proceß-Ordnung. Letzterer enthält namentlich Vor. schristen darüber, wie es mit den am 1. Oct. 1879 bereits anhängig gemachten Processen zu halten sein soll. Ein Gesetz- Entwurf bezüglich der für anhängige Concurssachen und anhängige Zwangs. Vollstreckungen nöthigen Uebergangsfristen ist noch in der Bearbeitung begriffen.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 28. Sept. Der Kaimakam von Großzwornik ließ schriftlich die Unterwerfung der Stadt anzeigen. Die dortigen Bewohner legten die Waffen nieder, welche sammt den Geschützen von den dortigen Christen bewacht werden. In der oberen Festung werden die Ge⸗ schütze gleichfalls durch christliche Einwohner bewacht.
— 28. Sept. Der Commandant des 13. Armee Corps, Herzog von Württemberg, telegrapdirt von Livno: Die 7. Division unter Generalmajor Müller, die Brigade des Generalmajors Csikos, eine acht; centimetrige und eine halbe neun-centimetrige Feld⸗ batterie erreichten, aus der Richtung von Jezero, Travnik, Serajewo, Prolog kommend, zumeist nach sehr beschwerlichen Gebirgspfadmärschen, am 26. d. die Gegend von Livno, dessen Cernirung vollständig gelang. Unsere Haupteolonne wurde an demselben Tage von feiadlichem Geschützfeuer empfangen. Der Gegner versuchte, wenn auch erfolglos, nach Glamoc zu entkommen. Am 27. Sept. wurde der Cer- nirungskreis vollkommen geschlossen und die Ver ⸗
bindung mit der Brigade Csikos auf's Engste her⸗ gestellt. um 7½ Uhr früh begann die allgemeine Beschießung. Dieselbe mußte jedoch in Folge des undurchdringlichen, mit starkem Regen untermischten Nebels von der östlich der Stadt postirten Feld- batterie eingestellt werden. Um 4 Uhr Nachmittags legte sich der Nebel und wurde die Beschießung aus allen 38 Geschützen wieder aufgenommen. Die mörderische Wirkung des Artilleriefeuers war so gewaltig, daß heute früh um 7 Uhr, als die Artillerie nähere günstige Positionen zur Fort- setzung der Beschießung eingenommen hatte, eine Deputation mit dem Anerbieten der Capitulation erschien. Thurme des oberen Castells die kaiserliche Flagge unter dem allgemeinen Jubel der Truppen aufge⸗ hißt. Die Trophäen dürften bedeutend sein, sind jedoch noch nicht constatirt. Gegen 100 Redifs streckten gestern und heute die Waffen. Unsere Verluste sind gering. Die Haltung der Führer und der Truppen in Ertragung ungeheurer Stra- pazen und in ihren tactischen Leistungen war sehr lobenswerth.
Graz. Privatschreiben entnimmt die„Tages post“, daß am 22, d. die ganze Umgebung von Karlstadt durch die Nachricht allarmirt war, daß die Türken in croatisches Gebiet eingebrochen seien und einige Ortschaften in der Nähe von Karlstadt angezündet hätten. Lieutenannt Le Gay, Sohn des bei Bihac gefallenen Obersten, setzte die Ein⸗ wohner von der drohenden Gefahr in Kenntniß, worauf diese theils sich bewaffneten, theils flüchteten. Mehrere Flüchtlinge kamen bis nach Krain. ö
Agram, 28. Sept. Der Landtag wurde heute eröffnet. Das bezügliche Reseript des Königs fordert zun Wahl der Deputation für den am 17. Oct. zusammentretenden ungarischen Reichstag
