Ausgabe 
12.9.1889
 
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In eigener Sache.

In unserer Stadt cirkulirt ein Wahlaufruf für Herrn Damm, der an seiner Spitze die Bemerkung trägt:Die Exped. d. Oberh. wegen Raummangel verweigert. Diesesangeblich veranlaßt uns zu folgender Darlegung:

Um 9 Uhr Morgens ist Schluß der Annahme von Annoncen. Freitag früh 8 Uhr wurde bereits aus dem Setzersaal gemeldet, daß das bis dahin vorliegende Material die vier Seiten des Anzeigers vollstaͤndig fülle, zu einer Beilage aber weiteres Material fehle. Es liefen nun noch ständig Anzeigen ein, und wurden daraufhin zurückgestellt die Rubriken: Handel und Ver kehr, Verloosungen, Cours, sowie eine Parthie kleinere Mittheilungen, und schließlich die bereits auf dem Blei stehende Politik zur Hälfte zusammengestrichen und abgelegt und dafür Annoncen in der Reihenfolge des Einlaufens genommen. Um ½ 9 Uhr konnte ein weiterer Platz nicht mehr geschaffen werden und mußten von da an folgende Annoncen in folgender Ordnung zurück gewiesen werden: eine zweispaltige Anzeige der Lebensversicherungsbank in Stuttgart(Herr Landau), eine Submissionsanzeige für das Versorgungshaus(Herr Lüdtke), 2 mit der Post gekommene Anzeigen von auswärts, ein Wahlaufruf für Herrn Damm(ein Dienstmädchen), 3 kleinere Privatanzeigen, ein zweiter Wahlaufruf für Herrn Damm(Herr Kirchdiener Wagner) und 2 Annoncen der hiesigen Bürgermeisterei(Herr Röhmig). Gelesen haben wir keine der An⸗ zeigen, können also auch nicht sagen, ob der Eingangs erwähnte Wahlaufruf sich unter denselben befand. Da die Bemerkung auf dem Wahlaufruf geeignet ist, uns in der öffentlichen Meinung zu schaden und offenbar auch nur in dieser Absicht an die Spitze des Aufrufs gesetzt wurde, so glaubten wir, diese Darlegung der öffentlichen Meinung und uns selbst schuldig zu sein.

Die Exvpeditson des Oberhess. Anzeigers.

Mitbürger!

Dienstag den 17. d. Mts. soll ein weiterer Beigeordneter für unsere Stadt gewählt werden. Die Wichtigkeit dieser Stelle erfordert einen Mann gereifter Lebenserfahrung

und umfassender Kenntniß der Gemeindeverwaltung. Die Unterzeichneten erlauben sich, ihren Mitbürgern einen solchen Mann in der Person des

0 Herrn Georg Hieronimus vorzuschlagen.

Schon seit Jahren bekleidet unser Candidat im Gemeinderath die wichtigsten Stellungen zum Vortheil der Stadt; nicht beirrt durch Sonderinteressen, hat er stets die wärmste und uneigennützigste Hingabe für alle städtischen und öffentlichen Angelegenheiten bewiesen; deßhalb wird er auch ganz besonders geeignet sein, in besonnener und würdiger Weise die Stellung eines Beigeordneten einzunehmen.

Wir ersuchen deßhalb unsere Mitbürger am 17. September ihren Stimmzettel abzugeben fuͤr

Herrn Georg Hieronimus.

Albert Bechstein. Wilhelm Lang.

Heinrich Bechstein. Gottfried Mörschard.

C. Berg. J. Pfeffer.

Wilh. Bernbeck. Gustav Preußer.

Carl Bindernagel. Heinrich Rausch.

Hilmar Bindewald. H. Ph. Romeiser. Ferdinand Damm. R. Rosenschon.

Hofagent Engel. Gg. Schenck.

Wilhelm Fertsch. Seminarlehrer Schmidt. August Frank. Erust Schneider. Ludwig Groß. Carl Scriba.

Ernst Häberle. Rechtsanwalt Seyd. Fritz Haustein. Friedrich Theobald. Jacob Heck. Wilhelm Ulrich.

Georg Heimburg. Ludwig Weis.

Max Henkel. J. Wilhelm. Rechtsanwalt Jockel. Rechtsanwalt Windecker. Heinrich Jordan. Ernst Windecker.

W. Kunze. 3350

Mitbürger!

Bei den diesmaligen Gemeindewahlen gilt es vor Allem Männer zu wählen, die dem neu aufgetauchten und theilweise sogar schon eingeführten Octroi-System entgegen zu treten bereit sind.

Wir halten die Einführung von Octroi für unsere hiesigen Verhältnisse für total falsch und für alle betroffenen Geschäfte schädlich. Wer dies erkennt, der kann und darf nicht für Solche stimmen, die für Octroi sind, und muß alle anderen Rücksichten fallen lassen.

