Ausgabe 
16.7.1878
 
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Dienstag den 16. Juli.

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berhessischer A

nzeiger.

Wird hier und in Nanheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Artis Friedberg.

Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags.

Detuntb.

u Dalheim

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int Ent

Widerstand erhoben. werden zunächst die Local-Commissionen arbeiten; die kuropässche Commission wird hingegen erst später unter dem Fürsten Hohenlohe zusammen⸗. treten. 13. Juli. In der heutigen letzten Sitzung auch nut ein Menschenalter unverändert fortdauern des Congresses, welcher sämmtliche Congreß- Mit- wird. Das

beiwohnten, begann um Uhr und dauerte bis

den Documente als erste unterschrieb. verlas Andrassy im Namen des Congresses ein Dankvotum an den Präsidenten, und Fürst Bis- march dankte seinerseits. Der Friedensvertrag wird Anschluß an das eist nach der Ratificirung durch die Souveräne Kaisers

5 11 1.

Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.

Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres⸗Conto bei uns haben), welchen der Vetrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Sammlung von Geldbeitragen für die StiftungWilhelmsspende in Berlin innerhalb

des Großherzogthums.

Friedberg am 9. Juli 1878.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiste reien. Wie setzen Sie davon in Kenntniß, daß Großherzogliches Ministerium des Innern dem Comité derWilhelmespende zu Berlin die Erlaubniß im Großherzogthum für die genannte Stiftung Geldbeiträge zu sammeln ertheilt hat.

Bekanntmachung.

Dr. Ber ade n.

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach§. 12 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Provinzialausschuß während

der Zeit vem 21. Juli bis 1. September Ferien hält.

lung gelangen, dagegen wird der Lauf der gesetzlichen Fristen dadurch nicht unterbrochen.

Gießen am 9. Juli 1878.

Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhand-

Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen. Dr. Boeckmann, Provinzialdirector.

Bekanntmachung.

Die Amtstage des unterzeichneten Landgerichts werden Dienstag und Mittwoch, in den Stunden von 8 bis 12 Uhr Vormittags und 2 bis

5 Uhr Nachmittags abgehalten.

Außer diesen beiden Tagen ist freiwilliges persönliches Erscheinen bei Gericht nur in dringenden Fällen gestattet.

Altenstadt am 10. Juli 1878.

Großherzogliches Landgericht Altenstadt. May.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Das Regiecungsblatt Nr. 12, enthält die Bekanntmachung wegen der Normen für die Construction und Ausrüstung der Eisen⸗ bahnen Deutschlands.

Das Regierungsblatt Nr. 13 enthält den Landtagsabschied.

Darmstadt. Post-Personalnachrichten. Ver setzt sind: der Ober-Postsekretär Tubbe von Mainz nach Zeitz, der Postmeister Ihm von Pfalzburg nach Mainz, der Ober⸗Telegraphenassistent Nürn⸗ berg von Gießen nach Mainz und der Postver

walter Kleinschmidt von Lampertheim nach Eber

stadt. Angenommen sind als Postagenten der Webermeister Pfeiffer in Seeheim und der Bau aufseherasp. Zopf in Mörlenbach. Freiwillig aus- geschieden ist der Postagent Helfrich in Mörlenbach.

Berlin, 12. Juli. Auch heute hat noch,

theilweise wider Erwarten, eine Congreß Sitzung stattgesunden zur weiteren Vorbereitung der auf morgen anberaumten Schlußsitzung.

Die Behaupt⸗

ung, einiger Blätter, daß die Türken die Protokolle beanstandet hätten, ist falsch. Nach der Zurückweisung ihrer Opposition gegen die Beschlüsse über Rumellen

und Bosnien haben sie vielmehr keinen weiteren Nach dem Congreß Schluß

glieder, wie bei der Eröffnungssitzung, in Uniform 4 Uhr. Der Vertrag wurde unterzeichnet. Bereits um 1 Uhr hatten sich die ersten Secretäre der Delegirten mit deren Siegeln in das Congreß- Gebäude begeben, um die Siegel an die betreffen den Vertrags⸗Exemplare zu besestigen. Fürst Bis- marck hielt eine kleine Ansprache, worauf die sogenannte Alternativ- Unterzeichnung begann, der gestalt, daß jede Macht unter dem ihr verbleiben Darauf

amtlich publicirt. Der Vertrag besteht aus 58

Interessen Oesterreich

Artikeln. Gestern ereignete sich noch eine heftige Congreß Scene mit den Türken, welche ohne In structionen geblieben waren, betreffend die von Rußland verlangte Neutralistrung der Todtenstätten des Schipka-Passes. Der Congreß beschloß trotz der türkischen Einsprache die Neutrallsirung. Ferner wurde den Serben und den Rumänen die Zahlung der noch rückständigen Tribute an die Türkei erlassen. Die Berliner israelitische Ge- meinde sandte eine Dank- Adresse an Bismarck wegen seines Eintretens für die Cultusfreiheit im Orient.

