Schutzmann Wacht und zwel Schutzleute saßen neben Hödel. Im Gefängniß angekommen, meinte Hödel zu den Schutzleuten und Gefängniß⸗Auf- sehern, die ihn heraufgeleiteten, ganz gemüthlich: „Von so ne Verhandlung kriegt man aber eenen Dorscht!“ Einer der Aufseber fragte ihn darauf: „Ja, sind sie denn gar nicht erschüttert von dem Urtheil?“, worauf Hödel erwiederte:„Ja, hab' ichs denn wohl anders erwartet?“ In dem Augen blick, in dem Hödel in die Zelle geführt wurde, meinte er zum Gefängnißschließer mit lächelnder Miene:„Na, nu bin ich neugierig, wie lange das wohl noch gehen wird.“
— Eine Anzahl von Trägern des Namens Nobiling, worunter Verwandte des Verbrecher, haben in Folge des Attentats vom 2. Juni an betreffender Stelle das Gesuch um Genehmigung zur Namens- Veränderung eingereicht.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ erklärt die Nach richt des in Konstantinopel erscheinenden Stambul⸗ Journals vom 12. Juni von einer angeblichen Schlägerei zwischen deutschen und französischen Matrosen in Smyrna auf Grund eingegangener Erkundigungen für erfunden.
— Die Vorbereilung für das Socialisten⸗ Gesetz geschieht diesmal umsichtiger als das erste Mal. Der Staats ⸗Secretär Friedberg wohnt als juristischer Beirath allen Berathungen bei,
Infanterie vortreffliche Ergebnisse; in vielen Re- gimentern haben mehr als zwanzig Unteroffiziere det Classe von 1873 die Capitulation nachgesucht.
Großbritannien. London. Im Arsenal zu Woolwich sind Besehle eingegangen, eine noch restirende Bestellung von 40 Millonen Patronen zu annulliren. Es sind auch verschiedene andere Beweise dafür vorhanden, daß die außerordent⸗ liche Thätigkeit, die in den Regierungs⸗Etablisse⸗ ments während der letzten drei Monate herrschte, im Abnehmen begriffen ist. Die Arbeit über die gewöhnliche Zeit higaus ist eingestellt worden und die Ausmerksamkeit richtet sich wieder auf Experi- mente für die Verbesserung von Kriegs ⸗Material, eine Beschäftigung, die während der letzten Zeit fast gänzlich unterbrochen worden.
ö— 11. Juli. Im Unterhause antwortete Stanley auf Anfrage Nolan's: 10,000 Mann und zwar die auf Malta befindlichen indischen Truppen und drei britische Bataillone besetzen Cypern. Bourke antwortet Wolff, die Nachrichten über die bulgarischen Grausamkeiten im Rhodope⸗ Gebirge seien durch die Consulate bestätigt worden. Die Pforte sei bereit zum Abschlusse einer Con- vention wegen Unterdrückung des Sklavenhandels; der Entwurf einer bezüglichen Convention sei am 5 Juni nach Constantinopel gegangen.— Es ver · lautete in letzter Zeit öfter von Gewaltthätig⸗
welche der Bundesrath alsdann im Monat August keiten der Bulgaren gegen die gefangenen In⸗
eingehend prüft. Die Einberufung des Reichstags ist erst für den 6. September geplant.
Posen. Der achtzehnte volkswirthschaftliche Congreß wird in den Tagen vom 2. bis 3. Sept. hier in Posen tagen. Die Berathungsgegenstände sind: 1) Differential- Zölle und das Recht der
surgenten im Rhodope Gebirge. Es werden der „Times“ in einem Privat Telegramm diese Nach- richten jetzt ebenfalls bestätigt. Nach ihrem Ge— währsmann sind über hundert Personen mit kaltem Blute abgeschlachtet und verschiedene unter ihnen gekreuzigt worden.
meistbegünstigten Nation. Referenten: Brömel— 12. Juli. Sami Pascha als Vertreter (Stettin), Frhr. v. Kübeck(Wien), Dr. Czerzku der Pforte und Baring als Vertreter Englands (Wien). 2) Die zweckmäßigste Art der Vornahme proklamirten am 11. Juli unter dem Enthusiasmus von Enquesen in volkswirihschaftlichen Fragen. der dortigen Bevölkerung die Besitznahme Cyperns
Referenten: Dr. Alexander Meyer(Breslau), Dr. Braun(Berlin). 3) Die Eisenbahn Tarif- Frage. Referenten: Dr. Eras(Berlin). Dr. Sax (Wien). 4) Tabakssteuer und Tabaks⸗Monopol. Referenten: Dr. Barth(Bremen), (Berlin), Zwicker(Magdeburg).
