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0 Cain. Veilage.
HO berhessischer Anzeiger.
M 34.
U Ait Nu 1 =* il. Deutsches Neich. Darmstadt, 15. Marz. Der Großherzog
und die Großherzogin, in deren Gefolge sich
* lche ich Flügeladjutant von Herff und Fräulein von Franch befanden, waren heute in Karlsruhe zum
Nas . Zesuche des dortigen Hofes. lla— die Aufhebung der Staatsschuldentilgungs- ger zasse als besonderes Institut wird den in sehr »ringender Form geäußerten Wünschen der Stände utsprechend am 1. Juli d. J. vollendete That⸗ e ache sein, und von da ab wird die Verwaltung Fenahnl. Node ves Staats⸗Schulden-Wesens durch eine besondere Abtheilung der Haupt-Staats-Casse unter ent
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. prechender Thätigkeit des landständischen Directors
Armanden deen * Berlin. Die Vorbereitungen zur Auflösung es Reichskanzler Amts sind in vollem Gange. b. Die Reichs Regierung arbeitet hierzu einen be—
n onderen Etat aus, der durch die Schaffung des
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— Reichs-Finanz Amts nothwendig wird.
U Ttiedrich— 16. März. Der Kaiser befahl den Fürsten aa—— Zismarck auf beute Nachmittag zum Vortrag und ame,„arauf den Botschafter am Wiener Hofe, Grafen
J Stolberg. Letzterer verweilte gestern Nachmittag
aängere Zeit bei dem Fürsten Bismarck.
1— Auch die„Nat. Ztg.“ meldet, daß der eln Feng Papst dem Kaiser in einem Antritts Schreiben
die Besteigung des päpstlichen Stuhles mitgetheilt gabe. Eine authentische Bestätigung der Nachricht sehlt noch. Die„Nat. Ztg.“ gibt ihre übrigens zut beglaubigte Mittheilung unter aller Reserve.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn Wien, 14. März.
Der Bud getausschuß der österreichischen Delegation zerieth über den Sechzig-Millienen-Credit. Der Reichs- Finanz- Minister Hoffmann erklärte, über le Bedeckung des Credits sei noch nicht verein— art. Der Regierung liege jede Zweideutigkeit ern; dem Ausschusse stehe jede formelle Aender⸗ ung zur Sicherung der verfassungmäßigen Behand- lung frei. Der österreichische Finanzminister er— llärte, die Stimmung des Geld markles, so lange is sich nur um 60 Millionen handle, dürfte keine ichlechte sein. Graf Andrassy bezeichnet 60 Mill. ils Maximum, innerhalb dessen vielleicht viel weniger, vielleicht gar Nichts, vielleicht die ganze Summe beansprucht werden könne. Die Regierung gabe überhaupt nur die Ermächtigung zur Eröffnung I dieses Credits im Auge, um das Selbstbestimmungs— Kar en eccht der Monarchie nach auen Richtungen hin wahren zu können. Der Ausschuß nahm sodann die Vorlage, betreffend die Kosten für die bos, aischen Flüchtlinge, an, lehnte aber die Forderung des Kriegsministers von 657,000 fl. zu Vorbe- eitungen und Beschaffung von Verpflegs-Artikeln ib. Die vereinigten Subcommisstonen der un- garischen Delegation genehmigten den Fall'schen Motivenbericht über bie Vorlage, betreffend den 50. Mill. Credit, mit unwesentlichen Abänderungen.
— Es verlautet hier, der Congreß werde vesten Falls Mitte April zusammentreten. Man „tfürchtet, vorherige Zwischenfälle könnten die Be— zathungen der Diplomaten überflüssig machen. Das Aneinanderrücken Englands und Rußlands Im Marmara- Meer erweckt überall Mißbehagen. Es geht ferner das Gerücht, Rußland suche An- krassy's Sturz herbeizuführen. Rußland habe tuerbings hler Anerbietungen Betreffs des Ortents emacht, welche Andrassy abgelehnt habe, deßhalb ble er beseitigt werden.
