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des Sabbalttages, daß du ihn beiligest, denn es ißt der Tag des Herrn deines Gottes! d g
Wenn ee demnach einem Jeden, der mit seinem Ebristen⸗ wum Ernst zu machen gesonnen. ist, als eine heilige Auf⸗ gabe erscheinen sollte, für die Heiligbaltung des Sonntags mit Wort und That einzutreten, so gilt dies ganz beson⸗ ders allen denjenigen, zu welchen andere Personen in irgend einer Eigenschaft— als Dienstboten, Taglöhner, Lehrlinge, Gesellen, Geschäftsgebilsen— in einem Ab⸗ bängigkeitsverbältnisse steben. An diese, die Dienstherr⸗ schaften, die Lehrherten, Meister, Geschäftsinhaber, über- haupt die Arbeitgeber aller Art, wenden wir uns darum mit der gegenwärtigen Ansprache vorzugsweise und ins⸗ desondere und bitten sie herzlich und dringend: Bedenket, daß Ihr als Coriften für die geistige und leibliche Wohl⸗ fahrt derjenigen, die Euch untergeben und dadurch Eurer Fürsorge auvertraul sind, verantwortlich seid. Bedenke, daß die Wohltbat der Sonntage ruhe in erster Linie zu demjenigen gebört, was Ihr ihnen zu gewähren und zu sichern verpflichtet seid, und daß Ibr durch die Vernach⸗ lässigung dieser Pflicht nicht allein das Wohl Euter Unter- gebenen, sondern mittelbar auch Euer eigenes und die gesammte Volkswoblfabrt schwer schädiget. In einer Zeit, wo so viele Einflüsse geschäftig sind, um grade das jüngere Geschlecht von den Wegen der Siitlichkeit, des Fleißes, der Pflichttreue, der Genuügsamkeit, der Gottesfurcht abzu⸗ lenken und es in unheilvolle Verirrungen hineinzuzieben, wo daber die Klagen über zunebmende Unbotmäßigkeit und Zügellosigkeit immer all gemeiner laut werden, sollte es gewiß von Allen, die über Untergebene jüngeren Alters zu wachen haben, doppelt willkommen geheißen werden, daß Anstalten vorhanden sind, durch welche das, was während der Schulzeit durch Schule und Kirche Gules in dieselben gepflanzt worden ist, erbaften und besestigt wer⸗ den kann. Hierzu gebört vor Allem der Sonntag und der sonntägige Goltesdienst. Beklagenswerth im böchsten Grade aber ist es, wenn nicht selten jungen Leuten schon bald, nachdem sie aus der Schule und dem Confirmanden⸗ unterricht entlassen und in ein Dienstverbältniß eingetreten sind, durch die Anforderungen, die im Hause, im Geschäste, in der Werkstätte an sie gestellt werden, die Heilighaltung des Sonntags erschwert, ja mehr oder weniger unmöglich gemacht wird und sie derselben so allmählich ganz ent⸗ wöhnt werden. Neben den schädlichen Folgen, welche hier⸗ aus in gesundheitlicher und wirtbschaftlicher Beziehung ent⸗ springen, muß auf diese Weise das jüngere Geschlecht den deilsamen Einwirkungen des Christenthums und der Kirche nothwendig immer mehr entzogen, und müssen Religiosität und Sittlichkeit, diese Grundpfeiler aller Wohlfahrt in Staat, Gemeinde und Familie, mehr und mehr unter- graben wer den.
Die angelegentliche Bitte, welche wir an die Lebrberen Dienstherrschaften und Arbeugeber allet Art hiermit richten, geht darum dahin: dieselben wollen es sich gewissenhaft angelegen sein lassen, ihren Untergebenen die Woblihat der Sonniagsruhe nicht allein ungeschmälert zu gewäßren, sondern auch sie durch ibr Wort und Vorbild dazu anzu⸗ leiten, dieselbe werth zu schätzen und richtig anzuwenden. Die Unbequemlichkeiten, welche hieraus anfänglich für die häuslichen und geschäftlichen Einrichtungen vielleicht ent⸗ stehen könnten, wären bei ernstem Willen zu überwinden und würden durch den Gewinn an Arbeitskraft wie an Arbeitslust und Pflichureue, den ein richtig gefeierter Sonn⸗ tag einbringt, sich reichlich ausgleichen.
Gott der Geber aller guten Gabe wolle verleihen, daß unsere Worte bei Allen, die es angeht, ernste Würdigung und Beherzigung finden, und daß sie dazu deitragen mögen, unseren Gemeinden das kostbare Gut der Sonn⸗ iagsheiligung zu sichern und zu erbalten.
Friedberg im December 1877.
Gegen Schlaflosigkeit.
