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zunehmen, da die Türkei die Zeit der Waffenruhe denützt, um Verstärkungen an sich zu ziehen.
Rußland. Petersburg, 14. März. Ignatteff und Reuf Pascha sind hier angekommen. Letzterer hat sein Absteige-Quartier im„Hotel de l'Europe“ genommen.
— 16. Maͤrz. Der Kaiser empfing heute Reuf Pascha. Fürst Gortschakoff erwiederte bereits gestern noch den Besuch Reufs
— Die russische Garde ist beordert, sich zur Rückkehr in die Heimath sofort einzuschiffen, sowie der Friedens-Vertrag ratificirt sein wird.
Amerika. New Nork, 15. März. Die Commission des Repräsentanten-Hausts zur Vor- berathung der Bankfrage genemigte den Bericht zu Gunsten der Bill, durch welche die Er- mächtigung ertheit wird zur Ausgabe von Cer⸗ tificaten auf Silberbarren, die legales Zahlungs- mittel für alle Staatsschulden sein werden.
Aus Stadt und Land.
—h. Friedberg. Man ist auf den ganz richtigen Gedanken gekommen, eine Versammlung der Industtiellen des Kreises zu berufen, um die Betheiligung an einer Aussullung(August d. J.) kennen zu lernen. In dieser Versammlung möge man auch einmal davon reden, ob es mit einer zweiten Ausstellung nicht zu spät und gleichzeitig zu frübe sei? Kür die Ausestellung im August 1874 war im October 1873 das Comiié breite gebildet, dessen arbeitende Miglicder, deten es nicht wenige wazen, von damals an fleißig zu thun halten bis zum Schlusse des Unternehmens. Gestützt auf diese Thalsache befürchten wit:„es ist zu spär!“„Es ist zu frühe“ meinen wir nach folgenden Betrachtungen. Die lokalen Ausstellungen sind deshalb sehr nützlich, weil sie auf dem Lande, also da Anregung und Aufmunterung gewähren, wo die großen Ausstellungen nur in selienen Fällen, sehr ausnahmsweise, für einzelne Werkstäften und nicht für das Ganze, iyre defruchiende Kraft äußern. Es können bier die kleinen Ausstellungen aber nur dann sich ergänzend einreihen, wenn sie an einem Orte eiwa in 12— 15 Jahren, nicht früher wiederkehren, damit immer wieder neue, der jungen Generation angehöcende Aussteller und Besucher erscheinen. Alsdann spricht das Unternehmen an und ziebt, eine hin⸗ reichende Einnahme gewährend, in Vorbeugung eines metallischen Nachgeschmacks, der dekanntlich sehr bitter ist. Hiernach würde eine Ausstellung zu Friedberg erst spät in den achtziger Jahren eine frögliche Aussicht haben, äbnlich den glorreichen Resuliaten der„1. Wetlerauer Industrie⸗ Ausgnellung“. Also erscheint es ralhsam, zu warten, bis
die Generalvertsammlung der Hess. Gewerbevereine wieder
einmal in Friedberg lagt. Für die bevorstehende Bet⸗ sammlung(in 1878) möge die an sich ja schon sehr interessante Ausstelung der Zeichnungen aus den Hand— werkerschulen genügen.(Obgleich wir persönlich nicht der Ansicht des Einsenders sind, glaubten wir doch dem Arlikel Aufnahme gewähren zu sollen, da durch allseiuige Be leuchtung einer Sache sich die Ansichten nur klären knnen. Die Redaclion).