von Quetta auf Kandahar ist indeß zu erwarten, sobald eine hinreichende Streitmacht versammelt sein wird.— Das Reuter'sche Büreau meldet aus Simla, daß in Leistan(persisch-afghanische Grenze) Unruhen ausgebrochen seien.— Wegen Afghanistan ist eine Sitzung des Cabinetstathes auf nächste Woche einberufen. Wie verlautet, soll Beaconssield gegenwärtig leidend und sein Gesund⸗ heitszustand überhaupt unbefriedigend sein. Italien. Rom, 28. Sept. Das Schreiben des Papstes an Cardinal Nina ist allen Nuntien zur Ueberreichung an die betreffenden Regierungen mitgetheilt worden mit der Weisung, die Aufmerk⸗ samkeit letzterer auf die Verhältnisse hinzulenken, in welchen sich der päpstliche Stuhl bezüglich der Ausübung seines geistlichen Amtes befindet. Aus Deutschland sind Depeschen eingelaufen mit Kund⸗ gebungen des Dankes, daß die Lage geklärt und dem Episcopat sowie den Katholiken überhaupt eine Richtschnur für ihr Verhalten gegeben sei. Die Nachrichten verschiedener Journale, daß die
Verhandlungen zwischen dem Vatican und Deutsch⸗
land gescheitert seien, sind unbegründet. Der Vatican verlangt nicht die Abschaffung der Mai- gesetze, sondern nur eine für die Kirche weniger verletzende Auslegung derselben. Es handelte sich niemals um formelle Acte, die der Gegenstand eines Spetial-Gesetzes sein sollen, wie es bezüglich
der Abschaffung der Maigesetze der Fall sein müßte.
Bis jetzt herrscht zwischen den beiden verhandeln⸗ den Theilen Uebereinstimmung. Die Verhandlungen wurden nicht unterbrochen. Die gegenseitigen Vorschläge werden allerdings mit Hinblick auf die obwaltenden Schwierigkeiten langsam studirt.
Türkei. Constantinopel. Das im Lager von Kossowa zu concenttirende Armeecorps soll auf die Effectivstärke von 62 Bataillonen unter dem Befehl Fuad Pascha's gebracht werden.
Serbien. Belgrad, 28. Sept. Gestern
überreichte der russische Ministerresident Persiani
seine Creditive mit der Versicherung, der Zar werde das
Geltung verhelfen.
Numänien. Bukarest. Anläßlich der bevorstehenden gänzlichen Räumung Rumäniens Seitens der Russen ließ die russische Regierung das Bukarester Cabinet sondiren, ob dasselbe ge- neigt sei, die nunmehr ablaufende Convention durch eine neue Vereinbarung zu ersetzen zum Zwecke der Sicherung der Etappenstraßen für die russischen Truppen in Rumänien auf die Dauer der russischen Occupation Bulgariens. Wie es scheint, äußerte sich die rumänische Regierung noch nicht darüber; in Regierungskreisen soll aber wenig Neigung vorhanden sein, eine neue Convention abzuschließen. Die Einräumung von Etappenstraßen an Rußland in der Dobrudscha dürfte weniger Schwierigkeiten finden.
Griechenland. Athen.„Corr. It.“ veröffentlicht ein Schreiben von hier, in welchem es heißt: die Vermittelung der Mächte in dem griechisch ⸗türkischen Zwiste werde einen Ausschub erfahren, da es Englands Absicht sei, diese Frage zum Vortheile beider betheiligten Staaten zu schlichten. Midhat Pascha habe, bevor er London
Interesse Serbiens stets fördern und um 9 Uhr Vormittags wurde auf dem dessen Ansprüchen als unabhängiger Staat zur
und zur Wahl einer Regnikolar- Deputation von verlassen, auf Verlangen der englischen Regierung zwölf Mitgliedern zur Regelung der Finanzfragen seine Anschauung über die vortheilhaftesten Mittel mit der ungarischen Regnikolar- Deputation auf zur Versöhnung der Empfindlichkeiten der Pforte und kündigt sodann die dem Landtage zu machen- mit den Forderungen Griechenlands dargelegt. den Vorlagen an. Das Restript wurde mit leb Anstatt der vom Congreß vorgeschlagenen Grenz- haften Zivios begrüßt. bestimmung rathe Midhat an, die Grenzberichtig⸗ Frankreich. Paris, 27. Sept. Einem ung