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Betreffend: Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche.
Im Nachstehenden bringen wir die zur Zeit gültigen Vorschriften für den Transport von Rindvieh, Schafen, Ziegen und Schweinen zur öffentlichen Kenntniß:
J. Viehhändler, welche Rindvieh, Schafe, Ziegen oder Schweine aus einer Gemarkung in eine andere verbringen oder verbringen lassen, müssen mit Zeugnissen versehen sein, in welchen bescheinigt ist, daß die fragl. Thiere sich seit mindestens 7 Tagen in seuchenfreiem Zu⸗ stande an dem Ort der Untersuchung befunden haben.
Diese Zeugnisse(Gesundheitsscheine) können von den Großh. Bürgermeisterien ausgestellt werden, wenn nicht innerhalb des Orts ein zur Ausstellung der Scheine ermächtigter Thierarzt wohnt. Sonach müssen Händler, welche in einem Orte wohnen, in welchem ein zur Ausstellung von Gesundheitsscheinen ermächtigter Thierarzt seinen Sitz hat, für das von ihnen auszuführende Vieh mit von dem Thier⸗ arzt ausgestellten Scheinen versehen sein.
Die Gesundheitsscheine für Schafe und Schweine in Treibherden können nur von einem dazu ermächtigten Thierarzt ausgestellt werden.
Die Gesundheitsscheine müssen enthalten: Ort und Datum der Ausstellung, Namen des Besitzers der zu transportirenden Thiere, Bezeichnung jedes mitzuführenden Stückes Rindvieh nach Alter, Farbe und Abzeichen, die Zahl der mitzuführenden Schweine, Schafe und Ziegen. Die Scheine sind 5 Tage gültig und ist Prolongation der—
nicht erforderlich.
Bekanntmachung.
1) Großh. Kreisveterinärarzt Herr Dr. May in Friedberg, 2) Prakt. Thierarzt Herr Ur. Steinebach in Assenheim, 3 3„ Gebb in Klein⸗Karben,
5 8„ Dr. Müller in Vilbel,
5) Militär⸗Roßarzt„ or. Schneider in Butzbach.
II. Wenn Klauenvieh oder Schweine, die zum Schlachten be⸗ stimmt sind(sogen. Schlachtvieh), von Viehhändlern ohne wesent⸗ liche Verzögerung nach dem Ort der Schlachtung verbracht werden sollen, so genügt eine Bescheinigung der Großh. Bürgermeisterei darüber, daß der Ort und das Gehöft, aus dem die Thiere stammen, seuchenfrei sind(Transportscheine).
Diese Vorschrift findet keine Anwendung auf Eisenbahntrans⸗ porte von Schlachtvieh nach öffentlichen Schlachtviehhöfen oder nach den einer ständigen Beaufsichtigung durch einen beamteten Thierarzt unterstehenden Stallungen. In diesem Falle sind Transportscheine
nicht
rans⸗
III. Landwirthe und Metzger bedürfen, sofern si ebenfalls mit Viehhandel treiben, der Gesundheitsscheine bezw. portscheine nicht.
IV. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden nach
66 pos. 4 des Reichsviehseuchengesetzes vom 25. Juni 1880 bezw.
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selben zulässig. Der Führer der Thiere muß sich haben.
Von dem im Kreise Friedberg wohnenden Thierärzten sind zur
Ausstellung von Gesundheitsscheinen ermächtigt
200 S 328.
des Einführens
2 8 a 8 5 2 2398 58 die Scheine stets bei[S. 328 des r
Reichsstrafgesetzbuchs bestraft. Friedberg den 15. August 1891.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
e* 1** Wer die Absperrungs- oder Aufsichts-Maßregeln oder Einfuhrverbote, welche von der zuständigen Behörde zur Verhütung oder Verbreitens von Viehseuchen angeordnet worden sind, wissentlich verletzt, wird mit Gefängniß bis zu einem Jahre bestraft.
Ist in Folge dieser Verletzung Vieh von der Seuche ergriffen worden, so tritt Gefängnißstrafe von einem Monat bis zu zwei Jahren ein.