Wir rufen deßhalb Jedem, dem es um eine gerechte, nach Maßgabe des Ver⸗ mögens stattfindende Steuervertheilung zu thun ist, zu:Laßt Euch durch keinerlei sonstige Interessen und Rücksichten, die mit der Gemeinde-Verwaltung durchaus gar nichts zu thun haben, abhalten, sondern wählt nur solche Männer, die dem Grundsatz huldigen:Gleiches Recht für Alle!. Als solche konnen wir aber Diejenigen nicht betrachten, die sich für Octroi entschieden haben, deßhalb fordern wir alle Wähler, denen es um das Wohl des Ganzen redlich zu thun ist, auf, ihre Stimmen für einen Beigeordneten auf Herrn

Carl Damm,

der auch außerdem für diesen Posten in jeder Hinsicht sehr geeignet ist, zu vereinigen. Laßt Euch auch nicht durch den Einwand der Jugend irre machen. Wer mit 32 Jahren seinen vollen Verstand nicht hat, bekommt ihn später auch nicht. In der Prazis lernen m Jeder.

ergebenst an

Anz. hat die Annahme folgender Annonce. angeblich 3358 F. Roßbach, Hofavotheker, und Fran.

Statt besonderer Mittheilung. Die glückliche Geburt eines gesunden Jungen zeige

3864 Einer für Viele.

Druck und Verlag von Carl Bindernagel.

(Hierzu eine Beilage.)

b

Laubach, 14. September 1889. Pb Statt besonderer Anzeige. 3800 und d li P 1 umlu Elise Peter, 4 7 en Jacob Kreiner, 915 Verlobte. widmet Ockstadt Schwalbach schaft o September 1889.: daedbe 2 2 2 2 F 7 de Bescheidenheit ist eine Zier, at Doch weiter kommt man ohne ihr! un Warum nicht lieber gleich Bürgermeister!? uch g Wir ziehen die Energie, die Ehrenhaftigkeit u. s.. d 0 des Herrn Carl Damm nicht in den geringsten Zweite! m 8 möchten aber doch fragen, was hat er denn bis seßzt sch dur das öffentliche Wohl gethan, daß er sich als Candi un N für einen so wichtigen Posten im Stadtvorstand aufstellen. derlasse läßt, der die ganze Thalkraft und ganze Erfahru' den eines gereiften Mannes erfordert und in Anspruch nimm. fun Möge er seine Tbatkraft noch einige Zeit ungeschwätz deten seinen beiden Geschäften widmen! lc 0 Einige Bürger, die sich am Sonntag Aber! aht 3374 über die Wahl unterhielten. lnb . nun 0 Musikverein 1 * Baume Paulus-Proben jeden Dienstag und Freitag Abend. bon be Nur regelmäßiger Besuch berechtigt zur Mitwirkung. Hölzer! 3372 Der Vorstand. zeugen, . den * sges Volksbildungs-Verein. 5 1 1 b Aus der Bibliothek, 150 die sowohl unterhaltende, wie belehrende Schristet eller umfasst, können Mittwochs z wischen 1 u. 2 U ganne im Lesezimmer von Jedermann Bücher unenge Erled geltlieh entliehen werden. Schw Ein Verzeichniss der Bücher befindet sich im Less ttiebs zimmer.. 5086 Hoͤhel 77 2 2 1 und Holländischen Tabak, 4 5 1 über per Pfund M. 1.20, in vorzüglicher Qualität empflehn lung 3364 5 IJ. A. Winder, Wi 3352 a 1 Zwetschenhonig, 100 4 tagfei Zuckerrübenkraut, 80 wußts Obstmarmelade 10 5 N billigst bei Fr. Wagner. 2 beute geb. 0 ihre f Ereigr Jubel st. 90 der ni der N. zu erf 7 wohn; neueste Fagons, vorzüglich passend, 0 angekommen. dun. l Reun G. Schulhof. Jak Johs. Feinstes kaltgeschlagenes, deutsches Schaf 7 dug. tohnd 10 0 3362 empfieblt Georg Groß. 0 0 hr. Strickwolle in allen Sorten und Farben zu billigsten Preisen. an 7 der 4 M. Volk. 0 deren oder ein Zimmer mit Kabinet in ru 00 aufmerksamer Bedienung, vorausfichtlich auf längere 9. nd zu miethen gesucht. Gefl. Offerten nimmt die Exr dem des Anz. entgegen. in 3359 0. Ein fehlerfreies Pferd ist zu verkaufen bei 8 3%0 Weckes heim. H. Reichold Wwe. jeu 2 5* 1 Vie Ein Zimmer(wöblirt) mit Cab imd ist zu vermiethen. Zu erfragen b. d. Exp. d. Aug. 3 1 Verantw. Red.: Carl Bindernagel. u