—b— Bad⸗Nauheim. Auch bei der deulschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger sollen, wie bei allen nützlichen Vereinen, die Leistungen der Mitglieder nicht einzig und allein in Bezahlung eines Jahresbeiltags,
sondern auch darin bestehen, daß die Mitglieder das In⸗ teresse an der Sache heben bei sich und bei Andern; dann erst wird der guten Sache eines Vereins recht gedient. Von diesem Grundsatze ausgebend, hatte der hiesige Ver⸗ lreter der vorbezeichneten Gesellschaft die hiesigen Mitglieder derselben zu einer Besprechung eingeladen. Der Vertreter (Nebhulh) leitete hiese Besprechung ein, indem er eiwa Fols endes sagte: Deutschland steht in den Rettungs⸗ bestrebungen noch wein zurück im Vergleich zu anderen Ländern, namentlich haben England, Amerika, Holland, Frankreich, Schweden und Dänemark viel mehr geleistet; erst seit 12 Jahren besteht der deutsche Verein und es macht dieser auch erfreuliche Forischritte seit der Zeit, in welcher das deuische Volk seine Solidarität gelernt und geübt hat; nun liegt es an den Miigliedern des Vereins, das Interesse für denselben in welteren Kreisen zu erwecken und zu heben. Letzlerer Aufgabe willen, hat der hiestge Vertreier bei dem Vexreinsvorstand in Bremen die Ge⸗ nehmigung erwirkt, von den Nauheimer Mitgliedern zwei Beistände wählen zu lassen, weil auch die beste Sache lebiglich als persönliche Zuneigung eines einzelnen Ber⸗ lretets angesehen werden kann, während die gemeinsame Blite mehrerer Personen größere Willsährigkeit findet. Die erschienenen Mitglieder stimmten dieser Meinung bei und man wählte unsesen Bürgermeister Schuit und Land⸗ gerichis⸗Assessor Schnitispahn. Wir hoffen nunmehr unsere Migliederzahl zu verdoppeln. Auch eine Dame hier ist Miiglied, den Lachen Beiltag zahlend, welches rühmliche Beispiel wir der Damenwelt zur Nachfolge bestens empfohlen haben wollen. Anderwäris sucht man die Einnahmen für Rellung Schifforüchiger durch Concerte, Theater Vor⸗ stellungen ꝛc. zu vermehren. Wir wollen dieses auch ihun und zwar im Laufe dieses Jahres schon. Dadurch wird ebenfalls das Interesse an der guten Sache verbreitet. In dieser Weise vorgegangen, kann das jüngst von dem Friedberger Vertreter, C. Trapp, an dieser Stelle aus⸗ gesprochene schöne Project seine Verwirklichung finden, nämlich ein Renungsvoot„Wetterau“!
Butz bach, 15. März. Gestern feierte Cantor Eckhard das gewiß seltene Fest seines vor 50 Jahren statigehabten Amtsanttitis an hiesiger Schule. Dem bochgeseierten Jubilar wurde unter anderen Auszeichnungen auch das Ehren— bürgertecht verliehen.
Mainz, 15. März. Vor einigen Tagen hat ein Insasse des hiesigen Gesängnisses die Fenster zertrümmert und konnte erst durch Hinzuziehung von verstärktem Auf⸗ sichtspersonal überwältigt werden. Gestern Abend wieder bolte sich dieser Exceß, jedoch betheiligten sich diesmal 7 Insassen des Gesänguisses an demselden und erst mi Zuziehung von Polizei Mannschaflen aus verschiedenen Revieren gelang es, die Burschen zu beschwichtigen und jestzunehmen. Die ganze Gesellschaft wurde noch gestern Abend geschlossen in das biesige Arresthaus übergeführt.
Allerlei.
Osnabrück. Das hiesige Schwurgericht hat am 9. d. Mis. ein Todesurtheil gegen eine Bauersfrau aus Gehrde fällen müssen, weil sie dem Kinde ihrer Tochier, einem Knaben von etwa 4 Wochen, ein keilförmig zuge⸗ spitztes Stück eince Flaschenkorkes in die Speiseröbre hinein⸗ gepreßt, das den Tod des Kindes an Erstickung herbei führte. Die Mörderin steht außerdem im Verdacht, zehn ihrer eigenen Kinder und vier Kinder ihrer einzigen Tochter auf dieselbe Weise aus dem Leben geschafft zu haben. Paris, 14. März. In der Akademie der Wissenschasten wurden am Moniag Versuche mit dem Phonograpben gemacht, welche die gelehrte Versammlung in das höchsie Erstaunen versetzten. Der Pbonograph trägt bekanntlich
nicht nur den Ton sort, sonbern schrelbt ihn nieber, k iyn auf und gibt ihn wieder. Graf Dumoncel zeigte Apparat. Mit lauter Stimme rief seln Assisient bite „Le phonographe präsente ses compliments à I' Acadön des solenses.“ Der Volsitzende gebot Ruhe, eine kleh fcurbel am Apparat wurde gedreht und deutlich ld. dieselben Worte wieder. Ein Ausbruch des Gelächig solgte.„Das ist Bauchrebnerei, Taschenspielerkuns“, war die Ausrufe. Etwas empfindlich veribeidigte Graf Dune die Wahrheit der Erfindung und sprach selbst einen E in den Phonograph und der Phonograph gab ihn deu zurück. Damit war die Ungläubigkeit gebrochen.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 16. März. Wochenmarkt. Butter kost per Pfund M. 1. Eier per Stück 5 Pf., 2 Stück 9 f
Gießen, 16. März. Wochenmarkt. Butter per f M. 1.05, Eier per St. 4—5 Pf., Tauben das Paa; M. 1.2 Hühner per Stück M. 1.60, Hähnen per Stück M. Enten per Stück M. 3.60, Kartoffeln 100 Kilo M. 758 Ochsenfleisch 70 Pf. per Pfd., Kuhfleisch 50— 60 U Rindfleisch 50— 56 Pf., Schweinefleisch 62— 64 Kalbfleisch 55— 60 Pf., Hammelfleisch 64 Pf.