Deutsches Reich. Darmstadt. Ueber die Trauung der allerhöchsten Herrschaften in Coburg theilen wir noch mit: Nachdem die Civiltrauung, wie schon gemeldet, durch den Minister von Strenge vollzogen war, fand in der alterthüm— lichen, reich mit Blumen und Palmen dekorirten Schloßkirche die kirchliche Trauung durch den Generalsuperintendenten Müller unter Assistenz des coburgischen Hofpredigers Harsen und des hessischen Hofpredigers Bender statt. Bei dem Ringwechsel ertönte Kanonendonner. Der Hoch zeitszug war folgendermaßen zusammengesetzt: Unter Vortritt der Hofchargen kam Kaiser Wilhelm mit der Herzogin von Coburg, dann folgte die Kaiserin Friedrich zwischen dem Prinzen von Wales und dem Großfürsten— Thronfolger von Rußland, der Erbprinz von Coburg mit der Prinzessin Heinrich von Preußen, Prinz Heinrich mit der Großfürstin Sergius, der Herzog von Connaught mit der Prinzessin Ferdinand von Rumänien, Großfürst Wladimir mit der Prinzessin Ludwig von Battenberg, der Großfürst Sergius mit der Prinzessin Alix von Hessen, der Großfürst Paul mit der Prinzessin Alexandra von Hessen, der Prinz Ferdinand von Rumänien mit der Groß. fürstin Wladimir, der Erbprinz von Meiningen mit der Herzogin von Connaught, der Prinz Philipp von Coburg mit der Prinzessin Hein— rich von Battenberg, der Prinz Aribert von Anhalt mit der Prinzessin von Meiningen, der Prinz Heinrich von Battenberg mit der Prin zessin Aribert von Anhalt. Nach dem Haupt zug führte Herzog Alfred die Königin Viktoria, die sich beim Gehen auf einen Stock stützte, in die Kirche. Darauf führte Herzog Alfred die Braut, deren Schleppe von den Prinzessinnen Beatrix von Coburg und Feodora von Mei— ningen getragen wurde, vor den Altar. Bräutigam wurde durch Prinz Wilhelm vor den Altar geführt. De uniform, der Dragoner, die schwarzem Sammt, Kostüm von grauer Seide, folger Husarenuniform. marsch aus die Feier. Das
der
Der Der
r Kaiser trug hessische General
von Wales die der Garde Viktoria ein Kleid aus Kaiserin Friedrich ein der Großfürst Thron— Mit dem Hochzeits- Sommernachthtraum schloß lunge Paar umarmte
dem
und
küßte in tiefster Bewegung die Königin Vik— koria, den Kaiser, den Herzog und die Her zogin. Die Wittwe des Herzogs Ernst von
Sachsen-Coburg wohnte in tiefer Trauer in der Hofloge der Feier bei. Abends 8 Uhr
hatten die Neuvermählten übernachtet.
fand im Schlosse Familientafel statt. Um 9 Uhr erschienen der Kaiser, der Herzog und die anwesenden Fürstlichkeiten im Hoftheater, wo eine Fest-Vorstellung stattfand. Als der Kaiser in der Loge erschien, erhoben sich die Anwesenden und brachten ein dreimaliges Hoch aus, während die Musik„Heil dir im Sieger— kranz“ intonirte. Die angesagte Illumination wurde wegen des eingetretenen Regens auf morgen verschoben.— 20. April. Der Ein— zug in Darmstadt. Wenige Minuten vor 12 Uhr traf von Schloß Kranichstein her das Großherzogspaar ein. In dem idyllisch mitten im Walde, nordöstlich von Darmstadt gelegenen Jagdschloß, das, zur Feier ihres Eintreffens von Coburg über die Station Kranichstein, gestern Abend aufs reizendste geschmückt war,
