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Demokratie, Modisicationen der Gewerbeordnung
vorzunehmen seien.
— Die„Tribüne“ schreibt: Der allseitige Wunsch nach einer möglichst knapp und gedrängt gebaltenen Session des Landtags in diesem Jahre scheint auch im Einklang mit den Absichten der Regierung zu stehen. Nachträglich wird nämlich bekannt, daß es nach dem Auefall der Reichstags“
Großbritannien. London. Gladstone bielt in Rhyl eine Rede, in welcher er die Ereignisse, die sich im Orient von der Zeit der türkischen Grausamkeiten gegen die Bulgaren an zutrugen, besprach. Er(Gladstone) wies auf die Nachsicht der liberalen Partei hin, welche davon abgeseben habe, in kritischen Zeiten oder bei sonstigen Veranlassungen, wenn ihre Hoffnungen
sich gegenwärtig auf die religiösen Verhältnssse
von Elsaß Lothringen. Aus den letzten Wahlen in der Schweiz wird die Kurie Anlaß nehmen, wegen Wiederherstellung der gegenseitigen Bezieh⸗ ungen Verhandlungen einzuleiten. Die exilirteg schweizerischen Bischöfe erhielten Instructionen, sich zur Rückkehr in ihre Diöcesen vorzubereiten.
Türkei. Constantinopel. Die Pfortt
Wahlen in der Absicht Bismarck's gelegen habe, durch die Haltung der Regierung getäuscht seien, hat eine von Dondukoff⸗Korsakoff in Philippopel auch das Abgeordnetenhaus aufzulösen, dessen Zu- Angriffe gegen die Regierung zu richten. Jetzt gehaltene Ansprache als Insormation allen ihren sammensetzung wenig mit jener des Reichstags habe die liberale Partei zuerst darauf aufmerksam Vertretern im Auslande übersandt, mit dem Hin⸗ übereinstimmt, daß diese Absicht aber aufgegeben gemacht, daß die Regierung durch den Streit mit weis auf die dadurch herbeigeführte Beeinträchtig⸗
worden ist, nachdem man sich entschlossen hatte,
Afghauistan neue Gefahr herbeiführe. Bezüglich
ung des Berliner Vertrages. Bulgarische Be—
der letzten Session der laufenden Legislaturperiode dieser Angelegenheit hob Gladstone hervor: die wohner Rumeliens überreichten in Philippopel eine einen rein geschäftsmäßigen Charakter zu geben. Ehre und die Interessen Englands müßten den Petition wegen Vereinigung mit Bulgarien. Der — Der Zollkrieg wegen der schwedischen Zünd- Principien der Gerechtigkeit gemäß aufrechterbalten Ferman, welcher die von Mukhtar Pascha mit den
bölzchen ist beendet. Der Bundesrath beschloß
werden. Er wolle sich jetzt nicht über die Pläne
Kretensern abgeschlossene Convention genehmigte,
nämlich nach der„Wes.-Ztg.“ die Wiederherstell-[der Regierung verbreiten, weil er über dieselben ist nach Kreta abgegangen. Kaisserli Pascha i ung der Zollsreibeit für schwedische Zündbölzer. nicht genügend unterrichtet sei; nach den bekannt gestorben. Es verlautet, der Sultan werde den — Während der bisberigen Thätigkeit des Reichs- gewordenen Thatsachen müsse er indessen die Halt: früheren Führer der Aufständischen in Kozhan,
Patentamtes, vom Juli 1877 bie Ultimo October 1878, sind im Ganzen 3635 Patente ertheilt worden. Ausland. Oesterreich⸗UUngarn. Der Webrausschuß des Abgeordnetenhauses hat be- schlossen, die Regierungs- Vorlage, betreffend die Verlängerung der Wirksamkeit des Wehrgesetzes, gegenwärtig nicht in Berathung zu ziehen, nach dem der Landesvertheidigungs⸗Minister Horst er- klärt hatte, daß jedenfalls vor dem 8. December von der dermaligen oder der neuen Regierung ein diese Vorlage amendirener oder ein ganz neuer Gesetzentwurf unter Zurückziehung des jetzt vor⸗ liegenden eingebracht werden wird. Pest, 1. Nov. Molnar brachte beute im Unterbause einen Beschlußantrag, worin die Vor- legung des Berliner Vertrages gefordert wird. Die vereinigte Oppofition hält dies für nöthig,
weil Tisza die darauf bezüglichen Fragen von ist ungemein beruhigend und zuvorkommend ab-
Szilagy und Apponpi nicht beantwortete. gab nun folgende Erklärung ab: destimmte nicht den Zeitpunkt der Vorlegung des
Tisza
Berliner Verzrages; den Regierungen stehe überall Letzteres durch die Macht äußerer Ereignisse, welche
ung der Regierung verurtheilen. Redner verglich das gegenwärtige Verhältniß zwischen England und Afghanistan mit dem Verhältniß zwischen
Frankreich und Deutschland im Jahre 1870 seit Wien, 2. Nov. dem Zwischenfall Benedetti. Die conservative Politik
sei eine mysteriöse und eine Politik der Prahlerei,
die Verwirrung in den auswärtigen Angelegen⸗ heiten hervorrufe. Der bevorstehende Krieg würde ne Vermehrung der Steuern, Verletzung der Con-
ei stitution und Läbmung des Handels herbeiführen.