Frankfurt, 16. März Der heutige Heu- und Stieh, da; Markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qual. 3h gen d Cent. M. 2.— 3.50, Stroh per Cent. M 2.— A(. 1 Butter im Großen 1. Qual. M. 90.— 95, 2. Qual 1 fannt im Detall 1. Qual. M. 1.1015, 2. Qual. M. I„ e Eier per 100 M. 5.10—6 50. Kartoffeln 7. Erbse sonmet geschälte(per 100 Kilogr.) M. 27.— 32, ganze Er* Ann; M. 24.— 28. Bohnen M. 24— 25. Linsen M. 0 bis 36. Fleischpreise: Ochsenflelsch per Pfund 70—75 fl dai
Kuh⸗ und Rindfleisch 5564 Pf., Kalbfleisch 60—75 6„ Die Hammelfleisch 54— 68 Pf., Schweinefleisch 70—75 P wid ien Marburg, 16. März. Wochenmarkt. Butter kosse Je
per Pfd. M. 1.10— 1 20, Eier zwei Stück 9—10 P. f Zwiebeln per Pfd. 8— 10 Pf. Sellerie per Knolle 3— 5 5f. agnal
Nüsse 100 Stück 40 Pf. verwen res La Geld, Cours. 75 Frankfurt am 16. Marz. 1878. 20 Frankenstu cke M. 16 2024* ‚ Englische Sovgreigns„ 20 32 duft Russische Imperlales„ 16 67—72 ulli Holländische fl. 10⸗Stücke„16 65 ns Dann!! 1 5 9 52—57 ld Ducaten al mare„ 9 55—60 6 7 Dollars in Gold„ 1 u 0 kes del 1007 Der im heutigen Inseratentheil aufgeführte 9e 9) 520 schäftsausweis der Deutschen Lebens-, Pensiorz⸗ 7. und Renten⸗Versicherungs⸗Gesellschaft aaf 1 pf Gegenseitigkeit in Potsdam giebt Zeugniß in Sichen den erfreulichen Fortschritten dieses Instituts. pꝛppier Die verhältnißmäßig noch junge Anstalt besitzt bers lacwig einen Vesicherungsbestand von 57,172,765 M. und flat 30 seit ihrem Bestehen, vom Jahre 1869 bis jetzt, an wer; den sicherten Capitalien allein die Summe von 1,590,098 M Cupa an die Hinterbliebenen ihrer Versicherten ausgezahll. A Gude dieser Summe stellt sie sich würdig in die Reihe de pon! jenigen Lebensversicherungs Anstalten, die auf solilg gabe 1 U
Grundlage errichtet, lediglich den Zweck verfolgen, fein ö sorgsamen Familienvater und auch den Unbemittelten Palas Wege der Sebsthülfe die Zukunft der Seinen erleichtm posten
Bekanntmachung.
1000 Donnerstag den 21. und Freitag den 22. d. M., jedesmal Vormittags 9 Uhr anfangend, werden in dem Oasthaus„Zum Prinzen Karl“ dahter folgende Gegen⸗ stände, als: cirea 18 Stück rein gehaltene Apfelwein, 12 Stück⸗ faß, 5 Zulast und eine Parthie kleiner Fässer und Bütten; eine neue Kelter, Schläuche und Kellergeräthschaften; 1 Wagen, 1 Stoßkarren, 4 Pflüge, 1 Egge und sonstige Oeconomiegeräthschaften, sowie Heu, Stroh, Grummet c. ꝛc.; ferner Mobilien, als: Kleiderschränke, Commoden, Betten, Weißzeug, Kleidungsstucke, Haus⸗ und Küchengeräthschaften meistbietend gegen gleich baare Zahlung versteigert. Donnerstag den 21. l. Mts. kommen die Oeeconomie⸗ Geräthschaften ꝛc. ꝛc. und Freitag den 22. l. M. kommt der Apfelwein, Fässer, Bütten, Kelter und Kellergeräth— schaften zur Versteigerung. Vilbel den 14. März 1878. Großherzogliches Ortsgericht Vilbel. Hinkel.
