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enormen Theuerung gegenwärtig durch die Behörden festgesetzt werden. Hadschi Tamakovie, einer der gefährlichsten Unruhestifter, wurde festgenommen. Außer der bereits gemeldeten Beute an Waffen und Geschützen wurden in Folge der Entwaffnung aus Serajewo allein 6000 Gewehre bis jetzt aus geliefert. Von den bei der Einnahme der Stadt gefangenen Nizams, Redifs und Baschi⸗Bozuks wurden 55 Offiziere und 830 Soldaten nach Brod escortirt. Mehrere bei Stolac zersprengte Insurgenten- Banden wurden gefangengenommen. Am 24. d. ergaben sich den kaiserlichen Vorposten bei Mostar 4 Offiziere und 154 Redifs. Die 20. Truppen⸗Division wurde am 26. d. bei Doboj neuerdings durch Infanterie und Artillerie ange. griffen. Das Gefecht war bedeutungslos. Bei Streifungen von Banjaluka aus erfolgte am A. d. ein Zusammenstoß mit Insurgenten bei Kljue. Details sind noch nicht bekannt.
— 27. Aug. Während seither die Zahl der Insurgenten in Bosnien auf 16 bis 20 tausend angegeben wurden, meldet die„Presse“: Die Stärke der in Bosnien befindlichen Insurgenten beträgt 65,000 Mann, die reguläre Türkenmacht im Paschalik Novibazar 25000 Mann, der Zuzug aus Albanien 10,000 Mann. Der„Pester Lleyd“ meldet, es sei der Nachweis gebracht, daß Hafiz Pascha der Berather der Nationalregierung in Serajewo gewesen sei und bei Zepce commandirt, sowie die Bedrängniß Szaparp's verursacht habe.
— 27. August. Der böchst gefährliche Auf⸗ wiegler und Anführer türkischer Insurgenten, Hadschi Jankovic, ist von der Feld Gendarmerie ergriffen worden.
Pest. Eine sich geltend machende Renit enz der ungarischen Comitate gegen die ihnen aufge tragenen Vorspannleistungen für die Armee nimmt große Dimensionen an; außer dem Pester Comitat verweigerte auch das Somogyer und das Bascer Comitat die Durchführung. Die ungarische Re- gierung verfügte bereits eine Disciplinar- Unter- suchung und die Suspendirung der betreffenden Vice⸗Gespane.
Frankreich. Paris, 25. August. Die Gerüchte von einer Demission des Marschall- Prä⸗ sidenten und von Veränderungen im Ministerium sind, der„Agence Havas“ zufolge, unbegründet. die Polizei verhinderte gestern eine vorbereitende Versammlung für den socialistischen Arbeitercongreß. Die„Marseillaise“ veröffentlicht einen Protest da- gegen, worin erklärt wird, daß der Congreß trotz alledem stattfinden werde.
— 25. August. In Folge des von der Be⸗ hörde gegen den socialistischen Arbeiter Congreß erlassenen Verbotes schickten die Veranstalter des- selben sich gestern Abend an, in der salle Pétrelle eine Privat ⸗Versammlung abzuhalten, als gegen 8 Uhr ein Polizei⸗Commissär in Begleitung einer Anzahl Stadtsergeanten in dem Lokale erschien und dem Eigenthümer des Saales im Auftrag des Polizei-Präfecten verbot, die Versammlung bei sich abhalten zu lassen. Die Delegirten des Arbeiter ⸗Comites schrieben einen Protest nieder und verabredeten, den Congreß nöthigenfalls in der Wohnung Eines von ihnen abzuhalten.
Großbritannien. London. Die indische Regierung dürfte sich, falls der Emir von Afghanistan in seiner seindseligen Haltung verharren sollte, ver- anlaßt sehen, den Kyber⸗Paß zu schließen und eine Rectification der Nordwest⸗Grenze eintreten zu lassen.
Türkei. Constantinopel. Nach einem Telegramm des„Standard“ wären die Lahzen neuerdings gewillt, sich der Abtretung Batums an Rußland nicht zu widersetzen, wenn die Auto- nomie Batums gewahrt würde.
