Ausgabe 
8.2.1877
 
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seinem lebhaften und Krankheit des Ober ⸗Präsidenten Ausdruck; trotz dessen Abwesenbeit begegne man hier aber wieder um den Versöhnungs Prineipien, zu denen jener sich bekenne und in die sich die Anwesenden hin eingelebt hätten. Redner gedachte ferner der in

0 dem Wahl- Ergebnisse kundgewordenen Umwand- lung der öffentlichen Meinung, indem er das Land N zu diesem Fortschritte beglückwünschte, da nun die 9 Voraussetzung berechtigt erscheine, daß die resultat- 0 losen, herben und compromittirenden Protestationen 9 sich überlebt hätten, und sprach schließlich die Er-

wartung aus, daß durch die baldige Einführung ö einer eigenen Versassung das Reichsland den übrigen deutschen Staaten gleichgestellt werde. Zum Prä- sidenten des Landesausschusses wurde sodann mit Einstimmigkeit Schlumberger gewählt, der auch in der vorigen Session den Vorsitz führte.

Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 5. Febr. f Ignatieff bleibt drei Tage in Wien. Er soll eine

0 Audienz beim Kaiser nehmen. Bezügliche spetielle Instructionen sind bei Nowikoff eingetroffen. 6. Febr. Die Verbandlungen zwischen den Ministern der beiden Reichshälften bezüglich der Bankfrage haben abermals zu keinem Resultat geführt. Die ungarischen Minister kehren heute nach Pest zurück.

Frankreich. Paris. DasEcho universel bringt eine Correspondenz aus Rom, welche ge- fährliche Umtriebe Rouher's in Florenz und Rom 1 signalisirt, nämlich zu Gunsten der

Versailles, 5. Febr. Deputirtentammer. Der Antrag Madier's, betreffend die Aufbebung

mit einem Zusatzartikel angenommen,

1

treten sollen. Belgien. Brüssel, Bezirks Versammlung in Verviers

daß das Malou'sche Wahl-Reform-Gesetz zurück⸗ gezogen werde, oder das Ministerium selbst zurück- 1 trete. In Lüttich faßte eine Versammlung den 1 gleichen Beschluß.

f Artwerpen, 6. Febr. Gestern Abend fand 1 eine öffentliche Kundgebung gegen das Ministerium statt. Ein großer Haufe sammelte sich vor dem Jesuitenkloster an und rief:Nieder mit Malou! Die Polizei stellte die Ruhe wieder her.

Großbritannien. London. DieTimes bespricht das russische Circularschreiben und ist der Meinung, die Antwort der britischen Regierung werde im Einklange mit dem Parlamente unzweifel- haft dahin lauten, daß England sich vorbehalte, seine eigenen und die allgemeinen Friedens- Interessen zu Rathe zu ziehen und den weiteren Gang der Ereignisse abzuwarten. Wolle Rußland schneller ö vorgehen, so werde es dies auf seine eigene Verant- wortung thun müssen. Dae Circularschreiben trage

trauens bei, sondern werde als Aufforderung zum Beginn des Krieges betrachtet werden, aus welchem Rußland, wenn die Türkei ohne Bundesgenossen bliebe, kaum ermangeln könnte, Nutzen zu ziehen. Privat- Depeschen aus Durham zufolge wird befürchtet, daß die Arbeiter auf den Kohlen gruben die Arbeit einstellen werden, da sie auf die von den Gruben-Besitzern beabsichtigte Lohnherab setzung nicht eingehen wollen. 6. Febr. Die heutigen Morgenblätter 1 stimmen in ihren Besprechungen des Sturzes von 1 Midbat Pascha in der Anschauung überein, das 1 Ereigniß werde wichtige Veränderungen in der ö inneren und auswärtigen Politik herbeiführen. DerStandard ist der Meinung, daß Rußland aus dem Ereigniß den meisten Vortheil ziehen werde. DieTimes drückt die Hoffnung aus, 7 der Ministerwechsel werde nicht einen neuen Aus- ö bruch des Fanatismus herbeiführen oder die Pforte zu einer übereilten verhängnißvollen Handlung trei ben. Der diplomatische Schriftwechsel über die

In seiner Erwiderungsrede gab der Alterspräsident J orientalische tiefen Bedauern über die Donnerstag zusammentretenden Parlament noch an

des Cardinals Bonaparte auf den päpstlichen Stuhl. zu bringen.

des Decretes von 1852, welches die Suspendirung Kadri und Unterdrückung von Zeitungen behandelt, wurde Paschas, wonach die Djevdet Pascha zum Minister des Innern, welches durch das Decret von 1852 aufgehobenen früheren Ministerium erst Preß⸗Bestimmungen vorläufig wieder in Kraft

4. Feb. Eine liberale Pascha, i stellte nach zum Justizminister, leidenschaftlich erregter Debatte die Forderung auf, Botschafter zu Paris Sadyk Pascha zum Gouverneur

0 1 schwerlich zur Abschwächung des englischen Miß

Frage wird, wie verlautet, dem am

demselben Tage vorgelegt.