gegen Epirus und Thessalien auf den dritten Telegramm aus Alexandrien zufolge bat sich die Theil zu redutiren und Kreta an Griechenland französische Regierung geweigert, den Antrag des abzutreten, da diese Insel für die Türkei nur eine ägyptischen Minister⸗Präsidenten Nubar Pascha, fortdauerde Verlegenheit darstelle. Der Vorschlag daß der Professor Cauvet von der Ecole Centrale Midhat's sei von der englischen Regierung sehr zum ägyptischen Minister der öffentlichen Arbeiten günstig aufgenommen worden und thue dieselbe ernannt werden solle, zu genehmigen. im Augenblick bei den anderen Mächte Schritte, Großbritannien. London, 27. Sept. damit ihre Mediation eher im Sinne des obigen „Times“ meldet aus Calcutta: Es haben noch Projects als in jenem des Berliner Vertrages weitere Regimenter Marsch-Ordre empfangen.— stattfinde. Dem„Standard“ wird aus Bombay, 26. Sept., Rußland. Petersburg. Zuverlässige berichtet: Der Vormarsch auf Kabul findet nicht hiesige in Berlin für die„Times“ eingetroffene unverzüglich statt, weil erst die Neutralität der Nachrichten melden, daß die russische Regie rung
Bergstämme gesichert werden soll. Das Vorrücken ihren Kaufleuten und Fabrikanten erlauben wird,
in dem bevorstehenden britisch-afgbanischen Kriegt beiden Theilen Waffen und Munition zu verkaufen Amerika.
Sioux-Commissäre nach Port Knogh in Monsang gesandt, um sich nach den Bedingungen zu e. kundigen, unter welchen er sich den Behörde unterwerfen könne, da sein Volk sehnsüchtig de Rückkehr nach den Vereinigten Staaten verlang,
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Unser Schullehrer Seminar ift dieset Tage mit einem Legate beglückt worden. Der verstor bent Commerzienrath Gräf von Bingen hat der Anstalt 3000 M. vermacht, deren Zinsen zur Unterstützung bedürftige Seminaristen verwendet werden sollen. Ehre dem Au denken des Stifters!
Friedberg. Oogleich wir bereits in unserer Nr. 109 das Programm für die General⸗Versammlung des Landes, gewerbevereins am 3. October mittheilten, wollen wit doch einem an uns gerichteten Ersuchen entsprechen un dasselde hier wiederholen: Das Tagesprogramm ist we jolgt fesigesetzt worden: Besichtigung der von dem Local gewerbeverein in Friedberg veranstalteten Gewerbes Aut slellung in Steinhäußer's Gartenlocal. Beginn der Genera Versammlung im Holel Trapp um 11 Uhr.— Folgende Gegenstände sind bis jetzt zum Vortrag und zur Be alhung vorgesehen worden: Vortrag des Vereins-Präsideniegz Vornag von E. Rushs, Vorstandsmitglied des Locale gewerbevereins in Friedberg, über die gewerbliche Enz wickelung der Stadt Friedberg; Vortrag von Dittmar aug Mainz über das neue deulsche Gewerberecht, mit dez sonderem Hinweis auf die Aenderungen, welche die Gt werbeordnungs-Novelle gebracht hat; Bericht der Hanb⸗ werkerschulkommision des Landesgewerbevereins über di diesjährige Ausstellung der Schülerarbeiten aus den in; ländischen Handwerkerschulen; Eriheilung eines Unterrichts für Heizer von Dampfkessel⸗ und anderen größeren Feuerungs“ anlagen; Neuwahl des Ausschusses des Landesgewerbe⸗ vereins; Bestimmung des Ortes für die nächste General, Versammlung. Nach der General Versammlung, Nach miulags 2 Uhr findet im großen Saale des Hotel Trapp ein gemeimsames Miftagessen statt. Sodann Besichtigung
der Ausstellung von Zeichnungen aus den inläudischen
Handwerkerschulen im Seminargebäude.