— 26. Aug. Wie Reuter's Bureau meldet, beziehen sich die der Pforte von der britischen Regierung empfohlenen Reformen für Asien: auf Einführung einer Gendarmerie, auf Steuern, Ge⸗ richte, sowie Errichtung eines Appellgerichts hofes. Die Pforte erklärte, sie besäße nicht die Mittel, um die geforderten Reformen durchzuführen, und
des Rhodope⸗Aufstandes gebildete Commission die Einsetzung einer permanenten internationalen Auf⸗ sichts⸗Commission und die Bildung einer Lokal- Polizei in Ost⸗Rumelien befürworte.
— Trotz der fortgesetzten Vorbereitungen zur Einschiffung der russischen Garde ist es posttiv, daß die Befestigungen Tschataldjas erst nach der Uebergabe Batums geräumt werden sollen. Hier auf würde das Hauptquartier des Generals Tot⸗ leben nicht nach Rodosto, sondern nach Varna verlegt werden.
— Die Pforte verheimlicht immer noch die Nachricht von der Besetzung Serajewo's durch die Oesterreicher und verbreitet die Version, Graf Zichy hätte auf Verwendung der Pforte, daß Serajewo von einem Bombardement verschont bleibe, angeblich erklärt, dies sei nur möglich, wenn die Stadt ohne Widerstand übergeben werde.
— Muktar Pascha soll demnächst in einer Mission nach Kreta abgehen. Die Vorbereitungen der Türkei zur Abwehr der griechischen Invasion in Epirus und Thessalien werden fortgesetzt.
Montenegro. Cettinje, 26. August. Nach der jüngsten für die Insurgenten verhäng⸗ niß vollen Affaire bei Stolae suchten zahlreiche türkische Flüchtlinge Zuflucht in Montenegro. Der Fürst von Montenegro verfügte deren Internirung und bestimmte für alle an der Demarcationslinie eintreffenden Flüchtlinge Niksie als Internirungsort.
Serbien. Belgrad, 27. August. Das gesammte Ministerium hat seine Entlassung in Folge der auswärtigen Politik gegeben. Der Fürst hat dieselbe angenommen und Ristic mit der Neu- bildung des Cabinets beauftragt. In diesem dürste nur der Minister des Innern, Milojkovic, ver- bleiben.— Es verlautet gerüchtweise, in Alt- Serbien habe ein blutiger Zusammenstoß zwischen Serben und Albanesen stattgefunden; beiderseits gab es viele Todte und Verwundete.
Rußland. Petersburg, 27. August. Der Kaiser ist heute nach Livadia abgereist. In seiner Begleitung sind die Geheimeräthe v. Giers, von Hamburger, Graf Lamsdorf und Fürst Obolynsky.— Die russischen General-Consuln in Montenegro, Serbien und Rumänien wurden zu Minister⸗Residenten ernannt.
Amerika. New⸗Nork, 27. August. Hier eingegangene Nachrichten bestätigen den Ausbruch einer Revolution in San Domingo. Mehrere Schaaren Aufständischer, die nach der Stadt mar— schirten, wo die Unruhen ausgebrochen waren, wurden festgenommen.— In Louisiana wächst die Sterblichkeit noch immer; in der vergangenen Woche starben in New Orleans 295 Personen am gelben Fieber.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 27. Aug. Auf dem Felde bei Friedberg arbeitende Leute wollen gestern Morgen eine Erderschütler⸗ ung verspürt haben. Durch die Zeitungsmeldungen wird die Sache bestäligt und zwar if die ganze mittlere und untere Rheingegend bis nach Belgien und Holland der Schauplatz des Erdbebens gewesen. Man schreibt von Butzbach: heute Morgen kurz vor 9 Uhr wurde hier ein von Norden nach Süden gehendes wellenförmiges etwa 3 bis 4 Sekunden anhaltendes Erdbeben verspürt; von Mainz: heute Vor⸗ mittag 4 Minuten nach 9 Uhr fand hier ein Erdbeben slatt, das 4 bis 5 Secunden währte. Die wellenförmige Bewegung ging von Norden nach Süden; von Gießen: heute Morgen 9 Uhr 6 Minuten wurden hier zwei Erd⸗ erschütterungen wahrgenommen. Die Bewegung war eine so hestige, daß das Schulglöckchen guf dem Thurme anschlug und die Arbeiter an demselben sich von den Gerüsten herunter flüchteten; von Wiesbaden: das Erd⸗ beben von heute Vormittag 9 Uhr wurde auch hier in Wiesbaden und in Idstein bemerkt; von Marburg: heute Vormittag ungefähr 20 Minuten nach 9 Uhr wurden in unserer Stadt, namentlich am Sleinweg und am Markt⸗ platz Erdstöße verspürt, die so stark gewesen sein sollen, daß in Folge derselben die Glocke auf dem Rathyhause angeschlagen hat; von Bonn: heute früh 8 Uhr 58 Minu⸗ ten wurden hier zwei starke Erdstöße von 6 resp. 4 Secun⸗ den Dauer, wellensörmig, in der Richtung von Nord⸗ Nord⸗Ost nach Süb⸗Süd⸗West bemerkt; eine halbe Stunde später ein schwächerer Stoß; von Köln: heute Morgen 3 Minuten vor 9 Uhr wurde hierselbst und in weiterem Umkreis, z. B. in Neuß und Crefeld, ein heftiges Erd⸗ beben in mehreren Stößen wahrgenommen, das etwa
ersuchte gleichzeitig die britische Regierung um deren Unterstützung behufs Aufnahme einer Anleihe.