Die Schlaflosigkeit ist bekanntlich ein Zustand, der in fortwährender Erregung der Gehirn— nerven besteht und in Folge des damit ver— bundenen abnormen und verminderten Stoff— wechsels im Gehirn leicht zu einer unheilbaren Erschöpfung führen kann. Dieselbe kann so— wohl durch anhaltende geistige und sinnliche Anregung wie auch durch pathologische Prozesse und Umbildungen in der Hirnsubstanz oder in Veränderungen der Beschaffenheit und Menge des Blutes innerhalb der Hirngefätze ihren Ursprung haben. Diese pathologischen Ver⸗ änderungen selbst sind oft wieder eine Folge der besagten anhaltenden geistigen oder sinn— lichen Anregung.— Sehr viele Leute sind mit diesem Zustande behaftet, ohne besonders dar— unter zu leiden. Es sind dies entweder apathische Naturen, oder Naturen, die kräftig genug sind, sich an die Entbehrung des Schlafes zu gewöhnen und die Schlaflosigkeit solchermaßen zu ihrer zweiten Natur zu machen.— Für Diejenigen, die unter dem Zustande wirklich leiden, ist es sehr schlimm, daß es wenig bewährte Mittel gibt, um desselben Herr zu werden und ihn gründlich zu beseitigen.
Bezüglich der Mittel gegen Schlaflosigkeit schreibt nun der b U e Einen greifen zu schlaferzeugenden Droguen
und der Genuß dieser wird leicht zur Leiden⸗ schaft(die selbst wieder Leiden schafft, darf man hinzufügen). Andere finden geistige Ge— tränke fuͤr wirksam und gewöhnen sich neben dem Wachen demzufolge noch an das Trinken von Spirituosen, resp. an den Genuß von Alkohol. a
Von den Anhängern des Mesmerismus lernte man, daß das beständige Hinblicken auf einen bestimmten Gegenstand nach einiger Zeit zum Schlafe führe. Da dieses Mittel aber in der Dunkelheit etwas schwierig anzuwenden ist, so gibt die Methode des sog. Braidismus die Auweisung, man solle einfach die Augen schließen und in Gedanken versuchen, den aus den Nasenlöchern heraus- und in dieselben ein⸗ gehenden Luftstrom aufmerksam zu beobachten. Es wird versichert, wer sich bemuͤhe, diesen Strom zu sehen zu bekommen, gewissermaßen durch die innere Anschauung, der werde unfehlbar bald in Schlaf fallen. Wir haben dieses Ver— fahren bewährt gefunden(sagt der„Medical— Examiner“) und es ist im Grunde dasselbe, wie das des Mesmerismus— das andauernde Hinblicken oder Achtgeben auf einen bestimmten Gegenstand.
Ein anderes Verfahren wird jetzt von einem amerikanischen Arzte, Dr. Cooke, vorgeschlagen, welcher behauptet, daß es in zahlreichen Fällen von Schlaflosigkeit nur nöthig sei,— einige Minuten recht langsam und ruhig zu athmen, um in einen erfrischenden Schlaf zu fallen. Er geht davon aus, daß die meisten Fälle von Schlaflosigkeit in einer Blutüberfüllung (hyperaemia) des Gehirns ihren Entstehungs— grund oder ihre nächste Ursache haben, und daß solchenfalls langsames Athmen den Blut— andrang genügend hemme und vermindere, um einen entsprechenden Eindruck zu machen.
Es ist richtig: bei großer geistiger Erreg— ung und daraus hervorgehender Schlaflosigkeit ist der Athem kurz und lebhaft, so daß der Versuch, langsam zu athmen, beruhigend wirkt und also zum Schafe geneigter macht. Um wirklich einzuschläfern, dürfte dieses Verfahren nicht immer ausreichen. Nach all Dem wird es wohl das Beste sein, schlafenden Persouen nachzuahmen, um in Kurzem wirklich zu schlafen.
Hören wir noch, was Dr. Klencke in seinem sehr empfehlenswerthen Hauslexikon für Gesund— heitslehre über unser Kapitel sagt:
Die Ursachen der Schlaflosigkeit, heißt es dort, können sehr verschieden sein, immer aber wirken sie auf das Gehirn hin, das durch einen direkten oder indirekten Reiz nicht aus der, dem Schlafe entgegenwirkenden größeren Erregung herauskommen kaun. Schon die Unterbrechung unserer Gewohnheit erregt Schlaflosigkeit; deß— halb, wenn wir in einem fremden Bette über— nachten müssen, wenn wir eine fremde Diät oder Tagesordnung geführt, wenn wir als arbeitsgewöhnte Menschen gefeiert, als Stuben— sitzer eine ungewohnte Anstrengung gethan haben; so auch, wenn unsere Sinne viele neue Aufregungen erlebten.
Das Gehirn erfordert einen zweifachen Reiz für seine Thätigkeit, den Reiz der Sinne und den des Blutes; das Uebermaß des Sinnen— reizes erhält wach, das des Blutreizes schläfert ein. Das Gehirnleben ermüdet für jeden Reiz, der länger oder stärker darauf einwirkt, daher im Wechsel der Sinnen- und Blutreize bald der eine oder der andere einschläfert oder erweckt.