Hlaarbalsam.
sehr beliebt als bestes Mittel für die Erhaltung und für das Wachsthum der Haare. Flasche à 60 Pf. und 20 b Haarfärbemittel die Flasche 2 M. J. A. Windecker, Hoflieferant in Friedberg,
Ph. J. Weiss in Bad- Nauheim. 46
Eine gesetzte Person
wird zu Kindern gesucht. des Anzeigers. 895
Näheres bei der Expedition
Holz ⸗Versteigerung.
von Vormittags 9 Uhr ab, werden im hiesigen Stadt walde, Distrikt Sumpf, folgende Holzsortimente und zwar: Mittwoch den 20. Mürz: 38 Raummeter Eichen⸗Scheitholz, 12 10 Knüppelholz, 27 4„ Stockholz
12675 Wellen Gichen⸗ und Nadelholz ꝛc. ꝛc. und
Donnerstag den 21. März:
116 Stück Eichen- ꝛc. ze. Stämme von 312 Meter Länge und 13—50 Centimeter Durchmesser, mit ö 79,87 Festmeter Inhalt
öffentlich an den Meistbletenden versteigert.
Bad Nauheim am 13. März 1878. Großherzogliche Bürgermeisterei Bad⸗Nauheim. f Schutt.
Proclam.
1008 Nachdem der Schreiner Heinrich Köhler v. zu, Distrikt Brandholz, solgende Holzsortimente zur f
Bruchköbel seine Insolvenz angezelgt hat, so wird zur Anmeldung der Forderungen der Gläubiger, sowie zum Güteversuch Termin auf
den 10. k. Mts., Vormittags 9 bis 10 Uhr,
vor unterzeichnete Gerichtsstelle anberaumt, was mit dem
Anfügen andurch bekannt gemacht wird, daß die nicht erscheinenden Gläubiger als dem Beschluß der Mehrheit der Erschienenen beitretend werden angesehen werden. Zum vorläufigen Curator ist Landwirth Heinrich Fliedner in Bruchköbel bestellt. Ein etwaiger Vergleichs hescheid wird nur durch Anschlag am Gerichtsbrett publlellt. Hanau den 7. März 1878. Königliches Amtsgericht II. v. Milchling. vdt. Jacob.
ö 956 Mittwoch den 20. und Donnerstag den 21. d. M., 3
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und sichern zu helfen. 13 6 Ueber die Vertheilung des Ueberschusses aus daß 705 Jahre 1875 als Dividende wird dle orden folge Generalversammlung im Juni 1878 beschließen. hierna durch
— t 1 großh Holzversteigerung. Donnerstag den 21. d. Mts. werden in den 81 uf herrlich v. Franckenstein'schen Walddistrikten Magazin uwe“ vollzos Sommerhang versteigert: das 14 Raummeter Buchen⸗Prügelholz. lehen
32 1 Nadel⸗ 4
12075 Stück Buchenwellen, 11 3. 9750, Birken⸗Eichenwellen, große 1700„ Nadelwellen. uche Zusammenkunft Morgens halb 10 Uhr im Die folgt a Magazin an der Einmündung der Grimmelschneise 10 1 den„Neuen Weg“.) de Ockstadt den 13. März 1878. Aach
Der Freiherrlich 3 Franckensteinsch'e Oberförsiig 0 Duma
u m p f. 4 1 Holz⸗Versteigerung.
unler and der'
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1001 Freitag den 22. März d. J., Vormittags 9 Ute anfangend, kommen in dem Büdesheimer Gemeinden
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130 Raummeter Buchen⸗Scheitholz, Jomain
4„ dice, in u 32 2 Buchen Knüppel,„i 22 10 Eichen⸗„ wan der 70 5 Buchen⸗Stockholz, andes. 30 Eichen⸗ 1 den
* 1500 Stück Buchenwellen,. 40 Eichenstämme von 19— 37 Centim. Durchmeff N und 7-16 Meter Länge, 0 2 Buchenstämme von 43-46 Centim. und 10-13 Meier Länge. Büdesheim am 14. März 1878.
Großherzogliche Bürgermeisterei Büdesh Wiesenbach.