— Das Ultimatum der britischen Regierung
an den Emir von Afghanistan verlangt, wie „Daily News“ aus Simla vom 31. October
melden, volle Abbitte, Empfang einer britischen Mission und die Erfüllung einiger anderen Be. dingungen. Man ist dort nicht der Ansicht, daß der Emir das Ultimatum annehme, doch glaubt man, daß derselbe zunächst verhandeln werde.
— Rußlands Antwort auf die englische Note
gefaßt. Rußland hat danach niemals daran ge—
das Gesetz dacht, den Berliner Vertrag zu verletzen und den
Rückzug seiner Truppen zu verzögern. Wenn
das Recht zu, den Zeitpunkt selbst festzusetzen. Europa nicht kenne, theilweise nothwendig gewesen Das Verlangen, daß die Legislativen über An- sei, beabsichtige Rußland dennoch die genaue Aus- nabme oder Nichtannahme eines internationalen fübrung des Vertrags. Das britische Cabinet politischen Vertrages entscheiden sollen, sei nicht hat beschlossen, sich vorläufig damit zufrieden zu geben.
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gerechtfertigt. Das Occupations-Mandat sei eine dußere, nicht eine innere Angelegenheit. Eine harmonische Leitung der auswärtigen Angelegen- heiten sei nothwendig, weil sonst der Dualismus ad absurdum geführt, dann aber der Centralismus folgen würde. Andrassy könne den Delegationen die besten Aufklärungen geben, deßhalb bitte er (Tisza), den Zusammentritt der Delegationen nicht zu verzögern.
— 2. Nov. Der Reichstag hat den Antrag des Ministerpräsidenten, die Wahl der Delegation am Dienstag vorzunehmen, angenommen. Tisza legte dar, daß die internationalen Verträge, welche durch die berechtigten Factoren zu Stande ge⸗ kommen, nicht von der Legislative eines Staates an- gefochten werden können, ohne die Basis des ge— sammten internationalen Rechts zu erschüttern. Der Minister leugnete ferner auf das Bestimmteste die Existenz einer Reichsstädter Abmachung und legte hierauf den Berliner Vertrag vor.
Dänemark. Kopenhagen. Der König und die Königin von Dänemark und die Prinzessin Thyra wären am vorigen Montag bei Rückkehr von Schloß Bernsdorf nach Kopenhagen fast sämmtlich das Opfer eines schweren Unfalls ge- worden. In dem Augenblick, als die königlichen Wagen, die sie zurückführten, die Eisenbahnlinie Helsingör⸗Kopenhagen passirten, kam mit vollem Dampf ein Zug an und fuhr zwischen die beiden Wagen, in deren einem sich die königliche Familie, in deren anderem das Gefolge befand. Die beiden Hinterräder des ersten Wagens wurden zerschmettert, dem Kutscher des zweiten Wagens gelang es, die Pferde zurückzudrängen und er wurde nicht verwundet. Der Barridrenwächter, der die Barriere zu schließen vergessen hatte,
wird auf besonderen Wunsch des Königs nicht
zur Strafe gezogen werden.
— Im Amtsblatt wird der Schriftwechsel zwischen dem Botschafter in Paris, Lyons, und Minister Salisbury, betreffs Ernennung der eng— lisch- französischen Commission für die ägyptische Daira- Anleihe veröffentlicht. Salisbury stimmte dem betreffenden Vorschlage zu, hob aber hervor, daß die englische Regierung keinerlei Verpflichtung übernehme, die Zinsen oder einen Beitrag zum Tilgungsfonds unter irgend welchen Umständen zu zahlen. Die Ernennung der Commission be- zwecke nur, den Bonds Inhabern Sicherheit zu gewähren, daß der Commissär nicht ohne vor berige Zustimmung der englischen Regierung ab- gesetzt werde.