Italien. Rom, 6. Feb. DieItalie meldet: Heute trifft ein Special-Abgesandter Frank⸗ reichs in Rom ein, um auf neuen Grundlagen die Verhandlungen über den Handels- Vertrag zwischen Frankreich und Italien wieder aufzunehmen.

Türkei. Constantinopel, 4. Februar. DerAgence Havas wird aus Ragusa gemeldet, der bisherige Gouverneur der Herzegowina Ali Pascha sei nach Constantinopel berufen, da die gesonderte Provinzial-Verwaltung der Herzegowina aufgehoben werde.

5. Feb. Die von der Pforte aus Anlaß des Auseinandergehens der Conferenz erlassene Note ist den Conferenz- Mächten nunmehr zuge: stellt. Dieselbe wahrt in bestimmtester Form die Integrität und Autonomie der Türkei in allen ihren Landestheilen und führt überhaupt eine sehr entschiedene Sprache. Unter Darlegung der Politik Midhat Pascha's wird namentlich auf die von diesem geschaffenen Institutionen hingewiesen und das Recht Dritter zur Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Türkei bestritten.

5. Februar. Edhem Pascha ist an Stelle Midhat Pascha's, welcher von Constantinopel ent- fernt worden ist, zum Großvezir ernannt. Midhat wurde durch einen Adjutanten des Sultans ins Palais berufen und von dort sosort an Bord der

kaiserlichen NachtIzzeddin gebracht, welche so⸗

gleich in das mittelländische Meer abfuhr, um

Candidatur Midhat Pascha außerhalb des türkischen Gebiets

Man glaubt, Midhat werde in Syra gelandet werden. In Folge des Sturzes von Midhat wurden folgende Ernennungen verfügt: Bey, unter Erhebung zum Range eines zum Präsidenten des Staatsrathes,

neuerlich errichtet ward, Adassides Effendi zum Musteschar dieses Ministeriums, Ohannes Effendi zum Handelsminister, Hassim bisheriger Gouverneur von Adrianopel, und schließlich der bisherige

des Donau-Vilajets, Ali Pascha zum Gouverneur von Adrianopel, Ahmed Vifik Effendi zum Prä⸗ sidenten der Deputirtenkammer, Kurschld Pascha zum Musteschar des Großvezirats und Ohannes Lakis zum Musteschar des Unterrichtsministeriums.

6. Feb. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten sandte den Vertretern der Pforte im Auslande eine Mittheilung zu, welche außer den bereits bekannten Ernennungen folgenden Schlußsatz enthält: Der Sultan empfabl durch einen Hat dem Großvezir eine rasche und voll- ständige Entwickelung der durch die Verfassung gewährleisteten Principien und die praktische Ein- fübrung aller Reformen, welche auf die Provinzen Anwendung haben.

Montenegro. Cettin je. Nach einer Depesche derAgence Havas aus Ragusa hätte der Fürst von Montenegro sich gegenüber der Pforte bereit erklärt, directe Verhandlungen über den Friedens-Schluß einzugehen.

Serbien. Belgrad. DiePol. Corr. meldet: Die Pforte hat der serbischen Regierung die Grundlagen für die Friedens- Verhandlungen mitgetheilt. Indem sie auf materielle Garantien verzichtet, beansprucht sie diplomatische Vertretung in Belgrad, Gleichberechtigung der Katholiken und Juden mit den Serben, Nichtduldung der Bildung bewaffneter Banden auf serbischem Gebiete, Verhinderung des Eindeingens solcher Banden auf türkisches Gebiet, Nichtgestattung geheimer Gesellschaften, Erhaltung der serbischen Festungen in gutem Zustande, Aufziehung der türkischen Flagge neben der serbischen auf den Festungen. DiePol. Corr. meldel als zweifellos, daß Serbien diese Grundlage annehmen und alsbald eine Special-Mission nach Constantinopel ent senden werde.

Rumänien. Bukarest, 4. Febr. Dem Tel.⸗Corr.⸗Bür. wird von hier gemeldet, daß die Minister⸗Krisis in keinerlei Beziehung mit der

auswärtigen Politik der rumänischen Regierung slehe.