In politischen Kreisen wird allgemein die hohe Bedeutung des Congreßwerkes um den Frie⸗ den vollauf gewürdigt. Allgemein wird die Zu versicht geäußert, daß man einer Aera dauerhaften Friedens entgegengehe und daß der füngst statt⸗ gehabte persönliche Verkehr und die persönliche Annäherung der leitenden Minister den europäischen Staaten eine erfreuliche Bürgschaft für die Er- haltung des Friedens gewähre. DieNordd. Allg. Zig. sagt:Das Berliner Memorandum war der Ausgangspunkl jener russischen Action, welche in den Präliminarien von San Stefano vor den Thoren von Konstantinopel ihren Abschluß fand. Der Berliner Vertrag besiegelt die Resul⸗ tate derselben. Von den Staatsmännern, welche hier versammelt gewesen, ist wohl Keiner der Meinung, ein Werk geschaffen zu haben, welches

Verdienst des Congresses besteht darin, die Erfolge der russischen Waffen mit den vitalen s und Englands und mit den Erfordernissen der thatsächlichen Verhältnisse in das Gleichgewicht gebracht zu haben. Für die fernere Entwickelung der Dinge im Orient sind soviel als möglich feste Bahnen vorgezeichnet; einem künftigen Interessen Conflict ist, soweit es die ge. gebenen Verhältnisse zuließen, vorgebeugt. Bei einem später etwa erneuerten Hervorbrechen der Gegensätze wird der Berliner Vertrag die Prin- tipien und die Ausgangspunkte der Verständigung darbieten.

DieNordd. Allg. Ztg. bemerkt im Exposé der Aerzte über des Befinden, die Uebersiedelung nach Char-

lottenburg sei wahrscheinlich. Nach derPost

hat der Kaiser, zum ersten Male seit dem Attentat, Herren seines persönlichen Dienstes, sowie Damen der Kaiserin und Großherzogin von Baden empfangen. Da voraussichtlich im Befinden des Kaisers wesent liche Veränderungen in nächster Zeit nicht zu er warten sind, so werden tägliche Bulletins nicht mehr ausgegeben.

DieNordd. Allg. Ztg. meldet: Der Staatseisenbahnbau wurde im letzten Jahr erheb lich gefördert, vom 1. April 1877 bis zum 1. April 1878 wurden 114,600,000 M. und im letzten Quartal 29 Millionen M. dafür verwendet.

Im Reichsjustizamt herrscht augenblicklich eine sehr große Thätigkeit, da angeblich auch das Genossenschaftsgesetz vorbereitet wird. Die bevor stehende Reichstagssession soll dem Vernehmen nach nur wenige Wochen dauern.

Sobald die Marine Commission, welche behufs Untersuchung über den Unglücksfall, der den Großen Kurfürst betroffen, eingesetzt ist, den Bericht fertig gestellt hat, beginnt die gerichtliche Untersuchung.

Der Geheime Oberfinanzrath Burghard ist zum Vorsitzenden für die Commission, betreffend die Tabaks Enquete, ernannt worden. Geheime Rath Michaelis arbeitet ein Gutachten aus, welches sich angeblich gegen das Tabaksmonopol aussprechen,

und die Anlehnung an das englische System der

Tabaksbesteuerung befürworten soll.

Der zum Tode verurtheilte Meuchelmörder Hödel hat auch nach seiner Verurtheilung seinen unerhörten Cynismus bewahrt. Als er aus dem Saale des Kammergerichts herausgeführt wurde und seine Wächter ihm wieder die Fesseln an legten, äußerte er:'s ist gut,'s ist alle. Ihr braucht mich nicht zu schließen, ich komme schon mit, Ihr könnt mich gleich dadran(der Kette) morgen früh aufhängen und mit den Worten; Es lebe die Commune! verließ er von fünf Wächtern begleitet den Saal. Aus dem Saale wurde Hödel direct nach dem grünen Arrestanten- Wagen, der seiner auf dem Hofe des Kammer- gerichts⸗Gebäudes harrte, gebracht. Er war nicht im mindestens aufgeregt, seinen runden weichen Filzhut hatte er auf das rechte Ohr gedrückt und leichtfüßig genug stieg er in den grünen Wagen. Hinter der Thür des Wagens hielt stehend ein