſt der Preis

der Klötze zu 11 kr. à Centner, und der der Holzkohlen zu 14 kr. à Centner feſtgeſetzt.

Die Creditzeit dauert bis Ende September, und es müſſen die vom 1. April bis Tazarethe Kiefern⸗Scheitholz in dem Bureau des Batail⸗ Ende September auf Credit bezogenen Braunkohlen bis zum 31. Dezember d. J. bezahlt ſein. lonsverwaltungsraths dahier auf dem Soumiſ⸗ Bauernheimer Bergwerk den 28. Mai 1853. 3 1 % Jeden ſionsweg an den Wenigſtnehmenden in Accord Gräfl. Solms⸗R. Bergverwaltung 8 gegeben und die Lieferungsbedingungen können G. Storch

mite von Lieferung i

g von 5 Stecken Kiefern-Scheitholz. (797) Montag den 6. k. M., Vormittags um 10 Uhr, ſoll die Lieferung von 5 Stecken