Das natürlichste Beförderungs-Mittel des Schlafes für Gesunde ist, daß man am Tage eine solche Summe von Reizen auf den Körper einwirken läßt, daß die Erregbarkeit abgestumpft und gegen schwächere Reize am Abend un⸗ empfindlicher wird. Das geschieht durch mäßige körperliche und geistige Thätigkeit, bei gehöriger, mäßiger Sättigung.— Uebertriebene körperliche und geistige Anstrengung und Völlerei hindern den Schlaf, weil ihre Reize noch zu lange nachwirken; deßhalb schlafen Personen nach stark ermüdenden Fuß wanderungen oder nach Ueber— sättigung mit Speisen und Getränken nie gut.
Schlaflosigkeit kaun auch bewirkt werden durch Hunger, Durst, Mangel an n 4 Hier muß man erst etwas genießen, oder die Müdigkeit durch stilles, reizloses Verhalten, Langweile, Passivität abwarten. Ist Mangel an Bewegung und körperlicher Thätigkeit die Ursache, so muß man sie künftig nicht fehlen lassen, auch sich Abends vor dem Niederlegen reiben lassen. Auch list es ein gutes Mittel, sich ein in kaltes Wasser getauchtes und aus⸗
gedrucktes Bettlaken üder den nackten Körper
schlagen, sich damit reiben und dann mit einem anderen Laken ganz trocken reiben zu lassen, darauf aber in's Bett zu steigen. Ist man im Blute aufgeregt und leicht zu Wallungen geneigt, so trinke man vor dem Niederlegen ein Glas starkes Zuckerwasser, auch wohl mit etwas Phosphorsäure oder Citronensaft; hat man eine erregbare Verdauung, so esse man Abends früh und wenig. Heiße, schwere Betten, heiße Lokale, Mondlicht und Geraͤusch, die nicht einschlafen lassen, muß man zu vermeiden suchen. Kalte Füße erfordern Bürsten derselben, oder schnelles Eintauchen in kaltes Wasser und starkes Trockenreiben; ältere Leute müssen sich eines Bettwärmers für die Füße bedienen.— Ist der Körper aufgeregt, so vermeide man die erste Lage im Bette zu verändern und sich hin und her zu wälzen; bleibt man ruhig auf einem Flecke liegen, und ist das Bett nicht zu heiß und schwer, so tritt der Schlaf allmählich ein. Auch kann man in diesem Falle einige Schlucke recht kaltes Wasser trinken Will der Schlaf nicht erfolgen, weil der Geist zu lebhaft ist, angenehme oder unangenehme Gedanken und Gemüthsstimmungen fortdauern, dann muß man diese zu beschwichtigen suchen, theils durch Willenskraft, theils durch künstliche Mittel, wie Zählen,(Jean Paul) mechanisches Reticiren von Gedichten, namentlich in rhythmischer Weise, das stumme Nachtönenlassen bekannter Melodien, Firiren des Ohrs auf ein gleichmäßiges, nicht starkes Geräusch, z. B. das Ticken einer Taschen⸗ uhr, Festhalten eines gleichgültigen Gedankens. Kant sagt in seiner Abhandlung von der Macht des Gemüthes des Menschen über seine kranken Gefühle ꝛic.:„Aus Ungeduld, am Schlafen mich gehindert zu fühlen, griff ich zu meinem stoischen Mittel, meine Gedanken mit Anstreng⸗ ung auf irgend ein von mit gewähltes, gleich— gültiges Object, was es auch sei, z. B. auf den, viele Neben-Vorstellungen enthaltenden Namen Cicero zu heften, mithin die Aufmerk⸗ samkeit von der schlafstörenden Empfindung abzulenken, wodurch diese bald stumpf wurde und so die Schläfrigkeit sich überwog.“
Ein durch Schlaflosigkeit geschwächter Mensch muß nothwendig seine Lebensweise ändern, der Landbewohner muß in die Stadt, der Städter auf das Land und hier neue Beschäftigungen treiben! Nur maͤßig warme, niemals kalte Bäder werden vertragen.
Es ist schon erwähnt worden, daß man nie sich an Schlafmittel gewöhnen dürfe; die meisten Menschen greifen aber weit lieber zu einem solchen Gewaltmittel, als daß sie die natürlichen Wege zur Beseitigung ihrer Schlaflosigkeit einschlagen. Namentlich lieben sie die narkotische Wirkung des Alkohols und des Opiums als Schlaf— mittel, deren Quantität sie immer hoher, bis zu Zerrüttung des Nervenlebeus steigern müssen, wenn sie in zunehmender Abstumpfung die Wirkung erzwingen wollen; man vergesse aber nicht, daß der Schlaf, den narkotische Mittel hervorbringen, eine immer großere Unfähigkeit zum Schlafe hinterläßt.— In neuerer Zeit ist das Chloralhydrat als Schlafmittel beliebt geworden und hat allerdings nicht die üblen Neben⸗ und Nachwirkungen, wie die Opiate; der dadurch hervorgerufene Schlaf(Chloral⸗ schlaf) ist ein dem physiologischen natürlichen Schlafe gleichartiger. Verwerflich ist es aber, sich auch hieran zu gewöhnen, wo nicht quälende Schmerzen eine zeitweise Linderung erfordern, und es scheint, als lasse ein oͤfterer Gebrauch des Chloralhydrats Neigung zu Kopf- und
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