w. Friedberg. In den Räumen des Gr. Schul⸗ lehrer Seminars dahier wurde am 29. September dig Aussiellung von Zeichnungen und sonstigen Schülerarbeiten sämmtlicher Handwerkerschulen des Landes eröffne. Es sind dabei 46 Anstalten vertreten. Wenn auch die Arbeilem aller dieser Schulen nicht auf gleicher Höhe sind, auß nicht sein können, da hier die lokalen Verhälinisse mehr als irgendwo mitsprechen, so sind doch in einem Punkfe alle gleich: in dem Streben das Höchste und Beste zu leiten. Wer Gelegenbeit halte, die jährlich wiederkehrenden Ausstellungen zu seben, wird gewiß überrascht sein von den Forischritten, welche die genannten Schulen in deri letzten Jahren gemacht baben. Wir wollen uns nicht ge⸗ stallen, diejenigen anzuführen, welche ganz Vorzügliches geleistel, einmal, weil dies den uns zugemessenen Raum; überschreiien würde, dann aber auch, um keinem Besuchem die Müpe zu sparen, fämmiliche Leistungen mit aller Auf⸗
merksamkeit zu verfolgen,— und gerade um dieses Letz tere Die kleinen Handwerker?
möchten wit die Besucher bitten. schu en haben mit den meisten Schwierigkeiten zu kämpfen, hier ist die Person des Lehrers Alles in Allem, die Arbei! am mühevollsten; um so lohnender, wenn sie finden, daß auch ihre Arbeiten beachtet und nach Gebühr gewürdig werden. Da der Besuch für Jedermann ftei ist, so daß man wohl die Hoffnung hegen, daß Niemand, der In⸗ teresse an der Hebung der Gewerbe und besonders det Hanoweik e rstandes nimmt, versäumen wird, diese Aut siellung zu besuchen; besonders aber die Handwerker selbel namenilich die jüngeren, werden bier manche Anregung finden. Auch können wir der Gr. Centralstelle, welchem wir diese schöne, gelungene Ausstellung verdanken, unsen Anerkennung nicht besser ausdrücken, als wenn wir von dem, was sie uns bietet, recht fleißigen Gebrauch machen,
Friedberg. Dem, Fr. Journ.“ schreibt man von Hanau Der Bau der Bahnlinse Hanau Friedberg wird, sowesl die Ausführung des Unsernehmens auf preußischem Gebiels statizufinden hat, in rascher Weise gefördert. Die Hauple⸗ schwierigkeiien auf der gedachten Strecke lagen zwischen! Bruchköbel und Windecken. Nachdem nun der gewalkich! Damm bei ersterem Orte beinahe sertiggestellt und auth der bedeutendere Einschnitt auf der Höhe bei Osthesm im der nächsten Zeit seiner Vollendung enigegengehl, il Aug, sicht vorhanden, daß sich die sämmilichen Erdarbeiten au der preußischen Sirecke im Laufe dieses Herdsses noc
werden bewältigen lassen. Zwischen Bruchköbel und Ran
dorf sollen an den Dämmen keeinere Rutschungen und Senkungen in Folge des sumpfigen Untergrundes stallh
gefunden haben; doch sind diese Erscheinungen ganz und
gar unbedenklich und wenn nicht besondere unvothergeseheme Schwierigkeuen eintreten, so if Hoffnung vorhanden, daß die Strecke Hanau-⸗Windecken nächsten Sommer dem Ves ⸗ kehr übergeben werden dürfte.
Gießen. Die voraussichtlich bis in die dritte Woch andauernden Schwurgerichts⸗ Sitzungen vom 4.
werden Dienstag den 1. October Vorm. 9 Uhr ihren An, fang nehmen und zunächst folgende Anklagesachen zur Ven handlung kommen: Den 1. Oct., Vorm. 9½ Ubr gegen J. Wolf von Meiches und H. Großer von Breslau wegen sbweren Diebflabls, Veri. Adv. Thorwarl. Dens., Nachm 3 Uhr gegen H. Schäfer II. von Oppenrod wegen Urkunde
Hbiladelphia, 24. 80 Der Indianerhäuptling Sitting Bull hat seche
Quarial
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