Ausgabe 
3.1.1878
 
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Donnerstag den 3. Januar.

M2.

berhessischer Anzeiger.

Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Amtlicher Theil.

Bettefsend: Die Abnahme des Versassungseides vem 4. Quartal 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Zur Ausschwörung des Verfassungseides durch die im 4. Quartal dieses Jahres aufgtnemmenen, sowie die hiermit sich noch im Rückstande befindlichen Orts bürger und die, welche, ohne Ortsbürger zu werden, geheirathet haben, aber in der Gemeinde heimathe berechtigt sind, haben wir ar Dienstag den 8. Januar kommenden Jabrees, Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhause zu Friedberg, für die aus den früheren Orten des Kreises Friedberg und auf Mittwoch den 9. Januar kommenden Jahrte, Vorminags 9 Uhr, auf dem Selzerbrunnen bei Groß⸗Karben, für die zur Ausschwörung

des Verfassungseides Verpflichteten aus den dem Kreise Friedberg einverleibten Gemtinden des früberen Kreises Vilbel anberaumt und werden wir zu-

gleich auch in diesem Termin andern Angthörigen dieser letzteren Orte, welche Beschwerden oder Wünsche vorbringen wollen, Audienz ertheilen.

Friedberg am 22. Dezember 1877.

Sie

wollen hiernach Einar ung ergeben lassen und die im Rückstand befindlichen unten Verzeichneten zugleich dei 3 Mark Strafe vorladen lassen und bis zum 6. Januar 1878 unfehlbar Verzeichnisse mit Bescheinigung, daß Vorladung ersolgt oder Bericht, daß keine zu laden sind, an uns einsenden. (In voriger Nummer des Anzeigers war der Termin der Einsend ung irrthümlich auf den 1. Februat angegeben.)

Jakob Lippert von Butzbach. Heinrich Köhler von Münster.

und Heinrich Anton Jakobi von Nieder- Rosbach.

raden,

Jakob Schmidt von Oppershofen.

Alexander Ludwig von Nieder-Mörlen jetzt zu Rockenberg.

Heinrich Brodrecht

Deutsches Reich.

Berlin, 30. Det. 1877. Der seitberige sranzösische Botschafter Marquis Gontaut- Biron bat beute dem Katser in feierlicher Audienz sein Abberufungsschreiben überteicht und sich hierauf auch von der Kaiserin verabschledet.

30. Dec. 1877. Dr. Struck ist heute nach Varzin berufen worden und dahin abgereist. Es handelt sich nicht sowohl um den Gesundheits- zustand des Reichskanzlers, als um das Reichs- gesundheitsamt. Eingeweihte betrachten die Ver- bandlungen mit Bennigsen wegen Uebernahme eines Ministerporteseuilles als gescheitert.

30. Dec. 1877. Der ungarische Minister v. Tisza hat heute eine Deputation der bier studirenden Ungarn empfangen und speiste Nach- mittags bei dem österreichischen Botschafter Grafen Karolpi. Seine Heimreise wird derselbe erst am Dienstag Nachmittag antreten und zwar über Dresden.

Ausland. f

Frankreich. Parie. Der Finanz-Minister ernanagte zwei Commissare zur Einsichtnahme in die Bücher und Effecten des Credit foncier und zur Berichterstattung. Ducrot und Bourbaki werden abgesetzt; anstatt l'Admirault wird Berthaut

Gouverntur von Paris. Eine Note imJournal officiel erklart

die jüngst besohlenen Truppen⸗Bewegungen, welche zu dem Borsall in Limoges Anlaß gegeben, dahin, daß sie begründet waren durch die gewöhnlichen, zu jeder Zeit getroffenen Maßregeln, um die öffentliche Ordaung in den großen Städten, be sonders in Parie, in gehöriger Achtung zu erhalten. Diese Maßregeln seien gegenwärtig durch nothwendige Verstärkung der Garnison von Paris, die durch die Entlassung der Altersklasse von 1872 geschwächt sei, veranlaßt gewesen. Ein General in Limoges habe die gegebenen Instruktionen falsch ausgelegt, indem er Maßregeln der Vorsicht in Maßregeln der Extcutton verwandelte. Nach Er theilung der bezüglichen Anweisungen an seine Offiziere wurde ein Act schwerer Indisciplin be⸗ gangen. Nach dem Ergebniß der eingeleiteten Untersuchung wurden arauf vom Kriegs minister die bereits bekannten Strafen verhängt. Großbritannien. London. Die Ad⸗ miralität hat Besehl gegeben, daß die Canal-Flotte ihre in Reparatur befindlichen Schiffe bis zum 16. Januar seefertig mache.Morning Post erfährt: Es sei wenig Aussicht auf Annahme der englischen Mediation in Petersburg vorhanden.

die auf das

Rußland scheine nur direct mit der Pforte zu

unterhandeln geneigt. Das 90. Insanterie-

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Regiment in Aldershot erbielt in Folge drohender Bogot vom 29. Dec. 1877.

Nußland. Petersburg. Amtlich aus

Auf der Ost- Front

Haltung der Kaffern Befehl, sich unverzüglich nach scheinen die Türken überall sich zurückgezogen zu

dem Cap einzuschiffen.

Türkei. Constantinopel. Die Pforte

wurde officiös benachrichtigt, daß Rußland einem

Waffenstillstande unter folgenden Bedingungen zu stimmen würde: Berichtigung der Grenze in Asien, Oeffnung der Dardanellen, Unabbängigkeit Ru⸗ mäniene und Annahme des Conserenzprogemmes bezüglich Bulgariens. Di ragen in Betreff Serbiens und Montenegros Würden weiteren Ber⸗

handlungen vorbehalten.