Dann ging's heute Vormittag auf lenzenden Wald— wegen im mit 6 prächtigen Braunen bespann— tem Prunkgefährt der Residenz zu. Beim Via— dukt der Odenwaldbahn an der Frankfurter Straße stattete der Kriegerverband„Hassia“ durch seinen Präsidenten den Rapport ab; am Bahnhof, wo auch das Offizierkorps der hessi— schen Garnisonen Aufstellung genommen hatte, erfolgte der Rapport der Ehrenkompagnie des 115. Leib-Regiments. Dann bog der Zug in die Rheinstraße ein. Voran ritt eine Abthei— lung Postillone, dann eine Kavalkade von Bürgern in hellen Reithosen, Frack und Cylin— derhut, mit abwechselnd roth-weißen und grün— weißen Schärpen, die Namenszüge des Groß— herzogspaares auf die Schabracken gestickt. Es folgte eine Ehrenschwadron der hessischen Gardedragoner mit roth-weißen Lanzenfähnlein, zwei Hofchargen im Zweispänner, mehrere Spitzenreiter, endlich im Sechsspänner S. K. H. der Großherzog und J K. H. die Groß⸗ herzogin. Das Gefolge zu Wagen, eine Ehren— Schwadron der Leib⸗Dragoner und einige be— rittene Gendarmerie bildeten den Schluß. Im Spalier befanden sich die Feuerwehr, der Kriegerverein und der Liederkranz von Fried— berg. Am Rheinthor begrüßte Oberbürger⸗ meister Morneweg das Großherzogspaar im Namen der Residenz. Ein Hoch auf das Fürsten⸗ paar schloß die Ansprache. Der Großherzog dankte freundlich für den Ausdruck ergebener Gesinnungen, deren er sich versichert wisse. Er trug die Uniform seiner Gardeinfanterie mit dem breiten Ordensband und der Kette des Ludewigsordens und grüßte nach allen Seiten militärisch. junge Gemahlin, die sehr
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anmuthig in dem malvefarbenen Cape mit ge— fälteltem hellen Spitzenjabot und kleinem, mit knospenden Rosen besetzten Baretthut aussah, grüßte ungezwungen lächelnd. Den Wagen— fonds füllten Blumensträuße, in der Hand trug die Großherzogin einen Strauß von Nägelchen und Feldblumen. Unter dem Salut der Böller, zu dem ein Artillerie-Lieutenant vom First des Kunstvereinsgebäudes das Signal gab, setzte sich dann der Zug wieder in Bewegung. Die Glocken begannen ihr Geläut. Am Stadthaus überreichte eine Viktoria-⸗Schülerin der ersten Klasse eine Blüthenspende mit poetischer Wid— mung, am Luisenplatz brachte die Vertretung der akademischen Jugend ihren Gruß dar. Dann ging's in flottem Trabe die Steigung der Wilhelminenstraße hinan zum Neuen Palais. Als der Zug in die Stadt einfuhr, ertönte von allen Kirchen feierliches Geläute und eine auf dem Exerzierplatz aufgestellte Batterie gab den Ehrensalut ab. Der Jubel des nach Zehn— tausenden in den Straßen dichtgedrängt stehen— den Publikums spottete jeder Beschreibung. Alle Fenster bis in die Dachlucken hinauf waren Kopf an Kopf mit Zuschauern besetzt und des Wehens mit den Taschentüchern war kein Ende. Gar lieblich war es auch anzu⸗ sehen, wie die weibliche Schuljugend mit Taschen⸗ tücherschwenken unserer jungen Landesfürstin zujubelte. Vor der katholischen Kirche war die Kapelle des Garde-Dragoner-Regts. aufgestellt und präcis ½/1 Uhr fuhr unter den Klängen der Nationalhymne das Großherzogliche Paar in den Palaisgarten. Nach einiger Zeit zogen nochmals die sämmtlichen im Spalier gestande— nen Vereine, Corporationen und Schulen, nach⸗ dem sie sich zum Zug in Achterreihen formirt hatten, unter brausenden Hochrufen und in musterhafter Ordnung an dem Palais vorüber. Die Ehrenkompagnie des Leibgarde-Regiments hatte daselbst zuvor die Fahne abgeliefert. Das Wetter, das gestern noch zu den schwersten Bedenken Veranlassung gab, hielt sich während des ganzen Einzugs vortrefflich. Nicht genug anzuerkennen ist die wahrhaft musterhafte Ord⸗ nung, die bei der riesigen Menschenmenge herrschte. Die ersten Nachmittagsstunden des Einzugstages gehörten der Ruhe. Um 6 Uhr fuhr dann das großherzogliche Paar, auf der Fahrt wiederum von der Bevölkerung herzlich begrüßt, vom Neuen Palais ins Residenzschloß, wo Prunktafel stattfand, bei der programm⸗ mäßig keinerlei offizielle Tischreden gehalten wurden. Gleich nach 8 Uhr kehrte das Groß⸗
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