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Circular-Schreiben des Fürsten Gortschakoff, von welcher seit einiger Zeit in den Blättern die Rede war, ist jetzt wirklich erlassen worden. Dasselbe erinnert zuvächst daran, wie die Uebereinstimmung der Großmächte bei Beginn der vrientalischen Krisis vermöge der Initiative Rußlands erzielt ward, und führt sodann aus, daß diese Ueberein- stimmung durch die Zurückweisung des Berliner Memorandums gestört, bald aber auf der von englischer Seite vorgeschlagenen Grundlage wieder hergestellt worden sei und endlich dazu geführt habe, daß die Mächte einstimmig ihre Forderungen auf der Conferenz der Pforte vorlegten, welche dieselben alsdann abgelehnt habe. Die russische Regierung glaube, daß Europa durch die vereinigte diplomatische Action bewiesen habe, daß es lebhaft für die Erhaltung des Friedens im Orient inte- ressirt sei und es als seine Pflicht wie als sein Recht erkenne, dazu Namens der allgemeinen Interessen mitzuwirken. Die russische Regierung habe daher, bevor sie einen Entschluß in der An- gelegenheit faßte, geleitet von dem Wunsche, auch in dieser neuen Phase der brientalischen Frage die Uebereinstimmung Europa's aufrecht zu erhalten, ihre Vertreter bei den fünf Vertrags-Mächten be- austragt, sich darüber Gewißheit zu verschaffen, was die Regierungen, bei welchen sie beglaubigt, gegenüber der von der Pforte ausgegangenen

Abweisung ihrer einstimmigen Wünsche nunmehr

zu thun gedenken,

Amerika. Washington, 4. Februar. Dem Congreß ist nunmehr die vom Cabinet be rathene Botschaft des Präsidenten Grant zuge- gangen; dieselbe enthält den Vorschlag, die Wieder- aufnahme der Baarzahlungen auf den bereits früher in Aussicht genommenen Termin festzusetzen; ferner solle der Congreß den Schatzsecretär ermächtigen, 150 Millionen Doll. 4proc. Bonds zu emittiren, welche in 40 Jahren gegen gesetzliche Münze ein- zulösen wären.

Aegypten. Kairo. Der der ägyptischen Finanz Verwaltung von englischer Seite beige- ordnete General- Controleur Fitzgerald ist gestern hier eingetroffen. Der französische Controleur wird am 7. c. erwartet. Die gemäß den Vor- schlägen von Göschen und Joubert durch Deeret des Khedive vom 28. November 1876 sanctionirte neue Organisation tritt nunmehr in Wirksamkeit.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Am 1. und 15. December 1876 sprach Reallehrer Klein im hiesigen Volksbildungs-Verein vor einer zahlreichen Zuhörerschaft über die Messung der Geschwindigkei des Lichtes. Die Geschwindigkeit des Lich tes ist eine sehr bedeutende; sie beträgt etwas über 40,000 Meilen in der Secunde. Die erste Bestimmung über diese Ge schwindigkeit verdanken wir den Beobachtungen der Ver⸗ sinsterung des ersten Jupitermondes, welche der dänische Astronom Olaf Römer vor 200 Jahren auf der Pariser Sternwarte machte. Befindet sich die Erde zwischen Sonne und Jupiter, also in einer solchen Gegend ihrer Bahn, wo die Verbindungslinie Erde-Jupiter auf der Erd⸗ bahn senktrecht steht bezeichnen wir diese Gegend mit a, jo nähert sich die Erde dem Jupiter weder, noch enisernt sie sich von demselben erheblich. Hier gemessen ergibt sich die Zeit zwischen zwei auf einander solgenden Eintritten des Trabauten in den Jupiterschatten oder zwischen zwei auf einander folgenden Austritien des Trabanten aus dem Schatten zu 42 Stunden 28 Minuten 35 Secunden. Und die se Zeit i gleich der Umlaufszeit des Tra⸗ banten. Enifernt sich die Erde aus der Gegend a, so entfernt sie sich auch vom Jupitertrabanten, und der Aus- triit desselben aus der Finsterniß erfolgt immer eiwas später, weil das neu austauchende Lich! des Trabanten der Erde um die Strecke nacheilen muß, um welche die Erde in der Zwischenzeit sich vom Trabanien entfernt hat. Nach einem halben Jahre befindet sich die Erde an einem Punkt d, der um den Erdbahndurchmesser 40 Millionen Meilen von a entfernt ist. Während eines halben Jahres finden etwa 100 Umläufe des Trabanten stalt; das Ende des hundertssen Umlaufs müßte, vom Anfang des ersten in a beobachteten Umlaufs an gerechnet, nach hundert Mal 42 Stunden 28 Minuten 35 Secunden erfolgen. Dies ist aber thatsächlich nicht der Fall; vielmehr muß man, um den betreffenden Austritt des Trabanten aus der insterniß zu sehen, noch ungefähr 16½ Minuten S(rund) 1000 Secunden warten. Diese Verspätung(die Summe aller einzelnen kleinen Verspätungen) kann keinen andern Grund haben, als den, daß das Licht, um den Erdbahn durchmesser a b zu durcheilen und so die Erde in b zu erreichen, 1000 Secunden Zeit braucht. Mitlbin beträgt der Weg des Lichtes in einer Secunde 40,000 Meilen.

Ein siunreiches Verfahren, die Geschwindigkeit des Lichtes beikleinen Entfernungen aufder Erde zu messen,

Rußland. Petersburg, 4. Feb., Das

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