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Der „Standard“ hört, die Wiener diplomatischen Kreise discutirten das Projekt eines österreichischen Protektorats über die europäische Türkei analog dem englischen über Asien. Bekanntlich ist dies Gerücht bereits mehrfach aufgetaucht, bisher aber von Oesterreich-Ungarn als inopportun abgelehnt worden.
— 12. Juli. Die Verhandlungen zwischen Oesterreich und der Pforte in Betreff der Occu⸗ pation nähern sich der Vollendung. Um Zu⸗ sammenstöße zu vermeiden, werden die österreichischen Truppen langsam vorrücken. Der Vali von Bos nien erhielt die Weisung, seinen Einfluß auf die mohamedanische Bevölkerung auszuüben, damit sie keinen Widerspruch leiste.
— Der„K. 3.“ geht aus Pest folgendes Telegramm zu, in welches man aber wohl be⸗ rechtigten Zweifel setzen darf:„Aus Regierungs- Kreisen läßt man hier verlauten, mit Schluß des Congresses gelte das Drei⸗Kaiser Verhältniß für gelöst; Oesterreich sei seiner diesbezüglichen Ver⸗ pflichtungen enthoben und könne mit den West⸗ mächten zusammen dem Vordringen Rußlands einen Damm vorbauen.“
Frankreich. Paris, 12. Juli. Dem Marine⸗Ministerium ging die Nachricht von einem Ausstande der Eingeborenen in Neu⸗-Caledonien zu. 89 Personen fielen demselben zum Opfer, darunter ein Oberst. Der Gouverneur von Neu— Caledonien meldet, er sei Herr der Situation. Das Marine⸗Ministerium sandte eine Depesche, worin Energie empfohlen wird. Eine Verstärkung
von zwei Compagnien Marine Infanterie wurde nach Caledonien, dessen Gouverneur bereits über 1700 Mann Truppen und 900 Mann Marine⸗ Soldaten verfügt, geschickt.
— Laut dem„Avenir Militaire“ zeigt das Gesetz über die Unteroffiziere besonders in der
Philippson
durch England.
Türkei. Constantinopel, 12. Juli. Gestern und vorgestern fanden langwierige Ver- handlungen des Ministerrathes wegen der Cession Cyperns statt. Seit Bekanntwerden der Abtretung Cyperns an England hat sich der Bodenwerth auf der Insel bereits bedeutend erhöht.
— 12. Juli. Der gestrige außerordentliche Ministerrath berieth über die griechische Frage. Die griechischen Kaufleute, empört über die Haltung Englands, haben ein ihnen vom hiesigen englischen Handelsstande angebotenes Banket ab- gelehnt, Die Morgenblätter veröffenklichen die englisch⸗türkische Convention. Die officiösen türki schen Journale beurtheilen die Allianz mit Eng- land günstig und preisen die Idee einer analogen Allianz mit Oesterreich bezüglich der europäischen Türkei.
— Aus Serajewo vom 10. Juli wird mit: getheilt, daß sich die Aufregung der dortigen Be⸗ völkerung über die Nachrichten vom Congresse nun wieder vollkommen beschwichtigt habe.
Serbien. Kragujewatz, 12. Juli. Die Skupschtina hat nach einer vierstündigen Debatte den Adreß Entwurf angenommen, nachdem der Minister Gruic die Skupschtina ermahnt hatte, aus Opportunität und im Interesse des Landes die eventuellen Congreß⸗Beschlüsse nicht anzugreifen.
Rumänien. Bukarest, 13. Juli. Bratiano erklärte in der Sitzung der vereinigten rumänischen Kammern, daß die Regierung vorbehaltlich ihrer historischen Rechte auf Bessarabien zur Annahme der Rumänien vom Congresse zugesprochenen Do⸗ brudscha entschlossen und sosort nach der offiziellen Mittheilung des Congresses, von der Dobrudscha Besitz zu ergreifen, Willens sei. Bratiano er- klärte ferner, daß das Cabinet entschlossen sei, sich der Entscheidung des Congresses in der Juden⸗ frage zu fügen.
Griechenland. Athen, 12. Juli. Der englische Consul in Canea erhielt von der englischen Regierung den Auftrag, der kretensischen National- Versammlung Reformen unter Englands Garantie anzubieten; man glaubt das Anerbieten werde zurückgewiesen werden.