— 27. August. Dem„Daily Telegraph“ wird telegraphirt, daß die zur Beschwichtigung
6 Secunden andauerte. Der Boden schwankle, Kirchthürme zitierten, an einer Kirche vernahm man drei leise Glocken⸗ schläge, Schornsteine fielen ein, eine Frau wurde von
fallenden Ziegelsteinen gelödtet, am Bahnhof blieb die elecirische Uhr stehen ꝛc.; von Aachen: heute Vormittag
8 Uhr 52 Minuten machte sich hier eine eireg 8 Secun⸗ den dauernde, in ansteigender Heftigkeit von Norden nach Süden sich fortpflanzende Erderschütterung fühlbar, die den Einsturz einiger Schornsteine zur Folge hatte. Eine ca. 8 Minuten später folgende Erderschütterung war weniger fühlbar; von Barmen: heute Morgen nach 9 Uhr fand hier⸗ jelbst ein ziemlich heftiger Erbstoß statt. Tische und Pulte in den oberen Etagen wackelien;z in den Schaufenstern auegestellte Gegenslände fielen um; die Giebel der Häuser wiegten sich hin und her und die Häuser boben und senkten sich; von Elberfeld: heute Vormittag 9 Uhr lebhaftes Erdbeben mit Wellenbewegung von Norden nach Süden. Dasselbe wurde auch in Köln wahrgenommen. Um 11 Uhr 10 Minuten wurde ein weiteres Erdbeben hier, in der Umgegend, in Düsseldorf und in Köln wahrgenommen; von Dortmund: heule Morgen 9 Uhr 7 Minuten wurde hierselbst ein heftiger zwei Secunden andauernder Erdstoß in der Richtung von Ost nach West wahrgenommen; von Osnabrück: heule Morgen 9 Uhr 5 Minuten wurden hier⸗ selbst drei starke Erdstöße mit bedeutenden Schwankungen verspürt; von Lüttich: beute früh wurde ein Erdbeben gespürt. In mehreren Häusern wurden die Thüren und Fenster ziemlich hejtig erschüttert und Slüvle von ihrem Platze gerückt. Nach Meldungen aus den Provinzen wur⸗ den heute in Neuschateau, Tongres, Namur, Huy und mehreren anderen Bezirken ebenfalls Erderschütterungen verspürt. Auch im hiesigen Observatorium wurden um 9 Uhr Anzeichen von Erderschütterungen beobachtet; von Amsierdam: hier eingelaufenen Nachrichten zufolge. ist die Erderschütterung in den Provinzen Brabant. Geldern, Limburg und Utrecht wahrgenommen worden.(Bei Schluß der Redaetion kommt uns noch eine Mittheilung von Fauerbach v. d. H., daß man daselbst ebenfalls um 9 Uhr eine starke Erderschütterung wahrgenommen hat.) Gießen. Am verflossenen Donnerslag lösie sich in dem Brilel'schen Kalksteinbruche bei Bieber eine ungeheure Fels masse los. Durch das Herunterstürzen der Masse trat eine Tropssteinhöhle zu Tage. Aeußersi schön und interessant bieten sich dem Auge bei dem Grubenlichte die Tropfstein⸗ gevilde in verschiedenen Farbentönen und Gestalten dar. Feenhaft glitzern die angeschossenen Krystalle und lohnt es sich ganz gewiß, diese Naturschönheit in Augenschein zu nehmen, zumal der Werkführer des gedachten Bruchs mit größter Bereitwilligkeit den Besuchern entgegenkommt.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 28. Aug. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1 1040, Eier 1 Stück 6 Pf., 2 Stück 11 Pf. Friedberg, 27. Aug. Waizen M. 20.50, Korn M. 14— 16., Gerste M. 16., Hafer M. 16 50 Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund. Gießen, 27. Aug. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.5—15, Eier per Stück 5—6 Pf., Tauben das Paar 60 Pf., Hühner per Stück 90 Pf., Hahnen per Stück 60 Pf., Enten per Stück M. 1.60, Kartoffeln 100 Kilo M. 5.50, Ochsenfleisch 7072 Pf, per Pfd., Kuh⸗ und Rindfleisch 5060 Pf., Schweinefleisch 64—68 Pf., Kalb⸗ fleisch 50 60 Pf., Hammelfleisch 60— 70 Pf. Frankfurt, 26 Aug. Viehmarkt. Angetrieben waren ca. 350 Ochsen, 220 Kühe und Rinder, 200 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich Ochsen 1. Qual. M. 70.— 73. 2. Qual. M. 66.—68 Kühe und Rinder 1. Qual. M. 63. 65. 2. Qual. M 56.—58., Kälber
1. Qual. M. 6365. 2 Qual. M. 55.—60., Hämmel
1. Qual. M. 60. 62., 2. Qual. M. 54.— 56. Frankfurt, 26 Aug. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 39 50, Nr. 2 M. 35.50, Nr. 3 M. 31.50, Nr. 4 M. 27 50 Nr. 5 M. 2150. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 21.50, do. II.(Berliner Marke) M. 18 50. Waizen, eff. hies, ab Bahnhof hier M. 21.50, ab unserer Umgegend M. 20.— 20 25, do. fremder je nach Qual. M. 19.— 22.50, Roggen je nach Qual. M. 13 50—16 50, Gerste M. 13.— 19. Hafer M. 14.— 16., Kohlsamen M. 28.50— 29.50, Erbsen M. 19.—23., Wicken M 15.—16., Linsen M. 17.—23. Rüböl, detail, M. 74. Die Preise ver⸗ stehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht S 100 Kilo.
D. Frankfurt a. M., 27. August 1878. Die un⸗ heimliche Stille, welche wochenlang über dem Effectenmarkt lagerte, hat heute plötzlich einer nahezu fieberhaft geschäft⸗ lichen Bewegung Platz gemacht. Diese während der„ssi⸗ son morte“, welche gestern noch zu dominiren schien, seltene Erscheinung findet genügende Erklärung in der heute end⸗ lich erfolgten Publication der Semestralbilanz der zer. Creditanstalt. Man batte derselben, wie es scheint, wis zu hoch gespannten Erwartungen entgegengesehen, auch waren früher höhere Gewinnziffern in Umlauf ackommen. so daß die offizielle Z ffer des Reingewinns von 2,605 771 fl. keine rechte Befriedigung in Speculationskreisen zu erregen ver; mochte. Unbesangen hingegen erklärten sich mit diesem Geschäftserträgniß, besonders in Berücksichtigung des noch immer daniederliegenden Handels und Wandels, recht zu⸗ srieden. Es ist indeß schwer zu entscheiden, ob es die Creditanstaltsbilanz allein war, welche die heutige flaue Tendenz hervorrief, denn gleichzeitig wurde auch eine sen⸗ sationelle Wiener Nachricht, nach welcher die Mobilisirung einer neuen Armee von 120000 Mann angeordnet sei, colportirt, unter deren Einflaß sich der Druck der matten Wiener und Berliner Course noch verstärkte. Das Haupk⸗ geschäft entwickelte sich selbstverständlich in Crediiactien, die sorigesetzt stark angeboten waren, aber zu den gewichenen Coursen willig Nehmer fanden. Staatebahnactien, in denen die Umsätz: weit geringer waren, blieben in relativ fester Haltung und schlossen nur ca. 1 fl. unter ibeem gestrigen Abend⸗Niveau. Creditacfien, gestern Abend 2265/8, setzten mit 221 ein und variirten hierauf zwischen 22⁰05 0/8 bis 221½ und 219¾. Staatsbahnactien, gestern Abend
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