— Die„Bombay Gazette“ ist autorisirt zu melden, daß Salar Dschung Truppen, Geld und die Hülfsquellen Hyderabads der indischen Regier- ung für den afghanischen Krieg zur Verfügung gestellt. In Peschawer grassiren noch Krankheiten. Der„Pioneer“ hört, daß der Vicekönig gegen die Absendung eines weiteren Schreibens an den Emir protestirt habe.
Italien. Rom, 2. Nov. Die Vorverhand- lungen wegen des österreichisch-italienischen Handels- vertrages in Wien sind zu einem günstigen Abschluß gelangt, indem daselbst ein vorläufiges Protokoll unterzeichnet wurde, welches den defigitiven Ver⸗ handlungen zur Grundlage dienen wird. Diese Verhandlungen sollen beginnen, sobald die be— theiligten Regierungen das Protokoll ralificirt haben werden. Ellena und Axerio erhielten vom Finanzminister definitive Instructionen betreffs des Handesvertrages mit Oesterreich und reisen heute Abend nach Wien ab.— Die Nachricht, daß Pessina auf das Portefeuille des Ackerbaues verzichtet habe, bedarf der Bestätigung.
— Die Verhandlungen zwischen der päpstlichen Kurie und Deutschland dauern fort und beziehen
Achmed Pascha, begnadigen. — die Pforte hat Layard verständigt, daß sie den Zehnten abschaffen, einen Gouverneur er⸗ nennen und andere Reformen vorerst nur in einer Provinz einfübren werde. Die vollständige Durch⸗ führung der Reformen solle stattfinden, sobald es die Finanzen gestatteten. — Die Pforte, in der Besorgniß, daß die Russen den Ausstand in Nordmatedonien zum Vor⸗ wande einer Besetzung dieser Provinz nehmen, dirigirt alle von Constantinopel abgehenden Truppen⸗ verstärkungen hauptsächlich nach Seres und Stramitza. Auch von Pristina und Skopia gehen beträchtliche Truppenabtheilungen nach Mocedonien.— Der Sultan hat neuerdings Ghazi Osman mit der Ueberwachung der Befestigungsarbeiten der Ver⸗ theidigungslinie Tschataldja- Derkos beauftragt. General Totleben hat sämmtliche russische Linien bis Lüle-Burgas inspicirt. Das russische Haupt- quartier bereitet die Ueberwinterung eines großen Theiles der Armee in der Umgebung von Adria⸗ nopel vor.— Die Chefs der kretensischen Insur⸗ rection bereiten sich vor, Kreta zu verlassen. 2. Nov. Die Pforte hat abermals eine Note an Labanoff gerichtet bezüglich der Aus- schreitungen der Bulgaren. Die Regierung hat bestimmt, daß die Kaimes bei Steuer Zahlungen zum Course von 280 per Lire anzunehmen sind. Mumänien. Bukarest, 2. Nov. Der Unterrichtsminister Chizou bat seine Entlassung gegeben. Griechenland. Alben. Der griechssche Gesandte in Constantinopel, Konduriotis, ist infor⸗ mirt, daß die britische Regierung in einer Note, betreffend die Ausführung des Berliner Vertrages, eine Vermittelung in Angelegenheiten Griechen⸗ lands empfehlen werde. N— Die Cabinetskrise ist beendigt: Tricupfs übernimmt das Präsidium und die Portefeuilles des Aeußeren und der Finanzen; Maurocordatos den Unterricht, Karaiskakis den Krieg, Kanaris die Marine, Zaimis das Innere und die Justiz. Aegypten. Kairo. Vom Finanzamt wird die Zahlung des Coupons der unisicirten Schuld
angezeigt.
Amerika. Washington. Die Abnahme der Staatsschuld betrug im Monat October 1,708,000 Dollars. In der Staatskasse be⸗
finden sich 227,666,000 Dollars in Gold und 1,711,000 Dollars in Papiergeld.
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Aus Stadt und Land.
Friedberg. Vieelleicht ist es für manche Leser unseres Anzeigers nicht odne Interesse, zu vernebmen, daß der Direclor der hiesigen Taubst. Anstalt, Dr. Mattbias, nachdem er im Seplember zum Eyren⸗Mitglied und Honorar-Vicepräsidenten des vom 23.—30. Sep⸗ tember d. J. in Pap is lagenden„internauonalen Con⸗ gresses für die Verbesserung der Lage der Blinden“ ernannt war, jetzt auch das Eyren⸗Diplom des„internationalen Colleas für Wissenschaft, Lilerasur und Künste in Mailand erhalten hat..
Friedberg, 3. Nov. Heute wurde uns ein Zweig eines gelben Himbeerstrauchs gebracht, der dicht besäl war mit zum zwenenmale geseisten und halbreisen Früchten sowie mit Blüthen. In vielen Gärten blühen die Erd⸗ beeren zum zweitenmale.
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