Rußland. Kiew. Das revolutionäre
Comite hört nicht auf, an zahlreiche Personen,
zu senden. Die damit Bedachten sind von einem panischen Schrecken ergriffen worden, der um so erklärlicher ist, als man bisher nicht einen einzigen der anonymen Briefschreiber zu entdecken vermochte, Der Gouverneur und alle anderen höheren Be⸗ amten getrauen sich nur unter starker Polizei- Be⸗ deckung auf die Straße, allein und ohne Escort wagt es keiner derselben, sich öffentlich zu zeigen,
Amerika. New Jork. Die Truppen unter Howard und Barnard treiben die feind lichen Indianer nordwärts durch Oregon. Di Truppen durchziehen ein rauhes Land und habe große Strapazen auszustehen; sie müssen ihr Vorräthe selbst tragen. Sie stehen den Indianern gegenüber bei John Day Valley und Canon-Cith, etwa hundert Meilen südlich vom Columbia-Flusse, Die Indianer schwärmen über die ganze gebirgige Gegend und Plänkeleien kommen häufig vor, doch ist es ihnen nicht gelungen, die Truppen in Hinter⸗ halte zu locken, obschon häufig einzelne Soldaten getödtet worden. Howard's Vormarsch hat Camp Harney befreit, die Feinde sind von dort nord wärts getrieben worden, auch sind die Indianer verhindert worden, ostwärts zu entkommen und die Ansiedlungen in Idaho zu bedrohen. Di Truppen haben dem Feinde vollkemmen den Wig nach Westen, Süden oder Osten abgeschnitten! daß er sich nach Norden zurückzieht, in der Hoff nung, über den Columbia-Fluß in der Nähe von Fort Walla-Walla in das Territorium Washington zu enikommen. Die Truppen des Generals Wheaton stehen zu Walla Walla und alle verfügbare Ver⸗ stärkung wird ihm zugeschickt. Regierungsagenten haben nach verschiedenen Unterhandlungen die Indianer am Colorado Flusse bewogen, friedlich zu bleiben, und sie helfen den Truppen, den Ueber⸗ gang des Feindes zu hindern. Der Feind ist in beträchtlicher Stärke 40 km. füdlich von dem
oberhalb Walla⸗ Walla überzusctzen. telegraphirt, er hoffe eine genügende Macht zu Pendleton versammeln zu können, um den Ueber⸗ gang zu verhindern.
— 11. Juli. Mit Rücksicht auf eine in gang Kanada am 12. d. beabsichtigte orangistische De⸗ monstration sind umfassende militärische Vorsichts⸗ maßregeln getroffen, da die Spannung zwischen Katholiken und Orangisten einen äußerst beun⸗ ruhigenden Charakter angenommen hat. In Quebec sind bereits Waffenläden von der erregten Menge geplündert worden.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Nochmals wollen wir auf die Samm⸗ lung„Wilhelmsspende“ aufmerksam machen. Es empfiehlt sich nicht, die Listen auf den Rathsstuben oder an an; deren Orten aufzulegen, sondern es müssen sich einige Ortsvorstände der Sammlung von Haus zu Hauß unterziehen. Erfahrungsgemäß kommen die Leue bel allem guten Willen nicht, wird es ihnen aber bequem gemacht, so schließt sich Niemand aus.
A. Bad⸗Nauheim. Zu der in Ihrer vorigen Nummer gebrachten Noliz über den Beschluß des hiesigen Krieger⸗ Vereins bitten wir noch ergänzend zu bemerken, daß stag⸗ licher Beschluß von den hier anwesenden Mitgliedern ein stimmig gefaßt und eigenhändig unterschrieben wurde.
Allerlei.
Herxheim. Am 9. Juli wurde hier in der Scheu des Ackerers Chrifloph Lechner eine männliche Leiche aus⸗ gefunden, welche gänzlich eingetrocknet, schon mehrere Jaht dort gelegen haben muß, vielleicht von einem Manne hi rührend, der dort sein Nachtlager hielt.
Gelnhausen. In dem benachbarten Dorfe Ki bracht ist vor einigen Tagen der älteste Mann in Kurh und vielleicht auf dem ganzen Kontinente gestorben. ist dies der Bauer Florian Weißmuth, der das respekil Alter von 1 Jahren erreichte, iretzdem er während feln ganzen Levens mit Strapazen und Entbehrungen alla Art zu kämpfen hatte. Derselbe diente s. Z. unter d
namentlich an höhere Würdenträger, Drohbriese
Flusse erschienen und zeigt die Absicht, bei Pendleson Wheaton
Herzoge Ferdinand von Braunschweig und hat u. a. al die Schlacht bei Wilhelmsthal mitgemacht. Von sesh Nachkommenschaft leben noch zwei Söhne(bochbelh Greise), 16 Enkel und 43 erwachsene Urenkel. 1 Fulda, 11. Juli. Heute Morgen entgleisten beit a Aussahrt aus dem Bahnhof Elm von dem Frankl Bebraer Zuge Nr. 10 die Locomotive und drei Personsh wagen, ohne daß davei Personen verletzt wurden. Weiterbesöcd rung der Passagiere und Postsachen, mi
ein Extcazug abgelassen werden. Die belden i welche in Folge des Unfalls beschädigt wurden, hoffte bis zum Abend wieder fahrbar zu machen.
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