Aus Kamarli vom 27. Det. wird ge⸗ meldet: Auf dem linken Flügel, wo die Russen ihre Stellung verstärkten, sowie bei Slatitza san den Scharmützel statt. Das Wetter ist schön

30. Dec. 1877. Die Concentrirung der Truppen hinter dem Balkan wird sortgesetzt. Der

bieherige Commandeur der Division von Kadikibi Assof Pascha wurde zum Commandeur der Armee

des Vilayets von Kossova ernannt. Mukhtar Pascha wird in 10 Tagen bier tintreffen. Nach einem Telegramm Suleiman Pascha's aus Ichtiman sind neuerdings keinerlei bedeutendere Operationen im Balkan und an der Donau ausgeführt. Das Wetter ist sehr schlecht.

30. Dec. 1877. Sofia, dessen Bevölkerung aufgesordert ist, die Stadt zu räumen; die türkischen Truppen halten letztere besetzt.

315 Dec. 1877. schafter, Graf Zichy, bat gestern dem Minister des türkische Mediatsons-Rundschreiben über geben; danach lehnt Oesterreich, wenngleich in für die Pforte wohlwollender Form, ebenso wie Deutschland und Italien, die Mediation ab.

Laut Meldung aus Erzerum ersolgte die Abreise Mukhtar Pascha's am 26. Dec. 1877 Nachts. Zum Generalstabschef des in Asien kom mandirenden Ismail Hakki Pascha wurde Feizi Pascha ernannt. Einem Telegramm aus Erzerum vom 28. Dec. 1877 zusolge hatten die Russen wegen ungeheurer Schneemassen die Truppen Con- centrirung unterbrochen und arbeiteten an Wegen durch den Schnee, um Proviant heranzuschaffen.

Serbien. Belgrad, 30. Dee. Die Türken haben gestern bei Zwornik einen er folglosen Argriff gemacht. Das Bombardement von Nisch ist unterbrechen, wie gerüchtweise ver: lautet, aus Anlaß von Capitulations- Verhandlungen mit der Festung.

1877.

Eclaireurs beinabe ganz im Schnee.

daben. Dieselben ließen zur Vertheidigung kleinere, aus Truppen und Landes- Bewohnern zufammen⸗ gesetzte Abtheilungen zurück. Die Bewohner ziehen sich bewaffnet in die Wälder zurück, nach vor⸗ heriger Inbrandsetzung der Dörfer. Russischer⸗ jeits wurde bemerkt, wit türlische Jufanterie Ge⸗ bäude von Jovantschiflik vernichteten, und den Ort Ajaslar fanden die Russen bereits in Flammen stehend. Bel Mechtemer versanken die russischen Alle Berg Flüsse, die zuvor über ihre Ufer geitrtten waren, sind mit Eis bedeckt, fast alle Brücken weggerissen. Nach einem äußerst schweren Uebergang über die schneebedeckten Berge auf überfrorenen Fuß⸗ pfaden bei heftigem Wind hat die Vorhut des

westlichen russischen Detachements die Defilcen des

Balkans zwischen Arabkonak und Sosia besetzt.

Die Cavalctie steht bereits auf der Chaussee nach

goschtwielischnitza Schellawa drei

Die Russen nähern sich

Sofia. Wie schwierig in dieser Jahreszeit die Ucberscheitung des Balkans ist, beweist der Um- stand, daß der Marsch von Wratschesch bis Ne⸗ Tage in An⸗ spruch nahm.

1. Jan. 1878. Nach einer derPol⸗ Corr. zugehenden hiesigen Mittbeilung dürfte die vom Londoner Cabinet dort notificirte Geneigtheit

der Pforte, in Friedens- Unterhandlungen einzu⸗

Der österreichischt Bot⸗

treten, vom Petersburger Cabinet dahin beant- wortet werden, daß Rußland jederzeit bereit sei,

mit der Pforte Verhandlungen einzulciten, wenn

Auswärtigen die Antwort seiner Regierung

letztere ihre Geneigtbeit hierzu durch directe Schritte bei Rußland bekunde.

Friedderg. Der Decanats⸗Ausschuß des evangelischen Decanatees Friedberg bat an die Gemeinden nachfolgendes Schreiben etlassen:

Vetanlaßt durch einen Beschluß der diesjäbrigen Synode

unseres Decanates wenden ou uns an Euch, um Euch allen und denen insbesondere, die es zunächm angeht, eine sernste und heilige Christenpflicht dringend Herz zu legen. Sie deltisst die Heiligung des So

Daß die Sonntagsrube für die leibliche und wirth⸗

schasiliche Wohlfahrt des Volkes eine unetläßliche Beding⸗ ung ist, daß Sonntagsarbeit keinen Gewinn bringt, daß der scheinbare Gewinn, welcher auf Kosten der Sonntags⸗ ruhe erzielt wied, sich zuletzt allemal als Schaden deraus⸗ slellt, weil jene Arbeit das kostbare Kapttal der Arbeits⸗ kraft angreist und die Leistungssägigkeit nachhaltig schädigt, das sind Wahrbeiten, welche dermalen auch von solchen, die den Sonntag keineswegs als den Tag des Herrn an⸗ zuerkennen gesonnen sind, allseuig anerkannt werden, und welche immer gebieterischer Beobachtung fordern. Wie viel mehr muß es uns eine ernste Gewissenepflicht sein den Sonusag zu ehren, die wir das Gebot kennen Gedenke

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