L 16. März. Der Kaiser erstattete gesteen sem Prinzen Peter von Oldenburg einen längeren Besuch ab. Für morgen sind der Prinz von Olden- urg und Prinz Alexander von Hessen zur Hof—
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11— Die Verständigung über die Congreß- *„Baden ist nahezu erreicht, England und Rußland * btiptiren die Formel: Der Congreß entscheide,
Rußland hat die Zulassung
— das vorzulegen ist. 5
Griechenlands nicht abgelehnt und für Delegirte mit berathender Stimme eingewilligt.
Schweiz. Bern, 15. März. Die Re- gierung bot ein Bataillon Bebufs des Sicher— heits- Dienstes auf, da angeblich am Sountag, dem Jahrestag des Commune Aufstandes, eine Demonstration beabsichtigt sei.
— 16. März. Einer Bekanntmachung der Berner Regierung zufolge würden alle Demon— strationen und Umzüge am 18. März polizeilich, resp. durch das Militär verhindert werden.
Zürich, 15. März. Der Canlonsrath hat nach dreitägiger Debatte mit großer Majorität die Bewilligung der Rachtrags Subvention von 800,000 Fres. für die Gotthardbahn angenom— men, unter Voraussetzung der Ausführung des Luzerner Programms und Gewährung der Bun- des⸗ Subvention.
Frankreich Versallles, 15. März. Die
Deputirtenkammer hat den Gesetzentwurf betr. den
Rückkauf der Neben⸗Eisenbahnen durch den Staat angenommen.— Der Senat genehmigte die beiden ersten Artikel des Gesetzes über den Belagerungs- zustand in der Fassung, wie sie von der Deputirten- Kammer beschlossen waren, unter Verwerfung aller von der Rechten gestellten Amendements.
Großbritannien. London, 15. März. Behufs weiter Verstärkung der Flotle im Orient hat die Admiralität die Zurückhaltung aller auf der Fahrt nach dem Ausland begriffenen Kriegs— schiffe angeordnet. Das Journal„Globe“ will erfahren haben, daß die für den event. Dienst im Auslande zunächst vorgemerkten Genie Offiziere benachrichtigt worden seien, sich zur Einberufung bereit zu halten; auch sollten im Falle des Be— dürfnisses Freiwilligen Bataillone für den activen Dienst organisirt werden.
— 15. März. Unterbaus, Northeote ant: wortete auf eine Aeußerung Campbell's: Was er gestern zu sagen beabsichtigte, war Folgendes: England verlange, daß jeder Artikel des Friedens- Vertrages solcher Weise dem Congresse vorgelegt werde, daß der Congreß erwägen könne, welche Artikel der Annahme oder der Zustimmung der Mächte bedürfen.
— Die officielle Petersburger Welt befürchtet ernste Complicationen, weil Oesterreich und Eng— land die Erfolge der Russen einschränken wollten. Die„Abendpost“ meint dazu, daß England und Oesterreich immer mehr zu vollem Einverständniß gelangen.
Italien. Rom, 16. März. Graf Paar, der österreichische Botschafter beim päpstlichen Stuhle, überreichte dem Papste seine neuen Be— glaubigungs Schreiben.
— Wie es heißt, hat König Humbert Cairoli gegenüber folgende drei Wünsche ausgesprochen: ersteus solle keine Aenderung der Verfassung vor genommen, zweitens die Richtung der aus wärtigen Politik nicht verändert, drittens das Garantie— Gesetz nicht abgeändert werden. Auf diese drei Wünsche soll Cairolli bereitwilligst eingegangen sein; auch soll er dem König versprochen haben, an die Spitze des Kriegsministertums einen sach— verständigen und nichtpolitischen Militär und an die des auswärtigen Amtes eine bekannte politische Persönlichkeit, keinesfalls aber bloße Parlamentarier, zu berufen.
Türkei. Constantinopel, 15. März. Savfet Pascha und Sadullah Bey werden die Türkei auf dem Berliner Congreß vertreten. Der Aufstand in den Districten zwischen Salonichti und Thessalien breitet sich immer mehr aus. In den Vilayets Smyrna, Koniah und Aleppo herrscht eine gewisse Agitation, indem das Verlangen nach abministrativer Autonomie sich geltend zu machen scheint. Bei Scharkibt concentriren angeblich die Russen große Streitkräfte. Es heißt, daß russischer seits, ehe die Freigabe der türkischen Gefangenen erfolge, die Anzahlung von 3 Millionen Pfund gefordert werde. Die russischen Truppen in der
Richtung gegen Gallipoli haben Zuzug erhalten. Einige Truppentheile sollen am Mittwoch in Bajakdere zur Rückkehr nach Odessa eingeschifft werden. Zwei weitere englische Panzerschiffe wer, den bei Ismid erwartet.
Serajewo. Zahlreiche türkische Truppen treffen in der Herzegowina ein. Unlängst rückten fünf Tabors regulärer Truppen in Krupa ein Sämmtliche Garnisonen sind verstärkt und haben sich verproviantirt. Zwischen Krupa und Mostar sperren Erdwerke die Communication. Bei Gabella und Mostar sind Verschanzungen aufgeworfen. Selbst des Nachts wird gearbeitet.
Rumänien Bukarest. Das rumänische Memorandum über die bessarabische Frage ist am 11. d. an die Tractat Mächte abgesandt worden. Das Memorandum spricht den Entschluß unbeugsamen Widerstandes gegen die ruffische Ab- tretungs-Forderung und das Compensations-An- erbieten am rechten Donau-Ufer aus und erklärt, die Regierung werde nur der Gewalt weichen. Rußland gegenüber ist diese Weigerung bereits folgendermaßen motivirt: Der fragliche Theil Bessarabiens gehöre zu dem alten Moldau-Texri— torium; die Rückgabe an Rumänien durch den Pariser Tractat sei zur Sicherung einer freien internationalen Donau-Schifffahrt und zur Er- füllung der national-ökonomischen und territorialen Mission Rumäniens erfolgt. Rumäniens Auf— schwung in Bezug auf Schifffahrt datire erst seit 1856. Durch Verringerung des rumänischen Donau- Besitzes würde ganz Europa geschädigt. Die Dobrudscha sei wegen der schwierigen Com- munication kein Ersatz für Rumäuien, welches nach seinen Opfern im Kriege zu einer würdigeren Com- pensation berechtigt sei. Die russische Forderung rufe in dem rumänischen Volke eine gefährliche Aufregung hervor. Die Unabhängigkeit Rumäniens erfordere den ungeschmälerten Bestand seines terri— torialen Besiges,
— Die Russen haben Rustschuk und Silistria in Vertheidigungs Zustand gesetzt. Die rumänische Regierung beschloß, in dem Falle der gewaltsamen Occupation Rumänisch-Bassarabiens durch die Russen nicht nur auf die Dobrudscha zu verzichten, sondern auch die Donau-Mündungen und die ab— wärts der Mündung des Prutb in der Donau liegenden Inseln den Russen zu überlassen; die Mächte möchten dann entscheiden, ob ein solcher Besitz Rußlands den Interessen Europa's entspreche. Rumänien bereitet die Auslieferung der türkischen Gefangenen vor und verhandelt ferner mit den russischen Bebörden wegen der für die Benützung der Post, Telegraphen und Eisenbahnen schuldigen Summen, sowie wegen Entschadigung der rumänischen Grundbesitzer.
— 16. März. Den Kammern ist ein Gesetz— entwurf vorgelegt über Errichtung eines neuen Ministeriums, welches die Verwaltung der Do— mänen und der Landwirthschaͤft zu übernehmen hätte; das Ministerium der öffentlichen Arbeiten soll in ein Ministerium für Straßen und Communi⸗ cationen umgewandelt werden, welchen die Leitung der Eisenbahnen, Posten und Telegraphen obliegt.— Die Senatoren und Deputirten hielten gestern eine außerparlamentarische Sitzung, in welcher Seitens der Regierung die Schwlerigkeiten der Lage Ru— mäniens im Fall eines europäischen Krieges dar- gelegt wurden.
Griechenland. Atben, 15. März. Vom Olpmp breitet sich ein Aufstand immer mehr nach Macedonien aus, der bereits bis Verria reicht. Bei Phassala fanden zwei 6bedeutende Gefechte statt, wobei 400 Türken fielen. Der Gouverneur Janinas ließ über 200 muselmannische Sträflinge frei, die vereint mit den aus den Gefsängnissen von Arta und Prevesa entlassenen Straͤflingen nach Epirus zur Bekämpfung der Jusurrection gesendet werden sollen. Die Insurgenten Kreta's sind im Begriffe, die Feindseligkeiten wiedet auf


